1 *b > * UEtjl EL tsWro u. pi£ (DL 1 &J *^m "J^^i^^BPp 1 ^^ « m ■>». * * *V * . \nü «k W r ■ - - v tf t * . t' A. -!N Abhandlungen der Naturhistorischen GESELLSCHAFT ZU Nürnberg. Xl_ ZBoLTLCi- Mit zwei Tafeln und zwei Bildern. Beilage: Flora der Umgegend yoü Nürnberg - Erlangen von August Schwarz. Fortsetzung. ^** — " """s. J -<+*•+- Nürnberg. U. E. SEBALD. 1897. Abhandlungen der Naturhistorischen GESELLSCHAFT ZU Nürnberg. IXl- Band. Mit zwei Tafeln und zwei Bildern Beilage: Flora der Umgegend yon Nürnberg - Erlangen von August Schwarz. Fortsetzung. Jahresberichte 1892 mit 1896 92 -♦♦••► Nürnberg. U. E SEBALD. 1897. & 7 Inhaltsverzeichnis der im X. Band enthaltenen Abhandinngen. Seite Koch Gr. y. ? Die ungeschlechtliche Vermehrung (Knospung und Stockbildung) von Madrepora. (Mit einer Tafel) 1 Spiess E., Über einen Fulguritfund im Diluvialsand der Umgebung von Nürnberg 19 Magnus P. ? Das Auftreten der Schinzia cypericola P. Magn. in Bayern und einiges über deren Verbreitung in Europa. (Mit einer Tafel) 25 Baumüller Dr. B., Dr. Max Hagen. Nekrolog. (Mit dem Bild- nis des Verlebten) 33 Harz Dr. "K., Nachträge zur Flora von Bamberg 44 Fleischnianii Dr. A. ? Mitteilung über die Zahnentwicklung von llyrax 47 Baumüller Dr. B. ? Professor Ernst Spiess. Nekrolog. (Mit dem Bildnis des Verlebten) 55 Schwarz A., Einige Beiträge zur Kenntnis der pfianzengeogra- phischen Verhältnisse im Keuper um Nürnberg und im be- nachbarten Jurazuge, sowie dem östlich hei Bayreuth und Kreussen wieder zutagetretenden Keuper und auf den dortigen Muschelkalkhöhen 63 kauli'uss J. S.j Beiträge zur Kenntnis der Laubmoesflora des nördlichen fränkischen -Iura und der anstofsenden Keuper- fbrmation > s l Schwarz Karl, Stadt. Bezirkstierarzt Konrad Schwarz. Nekrolog 115 Magnus P., Beitrag zur Pilz-Flora von Franken, insbesondere der Umgegend von Nürnberg 121 Harz Kurt Dr., Weitere Nachträge zur Flora Bambergs und des nördlichen fränkischen Jura 141 Grub Dr., Harz Dr., Kraus, Müller, Weitere Nachträge zur Flora von Bamberg, des nördlichen fränkischen Jura und der Umgegend Kulmbachs 147 Kaulfuss J. S., Erster Nachtrag zur Laubmoosflora des nörd- lichen Jura und der anstofsenden Keuperformation .... 177 Schwarz August, Flora der Umgegend von Nürnberg - Erlangen. Nachtrag zum I. Teil 185 II. oder spezieller Teil, erste Folge 1 -^-♦H- Die ungeschlechtliche Vermehrung (Knospung und Stockbildung) von Madrepora. — i — Yon G. v. Koch. I * 3 Mit 6 Zinkhochätzungen und einer Tafel in Lichtdruck. Abh. d. Naturh. Ges. X. Bd. JNach der Fischersage sind die Korallen lebendige Pflanzen, welche im Meerwasser weich und beweglich sind, aber sofort zu Stein erstarren, wenn man sie aus ihrem Element in die Luft bringt. Wenn uns nun auch die anatomische und physiologische Unter- suchung gelehrt hat, dafs wir es hier mit echten Tieren zu thun haben, die Mund und Magen, Muskeln und Nerven besitzen, so können wir doch auch heute die grofse Ähnlichkeit zwischen den Korallen und den höheren Pflanzen nicht verkennen und finden diese sogar angedeutet in dem wissenschaftlichen Namen Anthozoa, welcher Blumentiere, und Zoophyta, welcher Tierpflanzen oder Pflanzentiere bedeutet. Diese Ähnlichkeit ist nicht blos eine ganz äufserliche, sondern sie ist begründet durch Übereinstimmung in der Art des Wachstums resp. der Fortpflanzung. Es geht nämlich bei der Koralle, wie bei der Pflanze, aus dem Ei ein einfacher Organismus hervor, dieser vermehrt sich durch Knospenbildung und indem die Knospen mit dem primären Polypen oder im anderen Fall mit der Keimpflanze verbunden bleiben, entsteht eine Kolonie oder ein Stock. Sowohl Form als Aufbau der Stöcke ist bei den einzelnen Korallen sehr verschieden und nicht nur für gröfsere und kleinere systematische Gruppen charakteristisch, sondern auch häufig bestimmend für Bau und Functionen der Einzeltiere, daraus erklärt sich die Wichtigkeit ihrer richtigen Erkenntnis für den Korallenforscher. Die vorliegende Arbeit giebt eine Schilderung der Knospung bei einer sechszähligen Steinkoralle und es möge des leichteren Verständnisses wegen gestattet sein, den speziellen Angaben eine kurze Schilderung der Anatomie eines möglichst einfach gedachten Einzelpolypen vorauszuschicken. Ein solcher besteht, so lange ein Skelett noch nicht angelegt ist, aus einem geschlossenen, mehr oder 1* weniger cylindrischen oder konischen Schlauch, der mit einem Ende auf dem Boden aufsitzt. Der am Boden anliegende Teil der Schlauch- wand heifst Bodenwand, der dem Cylindermantel entsprechende* Leibeswand, der dem angehefteten Ende gegenüberliegende, wie dieses abgeplattete, Mundscheibe. An dem Rand der Mundscheibe, wo diese in die Leibeswand übergeht, befinden sich Ausstülpungen von konischer Gestalt, die Tentakel, und in deren Mitte eine Öffnung, der Mund, von dem ein beiderseits offenes Rohr, der Schlund, in die Höhlung des Schlauches, die Darmhöhle, hineinführt und letztere mit der Aufsenwelt verbindet. Zwischen dem Schlund und der Leibeswand, nach oben an der Mundscheibe, nach unten an der Bodenwand festgeheftet, sind zwölf (oder in einer Mehrzahl von zwölf resp. sechs) radiale Scheidewände, parietes, ausgespannt, welche die Darmhöhle in zwölf oder mehr nur im Centrum mit einander in Verbindung stehende Kammern teilen. Die Scheidewände be- sitzen eine kräftige Längsmuskulatur, welche die Zusammenziehung der Polypen vermittelt; diese ist nicht an allen Scheidewänden gleichmäfsig angeordnet, sondern befindet sich, wenn zwölf Scheide- wände vorhanden sind, an zwei einander gegenüberliegenden Paaren an der von einander abgewendeten, an den übrigen vier Paaren an den zugewendeten Flächen 1 ). Das Skelett baut sich bei den uns hier speziell interessierenden Formen auf folgende Weise auf: zuerst entsteht als Ausscheidung der Bodenwand, zwischen ihr und der* Unterlage, eine kristallinische Kalkscheibe, die Boden- oder Basal- platte 2 ). Auf dieser erheben sich radial gestellte Leisten, Septa, die durch ihr Wachstum die Bodenwand zwischen je zwei Parietes in Form von Falten in die Magenhöhle hineindrängen. Später werden die Septen an ihren peripherischen Enden durch neue Aus- 1) Man vergleiche G. v. Koch, Notizen über Korallen, Morph. Jahr- Luch Bd. VI. Genaues über die Weichteile, auch über die hier als nicht zum Verständnis des folgenden nötigen, unberücksichtigt gebliebenen Filamente, Generationsorgane etc. vgl. neben den neueren Handbüchern die Arbeiten von Fowler, Jourdan, Bourne etc., über das Skelett vgl. G. v. Koch, Über das Verhältn. von Skelett und Weichteilen der Madreporen. Morph. Jahrbuch Bd. XII. 2) Die Bemerkung Ortmanns, »ein sogenanntes Fufsblatt existiert nicht als gesondertes Gebilde etc.«, entspricht der Leichtfertigkeit, die im allgemeinen die Korallenarbeiten dieses Autors auszeichnet. Scheidungen verbunden, welche dann die Mauerplatte (Innenplatte, Theca) bilden, die eine mehr oder weniger dichte Ringplatte, aboral mit der Bodenplatte in Zusammenhang, darstellt 3 ). Die äufseren Ränder der Septen ragen häufig über die Mauerplatte nach aufsen vor und heifsen dann Rippen. Bei der ungeschlechtlichen Vermehrung, der Knospung, wer- den vom jungen Polypen zuerst die Weichteile angelegt, und erst später treten die Hartteile auf, die sich immer auf, in bestimmter Richtung erfolgendes, Wachstum der Hartteile des Mutterpolypen zurückführen lassen. Daraus erklärt sich der dauernde Zusammen- hang der im Laufe der Zeit entstandenen Knospen und damit die Bildung der Kolonien. Wenden wir uns nun zu der hier speziell in Frage kommen- den Gattung Madrepora. Die dazu gerechneten, sehr zahlreichen Korallenarten bilden Stöcke von verschiedener, oft recht ansehn- licher Gröfse und sind stets aus vielen Einzelindividuen zusammen- gesetzt, die einen Durchmesser von 2 — 3 mm nicht überschreiten. Jeder Polyp besitzt zwölf konische Tentakel, welche im Kreise um den Mund stehen und im Gegensatz zu den meisten übrigen Anthozoen häufig recht verschieden untereinander sind. Der Zahl der Tentakel entsprechend ist auch die der Parietes zwölf, da über jeder Interparietalkammer ein Tentakel steht. Das Skelett zeig! manche Eigenheiten. Über die Bodenplatte wissen wir nichts Be- stimmtes, da Einzelpolypen oder ganz junge Stöckchen, an denen eine solche beobachtet werden könnte, noch nicht zur Untersuchung gelangt sind. Septen sind, der Zahl der Parietes entsprechend, in der Regel zwölf vorhanden, von denen aber meistens nur sechs klüftiger entwickelt, die zwischen diesen liegenden dagegen kleiner sind (von weiterer Reduktion derselben wird weiter unten noch die Rede sein). An ihrer peripherischen Hälfte spalten sich die Septen und die benachbarten sind durch dünne Kalkbrücken mit- einander verbunden, so dafs eine durchlöcherte Theca entsteht, die durch spätere Auflagen mein- oder weniger solid und durch weitere Brücken häufig verdoppelt wird 1 ). An ihrer Außenseite ist die 3 i Zur Erläuterung der vielfach, selbsl von Fachleuten oichl ^ r ;in/. richtig verstandenen Beziehung der Skeletts zu den Weichteilen dient <-in vidi Osterloh in Leipzig nach meinen Angaben gefertigtes Modell. 'i i .Man vgl. die abgebildeten Querschnitte. — 6 — Theca mit Längsrippen besetzt, die, wie schon oben erwähnt, als äufsere Ränder der Septen anzusehen sind und durch deren Spal- tung in ihrer Anzahl ein Mehrfaches der Septen bilden 5 ). Die Kolonien sind mehr oder weniger baumförmig verästelt, und es ist bei den meisten Arten ohne Schwierigkeit zu erkennen, dafs diese Form der Ausdruck der Vermehrungsweise der Polypen ist. Ein Polyp wächst in die Länge, erzeugt an seiner Peripherie Seiten- knospen und bildet so einen Stamm, dessen Axe seine Magenhöhle einnimmt und auf dessen Rinde die Knospen, gewöhnlich sehr regelmäfsig, angeordnet stehen. Eine Verzweigung entsteht, wenn eine von den Knospen ihre Nachbarn durch Schnelligkeit des Wachstums überholt, dadurch mehr und mehr über die Gesamt- oberfläche des Stammes hervorragt und schliefslich an ihrer Wand wieder Knospen erzeugt. Die Knospen können in Gestalt und Zahl bedeutend variieren, und sowohl davon, als von der verschiedenen Verdickung des Skelettes durch sekundäre Ausscheidungen hängt die bald mehr cylindrische, bald mehr konische Form der Aste, sowie deren gröfsere oder geringere Dicke ab. Bei solchen Arten, die bedeutende Verdickungen zeigen, geht die ursprüngliche Form des Skeletts zum Teil verloren und besonders die Rippen wandeln sich in ein unregelmäfsiges Netzwerk von Leistchen oder Körnchen um. Auch treten hier häufig, weil durch die Vergrößerung der Ober- fläche die Knospen auseinanderrücken, zwischen ihnen sekundäre Knospen auf. — Die ganze Art und Weise der Stockbildung, wie sie eben geschildert wurde, läfst es leicht erklärlich erscheinen, dafs zwischen den Endpolypen der Zweige und den Seitenpolypen ein gewisser Gegensatz sich geltend macht, der sich nicht blos auf Gröfse und Form im Ganzen, sondern auch auf die Ausbildung der einzelnen Teile erstreckt. So besitzen die Endpolypen eine regelmäfsige cylindrische Gestalt, einen Kreis von gleichmäfsig ent- wickelten, oder wenigstens nur abwechselnd kleinen und grofsen Tentakeln. Die Septen sind, wenn auch nicht grofs, doch meist deutlich und bilden zwei Cyklen von je sechs, von denen der eine aus gröfseren, der andere aus kleineren besteht. Die Seitenpolypen haben dagegen eine seitlich symmetrische Form, die mit einem Schwalbennest, einem Löffel, einer Halbrinne etc. verglichen wer- 5) Man vgl. die abgebildeten Querschnitte. — 7 — den kann. Der Rand ist häufig schräg abgestutzt und von den Tentakeln 6 ) ist häufig nur einer gut entwickelt. Von den Septen sind oft alle, bis auf zwei, welche in der Ebene liegen, die zu gleicher Zeit durch die Längsaxe der Hauptpolypen wie der Knospe geht und letztere in zwei symmetrische Hälften teilt, rückgebildet. Für die Untersuchung der Knospenanlage und Weiterbildung eignen sich am besten diejenigen Arten von Madrepora, bei denen die Verdickung der Skeletteile relativ gering ist und die Knospen nicht zu dicht aneinander stehen. Zu diesen gehört die Madrep. echidnaea Lmk aus dem indischen Meer , die der folgenden Schil- derung der Hartteile zu Grunde liegt. Leider konnte ich von der- selben oder einer ähnlichen Art kein Exemplar mit erhaltenen Weichteilen bekommen, und mufste deshalb zu deren Untersuchung weniger günstige Arten verwenden , weshalb diese auch recht un- vollständig geblieben ist. Die erste Anlage einer Knospe von M. echidnaea (wie eben gesagt, können hier nur die Hartteile beschrieben werden) , besteht in vorspringenden Zacken, welche in gleicher Höhe ungefähr 1 mm unterhalb des Randes des Mutterpolypen auf vier nebeneinander- liegenden Rippen des letzteren sich erheben 7 ) ; sie haben un- gefähr die Gestalt eines rechtwinkligen Dreiecks, dessen kürzere Kathete gegen die Mundseite des Mutterpolypen gerichtet ist, wäh- rend die längere mit dem Rippenrand zusammenfällt und die Hypo- 6) Die Tentakel sind in ihren natürlichen Verhältnissen nur an lebenden ausgestreckten Tieren genauer zu studieren und daher nur von einigen Arten bekannt. (Vgl. unter anderen Klunzinger »Korallthiere des rothen Meeres« und Agassiz »Report on the Florida Reefs«.) An kon- servierten Exemplaren konnte ich die Tentakel ohne Schwierigkeit nach- weisen, aber ihre Gestalt ist durch starke Kontraktionen sehr verändert. — Fowler konnte an Madrep. Durvilii, die er untersucht hat, Tentakel nicht finden, dagegen beschreibt er eigentümliche Einrichtungen in den Parietes, die einer Erklärung noch bedürfen. 7) Vier Rippen, resp. deren Zacken, habe ich in fast allen Fällen als erste Knospmianlage bei der vorliegenden Art gefunden, nur einige .Male die Andeutung einer fünften, welche aber nicht mit bei dein wei- teren Aufbau beteiligt war. Nur drei Zacken habe ich nicht direkt beobachtet, nach den Querschnitten zu urteilen, scheint es aber häufig vorzukommen, dafs sich Knospen auch von drei Rippen aus aufhauen. — 8 — tenuse nach der Basis hinsieht (vgl. nebenstehende Figur). Der der längeren Kathete gegenüberliegende Winkel ist etwas abgerundet und bildet die Spitze der Zacke. Das Weiterwachs- atum erfolgt zuerst durch Verlängerung der Zacken- spitze, wodurch die kürzere Kathete und die Hypo- tenuse des angenommenen Dreiecks sich verlängern, und zugleich der rechte Winkel in einen stumpfen übergeht. Hierauf bilden sich stäbchenförmige Ver- bindungen zwischen je zwei Zacken, durch die ein taschenförmiger Raum an der Aufsenseite der Mauer Figur l. ß es Mutterpolypen abgegrenzt wird, der schon als kleiner Tochterkelch angesprochen werden kann. Ein solches Sta- dium ist etwas schematisch dargestellt auf der Tafel Fig. 4 und zwar von der Mundöffnung her gesehen. Die Löcher sind die zwischen den Stäbchen und der Mauerplatte bleibenden Lücken. Der taschenförmige Tochterkelch vergröfsert sich nun durch wei- teres Wachstum der Zacken, welches aber nicht auf gleiche Weise an den vier Rippen fortschreitet. Die Fortsätze der zwei mittleren Rippen verlängern sich einfach in der Richtung ihrer Spitze weiter, die der beiden äufseren verbreitern sich dagegen aufserdem noch durch neue Zacken, welche sich neben ihnen erheben und mit denen sie sich, wenn eine gewisse Höhe erreicht ist, durch eben- falls stäbchenförmige Brücken verbinden. Durch diesen Vorgang wird natürlich die freie Wand der Tasche erhöht und auch eigene Seitenwände gebildet. Dies Stadium der Knospe wird dargestellt durch die oberste und jüngste Knospe von Fig. 2. Die Seiten- ansicht des Mauerteils, welcher durch die Zacken einer äufseren Rippe entsteht, ist auf Fig. 8, die der Zacke einer mittleren Rippe auf Fig. 9 abgebildet. Auf der ersteren sieht man zwei sekundäre Zacken, von denen eine mit der primären durch eine dünne Brücke verbunden ist, auf Fig. 9 ist an der Zacke der Querschnitt eines der Stäbchen zu sehen, welche die vier primären Zacken mit ein- ander verbinden. In ähnlicher Weise geht nun der Wachstums- prozefs der Knospenmauer weiter vor sich, indem sich die Zacken immer weiter verlängern, die Verbindungsstäbchen sich mehren und neue Zacken auf den äufseren Rippen sich erheben. Haben die letzteren die Zahl fünf erreicht, so erheben sich in gleicher Höhe mit der jüngsten derselben auch auf den mittleren Rippen — 9 — neue Zacken und indem sie auch durch Stäbchen mit einander in Verbindung treten, bilden sie das Ergänzungsstück der Knospen- mauer, die jetzt einen vollständigen Cylindermantel , allerdings von sehr ungleicher Höhe, darstellt, der dem Mutterpolypen schief auf- sitzt, mit der Mündung nach oben sehend. Die Aufsenränder der Zacken sind die Rippen der jungen Polypen. Ein solcher Tochter- kelch ist abgebildet von oben und von der Seite gesehen auf Fig. 5 und 6 (etwas schematisiert), eine demselben Studium ent- sprechende mittlere Rippe mit ihren beiden Zacken Fig. 10 8 ). Von nun an geht die Längenzunahme der Knospe eine Zeit lang in gleichmäfsiger Weise vor sich, worauf dann ein Voraus- eilen des, in bezug auf die Hauptaxe des Mutterpolypen, peripheri- schen Teils der Mauer und schliefslich nahezu vollständiger Still- stand erfolgt, der nur dann ausbleibt, wenn die Knospe zum Zen- tralpolypen (dieser Ausdruck dürfte den gewöhnlich gebrauchten >Endpolypen oder Endkelch« vorzuziehen sein), eines neuen Zweiges sich aufschwingt. Während des Längswachstums der Knospe machen sich noch weitere Veränderungen geltend. So ist vor allem bemerkenswert das deutliche Hervortreten von sechs Septen, die, wie leicht zu sehen, nur die etwas weiter nach innen vor- ragenden Ränder von ursprünglichen »Zacken« sind, die nach aufsen als Rippen erscheinen 9 ). Von diesen sechs Septen sind die beiden in der Symmetrieebene liegenden immer viel stärker ent- wickelt als die übrigen, an den älteren Knospen sind sie sogar, nach der Basis zu, in der Regel mit einander verschmolzen; man kann sie deshalb Hauptsepten nennen. In vielen Knospen sind neben den sechs genannten noch zwei Septen deutlich, wenn auch diese an Gröfse selten erreichend, welche in den Räumen zwischen dem äufseren Hauptseptum und den zwei benachbarten stehen, sie repräsentieren einen zweiten Cyklus, der erst dann vollzählig wird. 8) Vgl. auch Fig. 1, die in der Ansicht von oben verschiedene junge Knospen zeigt Die links etwas nach unten stellende ist dieselbe. wie die oberste auf der Seitenansicht Fig. -1. Uj Wegen des Aussehens von Knospen in verschiedener Entwick- lung ist Fig. 1—3 der Tafel zu vergleichen. Die letzte Figur Btelll eine ausgebildete, aber noch wenig verdickte Knospe in der Seitenansicht dar. und ist auf derselben deutlich zu bemerken, wie eine ganze Reihe ihrer Kippen von einer Rippe des liutterpolypen entspringen. — 10 — wenn die Knospe ein Zentralpolyp werden sollte. Eine zweite Ver- änderung während des Wachstums ist die Verdickung der Mauer. Diese nimmt von der Basis an ihren Ausgang, indem durch Auf- lagerung neuer Kalkschichten, die ursprünglich nur ganz schmalen Stäbchen sich verbreitern und dadurch sich die oben geschilderten rundlichen Löcher bald vollkommen schliefsen und zuletzt nur noch dicht unter dem oberen Knospenrand erhalten bleiben. Durch den gleichen Prozefs werden die Rippen mehr und mehr erhöht und durch das Auftreten von Verbindungsstäbchen zwischen ihnen, aufserhalb der schon gebildeten Mauer, entsteht eine zweite, un- vollständigere Mauer, die mit der ersten später mehr oder weniger verschmilzt. An älteren Knospen verlieren auch die Rippen ihre geradlinige Begrenzung nach aufsen und bekom- men regelmäfsig angeord- nete, zackige Vorsprünge. An den sich zu Zentral- polypen umwandelnden Knospen wiederholen sich die geschilderten Ver- dickungsprozesse, so dafs schliefslich ein Ast aus einer gröfseren Anzahl konzentrischer Lamellen besteht, die nur durch dünne, zuweilen auch ganz resorbierte Brücken, die Reste der Septen, resp. der Rippen mit einander in Verbindung stehen. Durch diese Verdickungs- lamellen der Äste werden natürlich die Anfangs freien Basalteile der Knospen überwuchert und in das Innere jener hineingerückt. Alle diese Verhältnisse zeigt klar die beistehende Figur, welche einen Querschnitt durch einen mittelstarken Ast wiedergiebt. Querschnitte junger Zweige finden sich auf den Figuren 9 — 12 der Serie dargestellt und ist an diesen der konzentrische Bau der Mauer schon gut zu erkennen. Die vorstehende Betrachtung beschränkt sich auf die einzelne Knospe und ist es deshalb nötig, noch einige Worte über das Ver- hältnis der Knospen zu einander beizufügen. Schon ein flüchtiger Fig. 2. Querschnitt eines Astes von M. echidnaea vor einer Teilung, mit drei Zentralpolypen. Um den mittelsten davon stehen vier Basen von Knospen. — 11 — Blick genügt, um in der Anordnung der Knospen an den Zweigen eine gewisse Regelmäfsigkeit zu erkennen 10 ). Bei genauerer Unter- suchung läfst sich dann nachweisen, dafs die Anordnung eine spirale ist und zwar kommen auf einen Umgang der Schraubenlinie circa vier bis fünf Knospen, dabei ist zu bemerken, dafs letztere in den einzelnen Umgängen nicht senkrecht übereinander stehen, sondern etwas schief, so dafs die Verbindungslinie einer Längsreihe wieder eine Spirale bildet. An der vorliegenden M. echidnaea ist diese Anordnung häufig sehr regelmäfsig und läfst sich deshalb nicht nur an den jüngeren Zweigen, sondern bis ziemlich weit herunter an den starken verfolgen und erst dort wird sie durch die Verzweigungen, Verschmelzungen und andere sekundäre Veränderungen undeutlich. Sekundäre Knospen, d. h. solche, die später in den Zwischenräumen der an der Zweigspitze angelegten primären Knospen entstehen, habe ich bei M. echidnaea nicht beobachtet, deshalb stehen hier die Knospen an den dünnen Zweigen sehr nahe bei einander, weniger als 1 mm, während ihre Mündungen an den dicken Ästen bis 5 mm und mehr von einander entfernt sind. Es möge hier die durch Abbildung erläuterte Beschreibung einer Schnittserie durch die Spitze eines regelmäfsig entwickelten Zweiges von M. echidnaea (es ist dies der auf der Tafel Fig. 1 u. 2 abgebildete) folgen, weil sie sehr geeignet ist, das Gesagte zu er- läutern und zu bestätigen. Die Serie wurde in folgender Weise gewonnen: Nachdem das Zweigstück in schwarzen Lack einge- schmolzen war, wurde von der Spitze anfangend senkrecht zur Hauptaxe nach und nach abgeschliffen und die Schliffftächen bei auffallendem Licht photographiert. Die so erhaltenen ca. 40 Bilder geben alle wichtigeren Veränderungen in der Höhe von 4 mm genau wieder. Von diesen Bildern sind hier 12 in achtfacher Naturgröfse reproduziert, und ist ini Text immer angegeben, welche Figur der mit arabischen Ziffern bezeichneten Nummer der Serie entspricht. — Zu bemerken ist noch, dafs mit 1 — 6 die Septen des ersten Cyklus vom Zentralpolypen, mit a - 1 die in der Schliffreihe getroffenen Knospen bezeichnet sind. Es ist also a die jüngste, 1 die älteste. — Die. Knospe ;t ist zuerst angedeutet auf Schliff '\ und 5 (4 = Fig.8, h. auf Schliff 6 = Figur D erkennl man, dafs an ihrem Aufbau i Hippen des Zentralpolypen teilnehmen, auf 10) Man vergleiche Fig I and J 2 der Tafel und die Serie von Querschliffen. 1*2 nr wsmm Figur 3. 7 = Fig. III sind drei von ihnen durch zwei peripherische Brücken, die erste Andeutung einer Theca, miteinander verbunden, auf 8 = Fig. IV sind die Brücken wieder verschwunden, aber die Rippenvorsprünge haben noch die gleiche Länge wie auf dem vor-» hergehenden Schliff. Auf 9 — Fig. 4, V) ragen diese nur noch wenig über die anderen hervorund auf 11— Fig. VI ist jede Spur der Knospe a verschwunden. — Die zweite Knospe b, zwischen den Septen 2 und 3 ge- legen, wird zuerst kennt- lich auf Schliff 9 = Fig. V? auf 10-15 (vgl. Fig. VI = 11, Fig. VII =14) ist die Mauer im ganzen Um- fang deutlich, auf 16—20 wird sie erst kleiner, um zuletzt in drei Rippen überzugehen (vgl. Fig. VIII = 19). An dieser Knospe sind die zwei Haupts epten schon ganz gut zu erken- nen (vgl. Fig. VII) und es läfst sich unschwer nach- weisen, dafs sie von der mittleren der drei Rippen, von welcher die Knospe ausgeht, gebildet werden. Die Knospe c erscheint mit ihrem oralen Ende auf Schliff 11 = Fig. VI, deut- lich ausgebildet ist sie auf 12-18 (vgl. Fig. VII= 14), noch mit Mauer aber schon sehr viel kleiner ist sie auf 19 = VIII, auf 20-21 ist sie nur noch an den etwas längeren Rippen zu erkennen, auf J 2 J 2 ist sie verschwunden. Von Knospe d findet sich die erste Andeutung auf 13, schon auf 14 = Fig. VII sind einige »Brücken« zwischen den Rippen zu sehen, auf 16—20 ist sie deutlich (vgl. Fig. VIII = 19j, auf 21 sind nur noch Spuren zu sehen, die auf 22 vollständig verschwinden. Knospe e ist Figur 4. 13 auf 15 angeschliffen, auf 16 in ihrem Umrifs zu erkennen, auf 19 = Fig. VIII deutlich, hier sind auch die Hauptscpten zu erkennen, auf den folgenden Schliffen, bis 28 nimmt sie an Umfang ab (Vgl. Fig. 5, XI = 23) und verliert sich auf 26 in die Rippen des Zentral- polypen. — Knospe f ist angedeutet auf 21, deutlich auf 22 — 31 (vgl. Fig. IX = 23. Fig. X= 27), noch an den verlängerten Rippen erkennbar auf 82 = XI. Die Hauptscpten sind gut zu sehen Fig. IX und X, die Andeutung einer Verdoppelung der Mauer Fig. X. — Knospe g tritt zuerst auf Schliff 23 = IX auf, zeigt auf 24 und 25 ihren peripherischen Rand ausgebildet, auf 27== Fig. X Figur 5. eine vollständige Mauer und erhält sich an Umfang rasch abneh- mend bis 31, um auf 32 = XI fast, auf 33 ganz zu verschwinden. -- Knospe h erscheint auf 2(5 und reicht bis 35, wo sie in ge- wöhnlicher Weise endet (vgl. Fig. X = 27, Fig. XI = 32, Fig. XII = 35 i. Knospe i tritt in Schliff 27 = Fig. X auf. wo man schon deut- lich die doppelte Mauer erkennen kann, und endet auf 34 (vgl. Fig. XI = 32j. Knospe k mit deutlichen Septen und Doppelniauer siehe Fig. XI und XII. — Knospe 1 erscheint angeschliffen auf 35 = Fig. XII. — Eine weitere Verfolgung der Serie dürfte sich nicht empfehlen, da sich die gleichen Verhältnisse immer wieder- holen. — — 14 — Neben der Madrepora echidnaea wurde eine andere Art M. surculosa Dana von Batavia 11 ), von der mir mit den Weichteilen konservierte Zweige zu Gebote standen, genau untersucht. Hinsicht- lich des Skelettes schliefst sich diese Art nahe an die vorige an, wie nebenstehende Figur am besten erkennen läfst. Doch ist die Übersicht etwas schwieriger wegen der stärkeren Verdickung der Skelett- teile und wegen der unregelmäfsigeren Mauer- bildung (vgl. Fig. 6), wozu dann noch die dichtere Stellung der Knospen kommt. An dem Aufbau der Knospen nehmen nicht wie Figur 6. r bei M. echidnaea in der Regel vier oder auch Querschliff v. Madrepora , . _. , .. , . , ... „ surculosa Skelett. nur drei Rippen teil, sondern meistens funi, Et des S Ze°\ e raipoivueri and se ^ en v i er > öfter aber sechs und sogar sieben. Sehr häufig erscheinen die sechs Septen der Knospe direkt aus den mittleren drei der, die Knospe aufbauenden, fünf Rippen der Zentralpolypen hervorzugehen (vgl. Fig. 11 auf der Tafel). Hinsichtlich der Weichteile mufs ich bedauern, ganz junge Knospen nicht aufgefunden zu haben und ich mufs daher hier auf Fowler 12 ) verweisen, der bei M. aspera Dana junge Stadien be- obachtet hat, die nur aus einer undurchbohrten Schlundeinstülpung bestehen und auch die Parietes noch entbehren. Derselbe giebt an, dafs etwas ältere Knospen auch noch mit geschlossenem Schlund zwei Parietes, noch ältere sechs Parietes besitzen. — Die kleinsten von mir mit Sicherheit beobachteten Knospen entsprechen in ihrer Ent- wicklung den jüngsten der beschriebenen und abgebildeten Skelette Ob bei ihnen der Schlund sich schon in die Magenhöhle öffnete,* wage ich nicht zu behaupten, ebensowenig ob die Tentakel schon angelegt sind, denn diese Teile sind durch die Konservierung in Alkohol so kontrahiert, dafs eine sichere Beobachtung sehr erschwert 11) Ich verdanke dieses, histologisch sehr gut konservierte Material der Güte des Herrn Dr. Sluiter, Vorstand der Niederländischen Zoolo- gischen Station in Batavia, der mir noch eine Reihe anderer Korallen von dort verschafft hat. Ich spreche demselben hiermit öffentlich meinen Dank für seine liebenswürdigen Bemühungen aus. 12) Anat. Journal of Mikr. Science Vol. XXVII v. 1 PI. Ähnliche Knospen, die ich aber nicht auf die Einzelheiten untersuchen konnte* habe ich schon früher erwähnt. Morph. Jahrb. Bd. XII, p. 159. — 15 — wird. Dagegen glaube ich, die Zahl der Parietes schon auf dieser Stufe 12 annehmen zu dürfen, wenn diese auch auf keinem Schnitt oder Schliff gleichzeitig zu demonstrieren ist. Jedenfalls sind ihre Muskelwülste schon recht entwickelt, wie ihre Kontraktion, durch die sämtliche Weichteile in die Skeletthöhlung hineingeprefst werden, beweist. Sehr klar sind dagegen die Beziehungen von Weich- und Hartteilen an etwas älteren Knospen, wie eine solche auf der Tafel Fig. 11 nach einem Querschliff abgebildet ist. Die Abbildung ist, um die histologische Zusammensetzung der Weichteile und die Verhältnisse der Hohlräume deutlicher zu machen, etwas schematisiert, dadurch ist besonders der Abstand der Leibeswand von der Mauer- platte (die Hartteile sind weifs gelassen) zu grofs geworden und mufs derselbe nach Fig. 12, welche den entsprechenden Teil eines erwachsenen Polypen, genau mit der Camera gezeichnet darstellt, berichtigt werden. Auf der Figur sieht man rechts ein Segment des Zentralpolypen mit einem Septum S und einer Anzahl von Rippen R. Der Querschnitt der Knospe ist vollständig, man sieht in der Mitte den eingestülpten Teil der Leibeswand mit Andeutungen der Tentakel T (letztere sind zuweilen eingestülpt und erscheinen dann auf manchen Querschnitten als Kreise, bei denen die Aufsen- seite innen liegtj, um diese genau symmetrisch angeordnet die zwölf Parietes. Von Septen sind sechs entwickelt, diese entsprechen aber nicht alle dem ersten Cyklus, sondern nur zwei von ihnen, die in der Symmetrieebene liegen, während die anderen vier dem zweiten Cyklus zugehören. Von den Rippen sind nur diejenigen fünf, welche den drei peripherischen Septen entsprechen, und zwei diesen be- nachbarte direkte Fortsetzungen von Rippen der Zentralpolypen, die übrigen (seitlichen) sind sekundäre Erhebungen auf den zwei äufseren Rippen. Hinsichtlich der Weichteile ist noch zu bemerken, dafs sie überall zwei Zellschichten bilden, zwischen denen eine Membran, die Stützlamelle, die hier durch einen einfachen Strich angedeutet ist, liegt. An den Stellen, wo die Weichteile auf dem Skelett ruhen, liegt diesem zugewendet die skelettogene Schicht, das Calikoblastem, derjenige Teil des Ectoderms, welcher durch das Wachstum des Skeletts in die ursprünglichen Hohlräume der Polypen hineingeschoben wurde; frei nach aufsen, d. h. der Magenhöhle und deren Derivaten zugewendet liegt das Entoderm. An den Stellen, wo die Weichteile auf beiden Seiten frei liegen, wird die Schicht, — 16 — welche nach der Magenhöhle zugewendet, ist vom Entoderm, die der Aufsenwelt zugekehrte vom Ectoderm gebildet 13 ). — Durchschnitte von älteren Knospen zeigen gegen die abgebildete nur geringe Unterschiede. In der Regel sind die sechs Septen des ersten Cyklus vorhanden, von denen aber nur die zwei in der Symmetrieebene liegenden Hauptsepten kräftiger entwickelt sind. Vom zweiten Cyklus sind, wenn überhaupt die gleichen vier wie vorhin nachzuweisen. Die Zahl der Rippen ist in der Regel zahlreicher, indem sich die ursprünglich vorhandenen an ihrer Peripherie gabeln. Die Musku- latur der Parietes ist ausnahmslos so angeordnet, dafs die Wülste der beiden Paare, welche die Hauptsepten einschliefsen (also der Symme- trieebene entsprechen) sich nach aufsen wenden. — Aufser den eben betrachteten Knospen von Madr. surculosa, die sich immer in der Nähe der Mündung des Zentralpolypen bil- den und welche darin mit den bei M. echidnaea allein vorhandenen übereinstimmen, entstehen bei M. surculosa auch junge Knospen an den dickeren Teilen der Zweige zwischen den älteren. Ein Stück von der Oberfläche eines solchen Zweiges oder Astes ist auf der Tafel Fig. 14 dargestellt und kann man hier deutlich neben den gröfseren älteren Knospen jüngere, weniger entwickelte erkennen. Als ich zuerst das Verhältnis dieser jungen Knospen zu den älteren ins Auge fafste, meinte ich, die ersteren würden ähnlich wie bei manchen anderen Korallen z. B. Stylophora 14 ) oder unter den Octokorallen die Gorgonien etc. sich als Cönenchymknospen auf- fassen lassen, d. h. aus dem zwischen den älteren Knospen befind- lichem Gewebe, dem Cönenchym (resp. Cönosark) hervorgehen, wobei allerdings auch zu bedenken wäre, dafs in vorliegendem Fall das Cönenchym eigentlich weiter nichts ist als eine Fortsetzung der »Rippen« des Zentralpolypen (vgl. Einleitung). Um darüber einige Gewifsheit zu erlangen, hielt ich es für das beste, von Zweig- 13) Bei Fig. 12 ist zu bemerken, dafs hier infolge von Schrumpf- ungen sich die skelettogene Schicht etwas von dem Skelett (hier den Rippen) abgelöst hat. 14) G. v. Koch. Ungeschlechtliche Vermehrung einiger palaeozoi- scher Korallen. Palaeontographica Bd. XXIX, V. u. VI. Lieferung. Kassel 1883. In dieser Abhandlung ist für die Einteilung der Knospungsarten allein das Skelett in betracht gezogen worden, weil bei vielen Korallen, darunter vor allen den fossilen, nur dieses bekannt ist. — 17 — stücken, an denen die Weichteile noch gut erhalten waren, Tan- gentialschliffe, die mithin senkrecht zu den Längsaxen der Knospen geführt, sind, anzufertigen. Das Resultat war günstig, denn schon wenige solcher Schliffe ergaben mit vollständiger Sicherheit (man vergl. Fig. 13 der Tafel), dafs jede junge Knospe sich zu einer be- stimmten älteren genau so verhält, wie die Knospen an den Zweig- spitzen zum Zentralpolypen, so dafs also diese (die betreffenden älteren Knospen) aufzufassen sind als Zentralpolypen von Zweigen, die sich nicht, oder nur ganz unbedeutend über die Gesamtperi- pherie des Astes erhoben haben. Dies Verhältnis wird sowohl durch die Parietes als auch durch Beziehungen der Rippen des »Mutterpolypen« zu den Septen der Tochterpolypen bewiesen, und kann für letzteres noch angegeben werden, dafs die Zahl der Rippen, von welchen aus das Skelett der Tochterpolypen sich entwickelt, hier in der Regel nur drei beträgt, was einen gewissen Gegensatz zu den an den Zweigspitzen entstehenden Knospen bedingt. Durch die mehr oder weniger eingehende Untersuchung von einer Reihe verschiedener Madreporaarten bin ich zu der Über- zeugung gekommen, dafs auch bei ihnen die Knospung auf die gleiche Weise erfolgt, wie an den beiden geschilderten Arten und diese wahrscheinlich charakteristisch für die ganze Gattung ist. — Es bleibt mir nun noch übrig, die gefundenen Thatsachen in ein System einzureihen und will ich dazu das von mir aller- dings nur für die Knospung von paläozoischen Korallen 14 ) auf- gestellte, welches sich aber in seinen Hauptzügen auch für die recenten Formen verwenden läfst, benutzen. Ich teilte dort alle Knospen ein in 1) Innenknospen, welche innerhalb der Mutterkelche entspringen und ganz oder teilweise direkte Fortsetzungen derselben sind und 2) Aufsenknospen , welche aufserhalb der Mutterkelche sich entwickeln. Nach dem oben Gesagten gehört die Knospung von Madrepora in die zweite Kategorie. Von dieser sind folgende Unterabteilungen angegeben: a. Zwischenknospung: »Junge Kelche entstehen zwischen den schon vorhandenen und berühren letztere mit ihrer ganzen Aufsenfläche« , b. Cönenchymknospung : >Junge Kelche entstehen als Fortsetzung eines zwischen den alten Kelchen entwickelten Gewebes«, c. Stolonenknospung: »Junge Kelche ent- stehen aus hohlen Fortsätzen, Stolonen der ursprünglichen Kelche«. Es ist klar, dafs Madrepora in keines dieser drei Schemata pafst. Al))i. (1. Naturh. Ges. X. Bd. 2 — 18 — und wir müssen dafür also eine vierte Abteilung aufstellen, deren Bezeichnung »Costal - Knosp ung« sein möge und welche sich folgendermafsen charakterisieren läfst: die jungen Kelche ent- wickeln sich aufserhalb der Mauer der Mutterkelche und zwar gehen sowohl Septen als Mauern aus den Rippen der letzteren hervor. Darmstadt, Januar 1893. Erklärung der Tafel. Fig. 1 u. 2. Photographie einer Zweigspitze lnit Knospen von Madrepora echidnaea Link. 1 von oben, 2 von der Seite gesehen, 10 ,r ca. i Yergr. Fig. 3. Eine einzelne ältere Knospe von der Seite zur Demon- stration des Verhältnisses der Rippen von Knospe und Mutterpolyp, gleiche Vergrößerung. Fig. 4—10. Schematische Figuren zur Erläuterung der Knospen- entwicklung bei M. echidnaea. Näheres siehe im Text. Fig. 11. Schematisierter Querschliff durch eine Knospe von Ma- drepora surculosa Dana. Mit den Weichteilen. Fig. 12. Stückchen desselben Querschliffs. Gamerazeichnung. Fig. 13. Tangentialschliff eines Astes von M. surculosa D. (ältere und jüngere Knospenquerschnitte). Mit den Weichteilen. Fig. 14. Photographie eines kleinen Teils der Oberfläche von einem Ast der Madr. surculosa D. Skelett. Über einen Fulguritfund im Diluvialsand der Umgebung von Nürnberg. - j~ Von Professor E. Spiess, Jts sei mir gestattet, eines interessanten Fundes von Ful- guriten oder Blitzröhren in unserem Diluvialsand zu ge- denken und somit die Fundortangaben für diese Gebilde zu ver- mehren. Die erste Erwähnung von ßlitzröhren, die im Sande bei Massel in Schlesien gefunden wurden, geschah in der im Jahre 1711 von Pfarrer Herrmann in Massel herausgegebenen »Maslo- graphia, oder Beschreibung der in dortiger Gegend sich findenden Schauwürdigkeiten. « Dunkle Andeutungen über Fulgurit, welche unter dem Namen : Osteocolla*) gemacht sind, finden wir in der zweiten Auflage von »Valentini Museum Museorum« (1714); sie werden darin als röhren- förmige Bildungen bezeichnet, die an Rainen aus dem Boden stein- artig herauswachsen und sehr heilsam gegen Rippen- und Bein- brüche gewesen sein sollen. Dieser »Osteocolla« oder des »Beinbruchsteins« erwähnt auch Volkmann in seinem 1720 erschienenen Werke: »Schlesien mit seinen unterirdischen Schätzen« und nennt sie einen versteinerten Baum, aber ohne Blätter, jedoch mit Stamm und Astchen. »Die Innenseite dieser Röhren sei hohl, glatt und glänzend wie ein Flufs- oder Schmelzglas mit einem braunroten Mark , das sich später als Ocker entpuppte.« Das mineralogische Museum in Dresden besitzt noch von diesen schlesischen Funden, die nichts anderes als Blitzröhren sind. Anfangs dieses Jahrhunderts, und zwar 1805, grub ein Ökonom, namens Hentzen, aus dem Diluvial-Sand der Sennerhaide in West- phalen ähnliche Gebilde aus. *) Die historischen Angaben verdankt der Verfasser der Güte des III. Sekretärs, Herrn Oskar Gebhardt. Vollständige Klarheit aber über die Entstehung dieser Röhren verdanken wir erst dem Dr. K. P. Fiedler, einem Schüler Haus- manns und Blumenbachs in Göttingen, der 1817 den Sennerhaide- Fund beschrieb. Nach ihm zeigten diese, zum Teil verzweigten Röhren an der Innenseite weifses Email mit wellen- und kugel- förmigen Hervorragungen, an der Aufsenseite angefrittete, undurch- sichtige, weifse Quarzkörner. Fiedler gibt Geschichtliches über die Auffindung der Blitz- röhren und nennt als weitere Fundorte die Bantelge-Haide bei Rheine, Nietleben bei Halle a. d. Saale, Pillau, Pakington in der Grafschaft Aylesford, Drigg in Cumberland mit Röhren von 29 Fufs Länge, die Gegend am Fufse des Regensteins bei Blankenburg und die Haide nordöstlich von Dresden. C. H. Pfaff erwähnt des Vorkommens von Blitzröhren auf Amrum; Wicke fand solche in der Nähe von Oldenburg; Har- ting bei Elspeet in der Veluwe von Geldern, sowie zwischen Bildt- Vuursche und Soest bei Utrecht; Ferd. Roemer bei Starkzynow in Polen im Diluvialsand (diese über zwei Meter lang); Zittel in der libyschen Wüste zwischen Dachel und der Oase des Jupiter Amnion; Nachtigall in der Umgebung von Sokna (Fezzan); Rohlfs im Geisiger Gebirge, nördlich des Tsadsees; endlich Darwin auf den Sandhügeln nächst der Lagune del Petrero bei Maldonado in Uruguay. Zu diesen Fundorten, denen noch die sandigen Seeküsten Norddeutschlands zuzurechnen sind, gesellt sich seit dem Jahre 1889 ein solcher im Diluvialsand, der weit ausgedehnte Strecken in der Umgegend Nürnbergs bedeckt. Ein mächtiges Sand- und Kieslager befindet sich in der Nähe des durch die Bleistiftfabrik des Freiherrn von Faber, unseres Ehren- mitgliedes, berühmten Ortes Stein auf dem linken Rednitzufer, ca. 6 km südwestlich von Nürnberg. Dieses Lager wurde und wird heute noch zu Zwecken des Eisenbahnbaues ausgebeutet, und darin fanden die Arbeiter zufällig Trümmer solcher Röhren, die sie für versteinerte Baumwurzeln hielten. Kaum hatte die Naturhistorische Gesellschaft dahier hievon Kunde erhalten, so begab man sich sofort an Ort und Stelle, um — 23 — zunächst nur kleine Reste von solchen Röhren, die deutlich im Innern Verglasung zeigten, aus dem Sande aufzulesen. Aber es sollte nicht lange dauern; am 15. Mai 1889 erhielten wir abermals Nachricht, dafs man in dem Sande wieder auf solche »Wurzeln« gestofsen sei. Sofort eilte man dahin und hatte die grofse Freude, aus dem nassen Sande, wenn auch nur Bruchstücke, solcher Blitz- röhren heben zu können. Sie waren nämlich sehr weich und zerbrechlich, und man konnte sie unmöglich in einem zusammenhängenden, gröfseren Exemplare aus dem Boden bekommen. Die Länge der Bruchstücke betrug ca. 1 m. Das Rohr war ziemlich senkrecht im Boden stehend und zeigte an mehreren Stellen Verzweigungen. Leider war es nicht möglich, wegen des nachstürzenden Sandes das Ende der Röhre zu erreichen, und so mufsten wir uns mit dem Gefundenen begnügen. Im Innern zeigten sie sich stark verglast; aufsen waren sie von leicht abbröckelnden Quarzkörnern, mit rotem Überzug von Eisenoxyd versehen, umkleidet. Später wurden wiederholt Röhren gefunden, ohne dafs wir davon Nachricht erhalten haben. Ein solcher Fund, von dem ich zufälliger Weise ein Bruchstück erhielt, ist dadurch interessant, dafs in ihm Pflanzenwurzeln vorfindlich sind. Wohin der übrige Teil gekommen, ist mir leider nicht bekannt. Das Auftreten der Schinzia cypericola P. Magn. in Bayern und einiges über deren Verbreitung in Europa. Von P. Magnus (Berlin). (Hiezu eine Tafel.) ^n Fig. 1 . Fig.2 Fiff.^t in den Verhandlungen des botanischen Vereins für die Pro- vinz Brandenburg 20. Jahrgang 1878, Sitzungsberichte S. 53 u. 54 wies ich nach, dafs Wurzelanschwellungen, die an Cyperus flavescens im Grunewalde bei Berlin aufgetreten waren, von der V ^getation eines Pilzes in ihren Parenchymzellen herrührten. Die Wurzelanschwellungen zeigten sich entweder einfach (s. Fig. 1) oder zweiteilig (s. Fig. 2) oder handförmig gelappt (s. Fig. 2). An dem Querschnitte eines solchen Knöllchens fällt zunächst am meisten ins Auge, dafs das Parenchym zwischen dem oder den central gestellten Leitbündeln und der peripherischen Korkschicht mächtig erweitert ist und keinerlei weitere Intercellularräume zeigt (s. Fig. 3), so dafs man sieht, dafs die Anschwellung hauptsächlich auf Teilung und Wachstum dieser Parenchymzellen beruht. Diese Parenchymzellen zeigen sich dicht mit zahlreichen Sporen erfüllt. Die Sporen (s. Fig. 4) sind länglich oval, 0,017 — 0,020 mm. lang und 0,011 — 0,014 mm breit. Sie sind von hellgelblicher Färbung und haben ein Epispor, das mit kleinen, dicht bei einander stehen- den Tüpfeln versehen ist (s. Fig. 4) ; seltener trägt es noch kleine punktförmige Hervorragungen. Häufig erscheint noch die Membran aufsen von dem getüpfelten Teile von einer hellen und dicken Membran umgeben (s. Fig. 5). Es ist wahrscheinlich, dafs die- einem unreifen Zustande entspricht, wie ja bei den Ustilagineen die jungen Sporen meist von gallertigen Membranen umgeben sind, aus denen sich das Epispor mit seinen Warzen etc. bildet. Aber diese dicke Membran tritt so häufig an scheinbar bereits völlig ausgebildeten Sporen auf, dafs ich geneigt bin anzunehmen, dafs auch Sporen in diesem Zustande verharren, d. h. definitiv diese Membran behalten. Diese Sporen werden von der Spitze von Tragfäden (Sterigmen) abgeschnürt (s. Fig. 4 u. 5), die häufig korkzieherartig gekrümmt sind. Beim Eintritt in die Zelle ver- — 28 — zweigt sich das Mycel büschelig, und wird jeder Zweig zu einem solchen Sterigma. Das die dünne fadenförmige Wurzel durchziehende, centrale Leitbündel verzweigt sich in der Knolle (s. Fig. 3), eine Erscheinung, die sich vergleichen läfst dem Auftreten vieler Leitbündel in der gleichfalls einer angeschwollenen Wurzel, wenigstens zum gröfsten Teile entsprechenden Orchisknolle oder der Teilung des Holzkörpers in den Rüben von Sedum Telephium. Doch hängt es hier bei Gyperus auch mit der Teilung der Wurzelknolle zusammen, wenn es auch schon weit vor der Teilung auftritt. Wie ich 1. c. und in den Berichten der Deutschen botanischen Gesellschaft Bd. VI 1888 S. 100—104 ausgeführt habe, ist der ge- schilderte Pilz ganz nahe verwandt der von G. Nägeli in Linnaea Bd. XVI 1842 S. 279—283 aus den Wurzelanschwellungen von Iris beschriebenen Schinzia cellulicola, welche der Typus seiner Gattung Schinzia ist, während auf die andere von Nägeli zu Schinzia gestellte Art, die Schinzia penicillata Nag., 1844 von Rabenhorst die Gattung Naegelia begründet wurde. Ich stellte den Pilz in den Wurzelanschwellungen von Cyperus flavescens daher in die Nägelische Gattung Schinzia und nannte ihn Schinzia cype- ricola P. Magn. Diese Schinzia cypericola konnte ich 1888 nur in der Mark Brandenburg und bei Breslau nachweisen. Im Grunewald bei Berlin ist sie oft gefunden worden seit den 40er Jahren bis zum letzten Jahre [z. B. 1845 und 1848 (herb. Marchicum im Botan. Museum in Berlin) am 12. September 1858 von C. Reimann (nach brieflicher Mitteilung an Prof. Ascherson) von C. Müller im August und September 1876 u. s. w.]; ebenso konnte ich sie bei Köpenick an von W. Lackowitz gesammelten Exemplaren nachweisen. Aus Schlesien wies ich sie an 1851 von Krause in Carlowitz bei Breslau gesammelten Exemplaren nach. Soweit konnte ich 1888 ihre Verbreitung feststellen. Im September 1890 traf ich sie reichlich bei Meran in Südtirol an einem über Hochwiesen führenden Fufswege von Schlofs Schönna nach Schlofs Goyen. Dieser Fund ist kurz mitgeteilt in den Be- richten der Deutschen botanischen Gesellschaft Bd. IX 1891 S. (196 . Dieses Auftreten in Südtirol liefs mit grofser Wahrscheinlich- keit sein Auftreten in Deutschland zwischen Meran und der Provinz — 29 — Brandenburg erwarten. Es war mir dahel: von grofsem Interesse, als Herr Professor Ascherson und Herr Stabsveterinärarzt A. Schwarz sein Auftreten bei Erlangen und Nürnberg feststellten. Als Herr Professor Ascherson im August 1892 unter Führung des Herrn Stabsveterinärarztes A. Schwarz am Dechsendorfer Weiher bei Er- langen botanisierte, fand er die ihm bekannten Wurzelknöllchen von Cyperus flavescens. Herr kgl. Stabsveterinärarzt A. Schwarz war so freundlich sie mir zuzusenden. Desgleichen sandte er mir einen von Herrn Apotheker Fr. Schultheifs am 5. Oktober 1884 bei einem Weiher am Anger bei Röthenbach bei Schweinau, eine Stunde südlich von Nürnberg gesammelten Cyperus flavescens mit einzelnen knollig angeschwollenen Würzelchen zu. Beide erwiesen sich als von Schinzia cypericola P. Magn. hervorgerufen. So war nun deren Verbreitung in Mitteleuropa von der Mark Brandenburg bis Meran, von Nürnberg bis Breslau festgestellt. Diese immerhin schon weite Verbreitung liefs in mir die Vermutung entstehen, ob nicht in Floren gröfserer oder geringerer Gebiete von den genauen Beobachtern der heimischen Pflanzenwelt Formen von Cyperus flavescens mit knollig verdickten Wurzeln erwähnt seien. In den von mir nachgesehenen Floren fand ich keine solche Angabe. Aber Herr Professor Ascherson, den ich bat darauf zu achten, machte mich darauf aufmerksam, dafs J. Lange in seinem Handbog i den Danske Flora eine darauf bezügliche An- gabe macht. In der dritten Auflage (3. forögede Udgave) Kopen- hagen 1864 S. 35 (4. Udg. 1886 S. 116) sagt er bei Cyperus flavescens: J. Frankrig har jeg fundet Expl. med i Spidsen knolle- formigt fortykked Udlöbere. Maa närmere undersoges. — Er giebt die Pflanze als einjährig an, setzt aber in Klammern noch 2J. ? hinzu, damit seinen Zweifel ausdrückend, ob sie nicht auch durch die knolligen Wurzeln perenniere. Nach gütiger, mir von Herrn Professor J. Lange auf meine Anfrage erteilter Auskunft hat er diese Pflanzen von Cyperus fla- vescens am 26. August 1851 bei Tour Castelvieil pres Bagneres de Luchon (Pyrenäen, Departement Haute Garonne) gesammelt. Ein mitgesandtes Exemplar bestätigte, dafs die knolligen Wurzeln von Schinzia cypericola herrühren. Dies ist somit der südlichste und westlichste bisher bekannte Standort. Alle Beobachtungen und Angaben liesen mich Schinzia cype- — 30 — ricola bisher nur in Cyperus flavescens nachweisen. Niemals gelang es mir trotz darauf gerichteter Aufmerksamkeit sie in Cy- perus fuscus aufzufinden. Dennoch möchte ich die Pflanzen- sammler bitten, beim Sammeln von Cyperus fuscus speciell auf das etwaige Auftreten verdickter Wurzeln zu achten. Konnte Schinzia nicht in Cyperus fuscus gefunden werden, so tritt sie desto mehr in anderen Arten auf Juncus auf. Die häufigste ist Schinzia Aschersoniana P. Magn. in Wurzelknöllchen von Juncus bufonius. So ist sie z. B. in Schott- land , Schweden, Dänemark , Provinz Brandenburg , Königreich Sachsen, Schlesien, Elsafs, im Salzkammergut u. s. w. nachge- wiesen worden. Schinzia Casparyana P. Magn. in Juncus Tenageia wurde in Westpreufsen, Hinterpommern, auf der Insel Sardinien und neuerdings von Herrn Prof. Ascherson bei Hoyerswerda in Schlesien gesammelt. Schinzia digitata v. Lagerh. wurde in den Wurzelknollen von Juncus articulatus im Engadin in der Schweiz von v. Lagerheim entdeckt. Aufserdem aber gibt P. Cameron noch an, dafs er ähnliche Wurzelanschwellungen an Juncus squarrosus L., J. uliginosus Roth und an Eriophorum vaginatum L. gefunden habe. Ich habe sie leider nie finden können. Mir wären namentlich Wurzelknollen von Eriophorum aufserordentlich erwünscht zur Untersuchung und möchte ich die Aufmerksamkeit einsammelnder Botaniker darauf gelenkt haben. Ich habe schon oben erwähnt, dafs Nägeli seine Schinzia cellulicola 1842 in Wurzelanschwellungen von Iris entdeckt hatte. Alle meine Bemühungen diese Art wieder zu finden, waren bisher vergeblich, und ebenso die liebenswürdigen Bemühungen anderer Botaniker. Nur will ich noch hervorheben, dafs mir Herr Stud. P. Gräbner Wurzeln von Iris sambucina mit kleinen knöllchen- förmigen Anschwellungen übergab, die er auf den Rollmannsbergen bei Schwedt a. 0. gesammelt hatte. Die Untersuchung ergab, dafs ihre Bildung durch den Angriff der Heterodera radioicola Graf hervorgerufen war. Sie waren auch nicht Anschwellungen der Wurzelspitzen, wie bei den mir bekannten durch Schinzia hervor- gerufenen Wurzelknöllchen, sondern safsen den zarten Würzelchen seitlich unregelmäfsig an. Diese verschiedenen Monocotylen-Gattungen, bei denen das — 31 — Auftreten von durch Schinzia hervorgerufenen Wurzelknöllchen an- gegeben worden ist — Cyperus, Juncus, Eriophorum und Iris — lassen das Auftreten solcher Wurzelknöllchen auch bei anderen Gattungen vermuten und möchte ich die Nürnberger Botaniker ge- beten haben, darauf ihre Aufmerksamkeit zu richten. Erklärung der Figuren. Figur 1. Untere Teile zweier Pflänzchen von Cyperus flavescens mit einfachen durch Schinzia cypericola erzeugten Wurzelknöllchen. nat. Gr. Figur % Cyperus flavescens L. ganze Pflanze mit verzweigten Wurzel- knöllchen. nat. Gr. Figur 3. Querschnitt eines solchen Wurzelknöllchens. Die Parenchym- zellen sind mit Sporen von Schinzia cypericola erfüllt. Im Centrum verlaufen drei Leitbündel, von denen zwei eben erst durch Teilung eines hervorgegangen sind. Vergr. 68. Figur 4. Spore am Sterigma mit stark verdickter getüpfelter Membran. Vergr. ca. 460. Figur 5. Drei Sporen am Sterigma, deren getüpfelte Membranen noch von einer hellen und dicken Membran umgeben sind. Vergr. ca. 460. -~¥*h Dr. Max Hagen. Nekrolog. (Mit der Heliogravüre des Verlebten.) -^ Vortrag, gehalten am 8. November anläfslich der Stiftungsfeier der Natur- historischen Gesellschaft und der Feier der 100. Sitzung der anthro- pologischen Sektion von Dr. Bernhard Baumüller. -j— : Ai.!.. d. Natnrh. Ges. X. Bd. 3 frWttpM. »Non ouinis üioriar«. C9. Horat.-Flacc. Cannin. lib. III. XXX. 6.J In der alten heidnischen Vorzeit, da die Bewohner unsers fränkischen Gaues noch den als Götter verkörperten Naturkräften opferten, wurden bei feierlichen Leichenbestattungen hohe Holzstöfse entflammt, auf den verglimmenden Scheiterhaufen zu den Resten des Leichnams kostbare Schmuckwaren und gleifsende Waffen ge- legt, und darüber aus mächtigen Steinen hohe Grabhügel gebaut, kommenden Geschlechtern zur Erinnerung an die zu ewigen Festen und Heldenkämpfen Gegangenen. Heutzutage, in unserer ernüchterten Zeit, wird in das offene Grab von Freundeshand die Schaufel voll Erde geworfen, über die Schollen klingt das eintönige Gebet des Priesters, ein paar trauernde Worte künden Würde und Rang des Dahingeschiedenen, dann wen- det sich die zerstiebende Menge wieder dem heitern Lebensgenufse oder dem hastigen Erwerb zu. Doch haben sich in einzelnen Ge- genden gemütvolle Sitten bei der Leichenfeier erhalten, Anklänge, freilich nur sehr zarte, an jene alten Todesopfer. So herrscht hier in Nürnberg der schöne Brauch , mit voller Hand frische Blumen und grünes Blattwerk in die dunkle Gruft zu werfen als letzten Grufs. Aber auch noch eine andere Sitte soll erhalten bleiben, jene nämlich bei feierlichem Anlafs mit dankbaren Worten Derer zu gedenken, die uns W T ohlthaten erwiesen haben, die über die grofse Menge durch kühnen Mut oder ernstes Denken, durch gröl Thaten oder glänzendes Wissen, durch Edelmut oder Gelehrsamkeit sich bervorgethan haben. Und da wir jungen Anthropologen heute das Fest der 100. Vereinigung begehen, ist es Pflicht eines Veteranen zu gedenken, der bis vor kurzem noch unter uns geweilt hat und daran zu er- — 36 — innern, was der Geschiedene gearbeitet und geschaffen und was er uns Gutes erwiesen hat, auf dafs sein Gedächtnis auch nach seinem Tode in uns fortlebe. Am 10. Februar 1831 wurde zu Frankenheim bei Schillings- fürst Max Hagen als erstes Kind dem (damaligen) Pfarrer Eduard Hagen geboren. Vom Vater erhielt er den ersten Unterricht in der lateinischen Sprache , bis zum Pensum der IV. Lateinklasse, dann besuchte er das Gymnasium zu Ansbach und nach zwei Jahren das zu Schweinfurt, wo er die Absolutorialprüfung bestand. Darauf bezog er die Universität Erlangen, wo er die Vorträge von Raumer über Mineralogie, von Schnitzlein über Botanik, von Will und Rosen- hauer über Zoologie hörte. Von seinen Lehrern in der Medizin sollen Heyfelder und Thiersch genannt werden. Nach bestandenem theoretischen Examen verbrachte er das damals vorgeschriebene zweijährige Praktikum teils zu Erlangen und Würzburg, teils zu Schwabach , dort als Assistent des Hofrats Küster. Mit 28 Jahren wurde er im Jahre 1859 zum praktischen Arzt in Weinberg ernannt, nachdem er 1858 im März das Doktorexamen in Erlangen abgelegt und die Dissertation »über die Influenza« verfafst hatte. Die lateinisch abgefafste Lebensbeschreibung*), die er damals zu den Promotionsakten vom 6. März 1858 übergab, lautet folgen- dermafsen : Maximilianus Hagen fidei addictus evangelicae viginti sex annos natus Frankenheimii patre Eduardo Hagen, pastore. Sexto ab anno primis in litterarum elementis institutus in schola paullo post praeceptore patre latinae linguae operam dedit, et in gymnasium Onoldinum receptus est, unde se peractis duobus annis Swinfurtum contulit. Ibi gymnasii absoluto- rium adeptus est et tunc Erlangae in Friderico-Alexandrina inter cives academicos receptus philosophiae Studiis peractis studio medicinae incubuit. Examine theoretico facto biennium practicum partim Erlangae et Herbipoli, partim Swabaci assistentis medici munere fungens perfecit (et nuper examen supremum exegit). Im Jahre 1859 schlofs er mit Katharina Schneider aus Er- langen den Ehebund, welcher ihm einen Sohn und eine Tochter *) Nach gütiger Mitteilung des Dekans der niediz. Fakultät zu Erlangen. — 37 — brachte. In Weinberg, dann in Schillingsfürst und darauf in Ips- heim wirkte er als Arzt bis zum Jahre 1874, wo er zum Bezirks- arzt II. Klasse in Schefslitz, der freundlichen oberfränkischen Stadt, ernannt wurde. Mag er schon im elterlichen Hause durch den Verkehr mit seinem Oheim, dem spätem General Walter von Walterstötten, einem warmen Freund der Botanik und eifrigen Sammler, zu naturgeschicht- lichen Wanderungen und Beobachtungen veranlafst worden sein, so dürfte dies noch in viel höherem Grade durch den Aufenthalt in Schefslitz geschehen sein, wo ihn der nahe Ausläufer des fränki- schen Jura am Main und an der Itz zur Beobachtung der Petre- fakten und die Nähe der Wiesentquelle und der fränkischen Schweiz zu geologischen und naturwissenschaftlichen Studien überhaupt ein- luden und lockten. Und dieser Lockung widerstand er nicht und die begonnenen Studien und Forschungen setzte er um so eifriger fort, als er 1878 zum Bezirksarzt I. Klasse nach Nürnberg befördert wurde. Und hier in Nürnberg fand er auch bald eine Stätte , wo er seine eigenen Erfahrungen mit Andern aussprechen konnte und wo ihm Gelegenheit gegeben war, aus seinem reichen Wissensschatze Andern mit voller Hand Belehrung und Anregung zu bieten. Denn bald nach seiner Übersiedelung hierher trat er unserer Naturhistori- schen Gesellschaft als Mitglied bei. Am 12. Mai 1880 in den da- mals kleinen Kreis von Naturfreunden aufgenommen , die sich an den Mittwochabenden bald da, bald dort versammelten, lenkte er schon im November desselben Jahres durch einen Vortrag über die Ammoniten die Aufmerksamkeit auf sich, so dafs er bereits im Jahre 1881 zum I. Sekretär der Gesellschaft erwählt wurde, welche Stelle er bis zum Januar 1887 bekleidete; auch von dieser Zeit an blieb er uns getreu und arbeitete an den Aufgaben der naturwissen- schaftlichen Erfahrung des Nürnberger engern und weitern Gebiets mit rastlosem Eifer, hauptsächlich als Custos für die anatomische und palaeontologische Sammlung weiter. Selbst beginnende Kränk- lichkeit hielt ihn nicht ab, von Zeit zu Zeit Proben seines andauern- den Schaffens durch Vorträge und kleinere Mitteilungen zu geben. Milien im Schaffen, kurz nach Beginn eines stets mit Erfolg wieder- holten neuerlichen Aufenthalts zum Kurgebrauch der Carlsbader Heilquellen verschied er unerwartet schnell infolge der Perforation eines Duodenalgeschwürs am 22. .Iimi dieses Jahres. — 38 — Was er uns war, was er uns geboten, davon geben die Pro- tokolle der Sitzungen unsrer naturhistorischen Gesellschaft, ein öffent- licher Vortrag über tierische Wärme, die Verhandlungen des XVII. Kongresses der deutschen anthropologischen Gesellschaft und zuletzt seine Beiträge zur Festschrift, welche die Stadt Nürnberg den Teil- nehmern an der 65. Versammlung Deutscher Naturforscher und Arzte widmete , lautes beredtes Zeugnis. Zeugnis nicht nur von seinem Fleifs und von seinem liebenswürdigen Eifer, seine eigenen Beobachtungen zum Gemeingut Aller zu machen , die ihn hören wollten, sondern auch Zeugnis von seiner bewunderungswerten Viel- seitigkeit. Denn die Themata, über welche er sprach und schrieb, schöpfte er sowohl aus der Botanik und der Zoologie, als auch aus der Anthropologie, der Geologie und allerdings mit ganz besonderer Vorliebe aus der Palaeontologie. Sei es, dafs er die ersten Früh- lingsboten vom Moritzberg brachte oder seltene, oder besonders durch ihre Form merkwürdige Früchte, Blüten, Triebe zeigte, sei es, dafs er als Referent über den Erfolg des Anbaus ausländischer Pflanzen berichtete oder speziell über den Speierling und ein andermal über die Morcheln sprach, stets wufste er durch seine Darstellung die Zuhörer zu fesseln. Denn man fühlte, dafs der Vortragende den besprochenen Gegenstand, lag er seinem ärztlichen Beruf auch ferner, dennoch vollständig durchdrungen hatte und dadurch dem allge- meinen Verständnis in leichter fafslicher Form nahe bringen konnte. Aus den Disziplinen seines Lebensberufes selbst hat er ja überhaupt wenig gröfseren Kreisen vorgeführt, wenn gleich kurze Mitteilungen über Ameisensäure und ihre Giftigkeit, über Wirkung der Kamala, sowie Vorträge über den Tod bei Trichinose, über die in verheilten Knochenbrüchen auftretenden Schmerzen bei Witterungswechsel, über tierische Wärme, über Übermüdung nicht unerwähnt bleiben dürfen. Aus der Zoologie brachte er Demonstrationen : Axolotl , Kö- cherfliege, Ameisenwohnungen, Vorträge über das Vorkommen der Wildkatze , über die Kreuzotter und ihre Verbreitung in Franken, über Renntierzähne, über den Giftzahnapparat der Schlangen, über den Bau der Seeigel, über Hirsch- und Elchzähne, über Unterschied zwischen Löwen- und Tigerschädel, über Vogelgelege, über Steno- crotaphie beim Menschen und Affen ; über Korallen und Schwämme, über Zähne von Pferd und Rind, über einen Süfswasserschwamm — 39 — unseres Gebiets. Häufig boten ihm von Andern in den Fragekasten eingeworfene Anfragen Gelegenheit, über einen Gegenstand in aus- führlicher Weise zu sprechen und oft pflegte er daran allgemeine und dadurch das Interesse noch erhöhende Bemerkungen zu knüpfen. Eine ganz besondere Veranlassung zu einer gröfseren Reihe von Vorträgen bot ihm die Vorbereitung zum XVIII. Kongrefs der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft, welcher 1878 hier ab- gehalten wurde, und dessen Leitung mit glücklicher Wahl in seine Hände gelegt war. Schon im Jahr 1882 hatte er mit der Aufforderung zur Bil- dung der anthropologischen Sektion der Naturhistorischen Gesell- schaft Erfolg gehabt, nachdem frühere von Andern gegebene An- regungen verfrüht und wegen mangelnder Beteiligung ohne solchen geblieben waren. Bald hörten die versammelten Mitglieder der Gesellschaft un- sern Dr. Hagen über Schädelmessungen, über Ausgrabungen bei Altdorf, bei Alfalter, bei Unterrieden, bei Speikern sprechen, über Höhlenuntersuchungen, teils von ihm selbst, teils von Andern vor- genommen, berichten, das Verhalten der Knochen in der Erde, den Einflufs der Luft auf Leichen, Fäulnis, Vermoderung, Verseifung und Mumifikation schildern. Litterarische Veröffentlichungen Anderer veranlafsten ihn , über Hallstadt- und La Tene-Zeit , sowie über Reihengräber zu reden. Nachdem es ihm gelungen war, die Samm- lung des verstorbenen Kurarzts Dr. Weber in Streitberg für unsere Gesellschaft zu gewinnen, — denn seiner Fürsorge und Umsicht allein haben wir den Gewinn dieser zu verdanken — referierte er nicht nur wiederholt über den reichen Schatz derselben an zoologischen und palaeontologischen Präparaten , sondern schilderte eingehend die prähistorischen Höhlenfunde aus derselben, berichtete weiterhin über die durch ihn veranlafste Ausgrabung in der Waldparzelle Beckers- lohe hinter dem Glatzenstein, wo seit den 30er Jahren keine Unter- suchung der dortigen prähistorischen Grabhügel mehr stattgefunden hatte, ferner über eine Schürfung im hohlen Fels bei Happurg, welche diese Höhle als von Menschen bewohnt gewesen ergab, über die Römereinfälle in Deutschland, über das Programm des Anthropo- logen-Kongresses, über die für denselben besorgte Ausstellung vor- geschichtlicher Funde aus Franken, über prähistorische Raubtiere und ihre Überreste. — 40 — Beim Anthropologenkongrefs selbst hielt er zur Begrüfsung und Belehrung der erschienenen Gäste einen knappen, aber inhalts- reichen Vortrag über den geologischen Charakter unserer Landschaft und über die prähistorischen Besiedelungen derselben. In wenigen kühnen, frischen Pinselstrichen zeichnete er damit ein anschauliches Bild von der Entwicklung des Forschungsgebiets und seinen ältesten Bewohnern. Die Umsicht, mit der Hagen die Vorbereitungen zu dieser glänzenden Gelehrtenversammlung traf und der Verlauf derselben werden seinen Namen nicht nur in den toten Buchstaben der dar- über verfafsten Protokolle fortleben lassen. Ein Anderer, als Er, hätte leicht nach dieser erfolgreichen That, eine längere Ruhepause seiner Arbeiten sich vergönnt; ihn aber konnte nur zunehmendes Kränkeln zeitweise von seinem wei- tern Schaffen abhalten; galt es doch, das Erworbene zu verwerten, galt es doch, in die Fülle des gewonnenen Materials Licht und Ord- nung zu bringen, galt es doch einer Lieblingsbeschäftigung sich zu widmen, dem Auf- und Ausbau einer palaeontologischen Sammlung, für die er seit Jahren zusammengetragen hatte, für die er erst jetzt in der Weberschen Sammlung ein Fundament gefunden hatte, wür- dig des angestrengtesten Fleifses und fortdauernder Verwertung seiner reichen Kenntnisse. Ein besonders gern von ihm gepflegtes Studium war ja eben das der Palaeontologie, und wir Alle werden ihn neidlos den er- fahrensten Kenner der fränkischen Jura und seiner Versteinerungen nennen. Schon einer seiner ersten Vorträge, der erwähnte über die Belemniten, führte ihn in die Naturhistorische Gesellschaft als kun- digen Palaeontologen ein. Wer es vermag, in so lichtvoller Weise den Bau des Cephalopodenkörpers und seines Schalengehäuses und im Anschlufs daran die unterscheidenden Merkmale der verschiedenen Gruppen der ausgestorbenen Repräsentanten dieser Tierklasse so prägnant darzustellen, ist kein Neuling mehr, sondern dazu berufen, weitere Kreise in diesem Zweig der Naturwissenschaft zu belehren. Und diesen Beruf hat er treu und unablässig erfüllt, und wenn wir uns auch an alle seine übrigen Mitteilungen mit dankbarer Wehmut erinnern, so doch vor allen an jene, welche palaeontologische The- mata betrafen. Hand in Hand mit dem Studium und den Vor- — 41 — führungen aus der Welt der fossilen Überreste gierigen jene aus der Geologie und diese letztern gipfeln in seinem grofsen übersichtlichen Vortrage »über die geologischen Verhältnisse im Arbeitsgebiet der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg«, welchen er bei Einweihung unsres Gesellschaftshauses am 14. Dezember 1884 gehalten hat, und welcher mit zwei geologischen Karten nämlich : einer Skizze über die Verbreitung jurassischer Ablagerungen im Bereiche des Franken- jura und einem geologischen Profil Rothenburg o. T. -Amberg ge- schmückt im VIII. Band unserer Ablagerungen abgedruckt ist, eine vorzügliche Schilderung der geologischen Hanptperioden in kurzen Zügen und unserer Keuper-Juralandschaft und ihrer Schichten im Speziellen. Die Fülle der Vorträge und Demonstrationen, welche pa- laeontologische Themata behandelten, verbietet hier eine vollständige Aufzählung derselben, doch mufs hier an die weitern Beschreibungen erinnert werden über Lobenbildung und andere äufsere Unterschei- dungsmerkmale bei Ammoniten, an die Vorträge über Belemniten. über Funde von Amaltheenschichten, aus dem böhmischen Silur, über Rhinoceros tichorhinus und Elephas primigenius aus den Tertiärablagerungen, über fossile Knochen vom Höhlenbären, beson- ders über den Schädel des Höhlenbären, über ein Geweih vom Riesenhirsch, über Petrefacten aus Jena und dem Harz, über solche vom Hesseiberg, von Steinheim in Württemberg, aus dem Muschel- kalk von Volkach und bei Würzburg. Diese Demonstrationen wufste er häufig durch genauere Beschreibung der Fundstellen, ihrer geo- logischen Schichten oder der geographischen Ausdehnung der die Versteinerungen führenden Schichten ganz besonders anziehend zu gestalten. Rühmende Erwähnung müssen endlich finden seine Beschrei- bungen der Untersuchung mehrerer Höhlen, so der Tabakspfeife bei Pegnitz und besonders der Breitenwiener Höhle, letztere ebenfalls in unseren Abhandlungen und zwar deren IX. Band abgedruckt. Von geologischen Besprechungen darf jene über alluviale um! diluviale Bildungen bei Gerasmühle, über Verschwemmungen von Jurapetre- faclen in die Keuperschichte und über das Flufsgebiet der Pegnitz und die Einwirkung de- Wassers innerhalb desselben auf den Jura nicht vergessen werden. Auch der letztere ist ans durch Druck- legung in den Abhandlungen erhallen. Im ganzen hat Hagen Über L 50 mal zu längern oder kürzern — 42 — Mitteilungen das Wort ergriffen, während der 12 Jahre, in denen er unserer Gesellschaft angehörte und sich dadurch ein dauerndes Denkmal errichtet. Zu seinen letzten Arbeiten gehört die Beteiligung an der von der Stadt Nürnberg der 65. Naturforscher Versammlung gewidmeten Festschrift, zu welcher er folgende drei Beiträge lieferte : Vorgeschichtliches und Anthropologisches aus der Gegend von Nürnberg; Geologische und topisch-geographische Verhältnisse der Gegend von Nürnberg, mit Profil; und Die Fauna der Gegend von Nürnberg. Diese drei Arbeiten bieten eine Art Zusammenfassung alles dessen, was bisher in diesen Disziplinen hier geleistet wurde und woran , wie wir wohl mit gerechtem Stolz sagen dürfen , die Naturhistorische Gesellschaft durch ihre Mitglieder sich hervorgethan hat, Allen voran aber Max Hagen*). Wie in einer Vorahnung seines *) Im ersten Aufsatz zählt er kurz die Reste vergangener Geschlech- ter, die uns in Grabhügeln, Plattengräbern und Reihengräbern erhalten sind, auf, in welchen er die Reste früherer Besiedelungen sieht, erwähnt den hohlen Fels als menschlichen Wohnplatz aus der palaeolithischen Zeit und schildert den Wechsel der Bewohner unserer Gegend zur Zeit der Völkerwanderung. Dieser Wechsel wird bewiesen durch die Mannig- faltigkeit der Schädelformen, für deren Untersuchung er Ranke das Haupt- verdienst zuerkennt, und die Ergebnisse der Untersuchung von Augen-, Haar- und Hautfarben der Schulkinder, die, wie er ehrend anerkennt, der Umsicht und Gewissenhaftigkeit der damit betrauten Lehrer zu danken seien. Im zweiten Aufsatz wird die Lage des Nürnberger Gebiets zwischen Frankenhöhe und Frankenjura kurz skizziert, ebenso die hydrographischen Verhältnisse und die Beziehungen zur europäischen Wasserscheide , der Boden geologisch als der Trias und zwar dem obersten Glied derselben, dem Keuper angehörig bezeichnet und die Begrenzung durch den Keuper- steilrand bei Rothenburg o. T. im Westen und den Jurasteilrand im Osten mit ihren Schichten und Versteinerungen beschrieben. Auch die Wasser- horizonte, die cretacischen und tertiären Auflagerungen, sowie die dilu- vialen Schotterbildungen werden kurz angegeben — im Ganzen ein geo- logischer Überblick, kurz, knapp und klar. Der dritte Aufsatz endlich enthält eine Zusammenstellung der um Nürnberg vorkommenden, besonders der unserer Gegend eigentümlichen Tierwelt: der Reichtum an Fledermausarten und Raubvögeln, das Vor- kommen gewisser Fische, der Kreuzotter, sowie der besonders durch L. Koch gesammelten Käfer- und Spinnenarten werden hervorgehoben. — 43 — nahen Scheidens blickt er in diesen drei kurzen Abhandlungen noch einmal zurück auf all die fleifsigen Gänge, auf denen er das Gebiet durchwanderte, die klugen Gedanken, mit denen er das Geschaute erfafste und die lebendigen Worte, mit denen er das Gedachte seinen Zuhörern darzustellen suchte ; im Lapidarstil geschrieben ist dies wissenschaftliche Testament, das er uns damit zu lesen gibt und mit dem er uns auffordert, seine Erbschaft anzutreten. Und wir wollen sie antreten und uns seiner würdig erweisen. Dann dürfen wir sagen: Er ist für uns nicht ganz gestorben. Nachträge zur Flora von Bamberg von Dr. Kurt Harz, in Pirmasenz, Rheinpfalz. Seit der Veröffentlichung der »Skizze einer Flora von Bam- berg von Dr. Funk« im Jahre 1854 und den »Nachträgen zur Flora Bambergs« 1856 und 1857 in den Berichten »Über das Be- stehen und Wirken des naturforschenden Vereines zu Bamberg« ist meines Wissens keine gröfsere Publikation über dieses Thema er- schienen. Allerdings finden sich in den »Beiträgen zur Flora des Regnitzgebietes« mehrere Beobachtungen des Herrn 0. Prechtels- bauer zumeist aus der Umgegend von Erlau und Mühlendorf an der Aurach, südwestlich von Bamberg, »Deutsche botanische Monats- schrift von Leimbach«, sowie ebenda zahlreiche Beobachtungen über die Flora des Staffelberges von Kaulfufs und Kefsler; auch in den Berichten der bayerischen botanischen Gesellschaft veröffent- lichte Höf er, Prechtelsbauer und A.Schwarz Beobachtungen aus der näheren Umgegend Bambergs. Trotzdem es mir nur während weniger Monate vergönnt war, die Umgebung Bambergs zu durchstreifen, so habe ich doch in dieser kurzen Zeit eine Reihe von Pflanzen aufgefunden, die für diese Gegend bislang noch nicht bekannt sind, und die ich mir im nachstehenden zu veröffentlichen erlaube. Anderweitige Vorkomm- nisse von in obiger Florenskizze Funks aufgeführten Arten, wie z. B. Rosa pimpinellifolia L. auf dem Hummerstein bei Streitberg, — 45 — Limaria rediviva L. auf Rabeneck, Salvia sylvestris L. am Steg bei Bamberg und sehr viele andere möchte ich übergehen, da meine wenigen Durchstreifungen in dieser Beziehung doch allzu lücken- hafte Resultate liefern möchten : Adonis flammen Jacq. Äcker bei Friesen. Geranium sibiricum L. In solcher Menge im Realschulhofe verwildert, dafs sich dasselbe wohl auch aufserhalb dieses Standortes finden dürfte. Medicago satira x faleaia. Es kommen zahllose Bastarde vor, deren Blüten alle möglichen Farben zwischen weifs,- gelb, grün und blau zeigen. Sehr häufig z. B. Bug, Bughof, Gau- stadt, Strullendorf, Göfsweinstein. Potentilla recta L Ailsfeld, Raine des Hauptsmoorwaldes bei Bamberg. Aus dem Vorkommen an diesen zwei ziemlich weit von einander entfernten Standorten ist der Schlufs be- rechtigt, dafs diese Pflanze einen gröfseren Verbreitungsbezirk besitzen dürfte. Bryonia alba L. Streitberg an Hecken. Eryngium planum L. Verwildert im Realschulhofe. Aster Novi Belgii L. Regnitzufer bei der Spinnerei in Gaustadt. Galinsoga parviflora Cav. Gräben und Felder bei Hallstadt. Helianthus tuberosum L. Äcker bei Giech. Rudbeckia laciniata L. Am alten Regnitzbett beim Theresienhain. Girsium oleraceo x acaule Hampe. Feuchte Wiesen bei Memmelsdorf. Crepis foetida L. Trockene Halden bei Streitberg. Guscula Gesatiana Bert, auf Aster Novi Belgii L. bei der Spinnerei in Gaustadt. Chmopodium Botrys L. Gartenunkraut in Bug. Elodea canadensis Richard et Michaux. Altwasser der Weiden. Straiiötes aloides L. Kanalhafen von Bughof und Kanal bei Bug. Melica nebrodensis Pari. Streitberg, Muggendorf. Es ist sehr wahrscheinlich, dafs die angegebene Melica ciliata L. zu streichen und diese dafür einzusetzen ist, wenigstens konnte ich Melica ciliata L. in Streitberg und Muggendorf nicht auf- finden. Damit fänden auch die in Prantls Exkursionsflora 1884 erhobenen Zweifel ihre Erledigung. — 46 — Im Anschlufs hieran möchte ich einige für München neue Pflanzen erwähnen : Portulaca oleracea L. Zuweilen in Gärten. Rhynchospora fusca Roem. et Schult. Dachauer Moos. Sie wurde jedenfalls wegen ihrer Kleinheit übersehen. Auch ich sammelte sie unabsichtlich, ohne sie zu kennen und ent- deckte erst zu Hause bei genauerer Durchsicht, dafs ich ein Exemplar dieser mir bislang unbekannten Pflanze in Händen hatte. ■ > ■♦■ < - Mitteilung über die Zahnentwicklung von Hyrax. — .|._- Von Dr. A. Fleischmann. — 86*— Professor Ernst Spiess. Nekrolog von Dr. Bernhard Baumüller. (Mit dem Bildnis des Verlebten.) ♦ X » Abli. (1. Naturh. Ges. X. Bd. r r . TP' "V-T5 vcpiJtoÄig Sophokles Antigone 370. JL)ie traurige Pflicht, die im vergangenen Jahre dem Schreiber dieser Zeilen oblag, dem Vorgänger den letzten Nachruf zu widmen, wiederholt sich für ihn in schmerzlichster Weise. Es gilt, dem Lehrer und Forscher, dem langjährigen Lenker der Gesellschaft, dem lieben Freunde in diesen Abhandlungen ein Denkmal zu errichten. Die Freundschaft, die den Verfasser seit einer Reihe von Jahren mit dem Verlebten verband, und der Umstand, dafs die Gesellschaft ihn würdigte, der Nachfolger des Unvergefslichen zu werden, möge es begreiflich erscheinen lassen, wenn der ehrenvolle Antrag, seinen Nachruf zu schreiben, nicht einer besseren Feder übertragen wurde. Wer zögerte nicht bei Ausführung einer solchen Aufgabe, im Bewufstsein, dafs der beste Wille kaum gut genug und dafs die That weit hinter demselben zurückbleiben wird? Mein Freund Ernst Spiefs war nicht einer jener Persönlich- keiten, die durch blendende Beredsamkeit und originale Genialität ihre Umgebung zur Bewunderung begeistern, um zuletzt doch kalt zu lassen, er war einer jener liebenswürdigen Charaktere, die mit vielem Wissen und anhaltender Regsamkeit des Geistes bereitwilliges Eingehen auf die Art des Anderen und Achtung vor von der ihnen abweichenden Meinung in so glücklicher Weise verbinden, dafs Alle, die ihnen näher zu treten den Genufs haben, sich von ihnen angezogen und festgehalten fühlen. Daher hat Ernst Spiefs nicht in grofsen Kreisen Aufsehen erregt, aber in dem Kreise, der sich gerne und dauernd um ihn schaarte, Alle zu Freunden sich gemacht. Geboren am 7. Juli 1837 als Sohn des damaligen königl. Rechnungsrevisors Friedrich Karl Spiefs zu Ansbach verbrachte Anton Ernst Wilhelm Spiefs die eisten 7 Schuljahre an der Studieu- anstalt seiner Geburtsstadi. 1854 und 1855 besuchte er die Land- wirtschafts- und Gewerbeschule, 1856 — 58 die damalige polytechnische Schule zu Nürnberg, 1858—59 die Landwirtschafts- und Geweihe- — 58 — schule zu Ansbach als Praktikant bei Reichelt, Lehrer der analy- tischen Chemie, 1859 — 60 an der Universität München die Vorlesungen von Professor Cajetan v. Kays er über Chemie und v. Liebigs Vorlesungen über anorganische Chemie. 1860—61 die Professors v. Siebold über Zoologie und Kobells über Mineralogie. Juli 1861 bestand er die Prüfung für eine Lehrerstelle der Chemie an einer Gewerbeschule. 1861 — 62 hörte er Nägeli über Botanik und Zolly über Kosmolosie: Juni 1862 bestand er das Examen für die Lehrer- stelle der Naturgeschichte. Vor und nach demselben (1860 — 63) arbeitete er als geprüfter Lehramtscandidat im chemischen Labora- torium der polytechnischen Schule in München und war schon seit November 1860 zum Assistenten für Chemie am kgl. Cadetten-Corps und der kgl. Artillerie- und Genie-Schule ernannt. Diese Stellung hatte er bis zum Herbst 1864 inne. Beginn des Jahres 1865 an war er zum Lehrer für Chemie und Naturgeschichte an der kgl. Kreis- Landwirtschafts- und Gewerbeschule in Bayreuth ernannt; im März 1874 in gleicher Eigenschaft an die Kreisgewerbeschule nach Nürn- berg versetzt, woselbst ihm auch der Unterricht in Mineralogie und chemischer Technologie an der kgl. Industrieschule übertragen wurde. Im Oktober 1878 wurde er zum Professor der Natur- geschichte und Chemie am kgl. Realgymnasium Nürnberg befördert. Seiner Ehe mit Karoline Dollfufs aus Ansbach entsprofsten sechs Kinder, von welchen zwei Söhne und zwei Töchter den Vater überleben. Mitglied der Naturhistorischen Gesellschaft wurde Spiefs am 20. Dezember 1877. In der Generalversammlung am 7. April 1880 sollte die seit einiger Zeit schon- verwaiste Stelle des Direktors wieder besetzt werden, welche bis dahin der I. Sekretär der Gesellschaft, Herr prakt. Arzt Dr. Buttenwieser (f 1886) stellvertretungsweise ge- führt hatte. Sechzehn Mitglieder beteiligten sich an der Wahl, von welchen die Herren Mandel, Ammon, Schwarz, Müller und Knapp der Gesellschaft noch als Mitglieder in rüstiger Kraft er- halten sind, während Herr Lotter zum Ehrenmitglied erwählt wurde, die anderen aber teils ihre Mitgliedschaft aufgaben, teils durch den Tod der Gesellschaft entzogen wurden. Alle vereinigten ihre Stimmen auf den Namen Spiefs, welcher, selbst nicht bei der Generalversammlung anwesend, in der Wochen- versammlung am 14. April die Wahl anzunehmen erklärte. — 59 — Was er damals sprach: den Dank für das Vertrauen, das in ihn gesetzt wurde, und das Versprechen, alles in seinen Kräften Stehende zum Gedeihen der Gesellschaft thun zu wollen, das hat er in treuer, pflichteifriger Führung in den 14 Jahren seiner er- spriefslichen Thätigkeit bewährt. Das Vertrauen, für welches er dankte, hat er glänzend ge- rechtfertigt, und die Kräfte, die er der Gesellschaft widmen konnte, waren so hervorragende, dafs man sich für eine Gesellschaft, wie es die Naturhistorische ist, nicht leicht einen berufeneren, befähig- teren Leiter denken kann. Sein Beruf und sein Wissen bürgten für die Vollkommenheit sachlicher Wirksamkeit, sein lauterer Cha- rakter und seine Herzensgüte für die richtige Wahrung formeller Thätigkeit. Welche Menge einzelner Fälle beraten und entschieden werden mufsten, welche Fülle gröfserer Pläne uud weiterer Gesichts- punkte ins Auge gefafst werden mufsten, wie viel Sorgen und Wider- wärtigkeiten überwunden werden mufsten, wie viel Schwierigkeiten sich entgegenstellten, welche Selbstverleugnung aufgeboten wurde, aber auch welche berechtigte Freude und Stolz über das Wachs- tum und Gedeihen der Gesellschaft sein Herz erfüllte, das kann Jeder ermessen, dem die Geschichte der Naturhistorischen Gesell- schaft in diesen letzten 14 Jahren erinnerlich und bekannt ist. Das nomadenhafte Leben einer heimatlosen Gesellschaft, das warme, ungeheuchelte Interesse, das er für die einzelnen Sparten der Wissenschaft hatte, die geradezu jugendliche Begeisterung, mit welcher er sich an den Arbeiten der Sektionen, besonders der geographischen und chemischen Sektion beteiligte, der Eifer, mit welcher er geäufserte Wünsche als Anregungen willkommen hiefs und aufnahm, hatten ihn Allen wert und teuer gemacht. Aber nicht nur die genannten Eigenschaften, die ihn als Leiter der Gesellschaft in so hohem Grade zierten, auch die wissen- schaftliche Thätigkeit als Vortragender, als Schriftsteller und als Gustos fand in ihm einen gewiegten Vertreter. Hauptsächlich waren es zwei Gebiete, in denen er sich besonders gern bewegte und aus welchen er auch öfters anschauliche, häufig durch gelungene Ex- perimente und durch treffliche Demonstrationen noch besonders anziehende Vorträge brachte, die Mineralogie und die Chemie. Die thatkräftige Mithilfe bei Erwerbung eines eigenen Hauses, die Mehrung der Sammlungen und Bibliothek,* die Aufstellung der- — 60 — selben, besonders der mineralogischen, die Mitbegründung der wissenschaftlichen Sektionen, die liebenswürdige Fürsorge für Jedes Einzelnen Wünsche und Interesse, die unverdrossene, nur durch Ferienaufenthalte oder Krankheiten unterbrochene Leitung der ordent- lichen Wochenversammlungen, die Leitung der oft lebhaften Vor- standschaftssitzungen, die bestimmte Mitarbeit bei der Reformation der Gesellschaft im Jahre 1888 sind die Verdienste unseres Freundes, die ihm ein unvergängliches Gedächtnis in der Gesellschaft sichern. Nicht stoischer, an Gleichgültigkeit grenzender Gleichmut, sondern die klare Überzeugung, dafs für die gute Sache etwas ver- tragen werden müsse, hat ihn über die Klippe geholfen, durch die er als braver, berufs freudiger Lootse das Schiff lein ins freie offene Meer wissenschaftlicher Thätigkeit hinausgeleitet hat. Denn lange war dasselbe nicht flott zu machen, ja es drohte unter der unsicheren Hand seines Vorgängers auf den Strand zu laufen. Man kann die Thätigkeit unseres Spiefs in der Naturhistori- schen Gesellschaft, und diese interessiert die Leser dieser Zeilen wohl fast ausschliefslich, in drei Abschnitte teilen. Der erste der- selben umfafst die Zeit von seinem Eintritt in die Gesellschaft 1877 bis zu seiner Wahl zum Direktor 1880. Damals war die Gesellschaft, wie erwähnt, noch nicht im Besitz eines eigenen Hauses und hatte unter den häufig notwendig werdenden Wechsel des Lokales viel zu leiden. Das drückt sich in der geringen Zahl der Mitglieder überhaupt und besonders in der sehr kleinen Zahl Jener aus, welche die Versammlungen am Mittwoch besuchten. Finde ich doch einmal nur 6 Mitglieder als anwesend angegeben! Auch der Wechsel der Themata war damals an den Abenden kein sehr lebhafter ; Spiefs scheint sich, soviel man aus den damals nicht besonders ausführlichen Protokollen ersieht , gar nicht unter den Vortragenden befunden zu haben. Es war die Zeit des Vor- stadiums, dessen drückende Spannung noch gesteigert wurde, als der damalige Direktor erlahmte. Darauf folgte die erste Zeit des Hausbesitzes und, man darf so sagen, die Zweiherren-Regierung. Nur die Selbstverleugnung unseres Freundes, sein bewufstes Streben, im Dienste der guten Sache mit Andern zu arbeiten, vermochte die Dauer dieses Stadiums bis zum Jahre 1888 zu verlängern. — 61 — Damals wurde aus der Mitte der Gesellschaft der Wunsch nach Reorganisation so laut, dafs darüber auch die Dankbarkeit gegen die hoch erspriefsliche Thätigkeit des Bauauschusses zurück- treten mufste. Der Bauausschufs wurde aufgelöst, die darauf be- züglichen Statutenparagraphen gestrichen — die Gesellschaft stellte sich unter die Leitung Man darf, um gerecht zu sein, nicht vergessen, dafs das Wachstum der Gesellschaft an Mitgliedern, an den Sammlungen und in der Bibliothek unumwunden auch der Thätigkeit des Bau- ausschusses zuzuschreiben ist, aber so viel mufs man sagen, dafs der Bauausschufs ohne diesen Direktor, eben unseren Spiels, schwerlich sich zu so voller Thätigkeit hätte entfalten können. Ein ängstlicher Mann hätte mit seiner Mutlosigkeit, ein herrischer mit seinem Eigenwillen der Hindernisse zu viel in den Weg gelegt. Für den wissenschaftlichen Tenor aber ist der Leiter allein verantwortlich zu machen, und dieser Aufgabe zeigte sich Spiefs vollständig gewachsen. Es ist ein Mann nicht im Stande, nach allen Seiten hin selbst als Meister Urteil und Stimme zu haben ; aber seine Mitarbeiter sich auszusuchen, und sie an sich dauernd zu fesseln, das hat er in vollem Mafse verstanden. Dies bewies er ganz besonders in der Zeit nach Revision der Statuten, die eine gewisse Klärung und Läuterung der ganzen Ge- sellschaft bedeutete. Dafür spricht eben das Gedeihen und Wachsen der Gesellschaft auch in dieser Zeit, der lebhafte Besuch der Ver- sammlungen, die Reichhaltigkeit der gebrachten Vorträge, die Ein- stimmigkeit seiner Wiederwahl in den Generalversammlungen und, was ihm eine grofse Herzensfreude war, der glänzende Verlauf der 90jährigen Stiftungsfeier im Oktober 1891. Die Dankbarkeit, die die Gesellschaft für seine Leistungen empfand und weiter empfindet, zeigte sich in der lebhaften Be- teiligung an der Feier seiner silbernen Hochzeit im Jahre 1892 ; zeigte sich in der Trauerversammlung an seinem Grab und in der Trauersitzung am 6. Juni 1894 und wird sich in dem Grabdenkmal eweisen, das sie ihm auf seinem Grabe auf dem alten Friedhof zu Mögeldorf errichtet. Ehre seinem Andenken! Einige Beiträge zur Kenntnis der pflanzengeographischen Verhältnisse im Keuper um Nürnberg und im benachbarten Jurazuge, sowie dem östlich bei Bayreuth und Kreussen wieder zutagetretenden Keuper und auf den dortigen Muschel- kalkhöhen. y\us den von Seite der Mitglieder der botanischen Sektion im letzten Jahr- gange gemachten Aufzeichnungen und den Beobachtungen einiger Herren in r(eumarkt und Erlangen zusammengestellt vom Obmann der Sektion kgl. Stabsveterinär A. Schwarz. ►:•->.* Abkürzungen für die Namen der Finder: 1. Buchner, Dr. prakt. Arzt. 2. Gers heim, Beruh, von, kgl. Veterinärarzt in Neuniarkt. 3. Glück, Dr. Hugo, z. Z. Halle a. S. 4. Kaulfufs, Joh , Verwalter. o. Kraenzle, Josef, kgl. Corpsstabsveterinär a. D., München. 6. Lindinge r, stud., Erlangen. 7. Meinel, kgl. Reallehrer, Schweinfurt. 8. Petersen, Privatier, Neuniarkt. 9. Pf autsch, Apotheker, Fürth. 10. Prell, kgl. Oberbankbuchhalter. 11. Rodler, Carl, Apotheker. 12. Rudel, Adalbert, stud., Erlangen. , 13. Rudel, kgl. Pfarrer. m 14. Schultheifs, Fr., Apotheker. 15. Schwarz, A., kgl. Stabsveterinär. 16. Schwarz, Sophie. 17. Simon, Johannes, Lehrer. 18. Wagner, Dr., kgl. Reallehrer. Funde, welche neu für das ganze Gebiet sind, wie z. B. Specularia hybrida, dann solche, welche für den betreffenden Rayon, z. B. den öst- lichen Keuper neu sind, sind durch fette Schrift erkenntlich gemacht. Adventive Vorkommnisse sind Cursiv gedruckt. Clematis Vitalba L: geht um Schefslitz zahlreich in den Lias herab [15]. Thalictrum Jacquinianum Koch: zahlreich typisch um die Felsen- krone des Staffelberges herum [11. 15]. Von keinem der beiden Finder konnten dortselbst Th. minus L. oder Über- gänge beobachtet werden. Hepatica nobilis Schreber: Burgsalach ö. Weissenburg [14]. Nach- dem das Leberblümchen bei Hersbruck, Velden, Pottenstein nahezu gänzlich fehlt, tritt es im nördlichsten Jura wieder auf. Zu den Beobachtungen im obern Leinleiter- und Wiesent- thale ober Hollfeld kommt nun als drittes Thal das Kainach- thal hinzu [15], woselbst es unterhalb Zedersitz am Wald- boden, wie auf schattigen Dolomitfelsen steht. — 66 — Anemone ranunculoides L: Sulzbürg am Pandurenloch [2. 8], Harrenz- hofen [2], Ottosau [8], Pilsach [2. 8]. Adonis aestivalis L : Oberhochstatt mit var. citrina Hoffm. [14] ; typisch and sehr grofsblütig in Menge in Feldern zw. Thann und Petersberg [15]; Thannhausen [2]. Die var. citrina auch auf dem Plateau bei Zultenberg [15] ; adventiv bei Schnieg- img [14]. Adonis flammeus Jacqnin scheint im nördlichen Jura verbreiteter zu sein: zw. Pottenstein und Pegnitz [17], zw. Schirradorf und Atzendorf, Zultenberg, dann auf dem Bindlacher Muschel- kalkberg [15], fehlt in Schmidt und Meyer, Flora des Fichtel- gebirges. Batrachium divaricatum Wimmer: Regnitzaltwasser unter der Bahn- brücke bei Stadelhof nächst Fürth [9. 15]. Batrachium fluitans Wimmer: in der Laber bei Breitenbrunn [15]. Ranuncuhis poryanthemos" L: Burgsalach [14], Illschwang [11. 15]. Rannnculus nemorosns DC: Illschwang [13. 15], Magnusthurm bei Kasendorf [15]. Das Vorkommen bei Rossendorf unweit Kadolz- burg im Kp. [9] schliefst sich an den isolierten Standort im bunten Kp. bei Trettendorf südl. Rossstall [Prechtelsbauer] enge an. , Berberis vulgaris L: Laberthal unter Blödgarten und Frankelmühle bei Breitenbrunn, Buchhauptmühle [15]. Papaver Argemone L : (5 leiocarpum Celak: Steinbühl und Äcker am Leyher Weg [14]. Papaver Rhoeas L : ß agrivagum Jordan: Stadelhof bei Fürth [15]. Barbaraea stricta Andrzj : Sulzbürg, Hersbruck, Zirndorf an der Brücke nach Altenberg [17], Niederhofen bei Weissenburg [14], an der Aurach bei Roth [15], Brück bei Erlangen [12]. Arabis alpina L : Zw. Willenberg und Pegnitz [15]. Arabis petraea Lmk : Bronn auf Dolomit [15]. Sehr auffallend ist das zahlreiche Vorkommen auf selbem feinen tertiärem Sand- stein zwischen Neuhaus und Krottensee [12. 13. 15]. Arabis arenosa Scopoli: Riedenburg, Beilngriefs an der Strafse nach Paulushofen, Herzjesuberg bei Velburg [2], Ruine Velburg, Deininger Bahnbrücke [15]. Hesperis matronalis L : an Dolomitfelsen bei Oed oberhalb Hart- mannshof, an der Bahn bei Sulzbach [15]. — 67 — Sisymbrium Loeselii L: adv. Pegnitzwiese am Brückenbau bei Sankt Johannis [15]. Erysimum odoratum Ehrhart : Wie um Hersbruck und Muggendorf auch häufig im nördlichen Jura auf den Dolomitfelsen um Schirradorf, Atzendorf, Kasendorf. Dagegen überrascht das ungemein häufige Vorkommen auf und am Muschelkalkzug bei Bindlach, hier aber in den Feldern, wo es bei Eckertshof und gegen Ramsenthai bis an die Landstrasse herabgeht [15]. (Vergl. Schmidt und Meyer, Flora des Fichtelgebirges). Erysimum repandum L : adventiv. Forsthof [14]. Erysimum Orientale R. Br. Zw. Kastl und Utzenhofen [2]; scheint sich auch auf Sand und im Kp. einbürgern zu wollen: Holz- platz bei Neumarkt [8], Sankt Johannis, schon einige Jahre constant [15], Schniegling, Forsthof, Hummelstein [14]. Brassica elongata Ehrhart. adv. Schniegling [14], Glaishammer an der Bahn [15]. Brassica juncea Hooker fit. et Thomson: adv. Schniegling , Hummelstein [14]. Sinapis alba L wird neuerdings im Jura öfters in Grofsem gebaut: Truisdorf [13. 15], Neuhaus nach Krottensee [15] ; adv. : Hummel- stein, St. Johannis [14]. Erucastrum Polichii Schmp. et Sp. An der Deininger Bahnbrücke [15]. Eruca sativa Lmk: adv. Deutschherrnwiese , Schniegling [14], war seit 40 Jahren nicht mehr gesehen worden. Diplotaxis tenuifolia DC. An der Velocipedfabrik bei Muggenhof [14]. Diplotaxis muralis DC. Neumarkt an der Realschule und am Kirch- hof [2. 8], eingebürgert im Erlanger botan. Garten [15]. Alyssum montanum L : Türkeistein bei Göfsweinstein [4]. Lunaria rediviva L : Haidwald bei Göfsweinstein [16]. Erophila verna E: Meyer ß spathulata Lang". Waldkirchen [15]. Lepidium Draba L : Schutthaufen am Kanal bei Neumarkt gegen Stauf und Buchberg [2]. Lepidium apetalum Willd: adv. Gentralfriedhof [14]. Lepidium virginicum L: adv. Bei Forsthof in kollosaler Menge aufgetreten [14], Gentralfriedhof spärlich [9], am Bahndamm bei Unterasbach [14]. Isatis tinetoria L: adv. Sankt Johannis [14]. Rapistrum rugosum Allioni: adv. Sündersbühl [15], Hummelslein. [14] — 68 — Helianthemum obscurum Pers. Am Fufse des Eibenfels bei Plech in ungewöhnlich hohen Exemplaren [15]. A^iola hirta x odorata in der Form öenipontana Murr: im Lias bei Grofsgeschaidt [14]. Viola mirabilis L: Magnusturm bei Kasendorf [15]. Drosera intermedia Hayne: Im östl. Kp. zahlreich mit rotundifolia im Torfstich am Katzenbühl östlich Vorbach [15], fehlt in Schmidt und Meyer Fl. Tunica prolifera Scopoli : Lichtenstein, Ruine Giech bei Schefslitz, Pegnitz etc., ist überhaupt im Jura auf Personatensandstein, blätterigem Kalk und Dolomit verbreitet [15]. Vaccaria parviflora Moench : Haferäcker zwischen Grünsberg und Altdorf [1], Poppenreuth [17], Silene dichotoma Ehrh : ach'- Reckenberg an der Houbirg in Klee- feldern [1], auf dem Liasplateau zwischen Erlangen "und Atzelsberg [9]. Silene pendula L : adv. Forsthof zahlreich [15]. Silene noctiflora L : Wie anderwärts, so auch im nördlichen Jura auf den Plateaus mehrmals: Schirradorf, Zultenberg; alsdann in den Aeckern des schmalen Muschelkalkstreifens östlich Kreufsen oberhalb dem Dorfe Funkendorf zahlreich [15]. Silene Armeria L : adv. Schniegling [17]. Spergularia rubra Presl : Wie nicht anders zu erwarten, findet sich dieser Bewohner der dürftigsten Sandflächen, der aber z. B. zwischen Gibitzenhof und Lichtenhof und um den Dechsen- dorfer Weiher herum auch einem mit Moorerde gemengten Sande nicht aus dem Wege geht, auch in der Neumarkter Sandprovinz : auf den Sandfeldern zwischen dem Kanal und Buchberg [8]. Er tritt auch jenseits des Jura im östlichen Kp. sofort wieder auf: z. B. am Bahnhof Verbach, und findet sich auch auf getrockneter Moorerde am Torfstich hinterm Katzen- bühl [15]. Alsine verna Bartling: Velburg [2], zw. Waldkirchen und Thann [15], südl. Bachetsfeld [11. 13. 15], zw. Neunkirchen und Hohlenstein [13], Neuhaus gegen Krottensee [12. 15], zwischen Pegnitz und Willenberg [15]. Malva Alcea L: Oberhochstadt, Solar [14], Heimburg [2]. G-eranium pyrenaicum L: Stein [15]. Gerasmühle [18]. — 69 — Geranium sang-uineum L: Zwischen der Bottelmühle und der Buch- hauptmühle bei Breitenbrunn [15], Abhang zur Kuchenmühle bei Wüstenstein [17]. Impatiens Noli tang-ere L: Auffallend war mir das Vorkommen auf dem rauhen Kulm fast an der höchsten Stelle beim hölzernen Aussichtsturm [15]. Staphylaea pinnata L: Eingebürgert an der Südseite des Mariahilf- bergs bei Neumarkt gegen Lahr [8]. Rhamnus cathartica L: Terasse bei Göfsweinstein [16.] Cytisus nigricans L: Oststeilrand des Jura bei Bernricht auf Per- sonatensandstein [15], Poppenholz bei Waischenfeld, Mengers- dorf, ebenfalls im Dogger [17]. Cytisus sagittalis Koch: Laubenthal, Burgsalach, Raitenbuch [14], Riedenburg, zwischen da und Hemau [2], viel bei Oedberg, ober der Buchhauptmühle, Blödgarten, Gimpertshausen [15], bei Neumarkt an der Strasse zum Weifsmarterberg [2. 7. 8]. Lupinus luteus L: Kauerlach auf Rainen, von Cultur übergeblieben [14]. Lupinus ang-ustifolius L: Gegen 50 Stück an einem Waldrande zwischen Erlangen und Bubenreuth, mehrere noch sehr schön blühend am 18. September 1893 [3]. Melilotus altissimns Thuillier: Zw. Heiligenstadt und Greifenstein [17]. Trifolium alpestre L: Kehler Berg bei Weissenburg [14]. Trifolium incarnatum L : Eitersdorf, nicht gebaut [14]. Trifolium resupinatum L: adventiv mit Tr. fragiferum: Deutsch- herrnwiese und bei Schniegling [14]. Lotus uliginosus Schkuhr: Weiherhof bei Zirndorf [9]. Robinia Pseudacacia L : Waldspitze hinter Sankt Kunigunda gegen Kuhnhofen und auf einer sandigen Oedung bei Heuchling un- weit Lauf, Steinbruch bei Burgfarrnbach , an bezeichneten Orten eingebürgert [15]. Vicia dumetorum L : Kehler Berg bei Weissenburg [14]. Vicia tenuifolia Roth Burgsalach [14]. Vicia pannonica Jacquin adventiv an der Schwabacher Strafse nächst dem Viehhof auf Schutt [14]. Ervum silvaticum Petermann hinter dem Magnusturm bei Kasendorl gegen die Linden am Weg nach Thurnau [15]. Lathyrus Nissolia L : ziemlich zahlreich auf Bucklandisandstein bei Atzeisberg [15. 9]. — 70 — Lathyrus tuberosus L : zwischen Neumarkt, Stauf und Buchberg in Feldern nahe dem Kanal [2]. Lathyrus sativus L : in Feldern auf der Höhe des Muschelkalkzuges ober Prebitz und Funkendorf, wohl ein Überrest von vorher- gegangener Kultur [15]. Lathyrus odoratus L : garten flüchtig. Forsthof [14]. Lathyrus niger Bernhardi : Burgsalach [14]. Rosa cinnamomea L. Hohenstein in der Ortschaft und besonders viel südlich von der Burgruine in nächster Nähe der mit Sempervivum soboliferum dick besetzten Felsen, demnach lag, wie nicht anders zu erwarten war, an diesem sonnigen Süd- abhang einst der Burggarten. An der Burg Winterstein, wo ebenfalls an den Burgfelsen Sempervivum soboliferum steht, mit einer kleinfrüchtigen Sorte Ribes rubrum herabziehend in Hecken auf das Thal zu. Veilbronn bei Streitberg. Im öst. Kp. nahe der Burgruine Frankenberg [15]. Rosa turbinata Ait. Oberhauenstein verwildert [15]. Rosa alba L: Spardorfer Höhe verwildert [5. 15]. Rosa vinodora Kerner verlassener Steinbruch bei Atzeisberg [15. 9], Gnadenberg [15]. Rosa graveolens G-ren. Nagelberg bei Treuchtlingen [5]. Rubus subcaesius x candicans (teste Progel): Hohlweg bei Unter- rohrenstadt zwischen Gnadenberg und Deinschwang [15]. Rubus villicaulis Köhler: auch im Dolomit: Waldrand am Weg zur Krottenseer Höhle [15], eine sehr breitblättrige Form, das Endblatt an den sehr starken Schöfslingen an der Basis herz- förmig: Steinbruch hinter dem Schmausenbuck [15]. Rubus bavaricus x villicaulis Utsch: Poppenholz bei Waischen- feld [17]. Rubus caesius x tomeutosus (teste Progel): im Walde nahe dem Eingang zur Krottenseer Höhle [15]. Rubus Radula Wh. N : eine sehr robuste Form am grofsen Steinbruch hinter dem Schmausenbuck [15]. Rubus rudis Wh. N: Nordfufs der alten Veste [15]. Rubus hirtus Wh. N. var. borealis G. Braun: zw. Deinschwang und dem Grafenbucher Forst [15]. Rubus incultus Wirtgen: Abweg vom grofsen Steinbruch hinterm Schmausenbuck auf Mögeldorf zu [15]. — 71 — Rubus saxatilis L: Laubenthal [14], Abhang der Muschelkalkhöhe ober Funkendorf [15]. Fragaria moschata Duchesne: an der Sippelmühle auf Dogger [15], Buchberg bei Neumarkt [2. 8]. Pragaria viridis Duchesne: Ramertshofermühle bei Amberg, Erlheim bei Sulzbach [15], Ottenberg bei Pilsach [8], zwischen Willen- berg und Pegnitz [15]. Potentilla recta L: Thurnau [15]. Potentilla arenaria Borkhausen: Hilpoltstein am Weg zur Silber- ecke [15]. Potentilla rubens Crantz, Zimmeter: zwischen der Labermühle und Waltersberg auf Dogger, Thann, Petersberg, zwischen Peters- berg und Gimpertshausen, Blödgarten, Frankelmühle [15]. Filipendula Ulmaria Maximowicz. a denudata Hayne: zw. Dieters- hofen und Hohenstein [15]. Epilobium parviflorum x adnatum Uechtritz: Stein [17]. Epilolrium adnatum x hirsutum: zw. Stein und Gutsberg [17]. Epilobium obscurum Schreber: Neumarkt [7]. Circaea lutetiana L: Schlüpfelberg, Buchberg, Fufs des Mariahilf- berg [2. 8]. Circaea intermedia Ehrhart: Schlucht des rhät. Kp. bei Prethal- mühle [15]. Peplis Portula L: im östl. Kp. bei Knittelhof [15]. Citrullus colocynthis L : aus Samen aufgegangene, ziemlich weit entwickelte Pflänzchen in Steinbühl beohachtet [14]. Der Windapfel ist dahier ein beliebtes Volkshausmittel. Herniaria g-labra L: auf Diluvialsand um Neumarkt [2. 8], bei Krottensee auf Tertiärsand [15]. Sedum purpureum Link: im nördlichen Jura mehrmals [4], am rech- ten Mainufer zahlreich w. Döringstadt [15], Sedum album L: auf der Stadtmauer von Neumarkt [8]. Sempervivum soboliferum Sims stand heuer in mehreren Exemplaren blühend auf den Felsen der Hilpoltsteiner Burg [15]. Ribes alpinum L: Zedersitz [15]. Astrantia major L: sehr häufig bei Oberhochstatt im Laubenthal, vereinzelt bei Kauerlach [14], Blödgarten [15], Pelchen- hofen [7]. Pimpinella Anisum L: adventiv Forsthof, Hummelslein [14]. Abh. d. Naturh. Ges. X. Bd. 6 — 72 — Bupleurum falcatum L: viel im Lias um Wiesengiech [15]. Bupleurum longifoliam L: Kehler Berg und Oberhochstatt [14]. Libanotis montana Crantz: zwischen Waischenfeld und Nankendorf [17], Zedersitz [15]. Peucedanum Oreoselinum Mönch: Burgberg bei Erlangen [15], Egg- lofstein, Sparnagles, Waischenfeld [17]. Laserpitium latifolium L: Laubenthal [14], Göfsweinstein am Breiten- berg und an der Strafse nach Ebermannstadt [16], Abhang zur Kuchenmühle, Waischenfeld, Sparnagles [17], zwischen Zedersitz und Schirradorf [15]. Orlaya grandiflora Hoffmann: Höfling [11. 13. 15], bei Jahrsdorf auf Lias [14], adventiv. Steinbühl [14. 15], Layh [14]. Cancalis daucoides L: Am Kalkbruch ober Bindlach [15]. Scandix Pecten Veneris L: Mariahilf berg bei Neumarkt [2]. Conium maculatum L: Gnadenberg [7], Wiesengiech [15]. Lonicera Periclymenum L: Atzeisberg gegen Marioffstein [15]. Asperula arvensis L: Mariahilfberg Südabhang [2]. Asperula cynanchica L: Laubenthal, Oberhochstatt verbreitet [14], Mariahilfberg [2], Atzendorf [15]. Yalerianella carinata Loiseleur: Sankt Jobst [14], wohl nur adventiv. Solidago canadensis L: verwildert. Gnadenberg [7]. Pulicaria vulgaris G-ärtner: Klein-Seebach, Gofsberg auf Schleif- hausen zu [3]. Xanthium strumarium L: adventiv. Gnadenberg [7]. G-alinsogaea parviflora Cav: Fürth am Weg nach Stadelhof [9. 15]. Helichrysum arenarium DC: Im Dolomitrayon: Sperbes bei Plech, nahe ober Plech auf reinem mit keinem Sande bedeckten Dolomit- felsen an der Landstrafse, zwischen Willenberg und Lüglas, auf dem Plateau zwischen Burglesau und Gräfenhäusling [15]. Anthemis Cotula L: Schwimmbach bei Stauf, Kann [14]. Tanacetum Parthenium Schultz bipontinus: Ist auf der gepflasterten Stadtgrabenböschung am Marienthor zahlreich aufgetreten [15]. Arnica montana L: Auf tertiärer Plateauüberdeckung im Walde zwischen Fichtelbrunn und Truisdorf mit Calluna, Vaccinium Myrtillus, Genista germanica und tinctoria und Sarothamnus scoparius [11. 13. 15]; zahlreich im östlichen Kp. bei Aicha, Vorbach, Voita, Frankenberg bis zum rauhen Kulm [15]. — 73 — Senecio Fuchsii G-melin: Kehler Berg bei Weissenburg [14], Winn- berg bei Neumarkt [7. 8], Quackenschlofs , Kuchenmühle, Wüstenstein, Sparnagles, zwischen Waischenfeld und Nanken- dorf, Fernreuth, zwischen Hollfeld und Kainach [17], zwischen Sanspareil und Zedersitz , zwischen da und Schirradorf, Magnusturm bei Kasendorf und hinter diesem gegen die Linde auf Thurnau zu [15]. Cirsium eriophorum Scopoli: Zwischen Waltersberg und der Laber- mühle auf Personatensandstein [15], Waischenfeld, Zeubach [17], dann auf der Bindlacher und Benker Muschelkalkhöhe [15]. Cirsium acaule Allioni: Im Veldensteiner Forst auf cretacischem Sandstein, auf Keuper bei Kreussen in der hohen Wart und gegen Schnabelwaid, auf dem Muschelkalkstreifen ober Funken- dorf und Prebitz, im östl. Keuper bei Prebitz und Vorbach, auf der Bindlacher und Benker Muschelkalkhöhe [15]. Cirsium acaule x lanceolatum: Ein Stück auf dem Bindlacher Ber m « Abh. d. Naturh. Ges. X. Bd. 9 _L)er Mann, dessen Lebenslauf der gegenwärtige, von der Vorstandschaft der Naturhistorischen Gesellschaft in Nürnberg freund- lichst in ihr Publikationsorgan aufgenommene Nekrolog in kurzen Strichen zu zeichnen versucht , ist der städtische Bezirkstierarzt Konrad Schwarz von Nürnberg und die Berechtigung der Erwäh- nung dieses Mannes in den gegenwärtigen Blättern dürfte aus den für den lieben Toten und seine Kinder so ehrenvollen Thatsachen abzuleiten sein, dafs derselbe Ehrenmitglied der Naturhistorischen Gesellschaft in Nürnberg gewesen und dafs die Anregung zur Ver- abfassung und Aufnahme dieses Nekrologes von der verehrlichen Vorstandschaft gedachter Gesellschaft selbst ausgegangen ist. Als älterer Sohn eines ehrsamen Schmiedmeisters am 14. Jan. 1817 in Nürnberg geboren, mufste er nach Austritt aus der Volks- schule dem Vater von früh bis spät in dessen körperlich anstreng- endem Gewerbe beistehen und vom Morgen bis Abend an der Esse stehen und den Hammer schwingen; allein trotzdem unterliefs er es nicht, seine karge abgegeizte freie Zeit durch Unterrichtnahme im Zeichnen und im Französischen auf seine weitere Fortbildung zu verwenden. Durch den seinem Vater zugestofsenen Unfall der Erblindung auf einem Auge in Folge eines bei der Arbeit in dasselbe geflogenen Funkens besiegte der stets von einem höheren Streben beseelte und getragene Sohn den hartnäckigen seitherigen Widerstand seiner braven, aber im Banne engerer Anschauungen sich bewegender Eltern gegen sein Vorhaben, Tierarzneikunde zu studieren und unter grofsen Mühen und Anstrengungen bereitete er sich zur Aufnahms- prüfung in die damalige k. Centralveterinärschule in München vor, weil der Vater ihn von der Mitarbeit in der Schmiede während des ganzen Tages nicht entband. Wie oft hat der Heimgegangene im trauten Familienkreise den Seinigen in seiner gemütvollen Weise von dieser Häufung seiner Pflichten, welche ihm die Gegenwart und die Zukunft damals auferlegten, erzählt, wie er beim Ziehen des 9* — 118 — Blasbalges die lateinische Zumpt'sche Grammatik neben sich liegen hatte, um sich, soweit es der Prüflingszweck verlangte, mit dem Rüstzeug des Doratus auszustatten und den Schlaf floh, um seine höheren Zwecke zu erreichen. Mit eifsernem Fleifse ergänzte er sein Wissen auf den Stand, dafs er in die damals unter der Leitung des berühmten Direktors Schwab stehende k. Central-Veterinärschule aufgenommen ward und nach dreijährigem Studium unter grofsen Mühen, Entbehrungen und Einschränkungen dieselbe im Jahre 1840 mit der Note »sehr gut« absolvierte. Er liefs sich hierauf als ausübender Thierarzt und Schmiedmeister in Nürnberg nieder und mit Plenarbeschlufs des hiesigen Stadtmagistrates vom 11. September 1840 erlangte er die Erlaubnis zur Ausübung der Tierarzneikunde in der Stadt Nürnberg und deren Burgfrieden. Durch seine Freundlichkeit, Berufstüchtig- keit und Unermüdlichkeit erwarb er sich in Kürze so sehr das Vertrauen des Publikums, dafs er den niederen Beruf abstreifen mufste, um den Ansprüchen des höheren vollauf genügen zu können. Vom 1. April 1852 an wurde er als polizeilicher Tierarzt für die hiesige Stadt und den Burgfrieden ernannt und bekleidete diese Stelle, beziehungsweise die Funktion eines städtischen beamteten Tierarztes mit den Befugnissen eines Bezirkstierarztes dahier bis zum 1. Juli 1891, also nahezu 40 Jahre lang, mit dem Erfolge, dafs ihm bei der auf sein Ansuchen erfolgten Enthebung von seinen amtlichen Funktionen die dankbare Anerkennung seines pflicht- getreuen und unermüdlichen Wirkens im Dienste der Stadt aus- gesprochen wurde. Es ist hier nicht der Ort, zu entwickeln, was der Verlebte in dieser' langen Dauer seines amtlichen Wirkens auf dem Gebiete der Fleischbeschau und der Kontrolle der Gesundheit des zugeführten Schlachtviehes für die sanitären Verhältnisse der hiesigen Bevölkerung gethan hat und wie er früh und spät thätig war, um neben seinen amtlichen Pflichten die Ansprüche seiner ausgedehnten Privatpraxis zu befriedigen. Hat er doch ein jetzt geteiltes Arbeitspensum, allerdings bei einer geringeren Bevölkerungs- ziffer, viele Jahre lang ganz allein bewältigt! Nach zurückgelegtem 74. Lebensjahre legte er seine amtlichen Funktionen nieder und behielt nur seine Privatpraxis in beschränk- tem Umfange bei. Im Jahre 1894 fing er an, an seinen Füfsen, welche er, dem Fahren bei seinen Gängen aus Sparsamkeit abhold, — 119 — während seines Lebens am stärksten angestrengt hatte, zu kränkeln und bald stellte sich sein Leiden als Altersbrand heraus, welchem er trotz aller ärztlichen Kunst, bis wenige Stunden vor seinem Tode im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, am 18. Februar 1895 gott- ergeben und voll tiefen Friedens in seinen Gesichtszügen durch Hinzutritt einer Lungenentzündung im angefangenen 79. Lebensjahre erlag. Den edlen Verlebten zierte ein reges wissenschaftliches Streben und eine glühende Begeisterung für alles Schöne und Ideale. Im Besitze einer reichen Bibliothek, welche er unabläfsig zu mehren bemüht war, und nicht gemeiner Kenntnisse in der Geschichte und Geographie, zu deren Festhaltung ihn sein ausgezeichnetes Ge- dächtnis befähigte, war er besonders der Natur- und seiner Fach- wissenschaft mit Leib und Seele zugethan. Er hat viele wertvolle und geschätzte Abhandlungen über Fachthemata der Tierheilkunde in Fachzeitschriften, besonders in die bekannte Adamsche Wochen- schrift geliefert und eine reiche Sammlung seltener Funde, welche ihm bei Ausübung seiner amtlichen und Privatpraxis aufgestofsen waren, angelegt, welche durch Schenkung jetzt grösstenteils in den Besitz der Naturhistorischen Gesellschaft übergegangen ist. Seine Vorliebe für die exakten Wissenschaften bewog ihn, am 6. Dezember 1852 dem damaligen Naturhistorischen Verein in Nürnberg beizu- treten und oft rühmte er das reiche Mafs an Belehrung und Förder- ung, das er dem dadurch ermöglichten Verkehr mit ausgezeichneten Männern, insbesondere mit den Gebrüdern Sturm, verdankte, und die herrlichen Stunden, welche er mit diesen in geselligem Kreise verlebte. Innige Beziehungen verbanden ihn auch mit dem damals in Nürnberg berühmten Dr. Weidenkeller. Er empfand es deshalb als eine hohe Ehre, als er am 22. Ok- tober 1891 von dieser angesehenen Gesellschaft, deren Ruf und Ruhm weit über die Mauern Nürnbergs hinausgedrungen ist, zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Wie sehr er das Vertrauen und die Liebe seiner Kollegen besafs, dürfte aus der Thatsache hervorgehen, dafs er lange Jahre hindurch der Vorstand des Vereines der Mittelfränkischen Tierärzte war und dafs er in Ehrung seiner Verdienste um diesen Verein am 4. Aug. 1888 ebenfalls zum Ehrenmitglied derselben ernannt wurde. Stets bemüht, Humanität zu verbreiten und «las Los seiner Schützlinge — der Tierwelt — zu verbessern und zu erleichtern — 120 — war er an der Neubegründung und Neubelebung des hiesigen Tier- schutzvereins hervorragend beteiligt, viele Jahre hindurch Ausschufs- mitglied desselben und kurz vor seinem Tode fiel als ein letzter Lichtstrahl auf sein hartes Schmerzenslager die Kunde, dafs auch dieser Verein ihm die Würde eines Ehrenmitgliedes verliehen habe. Strenge Rechtlichkeit , Wahrheitsliebe , Unabhängigkeit der Gesinnung, makellose Ehrenhaftigkeit, unermüdliche Pflichttreue, rastlose Thätigkeit, Humanität und Menschenliebe, Liebe zur Wissen- schaft und zum Schönen, Aufopferung für die Seinen schmückten den edlen Heimgegangenen und man darf es nicht für Voreinge- nommenheit halten, wenn die dankbaren Kinder eines solchen Vaters diesen Nachruf nicht schliefsen können, ohne auf ihn, den lieben Toten, die Worte anzuwenden, die Hamlet von seinem Vater braucht: Er war ein Mann, nehmt Alles nur in Allem Ich werde nimmer seines Gleichen sehen. Beitrag zur Pilz-Flora von Franken insbesondere der Umgegend von Nürnberg von P. Magnus. (Berlin.) V. In dem 1795 und zwar in Erlangen erschienenen zweiten Teile von G. F. Hoffmann : Deutschlands Flor a oder Botanisches Taschenbuch (Flora Germaniae s. Compendium Botani- corum) finden sich keine Standorte angegeben. Nur ein vorge- setztes Sternchen bezeichnet die Arten, die sich um Göttingen oder in dem Harzgebiete finden. Hingegen finden sich in der rühmlichst bekannten Kryptogamen-Flora von Erlangen von C. Fr. Ph. Martins, Nürnberg 1817, viele wertvolle Angaben. Auch auf die Arbeiten von F. Freiherr v. Strauss in Sturms Deutschlands Flora III. Abteilung und in Flora 1850. I. S. 114 sei hinge- wiesen, obgleich sie nur wenig das Gebiet betreffen. In neuerer Zeit ist eine umfassendere Arbeit über Pilze Frankens nur von F. v. Thümen in dem 1879 im VII. Berichte des Botanischen Vereines in Landshut erschienenen Verzeichnis der um Bayreuth in Oberfranken beobachteten Pilze geliefert worden. Sonst liegen nur noch gelegentliche Notizen über einzelne Pilze des Gebietes von Reess und Kellermann (Puccinia Mal- vacearum), Reess und Fisch (Elaphomyces), C. Fisch (Asco- myces und Doassansia), Reinsch (Sapr olegnia), F. Wagner über den Culturpflanzen schädliche Pilze und Magnus (Schinzia cypericola) vor. Auch sind noch manche Pilze aus dem Gebiete in Exsiccaten verteilt worden, so namentlich von F. von Thümen in seiner Mycotheca universalis. Gelegentlich kurzer Anwesenheit in Nürnberg habe ich selbst einige Pilze auf Excursionen gesammelt, die ich unter der gefälligen und sachkundigen Führung von Herrn Stabsveterinär A. Schwarz unternahm. Da ich aber damals nicht den Gedanken hatte, meine Pilzfunde mitzuteilen, so hatte ich die Pilze in mein Herbarium eingeordnet und kann hier nur die mir wieder aufgestossenen und herausnotierten nennen. Hingegen hat nun Herr Stabsveterinär — 124 — A. Schwarz eine Sammlung von ihm und anderen bei den einzelnen Arten genannten Herren gesammelter Pilze eingesandt, die meist aus der Umgebung von Nürnberg stammen. Da von Thümen nur um Bayreuth beobachtet hat, so möchte es einiges Interesse haben, die von mir bestimmten Pilze (bezeichnet durch !) als einen kleinen Beitrag zur Pilzflora Frankens hier mitzuteilen. Myxomycetes. Lycogala Micheli. L. Epidendron (L). auf faulem Holze am Nordabhang des Ratsbergs gegen Atzeis- berg bei Erlangen (A. Schwarz) ! Orcadella Whig.; 0. operculata Wing, oder nov. sp. im Probsteiholze bei Leuten- bach zwischen Hersbruck und Engelthal (A. Schwarz) ! Peronosporeae. Albugo S. F. Gray 1821 = Cystopus Lev. 1847. A. Candida (Pers.) Kze. auf Erysimum cheiranthoides L. im Laubenthaie bei Weissen- burg am Sand (Apoth. Friedr. Schultheifs) ! — auf Capsella bursa pastoris Mnch. häufig um Nürnberg (A. Schwarz, Magnus)! an der Strasse von Sendelbach gegen Gersberg bei Lauf (A. Schwarz) ! — auf Raphanus sativus bei Nürnberg (Apotheker Fr. Schultheifs)! — auf Draba aizoicles auf der Houbirg bei Hersbruck (Dr. Buchner) ! — auf Draba verna auf Ackern bei Stein bei Nürnberg (Adalb. Rudel) ! A. Portulacae (D. C.) 0. Kze. auf Portulaca oleracea L. auf Gemüsefeldern an der Koberger Strasse zwischen Grofsreuth und Nürnberg (A. Schwarz)! — in einem Gemüsegarten an der Ostbahn bei der Stiftenfabrik bei Nürnberg (A. Schwarz)! A. Tragopogonis (Pers.) S. F. Gray. auf Scorzonera hispanica in den Gemüsefeldern bei Thon un- weit Nürnberg (auch in Neuburg a. d. Donau) (F.Wagner)! — auf Tragapogon pratensis L. auf dem Bindlacher Berg bei Bayreuth (A. Schwarz) ! — 125 — Peronospora Corda. P. Dianthi de By. auf Agrostemma Githago L. in einem Feld im Trockenthale bei Götzendorf westlich Amberg (A. Schwarz) ! P. Viciae Berk. auf Lathyrus sitvester im Garten der k. Kreis-Landwirtschafts- schule Lichtenhof bei Nürnberg (F. Wagner)! im Geschäfts- anwesen zu Ansbach (F. Wagner)! P. Trifoliorum de By. auf Medicago sativa in Lichtenhof (F. Wagner)! P. arborescens (Berk.) de By. auf Papaver Rhoeas L. in einer Lehmgrube an der Bahn nahe Stadelhof gegen Fürth zu (A. Schwarz)! P. parasitica (Pers.) Tul. auf Farsetia incana am alten Bahndamm zwischen Station und Ortschaft Doos bei Fürth (A. Schwarz) ! — auf Sisymbrium Thalianum bei Neuhaus (Magnus) ! bei Krottensee (Magnus) ! — in den Gallen von Albugo Candida (Pers.) 0. Kze. auf Capsella bursa pastoris an der Strasse von Sendelbach gegen Gersberg bei Lauf (A. Schwarz)! (Vergleiche P. Magnus in den Verhandlungen des botanischen Vereins der Provinz Brandenburg. Jahrg. XXXV , S. 82 und 87.) — auf Draba verna hei Altdorf (Adalbert Rudel) ! P. grisea Ung. auf Veronica serpyllifolia L. auf einem Brachfelde zwischen Gerasmühle und Berteisdorf zwischen Nürnberg und Schwabach (A. Schwarz)! P. calotheca de By. auf Sherardia arvensis L. häufig auf Feldern bei Krottensee (Magnus)! sehr häufig auf Brachfeldern des Juraplateaus bei Zultenberg unweit Kasendorf (A. Schwarz)! P. effusa Grev., deren Gonidienträger schon sehr vergangen sind, auf alten Blättern von Spinacia oleracea: auf Spinatfeldern bei Bislohe auf Steinach zu, nördlich Fürth. (A. Schwarz) ! P. Alsinearum Casp. auf Cerastium triviale auf einem Brachfelde zwischen Geras- mühle und Berteisdorf (A. Schwarz)! — 126 — P. Picariae Tul. auf Ranunculus repens am Pulverweg bei Nürnberg (A.Schwarz)! P. Rumicis Cda. auf den Blättern von Rumex Acetosa an der Böschung der Landstrafse bei Schlofs Plattnersberg nächst Erlenstegen (A. Schwarz)! Ustilagineae. Ustilago Link. U. Tragopogi pratensis (Pers.) Wint. auf Tragopogon pratensis L. am Waldwege in der Wildnis zwischen Ratsberg und Atzelberg bei Erlangen (A. Schwarz)! U. violacea (Pers.) Tul. in den Antheren von Dianthus Carthusianorum am alten Bahn- damm zwischen der Fürther Landstrasse und Doos sehr ver- breitet, so dafs an der Fundstelle nur selten ein gesunder Dianthus Carthusianorum stand (A. Schwarz)! U. anomala J. Kze. auf Polygonum Convolvulus am Bahndurchlafs zwischen Büchen- bach und Roth (A. Schwarz)! U. Tritici (Pers.) Jens. auf Triticum vulgare in Feldern bei Nürnberg (A. Schwarz) ! — in Unter-Laimbach in Mittelfranken (F. Wagner). U. Avenae (Pers.) Jens. auf Avena sativa auf Feldern bei Nürnberg, bei Rüblanden unweit Lauf (A. Schwarz)! — bei Ebenried in Mittelfranken (F. Wagner), doch nur als »Flugbrand« im Berichte des Sonderausschusses für Pflanzenschutz 1892 bezeichnet, kann daher auch die folgende Art sein. U. levis (Kellermann und Swingle) Magn. auf Avena sativa bei Erlenstegen, ebenso in Haferfeldern süd- lich von Atzeisberg bei Erlangen (A. Schwarz)! Ustilago auf Hordeum distichum bei Ebenried von F. Wagner nur als »Flugbrand« im Jahresberichte über die Thätigkeit des Sonderausschusses für Pflanzenschutz 1892 S. 406 mitge- teilt, kann daher ebensowohl U. Hordei (Pers.) Kellermann und Swingle, wie U. nuda (Pers.) Kellermann und Schwingle sein. — 127 — U. Hordei (Pers.) Kellermann et Swingle. auf Hordeum distichum L. in einem Gerstenfeld beim Schlofs Plattnersberg bei Erlenstegen (A. Schwarz) ! U. nuda (Jens.) Kellermann et Swingle. auf Hordeum distichum in einem Gerstenfeld beim Schlofs Plattnersberg bei Erlenstegen (A. Schwarz) ! TL Ornithogali (Kze. & Schm.) P. Magn. in den Blättern von Gagea sp. zwischen Altdorf und Ober rieclen (Adalb. Rudel) ! Schinzia Naeg. Seh. cypericola Magn. in den Wurzelknöllchen von Cyperus flavescens am Dechsen- dorfer Weiher bei Erlangen (P. Ascherson) ! — bei Röthen- bach bei Eibach (Fr. Schultheifs) ! Entyloma de By. E. Calendulae (Ond.) de By. auf Hieracium murorum zwischen Etzelwang und Ruine Rup- prechtstein, frk. Jura (A. Schwarz)! Tilletia Tul. T. Caries Tul. auf Triticum vulgare bei Buschschwabach (F. Wagner) ! Cintractia Cornu. C. Caricis (Pers.) P. Magn. in den Früchten von Carex glauca im Walde bei Illschwang s. Sulzbach (Pfarrer Rudel)! Uredineae. Uromyces Lev. U. Astragali (Opiz) Schroet. auf Astragalus glycyphyllos L. bei Krottensee (Magnus) ! U. Poae Rbh. das Aecidium auf RanunculusFicaria L. auf schattigen Rasen- plätzen in der Anlage am alten Wasserwerk zu Tullnau bei Nürnberg (A. Schwarz)! U. Pisi (Pers.) de By. das Aecidium auf Euphorbia Cyparissias allgemein verbreitet bei Nürnberg und Fürth (A. Schwarz», bei (Jnterfarrnbach westlich von Fürth (A. Schwarz)! — bei Etzelwang im frk. — 128 — Jura (A. Schwarz) ! Unter dem bei Nürnberg allgemein ver- breiteten Aecidium Euphorbiae Pers. finden sich sicher auch die Aecidien des Uromyces striatus Schroet., der auf Lotus-, Trifolium- und Medicago-Arten wächst. Nach Schroeter, dem Erforscher des Generationswechsels beider Arten, soll die vom Aecidium des Uromyces striatus Schroet. angegriffene Euphorbia Cyparissias meist kleiner mit kürzeren und breiteren Blättern bleiben (Pilze Schlesiens I, S. 306). Da die von Herrn Stabsveterinär Schwarz eingesandten Exemplare sehr kräftig ausgewachsene hohe Schofse sind, mufs ich sie nach Schroeters Angaben zu Uromyces Pisi (Pers.) Schrot, stellen. Ich habe übrigens schon in meinem Vezeichnisse der mir aus dem Kanton Graubünden bekannt gewordenen Pilze (XXIV. Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubündens, S. 12) darauf hingewiesen, dafs Übergänge zwischen diesen beiden Arten auftreten, wie ich solche auf Vicia tennifolia im Engadin angetroffen und 1. c. beschrieben habe. Ich denke in einer kleinen Studie auf diese Verhältnisse näher einzugehen. Puccinia Pers. P. Galii Pers. auf Galium silvaticum bei Rupprechtstegen im frk. Jura (Magnus)! — auf Gallium Mollugo bei Rothenburg ob der Tauber (Magnus) ! P. Menthae Pers. auf Mentha silvestris im Tauberthaie bei Rothenburg (Mag- nus) ! — auf Mentha avensis am Weiherl bei Ziegelstein gegen Marienberg (A. Schwarz)! P. Epilobii DC. auf Epilobium hirsutum bei Rupprechtstegen (Magnus)! P. Prenanthis (Pers.) Fckl. das Aecidium auf Lactuca muralis an schattigen Stellen im Föhrenwald Kastenholz bei Schönlind zwischen Neukirchen und Sulzbach (A. Schwarz) ! P. Lampsanae (Schulz) Fckl. das Aecidium anf Lampsana communis an schattigen Stellen in der Schwarzachdurchbruchstelle durch den Burgsandstein zwischen Neusefs und Schwarzach bei Schwabach (A. Schwarz)! — 129 — P. Violae (Schum.) DC. das Aecidium auf Viola silvatica Fr. am Waldrande zwischen der Weinzierleinmühle und Lind im Biebertthale oberhalb Zirndorf (A. Schwarz)! P. Adoxae Hedw. das Aecidium auf Adoxa Moschatellina auf dem Grasplatz an der Mündung des Teufelsgrabens ins Thal der Schwarzach ober der Pretalmühle bei Altdorf (A. Schwarz)! P. Sii Palcariae (Pers.). auf Falcaria Rivini auf dem Staffelberg bei Staffelstein in Oberfranken (Apotheker Rodler)!: auf den Hügeln bei der Gerasmühle an der Rednitz (A. Schwarz)! P. coronata Cda. das Aecidium auf Rhamnus cathartica im Gebüschwald auf dem Felsengrat der Hainsburg bei Illschwang südlich Sulz- bach (A. Schwarz)! P. Poarum Nielsen. das Aecidium auf Tussilago Farfara am Abhang eines Hügels im Waldbezirke Reichertslohe bei Schöpsendorf südlich Sulz- bach (A. Schwarz)! — am Bahndamm zwischen Bahnhof und Dorf Vorbach östlich Kreufsen (A. Schwarz) ! — die Uredo auf Poa nemoralis var. firmula im alten Graben zwischen Bösenbirkig und Tüchersfeld bei Göfsweinstein (A. Schwarz) ! P. phlei pratensis Erikss. et Henn. auf Phleum pratense am städtischen Kehrichtabfuhr-Terrain bei Forsthof (Fr. Schultheis) ! P. Rubigo vera (DG.) das Aecidium aufLycopsis arvensis in Getreidefeldern zwischen Fürth und Stadelhof ( A. Schwarz) ! — auf Seeale cereale zu Lichtenhof bei Nürnberg (Dr. F. Wagner)! P. Phragmitis (Schum.) Koern. das Aecidium auf Rumex crispus an einem Grasplatz in Bernlohe zwischen Roth und Georgensgemünd (A. Schwarz)! P. Trailii Plowr. das Aecidium auf Rumex Acetosa am Wegweiser hinter Feucht nach Gsteinach im Lorenzer ReichswaM (Hauptmann G. Förderreuther)! — am Abhang zum Thal der Regnitz zwischen Fürth und Stadeln (Lina Schwarz)! — 130 — P. graminis Pers. das Aecidium auf Berberis vulgaris am Abhang zur Rednitz südlich Roth (A. Schwarz)! — im Sulzthale bei Beilngries (F. Schultheifs) ! P. silvatica Schroet. das Aecidium auf Taraxacum officinale auf einem Grasplatz in Bernlohe zwischen Roth und Georgensgemünd (A. Schwarz)! P. Agrostidis Plowr. das Aecidium auf Aquilegia vulgaris an Dolomitfelsen zwischen Etzelwang und Ruine Rupprechtstein (A. Schwarz) ! P. Hieracii (Schum.) Mart. auf Leontodon hastilis am Bahndamm bei Vorbach östlich Kreufsen (A. Schwarz) ! P. Taraxaci Plowr. British Uredineae und Ustilagineae S. 186. auf Taraxacum officinale auf einer Wiese zwischen Fichten- hof und Schönlind zwischen Neunkirchen und Sulzbach (A. Schwarz) ! P. Balsamitae (Str.) Raben hörst. in kolossalen Mengen auf Tanacetum Balsamita in einem Garten zu Sankt Johannis bei Nürnberg (A. Schwarz)! P. Malvacearum Mont. auf Althaea rosea im Garten der Burg zu Nürnberg (Magnus) ! — auf Malva silvestris zahlreich zwischen Rüblanden und Sendelbach bei Lauf (A. Schwarz)! Gymnosporangium DG. Gr. Sabinae (Diks.) Winter. auf im Garten gezogener Juniperus Sabina var. elegans Hook, bei Nürnberg (Rittmeister von Huber-Liebenau) ! Gr. juniperinum (L.) Winter. das Aecidium (Aecidium cornutum Gmel.) auf Sorbus aucu- paria auf dem Breitenberg bei Göfsweinstein (A. Schwarz) ! G-, tremelloides AI. Br. das Aecidium (Aec. penicillatum Oeder.) auf Sorbus Aria am Breitenberg bei Göfsweinstein (A. Schwarz)! Phragmidium Link. Phr. Potentillae (Pers.) Winter. in grofser Verbreitung auf allen Stöcken von Potentilla argentea im Föhrenholz am Kanal bei Kronach bei Fürth (A. Schwarz) ! — 131 — Phr. Rubi Idaei (Pers.) Winter. auf Rubus caesius + Idaeus im Föhrenholz zwischen Rohnhof und Kronach bei Fürth (A. Schwarz) ! Phr. subcorticium (Schrank) Winter. auf Rosa canina var. an der obersten Quelle zwischen Utzen- hofen und Habsberg, Oberpfalz (A. Schwarz) ! Triphragmium Link. Tr. Ulmariae Link. auf Spiraea Ulmaria im Ufergebüsch im Püttlachthale ober Pottenstein (A. Schwarz)! Coleosporium Lev. C. Campanulae (Pers.) Lev. auf Capanula Trachelium bei Rupprechtstegen (Magnus)! — auf Campanula rapunculoides am Bindlacher Berg bei Bay- reuth (A. Schwarz)! — auf Campanula glomerata auf den Anhöhen der Plecher Strafse nördlich vom Hohenstein (A. Schwarz) ! — an der Waldspitze am Wege von Hohen- stein nach Treuf (A. Schwarz) ! — auf Specularia Speculum L. zwischen Neunkirchen und Truisdorf bei Sulzbach (A. Schwarz) ! zwischen Göfsweinstein und Stadelhof (A. Schwarz)! C. Melampyri (Rebent.) auf Melampyrum silvaticum am Fufse des Basaltkegels rauher Kulm bei Neustadt a. K. (A. Schwarz)! — auf Melampyrum arvense zwischen Moritz und Göfsweinstein (A. Schwarz) ! C. Euphrasiae (Schum.) Wint. auf Euphrasia nemorosa Pers. bei Karm, bei Freistadt i. 0. (Fr. Schultheifs)! — auf Odontites rubra Pers. an der Strafse von Happburg nach Ruine Reicheneck bei Hersbruck (A. Schwarz)! C. Tussilaginis (Pers.) Lev. s auf Tussilago Farfara an einer nassen lehmig-sandigen Bö- schung an der Schwabach nahe deren Mündung südlich Katz- wang (A. Schwarz)! C. Senecionis (Pers.) Fr. auf Senecio vulgaris in kolossalen Mengen in Meerrettig- feldern bei Baiersdorf; Schoppershof und Weigelshof bei Nürnberg (A. Schwarz)! Abh. d. Naturh. Ges. X. Bd. 10 — 132 — Calyptospora Kühn. C. Groeppertiana Kfihn. auf Vaccinium vitis Idaea in Menge im Lorenzer Wald zwi- schen dem Schmausenbuck und Laufamholz, im Dogger im Löhlitzer Wald bei Wonsgehaig (A. Schwarz)! Melampsora Cast. M. Lini Desm. auf Linum catharticum am Leidingshofer Graben bei Streit- berg, auf grasigen Stellen am Breitenberg bei Göfsweinstein (A. Schwarz) ! M. Helioscopiae (Pers.) Wint. auf Euphorbia Peplus auf Gartenland in Grofsgründlach (A. Schwarz) ! — auf Euphorbia exigua L. auf der Ödung am Ost- eingang von Hendungen bei Mellrichstadt, Unterfranken (A. Schwarz)! M. Tremulae Tul. auf Populus tremula am Rande des Tümpels zwischen Kro- nach und Steinach bei Fürth (A. Schwarz) ! M. farinosa (Pers.) Sehr o et. auf Salix Caprea L. im Püttlachthal zwischen Tüchersfeld und der Mündung des alten Grabens (A. Schwarz)! M. mixta (Schltdt.) Schroet. in Menge auf den Fruchtknoten von Salix repens am Weiherl bei Ziegelstein (A. Schwarz) ! Uredo Pers. U. Scolopendrii Fckl. auf Asplenium ruta muraria an Dolomitfelsen im Wäldchen ober Erlheim nächst Sulzbach (A. Schwarz)! Peridermium Link. P. truncicola (Wallr.) P. Magnus. (Per. Pini (Willd.) Wahr. pr. p.) aus den Ästen von Pinus silvestris hervorgebrochen im Burg- walde zwischen Tuchenbach und Obermichelbach bei Her- zogenaurach (Lithograph Hörmann)! — Wie Gornu nachge- wiesen hat, gehört zu dem auf Cynanchum Vincetoxicum auftretenden Cronartium asclepiadeum (Willd.) Fr. ein auf den Ästen und Stämmen von Pinus silvestris lebendes Peri- dermium, das Klebahn und Rostrup später als Peridermium Cornui bezeichnet haben. Wahrscheinlich ist es dieses Pe- — 133 — ridermium, das Herr Hörmann gesammelt hat, da Cynanchum Vincetoxicum im Gebiete häufig ist und Gronartium ascle- piadeum Fr. z. B. von Thümen (Verzeichnis der um Bay- reuth in Oberfranken beobachteten Pilze im VII. Berichte des botanischen Vereins zu Landshut 1879) auf dem Schlofsberge bei Berneck gesammelt wurde. Doch haben Klebahn und ich darauf hingewiesen, dafs noch ein zweites, dem ersten äufserst ähnliches Peridermium auf den Asten und Stämmen von Pinus silvestris auftritt, das nicht zu Cronartium ascle- piadeum gehört, und in dem wiederum vielleicht noch meh- rere Aecidien verschiedener Teleutosporen stecken könnten. Da man so nicht entscheiden kann, welches stammbewohnende Peridermium Pini Willd. man vor sich hat, habe ich die obige neutrale Bezeichnung gewählt. Peridermium corticola Rabenh. ist ein weit jüngerer Name. Basidiomycetes. Aecidium Pers. A. leucospermum D.C. auf Anemone nemorosa bei Kucha zwischen Altdorf und Hersbruck (Adalbert Rudel)! — In den Sitzungsberichten der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin 1890 S. 147 und in den Verhandlungen des Botanischen Vereins der Pro- vinz Brandenburg Vol. XXXIU 1891 S. XXVII habe ich dar- gelegt, dafs dieses Aecidium ein isoliertes ist und nicht in den Entwickelungsgang der Puccinia fusca Reih, gehört, mit der man sie früher kombiniert hatte. Dacryomyces Nees ab Es. D. stillatus Nees ab Es. (D. abietinus [Pers.].) auf modrigem Holze von Gartenzäunen in Gostenhof und an der Platnersanlage bei Nürnberg (A. Schwarz)! Exidia Fr. E. plicata Klotzsch (nach der gütigen Bestimmung v. Hrn. P. Hennings). auf abgebrochenen Aststücken an den buschigen Rednitzab- hängen zwischen Roth und linki heckenhofen (A. Schwarz)! Store u in Pers. St. purpureum Pers. an einem Baumstumpf bei Geismannshof (A. Schwarz)! 10* — 134 — Corticium Fr. C. giganteum Fr. auf Pinus silvestris aus dem Sebalder Wald (A. Schwarz)! Exobasidium Woron. E. Vaccihii Woron. auf Vaccinium vitis Idaea am Nordabhang des Schmausen- bucks, überhaupt häufig um Nürnberg (A. Schwarz)! — beim Kothbrunnenbach südwestlich von Heroldsberg (G. Förder- reuther) ! — im Föhrenwalde zwischen Hummelstein und der Allersberger Landstrafse (A. Schwarz)! — im trocknen Kiefern- wald bei Vorbach gegen Grofs-Korbis östlich von Kreufsen (A. Schwarz) ! — auf Vaccinium Oxyococcos L. in Sphag- numpolstern am Dutzendteich bei Nürnberg (A. Schwarz)! — auf Vaccinium Myrtillus L. in der die ganzen Triebe befal- lenden Form im Sebalder Wald am Lärchenbäumlein bei Erlenstegen nahe Nürnberg (A. Schwarz)! Polyporus Fr. P. amosus Fr. am Balkenwerk in der Krottenseer Höhle (Magnus)! P. adustus (Willd.) Fr. an einem Baumstrunke von Quercus pedunculata zwischen Rübleinshof und Obermimberg (A. Schwarz)! P. versicolor (L.) Fr. an Baumstümpfen am Abstiege vom Steinbruche zur Quelle am Hansgörgelberg bei Hersbruck (Sophie Schwarz)! Daedalea Pers. D. quercina (L.) Pers. an einem alten Baumstumpfe zwischen Rübleinshof und Ober- mimberg (A. Schwarz)! Panus Fr. P. stypticus (Bull.) Fr. auf Baumstümpfen am Ostabhang des Hansgörgelberges bei Hersbruck (A. Schwarz) ! Agaricus L. A. (Collybia) velutipes Cnrt. an einem Stamme von Robinia Pseudacacia in jeder Höhe aus der Rinde hervortretend in der Rosenau beiNürnberg (A. Schwarz!) — 135 — Polysaccum D.C. P. crassipes D.C. hinter dem Dutzendteich bei Nürnberg (Hesse)! Ascomycetes. Taphrina Tulasne. T. rhizophora Johans. auf den Fruchtknoten von Populus alba bei Reichenschwand (Rodler) ! Pseudopeziza Fuckel. Ps. Trifolii (Biv. Bern.) Fuckel. auf Medicago lupulina bei Nürnberg (Magnus)! — auf Tri- folium pratense am Bahndamm bei Vorbach östlich Kreufsen .(A. Schwarz) ! — auf Medigago sativa Grasplatz am Bahnhofe zu Schweinau (A. Schwarz) ! Rhytisma Fr. Rh. acerintim Fr. auf Acer pseudoplatanus L. auf dem Breitenberg bei Göfs- weinstein in den Baumwuchs sehr schädigender Menge (A. Schwarz)! — am Zeilberg bei Ansbach (Dr. F. Wagner)! — auf Acer campestre im Wiesentthale zwischen Stempfermühle und Moritz bei Göfsweinstein (A. Schwarz) ! Lophodermium Ghev. L. Pinastri (Schrad.) Chev. auf faulenden Kiefernadeln auf dem Waldboden an der Jägersruhe im Lorenzer Wald bei Lichtenhof (A. Schwarz)! Capnodium Mont. C. salicinum Mntgne. die Fumago >schwarzer Brand des Hopfens« auf Humulus Lupulus bei Georgensgemünd (F. Wagner)! Asterina Lev. A. Himantia (Pers.) Fr. Ascospora Himantia (Pers.) Winter: Pilze Deutschlands II S. 342.) Leider nur sterile Asteroma-Lager, die Flecken von 5 — 20 mm. Durch er auf der Oberseite der Fiederblätter von Aego- podium Podagraria bilden, hat Herr Stabsveterinär Schwarz im \\ r alde beim Waldhaus Schweigelberg oberhalb der Beh- ringersmühle nördlich von Gröüsweinstein am L2. August 1895 — 136 — gesammelt. Ich ziehe sie mit Zweifel zu dieser Art, die wahrscheinlich auf den dürren Stengeln von Aegopodium Podagraria ihre fruchtbaren Mycelien ausbilden würde. Ein ganz ebensolches Auftreten von Asterina Himantia in weit ausgedehnten Flecken, ebenfalls bis 20 mm. Durchmesser habe ich auf den Fiedern von Laserpitium latifolium L. auf dem Mendelpasse in Südtirol am 9. September 1894 ange- troffen. Das Auftreten der Asterina auf Aegopodium Poda- graria ist sehr interessant. Diese sterile Form ist als Actino- nema Podagrariae All. von Allescher beschrieben worden in den Sitzungsberichten des Botanischen Vereins in München vom 10. März 1890 (vgl. Botanisches Zentralblatt Bd. 42, 1890, S. 44.) Polystigma Tul. P. rubrum Pers. auf Prunus insititia L. bei Göfsweinstein an der Landstrafse gegen Tüchersfeld, in Obstgärten bei Bösenbirkig (A. Schwarz)! — auf Prunus spinosa am Abhang des Wiesentthaies bei der Stempfermühle (A. Schwarz) ! Phyllachora Nitschke. Ph. Heraclei (Fr.) Fckl. auf Heracleum Sphondylium bei Bislohe, auch zwischen Rohnhof und Kronach bei Fürth (A. Schwarz)! Hypocrea Fr. H. citrina Fr. auf einem Baumstumpf im dichten Buchenwald an der linken Seite der von Kloster Banz nach Koburg führenden Strafse. (Sophie Schwarz)! Claviceps Tul. * Cl. purpurea Tul. das Sclerotium (Sei. Clavus) auf Scale cereale häufig um Nürnberg!! besonders viel 1895 zwischen Herrnhütte und Spitalhof (A. Schwarz)! — zwischen Bahnhof und Dorf Vor- bach östlich Kreufsen (A. Schwarz) ! Nectria Fr. N. cinnabarina Fr. in Conidienform (Tubercularia vulgaris Tode) in Hecken zwischen Fürth und Stadelhof, zahlreich auch in den Hecken — 137 — zwischen der Maxfeldstrafse und Rollnerstrafse bei Nürnberg (A. Schwarz)! Epichloe Tul. E. typhina Tul. auf Gräsern hinter Schäfhof bei Nürnberg (Sophie Schwarz)! — auf Waldwiesen am Ostabhang des Dolomitfelsberges Quackenschlofs bei Muggendorf (A. Schwarz)! Sphaerotheea Lev. Sph. Castagnei Lev. auf Sanguisorba officinalis an grasigen Stellen am Bahndamm bei Vorbach östlich Kreufsen (A. Schwarz)! Erysiphe Lev. E. graminis Lev. auf Triticum vulgare bei Mettendorf bei Greding (F. Wagner)! E. Umbelliferarum de By. auf Heracleum Sphondylium auf einer Waldwiese im Thal der Rednitz nahe der Haltestelle Katzwang; Wiesen bei He- dersdorf nächst Schnaittach (A. Schwarz)! — auf Pastinaca sativa zwischen der Regnitz und Strullendorf bei Bamberg (A. Schwarz)! E. lamprocarpa Lev. auf Hieracium vulgatum im Föhrenholz am Weg von Kro- nach nach Fürth (A. Schwarz) ! — am Zeilberg bei Ansbach (F. Wagner)! — auf Lithospermum arvense auf Feldern im Thale bei Götzendorf westlich Amberg (A. Schwarz)! — auf Myosotis intermedia am Ostabhang des Breitenberges bei Göfsweinstein (A. Schwarz)! E. Martii Lev. auf Trifolium pratense : bei Krottensee (Magnus)! Diese Form ist bemerkenswert durch ihre langen Anhängsel, die mehrmals länger als der Durchmesser des Peritheciums sind, und ferner dadurch, dafs diese Anhängsel weifs und an der Basis gebräunt sind Die Ansicht de Bary's, dafs Er. Martii und Er. communis nicht von einander zu trennen sind und nur eine Art ausmachen, hat daher viele Wahrscheinlichkeil für sich. — in einem Haberfeld zwischen Station und Dorf Vorbach östlich Kreufsen (A. Schwarz)! — auf grasigen Dämmen zu Dutzendtci m «z. Silene Otites L: häufig am Bahndamm Strullendorf-Bamberg-Hall- stadt, Wiesen bei Kunignndenruh, am Heinrichsdamm, am Damm nach Gaustadt. — 144 — Lepigonum rubrum Whg.: zwischen dem Pflaster am Domplatz in Bamberg. Linum perenne L: Friesener Warte. Cytisus nigricans L: Wald der Plassenburg. Medicago minima L: am Heinrichsdamm bei Bamberg. Astragalus Cicer L: Felder bei Streitberg. Hippocrepis comosa L: Ehrenbürg. Vicia pisifarmis L : Gebüsch der Altenburg , des Krenzberges , bei Breitengüfsbach, Zapfendorf, Würgau, Mirschbach. Vicia casubica L: Kreuzberg. Lathyrus silvestris L: Kreuzberg bei Hallstadt. Rosa rubiginosa L : Staffelberg, Friesener Warte. Rosa dümetorum Thuill: Aurach. Rosa tomentosa Sm: Aurach. Rosa gallica L: Aurach. Rubus tomentosus Borkh: Aurach. Rubus dümetorum W. et N: Aurach. Portulacca oleracea L: in Kulturen der Breitenau, von Zapfendorf, in Gärten Bambergs. Sedum purpurascens Koch: Aecker oberhalb Hallstadts. Sedum album L: Felsen bei Würgau, Kasendorf, Burgkundstadt, Wölkendorf. Sedum boloniense Lois: Regnitzauen bei Bamberg. Sedum reflexum L: Strullendorf, Bug, Hallstadt. Sempervivum soboliferum Sims: Altenstein, Staffelstein. Oenanthe flstulosa L : Sumpfwiesen bei Hallstadt. Peseli coloratum Ehrh: Staffelberg. Libanotis montana Crtz: Göfsweinstein, Rabeneck. Heracleum Sphondylium L: mit gestrahlten und ungestrahlten Dolden, mit rötlichen, weifsen und grünlichen Blüten sehr häufig in der Breitenau. Dipsacus pilosus L: Altenburg, Memmelsdorf. Aster Amellos L: Jurahöhe Vierzehnheiligen auf dem Staffelberg. Stenactisannua Nus: Rasenplätze unmittelbar bei Bamberg. Pulicaria vulgaris G-aerte: Strafsengräben in Hallstadt. Cirsium eriophorum Scop: Strafsgiech an der Strafse, Giech, sehr häufig auf der Jurahöhe bei Würgau. Cirsium lanceolatum L: weifsblühend am Kanal bei Bug und Gaustadt. — 145 — Cirsium oleracenm + acaule Hampe: auf Rainen und Wiesen der Breitenau bei Bamberg, bei Würgau, Breitengüfsbach, Rent- weinsdorf, Ebern, Friesen, stets in der Nähe der beiden Eltern. Serratula tinctoria L: weifsblühend auf dem Kreuzberg. Centaurea rhenana Boz: Friesener Warte. Centanrea dacea L: mit fast weifsen Blüten auf dem Kreuzberg. Crepis paludosa Mch: Bug. Gentiana ciliata L: Staffelberg. Gentiana cruciata L: Strullendorf, Kulmbach. Cynoglossum officinale L: Streitberg. Nonnea rosea Lk: Rasenplätze und Schuttstellen in und um Kulmbach. Myosotis caespitosa Seh: Sümpfe bei Hallstadt. Physalis Aekekenghi L: steinige Orte bei Streitberg. Hyoscyamus niger L: Strafse um Pettstadt. Datura Stramonium L: Schutt um Bamberg. Digitalis grandiflora Lam: Gebüsch bei Streitberg, auf der Ehren- bürg. Linaria arvensis Dof: sandige Felder bei Oberhaid, Pettstadt. Lathraea squamaria L: Laubwälder bei Kulmbach. Stachys germanica L: steinige Orte bei Göfsweinstein. Stachys annua L. : Aecker bei Streitberg, auf der Friesener Warte. Tencrium Scordinm L: Sumpfwiesen bei Hallstadt. Utricularia vulgaris L: Sümpfe bei Bug. Anagallis coerube Schrb: Juraäcker bei Würgau, Hochstall. Elodea eunadensis Eich: Altwässer bei Bug. Triglochin palustre L: Gräben der Breitenau. Potamogeton compressns L: Bäche bei Aurach. Lemna gibba L: Gräben der Breitenau. Cypripedinm Calceolus L: Wälder bei Göfsweinstein. Lilium Martagon L: Wälder bei Würgau, Kasendorf. Anthericum ramosum L: Raine bei Würgau, Streitberg, Göfsweinstein. Melica uniflora Hetz: Wälder bei Banz. Eragrostis minor Host: massenhaft im Posthof und dem anstofsen- den Landeplatz am Kanal in Bamberg. Blechnum Spicanf With: Hauptsmoorwald. Weitere Nachträge zur Flora von jJamberg, des nördlichen fränkischen Jura und der Umgegend Kulmbachs von Dr. Grub, Kgl. Bezirksarzt in Stadtsteinach, Dr. Harz, Kgl. Reallehrer in Kulmbach, Kraus, Präparandenlehrer in Kulmbach, Müller, Kgl. Reallehrer in Kulmbach. >tm~- Ahh. d. Naturh. Ges. X. Bd. H Hepatica triloba Chaix: Kulmbach (H), Untersteinach (H), Stadt- steinach (H), Schmeilsdorf (H), Wiersberg (H). Anemone Pnlsatilla L : Kirchleus auf Kalk (H), im Jura auf dem alten Staffelberg (H), Görauer Anger (H,K,M), bei Sanspareil (M). Anemone rannncnloides L : Kulmbach (H), im Jura auf dem Kordigast (H), Görauer Anger (H, M), bei Sanspareil (H), Kasendorf (H). Anemone silvestris L : auf Lias bei Burghaig (K), auf dem Kirch- leuser Knock, einem isolierten Jurakalkberg (H) und im eigentlichen Jura auf dem Kordigast (H, M), bei Sanspareil (H) und den Höhenzügen des Weismainthaies (H). Adonis flammens Jacq. : auf Kalkäckern bei Dornlach (H), Kirchleus (H), Leuchau (H), Stadtsteinach (H) und des Kordigasts (H). Adonis aestivalis L : auf Mergeläckern bei Veitlahm (H), bei Kulm- bach (H) und Buchau (H), auf Muschelkalk bei Untersteinach (H) und Stadtsteinach (H), im Jura auf dem Kordigast (H), bei Zultenberg (H), Dornlach (H). Adonis aestivalis L : var. citrinns Hoffm. mit voriger bei Kulmbach (H, K), Veitlahm (H), Stadtsteinach (H), Kasendorf (H) und auf dem Kordigast (H). Ranunculus Lingua L: im Moor bei Lindau-Trebgast (H) und in Sumpfwiesen bei Strullendorf (Hj. Ranunculus nemorosus D C: auf Muschelkalk bei Kulnibach (H), im Jura auf dem Magnusberg bei Kasendorf (H), dem Kemitzen- stein (H), Kordigast (H), Staffelberg (H). Ranunculus polyanthemus L: alter Staffelberg (H). Trollius europaeus L: feuchte Wiesen bei Stadtsteinach (H). Helleborus viridis L : Presseck (G). Aquilegia vulgaris L : Görauer Anger (K). Aconitum Lycoctonum L: auf Muschelkalk bei Unter- und Stadt- steinach (H, K), Hummendorf (G), Fölschnitz (H), im Jura bei Kasendorf (M). Nymphaea semiaperta Kling-g- Gl: Weiher bei Wasserknoten (11. K i. Falls dl). Fumaria Vaillantii Lois : Juraäcker des Görauer Angers (H), Kor- digasts (II). ' 11* — 150 — Corydalis lutea D C : Bamberg auf der Altenburg (G). Corydalis intermedia Merat. : auf Buntsandstein im Gebüsch des Rehberges (H) und der Plassenburg bei Kulmbach (H). Corydalis cava Schweigg : auf Buntsandstein bei Kulmbach (H, K), auf Kalk bei Veitlahm (H, K, M), Petzmannsberg (H, K), Untersteinach (H, K), Hummendorf (G), Fölschnitz (H). Arabis hirsuta Scop. : Auf Devon bei Presseck (G), Stadtsteinach (H). Cardamine hirsuta L: Frankenwald bei Stadtsteinach (G). Dentaria bulbifera L : Presseck (G). Erysimum Orientale R. Br. : auf Kalkäckern bei Leuchau (K), Kulm- bach (H), Kirchleus (H). Erysimum odoratum Erh. : Muschelkalk bei Kulmbach (H), Fölschnitz (H), Unter- und Stadtsteinach (H), Jura bei Kirchleus (H), Chloritschiefer bei Wiersberg (H) , Hornblendegneis bei Gefrees (H). Lunaria rediviva L : bewaldete Muschelkalkabhänge bei Unter- steinach (K). Lepidium Draba L : Grasplätze in Stadtsteinach (H). Lepidium ruderale L: auf Wegen und Schuttstellen in Kulmbach (H). Isatis tinctoria L : Kulmbach am Bahndamm (H), bei Kirchleus (H) und Kasendorf (H). Reseda Luteola L: Friesener Warte (H), Burgkundstadt (H). Polygala comosa Senk. : auf Gipskeuper bei Stadtsteinach (H). Dianthus superbus L: Görauer Anger (K). Dianthus prolifer L: Stadtsteinach (G), Kulmbach (H). Stellaria glauca With.: Lindau-Trebgaster Moor (H). Malva moschata L: auf Muschelkalk bei Untersteinach (H), Stadt- steinach (G). Geranium phaeum L : an dem buschigen Rain eines Obstgartens in Kulmbach (K). Oxalis strieta L : Gartenunkraut in Kulmbach (H). Rhamnus cathartica L: an felsigen Abhängen des Görauer Angers (H). Staphylaea pinnata L: Kulmbach (K). Cytisus nigricans L : auf Buntsandstein vom Rehberg bei Kulmbach (K, H) bis nach Trebgast (H) und Lindau (H). Trifolium alpestre L: auf Buntsandstein des Kulmbacher Reh- berges (H). — 151 — Astragalus Cicer L: bei Hummendorf (G) und an Ackerrändern auf Muschelkalk bei Untersteinach (H). Hippocrepis comosa L : Frankendolomitfelsen des Kemitzensteins (H). Vicia ang-ustifolia Roth: im Frankenwald bei Stadtsteinach (G). Vicia sativa L : mit gelblichweifsen Blüten unter der Saat bei Melkendorf (H). Vicia dumetorum L : im Hummendorfer Wäldchen bei Stadt- steinach (G). Vicia silvatica L : auf Sandstein bei Kulmbach (H, K), und Veit- lahm (H), im Frankenwald bei Stadtsteinach (G, H), auf Jura bei Kasendorf (H) und am Kordigast (H). Vicia cassubica L: Kordigast (H). Lathyrus tuberosus L : auf Ackern des Muschelkalkes bei Stadt- steinach (H), auf Juraäckern bei Kasendorf (H), Görau (H), am Kordigast (H) und Staffelberg (H). Lathyrus Silvester L: Stadtsteinach (H), Presseck (G), Berneck (H). Lathyrus niger Bernh. : auf Keuperletten der Altenburg bei Bamberg (H), am Stammberg auf Jurakalk (H). Rosa tomentosa Sm. : auf dem Plateau des alten Staffelbergs (H). Rubus thyrsoideus Wimm: Rauher Kulm (H). Rubus bifrons West: Kupferberg (H). Rubus plicatus Wh. et N : Lindau bei Kulmbach (H). Rubus Koehleri Wh. et N: Stadtsteinach (H). Rubus Bellardii Wh. et N: Rauher Kulm (H). Fragaria moschata Duch: im Frankenwald bei Kupferberg (H) und Stadtsteinach bis Wildenstein (H). Frag-aria viridis Duch : im Jura bei Kasendorf (H) und am Görauer Anger (H). Spiraea Aruncus L: auf Buntsandstein der Plassenburg bei Kulm- bach (H, K, M) und im Frankenwald bei Stadtsteinach (H, K). Cotoneaster vulgaris Lind: an den Jurafelsen und auf dem Plateau des Kordigasts (H). Montia rivularis Gmel : Moor bei Lindau |H K). Bryonia alba L: am V\\\'<ü der Altenburg und im Theresienhain bei liamberrr , IL, Metzdorl' f K). Sedum annuum L: auf Hornblendegneis bei Grefrees M Sedum maximura Sut.: Weismainthal bis Burgkundstadt II. Sedum purpureum Link: Kulmbach i K. II). Burghaig ill . — 152 — Sedura villosum L : in Sumpfwiesen bei Wasserknoten nächst Berneck (K) und bei Presseck (G). Sedum reflexum L : auf Mauern in Kulmbach (H) und Guttenberg (H), auf Basalt des Rauhen Kulms (H, K), am grofsen Wald- stein auf Granit (H). Sedum album L: auf Mauern in Kulmbach (H) und Veitlahm (H), Diabas an der Strafse bei Kupferberg (H, K), Ghloritschiefer bei Wiersberg (H), Hornblendegneis bei Gefrees (H), Basalt am Rauhen Kulm (H, K), Devonschichten der Stadtsteinacher Papiermühle (G) und Wildensteins (G), Jurafelsen des Görauer Angers (H), Kordigasts (H). Ribes alpinum L : auf Buntsandstein unter der Plassenburg (H). Cicuta virosa L: Lindau-Trebgaster Moor (H), Neustadt a. Kulm (K). Bupleurum rotundifolium L: Juraäcker bei Vierzehnheiligen (K), Kasendorf (H), Göhrau (H), Streitberg (H), Göfsweinstein (H), am Kordigast (H) und Staffelberg (H). Oenanthe fistulosa L : , Hochstadt (K). Libanotis montana Crtz.: Jurahöhe bei Teuchatz (H). Meum athamanticum Jacq. : Presseck (G, K), Fichtelberg (H). Laserpitium latifolium L : im Klein-Ziegenfelder Thal (H). Turgenia latifolia Hoffm. : unter der Saat bei Melkendorf (M), am Patersberg (H) und Kordigast (H). Chaerophyllum hirsutum L: Kulmbach (H). Adoxa Moschatellina L : Kulmbach (H), Höferänger (H), Sanspareil (H)- Sambucus Ebulus L: Kulmbach (H), Neuenmarkt (H), Untersteinach (H). Lonicera nigra L : im Frankenwald bei Stadtsteinach (G, H). Lonicera caprifolium L : in Gebüschen bei Burghaig (H). Gralium rotundifolium L: im Frankenwald bei Stadtsteinach (H, K). Aster salicifolius Scholler : Zaubachufer bei Zettlitz (G). Erigeron canadensis L : Frankenwald (G). Inula salicina L : Kulmbach (H). Artemisia Absynthium L : Kulmbach (H), Kirchleus (H). Artemisia campestris L : Jurakalk bei Kasendorf (H) und im Weis- mainthal (H). Matricaria discoidea D C : am Bahnhof Kulmbach (H). Carduus crispus L : weifsblühend bei Bamberg (H). Carduns defloratus L : Jurahänge des Weismainthaies (H). — 153 — Cirsium acaule All. : auf Buntsandstein bei Tennach (H), im Franken- wald (G), im Jura bei Würgau (H), Friesen (H), im Weismain- thal (H). Cirsium acaule + oleraceum : Mainleus (H), Weismainthal (H). Cirsium eriophorum Scop. : Klein-Ziegenfeld (H). Centaurea pseudophrygia C. A. Mey : Presseck (G). Centaurea Scabiosa L : Presseck (G). Hyoseris minima L : Presseck (G), Wildenstein (G), Reichenbach (G). Chondrilla juniea L : am Kanal bei Strullendorf (H). Lactuca Scariola L : Kulmbach (H). Crepis praemorsa Tausch : auf Muschelkalk bei Untersteinach (H) und grauem Kalk bei Dornlach (H) und Kirchleus (H). Crepis paludosa Mch : bei Altendorf im Jura (H). . Hieracium pratense Tausch : auf Wiesen bei Kulmbach (H) und Stadtsteinach (G). Campanula glomerata L: Kulmbach (H), Presseck (G). Specularia Speculum D C : Äcker am Staffelberg (H). Vaccinium Oxycoccos L : im Lindauer Moor (H). Pirola uniflora L : auf Buntsandstein im Kessel bei Kulmbach (H). bei Presseck (G). Vinca minor L : hohe Lafs bei Stadtsteinach (G), auch sonst im Frankenwald verbreitet (G). G-entiana cruciata L: Untersteinach (H), Stadtsteinach (G). Physalis Alkekengi L: Kulmbach (H), auf Muschelkalk bei Unter- steinach (K), im Jura in den Friesener Bergen (H), bei Teuchatz (H), Buttenheim (H). Atropa Belladonna L : hohe Lafs bei Stadtsteinach (G), Triebenreut (G), Kordigast (H). Nonnea pulla D C: adventiv auf Schutt bei Kulmbach (H). Linaria Cymbalaria Mill. : an Mauern in Kulmbach (H). Linaria arvensis Desf. : in Äckern auf Buntsandstein bei Kulmbach (H) und auf Keuper bei Veitlahm (H). Melampyrum cristatum L: im Gebüsch des Jura bei Lahm (11 ■. Kasendorf (H), an dem Kordigast (IL and den Staffelbergen (II . Melampyrum silvaticum L: in schattigen Wäldern bei Kulmbach (H). Melampyrum nemorosum L: im Gebüsch des .Iura bei Mistendorf (H) und am Gaisberjj (H). — 154 — Lathraea Squamaria L : schattige Wälder bei Mainleus (H), Veit- lahm (H), Guttenberg (H), Metzdorf (K). Orobanche rubens Wallr. : im Jura bei Lahm (H) und auf dem Magnusberg bei Kasendorf (H). Salvia verticillata L: Kulmbach (H), Stadtsteinach (G). Nepeta Cataria L : Presseck (G), Wartenfels (G), Stadtsteinach (G), Schutt in Kleinziegenfeld (H). Stachys germanica L : Klein-Ziegenfelderthal (H). Prunella grandiflora L : Kasendorf (H), Weismainthal (H). Teucrium Botrys L : Wartenfels (G). Pinguicula vulgaris L: Lindauer Moor (K). Trientalis europaea L : auf Buntsandstein im Kessel bei Kulmbach (K), in grofser Menge bei Höferänger (H). Lysimachia thyrsiflora L: im Lindau-Trebgaster Moor (K). Anagallis coerulea Schreb : Acker auf Muschelkalk bei Stadtsteinach (H), im Jura auf der Friesener Warte (H), bei Vierzehn- heiligen (K). Hottonia palustris L : in einem Sumpf bei Kulmbach (K), in Menge im Lindau-Trebgaster Moor (H). Rumex aquaticus L : Lindauer Moor (H). Thesium montanum Erh. : im Jura bei Kasendorf (H) und im Weis- mainthal (H). Thesium pratense Erh.: Presseck (G). Euphorbia Esula L : unter der Saat bei Guttenberg (H), Kupfer- berg (H). Aristolochia Clematitis L: Kulmbach (H), Melkendorf (H). Elodea canadensis Rieh.: Melkendorf (K). Calla palustris L : in einem Sumpf im Michaelsberger Wald bei Bamberg (H). Triglochin palustris L: Schlackenmühle im Frankenwald (G). Orchis militaris L: Staflelberg (K). Orchis mascula L : auf Muschelkalk bei Stadtsteinach (H), im Jura am Kordigast (H), auf Diabas bei Berneck (H), Chloritschiefer bei Wiersberg (H), Gneis bei Markt Schorgast (H). Orchis sambucina L : Presseck (G). Orchis coriophora L : in feuchten Wiesen bei Höferänger (H). Groodyera repens R Br : Presseck (G). Corallorhiza innata R Br : Köstenberg (G). — 155 — Epipactis rubiginosa All. : auf Basalt am Rauhen Kulm (H). Leucojum vernum L : Humendorf bei Untersteinach (G, K), Görauer Anger (K). Gagea lutea Schult : Wiesen bei Kulmbach (H, K, M), Stadtsteinach (G). G-agea stenopetala Reichenb. : auf Ackern bei Kulmbach (H), Veit- lahm (Hl Mainleus (H), Peesten (H). Hemerocallis fulva L : Kuhberg bei Stadtsteinach (Herr Pfarrer Vollrath) ; jedenfalls verwildert. Lilium Martagon L : im Frankenwald auf der Grünbürg bei Stadt- steinach (G), im Jura auf dem Kordigast (H), Görauer Anger (M) , Magnusberg bei Kasendorf (H) , Kemitzenstein (H), Gorkum (H), den Staffelbergen (H), bei Vierzehnheiligen (H), Langheim (H). Ornithogalum umbellatum L : Görauer Anger (K). Ornithogalum nutans L : in Grasgärten bei Kulmbach (H, K), Thurnau (H). Allium fallax Don : Jurahänge des Weismainthaies (H). Allium vineale L: Untersteinach (G). Asparagus officinalis L : Vierzehnheiligen (H). Rhynchospora alba Vahl. : Lindauer Moor (H). Carex brizoides L : im sog. Gründel bei Kulmbach (H). Carex paradoxa Willd. : Lindauer Moor (H). Carex teretiuscula Ofood : Lindauer Moor (H). Phalaris canariensis L : adventiv auf Schutt bei Kulmbach (H, K). Phleum Boehmeri Wib. : Staffelberg (H). Melica uninora Retz. : Buchau (H). Melica nebrodensis Pari: an Diabasfelsen bei Berneck (H), an Jura- felsen des Görauer Angers (H) und Weismainthaies (H). Festuca ovina var. glauca : an Kalkfelsen des Staffelberges (H), Weismainthaies (H). Lycopodium complanatum L : Haiden auf Gneis bei Kupferberg (K), Presseck (G). Botrychium Lunaria Sw. : auf Buntsandstein bei Kulmbach (H). Aspidium lobatum Sw. : Nordeck bei Stadtsteinach ((i). Polypodium Robertianum Hoffm. . an Felsen des Prankendolomites am Kemitzenstein (H). Nephrodium Thelypteris Desv. : Lindauer .Moor (II). Erster Nachtrag zur Laubmoosflora des nördlichen fränkischen Jura und der anstofsenden Keuperformation. Von J. S. K a u I f u s s. im Heft III des X. Bandes der Abhandlungen der natur- historisehen Gesellschaft habe ich eine Besprechung der Verbrei- tungsverhältnisse der Laubmoose in der sandreichen Umgegend Nürnbergs sowohl, wie in den kalkfelsenreichen Thälern des be- nachbarten fränkischen Jura, namentlich aus dessen nördlicher Provinz veröffentlicht. Dafs es mir heuer ermöglicht ist, hiezu einen Nachtrag zu liefern, der zahlreiche Neufunde, neu für das engere und weitere Gebiet sowohl, als wie auch eine Serie neu aufgestellter Formen bringt, hat hauptsächlich darin seinen Grund , dafs es mir vergönnt war, meinen früheren Beruf der mich gar zu sehr an die Scholle bannte, mit einem solchen zu wechseln, der mir gestattet, weitere Excursionen in viel häufigerem Mafse auszuführen, als dies früher der Fall war. Dafs die Kenntnis der bryologischen Vege- tationsverhältnisse des erwähnten Gebietes noch sehr verbesserungs- fähig ist, beweisen die Resultate meiner letztjährigen überaus dank- baren und ergebnifsreichen Ausflüge. Ein gewiegter Kenner der scheinbar unansehnlichen und doch so hochinteressanten Laubmoosflora, Herr G. Warnstorf in Neu- ruppin, hatte die grofse Güte, die zahlreichen Neubeobachtungen meiner Sphagna einer Revision zu unterstellen und ergreife ich mit Freuden die Gelegenheit, diesem Forscher für seine mir bewiesene Liebenswürdigkeit und für sein hiemit erworbenes Verdienst um die Kenntnis der Laubmoosflora hiesiger Gegend an dieser Stelle den schuldigen Dank öffentlich auszusprechen. Der Aufzählung für das Gebiet neuer Arten, Varietäten und Formen lasse ich ein Verzeichnis von Fundbeobachtungen der schon" in der ersten Arbeit aufgeführten Laubmoose folgen, welches zur weiteren Kenntnis der bryogeographischen Verhältnisse des Gebietes eine nicht unwesentliche Bereicherung ergeben wird. Abkürzungen : J = Jura. K = Keuper. Nbg. = Nürnberg. Var. = Varietät. f. = forma, sf. = subforma. cfr. = mit Früchten. Neu für das Gebiet sind folgende Arten und Formen: I. Ordnung: Sphagneae. I. Sphagna cymbifolia. 277. Sphagnum imbricatum Hornsch. Var. cristatum Warnst. Im J. Doggersümpfe bei der Heidmühle 438 m und über Wolfs- lohe bei Pegnitz 450 m. Var. affine (Renauld und Cardot) Warnst. Dieses Moos, welches in Nordamerika häufig ist, war bisher aus Europa nur von einem Standorte am schwarzen Meere bekannt. Ich sammelte es im J. am 28. August 1896 in den Doggersümpfen an der Heidmühle bei Pegnitz ca. 438 m. Sphagnum cymbifolium Ehrh. Var. glaucescens Warnst, f. inundata Warnst. Im K. schwimmend in Moorgräben unter der alten Veste bei Fürth, 330 m. Var. glaucescens Warnst, sf. imbricata Warnst. Im K. auf nassen Sandsteinfelsen im Schwarzachthaie bei Feucht, 346 bis 355 m. sf. squarrosula Warnst. Im K. um Dutzendteich 319 m und hinter Ziegelstein bei Nbg. 322 m. Var. pallescens Warnst, f. oxyclada Warnst. Im K. an Moorgräben unter der alten Veste bei Fürth, 330 m. Var. flavo-glaucescens Warnst. Im K. auf moorigen Heiden unter der alten Veste bei Fürth, 330 m. — 161 — Var. fusco-rubella Warnst. Im K. am Heidbrunnen bei Heroldsberg, 370 m. Im J. in Doggersümpfen bei Wolfslohe nächst Pegnitz 450 m. 278. Sphagnum centrale C. Jens.-(intermedinm Russ. Var. rubella- pallescens Warnst.) Neu für Süddeutschland ! Im K. auf nassen Sandsteinfelsen im Schwarzachthaie bei Gsteinach 350 m legi 20./9. 1896. 279. Sphagnum papillosum Lindb. Var. normale Warnst. Im J. häufig in den Doggersümpfen bei der Heidmühle und über Wolfslohe, 430—450 m. Var. sublaeve Limpr. Im K. Sumpf an der Bahn bei Station Vach 292 m. Im J. Doggersümpfe bei der Heidmühle und bei Wolfslohe, 430—450 m. Sphag-num medium Limpr. Var. violescens Warnst. Im K. in einem Moorgraben am Kanal im Walde bei Gibitzenhof nächst Nbg., 309 m. 2. Sphagna acutifolia. Sphagnum Grirgensohnii Russ. Var. commune Russ. f. mollis Russ. Auf Keuperletten am Schmausenback bei Nbg. 340 m. Var. coryphaeum Russ. f. squarrosula Russ. Im K. bei Erlenstegen 316 m und hinter dem Valzner Weiher bei Nbg. 324 m. Sphagnum Russowii Warnst. Var. poecilum Russ. Im K. in Moorgräben im Walde hinter Gibitzenhof bei Nbg. 335 m. Sphagnum tenellum Klinggr. Var. rubellum (Wils.) Warnst, f. macrophylla Warnst. Im J. Doggersümpfe bei der Heid- mühle und Wolfslohe bei Pegnitz 438 — 450 m. Var. versicolor Warnst. Im J. cfr. an gleichen Standorten wie vorige. Var. violaceum Warnst. Ebenda wie voriges und cfr. Var. viride Warnst. Sehr selten aber cfr. im Dogger bei der Heidmühle 438 m. Sphagnum Warnstorfii Russow. Var. carneum Warnst. Im K. Quellige Stellen im Burgsandstein des Schwarzachthaies bei Gsteinach nächsl Keucht 35<> m. — 162 — Var. pallescens Russow. An gleichem Standorte, aber mehr an trockenen Stellen im Kieferwaldeg355 m. Sphagnum quinquefarium Warnst. Var. viride Warnst. Im K. auf nassen Sandsteinfelsen im Schwarzachthaie bei Gsteinach 350 m. f. dasyclada Warnst. An gleichem Standorte, aber mehr auf dürrem "Waldboden 355 m. Var. versicolor Russow. Ebenda bei 350 m. Sphagnum acutifolium Rnss. und Warnst. Var. pallescens Warnst. Im K. bei Erlangen 292 m. Var. versicolor Warnst, f. brachy-anoclada Warnst. Im K. im Schwarzachthaie bei Gsteinach 350 m. Var. roseum Warnst. Im K. an der Hohen Heide bei Heroldsberg 380 m. Var. rubrum Warnst. f. robusta Warnst. Im K. am Schmausenbuck 340 m und im Schwarzachthaie bei Gsteinach 350 m. Var. purpurascens Warnst. Im K. am Heidbrunnen bei Heroldsberg 370 m. f. robusta Warnst. An demselben Standorte und cfr. 370 m. 280. Sphagnum subnitens Russ. und Warnst. Var. purpureum Schlieph. Im K. am Heidbrunnen bei Heroldsberg von Lehrer Zahn entdeckt und von mir wieder gefunden bei 370 m, Sumpf an der Bahn bei Station Vach 292 m. Var. viride Warnst. Im K. im Sumpf an der Bahn bei Station Vach 292 m. Var. versicolor Warnst. Im K. am Heidbrunnen bei Herolds- berg und im Sumpf an der Bahn bei Station Vach. Var. pallescens Warnst. Im K. im Sumpf an der Bahn bei Station Vach. 281. Sphagnum molle Sulliv. Im K. im Sumpf an der Bahn bei Station Vach 292 m, bis jetzt südlichster Verbreitungspunkt in Deutschland. 3. Sphagna rigida. Sphagnum compactum DC. Var. squarrosum Russ. f. inun- data Warnst. Im K. schwimmend in einem Waldtümpel am Schmausenbuck ca. 330 m. — 163 — i 4. Sphagna subsecunda. 282. Sphag-num inundatum Russ. Im K. um Nbg. von 309 — 380 m häufig. Im J. in den Doggersümpfen bei der Heidmühle und bei Wolfslohe 427—450 m. 5. Sphagna squarrosa. 283. Sphagnum teres Aug-str. Var. squarrosulum Schlieph. Im K. in den hintersten Weihern am Dutzendteich 319 m, Fürth bei Schwabach 340 m und bei Vilseck 396 m. Im J. in den Doggersümpfen bei Wolfslohe 437 m. 6. Sphagna cuspidata. Sphagnum cuspidatum Russ. und Warnst. Var. plumosum Br. e. Unter Wasser in Waldtümpeln im K. bei Ziegelstein nächst Nbg. 322 m und in den hintersten Weihern bei Dutzend- teich 319 m. f. serrata Schlieph. Im K. hinter Ziegelstein 322 m. f. hypnoides (A. Br.) an demselben Standorte wie vorige. Sind wohl nur junge Pflanzen, die sich aus dem Stengel der Mutterpflanze entwickeln. Sphagnum recurvum Russ. und Warnst. Var. mucronatum Russ. f. riparioides Warnst. Im K. in tiefen Waldtümpeln hinter Ziegelstein 322 m und in einem tiefen Sumpfe am Fufsweg im Walde von Dutzendteich nach Zollhaus 328 m. f. fluitans Warnst. Im K. in tiefen Moorgräben im Walde hinter Gibitzenhof bei Nbg. 309 m, Ziegelstein 322 m und in den hintersten Weihern am Dutzendteich 319 m. Var. parvifolium Warnst. Im K. beim Valzner Weiher nächst Nbg. 317 m und bei Gibitzenhof 309 m. f. tenuis Warnst. Im K. zwischen Carex und Polytrichum in den hintersten Weihern am Dutzendteich 319 m, im Schwarzachthaie 350 — 355 m und bei Fürth nächst Schwabach 340 m. sf. capitata Grav. Im K. in den hintersten Weihern am Diil/cndteich 319 m, auf nassen Sandsteinfelsen im Schwar- zachthale bei Gsteinach 350—355 m und um Fürth bei Schwabach 340 m. Abb. d. Naturli. Qes. XI. Bd. 12 — 164 — sf. forachyclada Warnst. Im K. auf nassen Sandsteinfelsen im Schwarzachthaie bei Gsteinach 355 m. f. Warnstorfii C. Jens. Im K. in den hintersten Weihern am Dutzendteich 319 m, im Schwarzachthaie bei Gsteinach 346 — 355 m. Im J. in den Doggersümpfen bei Wolfslohe 440 — 450 m, Heidmühle 438 m und bei Schnabelwaid 460 m. III. Ordnung: Bryineae. Trib. Stegocarpae. Subtrib. Acrocarpae. Farn. Weisiaceae. 284. G-yroweisia tennis Schmp. Im J. steril an schattigen , senk- rechten Wänden der Dolomitfelsen bei Lungsdorf nächst Velden 460 m. Weisia viridula Hedw. Var. arenicola Limpr. Im K. cfr. an sandigen, feuchten Waldgräben der Soos bei Maiach nächst Nbg. 314 m. Farn. Rhabdoweisiaceae. 285. Rhabdoweisia denticnlata Br. e. Im K. cfr. an schattigen Burgsandsteinfelsen im Schwarzachthaie bei Gsteinach nächst Feucht 350 m. 286. Cynodontinm torquescens Limpr. Im K. cfr. im Schwarzach- thaie bei Gsteinach 350 — 355 m und in den verlassenen Sand- steinbrüchen auf dem Schmaufsenbuck 360 m. Farn. Dicranaceae. 287. Dicranella recurvata Schmp. Im K. cfr. aber sparsam auf rhätischen Keuper im Oberwaizer Mühlgraben bei Bayreuth 350 m mit Dicranella subulata Schmp. und in der Steinbrechen bei Limmersdorf nächst Thurnau ca. 336 m. Dicranella heteromalla Br. e. Var. interrnpta Br. e. Im K. steril in den Spalten schattiger Sandsteinfelsen im Schwarzach- thal bei Gsteinach 346 — 355 m. — 165 — Dicranum Bonjeani de Not. Var. polycladon Br. e. Im K. steril auf moorigen Heiden bei Fürth nächst Schwabach 340 m. 288. Dicranum viride Lindb. Im K. steril an Alnus glutinosa im Calla Sumpf hinter dem Valzner Weiher bei Nbg. 322 m. Farn. Fissidentaceae. Fissidens bryoides Hedw. Var. inconstans R. Ruthe. Im K. cfr. auf nackter Erde an Waldrändern am Schmaufsenbuck 350 m und unter überhängenden Sandsteinfelsen im Schwar- zachthaie bei Gsteinach 346 — 355 m. Fissidens pnsillus Wils. Var. irriguus Limpr. Im J. cfr. auf Tuff in einer Quelle am Buch bei Hersbruck 360 m. 289-. Octoticeras Juliana Brid. Im K. steril in Wasserrinnen bei bei den Wiesenbewässerungsrädern an der Regnitz bei Vach 280 m und bei Forchheim 255 m. Farn. Ditrichaceae. 290. Ditrichum pallidum Hampe. Im K. cfr. auf sandigen Wald- wegen am Heidenberg bei Schwabach 440 m und auf Per- sonatensandstein am Klötzberg bei Limmersdorf 480 m. ö Farn. Pottiaceae. 291. Pottia intermedia Fürnr. Im K. cfr. auf einem Erdhaufen an der Schwabacherstrafse bei Fürth 290 m. 292. Didymodon tophaceus Juratzka. Im J. cfr. auf Tuff im Buchen- walde am Buch bei Hersbruck 360 m und in einem Tuffstein- bruch über Fischbrunn im Hirschbachthale 370 m. Barbula unguiculata Hedw. Var. cuspidata Br. e. Im K. cfr. auf Sand an Strafsenrändern bei Hummelstein 325 m und in Ausstichen an der Bahn bei Vach 292 m. Barbula fallax Hedw. Var. brevicaulis Br. e. Im J. cfr. auf wüsten Plätzen im weifsem Jura am Gorkum bei Staffel- stein 570 m. Var. brevifolia Schultz. Im K. steril an Steinen in einem Graben am Kanal bei Gibitzenhof 310 m. Im J. cfr. auf Kalk im Gansbachthale bei Lungsdorf nächst Velden 390 m. 293. Barbula vinealis Brid. Im J. an Kalksleinen an der Wiesenl bei Mugii Schluchten um Limmersdorf und Neustädtlein a. Forst, ebenso im Wilden Teufelsloch und im Oberwaizer Mühlgraben :;i<>— 380 m. — 170 — 319. Hypnum intermedium Lindb. Im J. steril in Sumpf beim Haselhof im Veitensteiner Forst 387 m. 320. Hypnum Santeri Br. e. Im J. sehr spärlich aber cfr. auf Dolomit im Ankathal bei Rupprechtstegen 400 m. 321. Hypnum pratense Br. e. Im J. steril in Doggersümpfen bei Gunzendorf und bei Wolfslohe nächst Pegnitz 400 m. Neue Standorte. Sphagneae. Sphagnum cymbifolium Ehrh. Var. pallescens Warnst. Im K. um Dutzendteich 319 m und im Walde hinter Ziegelstein bei Nbg. 322 m. Sphagnum medium Limpr. Var. versicolor Warnst. Moore um Vilseck 396 m. Var. roseum Warnst. Im K. hinter Ziegelstein 322 m. Bei Vilseck 398 m. Sphagnum fimbriatum Var. robustum Braithw. Im K. cfr. bei Ziegelstein 322 m, Zerzabelshof 318 m. Im J. in den Doggersümpfen bei Wolfslohe 438 m. Var. tenue G-rav. Im K. hinter Gibitzenhof nächst Nbg. 309 m. Sphagnum Russowii Warnst. Var. Girgensohnioides Russ. Bei Vilseck 397 m. Var. rhodochroum Russ. Im K. am Schmausenbuck 340 m und bei Gibitzenhof 309 m, Vilseck 397 m. Sphagnum tenellum Klinggr. Var. rubellum (Wils.) Warnst. Im J. cfr. in den Doggersümpfen über Wolfslohe 440 — 450 m massenhaft, ebenso cfr. gefunden an dem bereits bekannten Platze an der Heidmühle 438 m. Sphagnum compactum DC. Var. imbricatum Warnst. Im K. im Sumpf an der Bahn bei Vach 292 m und auf moorigen Heiden unter der alten Veste bei Fürth 330 m. Sphagnum obesum (Wils.) Warnst. Im K. bei Gibitzenhof 309 m und bei Erlenstegen 316 m. Sphagnum cuspidatum Russ. und Warnst. Var. submersum Schmp. Im K. bei Ziegelstein nächst Nbg. 322 m. — 171 — Sphagnum recurvum Russ. und Warnst. Var. amplyphyllum Russ. Im J. in den Doggersümpfen an der Heidmühle und bei Wolfslohe 420—440 m. Brylneae. Astomum crispum Hampe. Im K. bei Oberwaiz nächst Bayreuth 456 m. Plenridium nitidum Rabenh. Im K. an Moorgräben im Walde hinter dem Valzner Weiher bei Nbg. 327 m. Pleuridium alternifolium Rabenh. Im K. in Ausstichen bei Maiach nächst Nbg. 314 m. Im J. auf Ornatenthon am Staffelberg bei Staffelstein 510 m, Neuhaus bei Velden 383 m. Plenridium subulatum Rabenh. Im K. in der Linder Grube bei Zirndorf 324 m und auf sandigen Waldwegen am Heidenberg bei Schwabach 450 m. Hymenostomum microstomum R. Br. Im K. am Schmausenbuck 336 m. Hymenostomum tortile Br. e. Im J. steril auf Dolomit bei Hartenstein nächst Velden 520 m. Gymnostomum rupestre Schleicher. Im J. steril auf Dolomit im Ankathal bei Rupprechtstegen 395 — 405 m. Weisia viridula Hedw. Im K. am Schmausenbuck 389 m. Im J. auf Dogger bei Fischbrunn im Hirschbachthale 368 m, erd- bedeckte Kalkfelsen an der Houbürg bei Hersbruck 550 m und auf Tertiaersand bei Hartenstein 450 m. Dicranoweisia cirrata Lindb. Im K. cfr. an einer Birke bei Feucht 385 m und als interessantes Vorkommen an schattigen, senk- rechten Wänden der Sandsteinfelsen im Schwarzachthaie bei Gsteinach 355 m. Im J. an einer alten Föhre im Gansbachthale bei Lungs- dorf nächst Velden 4K> m. Rhabdoweisia fug-ax Br. e. Im K. cfr. auf rhätischem Keuper bei Oberwaiz 360 m und im Wilden Teufelsloche bei Bayreuth i 10— 120 m. Dichodontium pellucidum Schmp. Im K. cfr. in der Bach- schluchi bei Rudolfshof nächsl Lauf 332 m. Dicranella varia Schmp. Im K. cfr. in frisch ausgestochenen Waldgräben und auf verwitterten Sandsteinfelsen am Schmausen- — 172 — buck 350—380 m, auf Zanclodonletten an der Hohen Heide bei Heroldsberg 340 — 390 m und in Sümpfen an der Bahn bei Station Vach 292 m. Dicranella subulata Schmp. Im K. cfr. auf rhätischem Keuper bei Oberwaiz 360 m, Neustädtlein a. Forst 420 m und bei Limmers- dorf 336 m. Dicranella heteromalla Schmp. Var. sericea H. Müller. Im K. cfr. auf torfigem Waldboden hinter Dutzendteich 320 m und auf Sandsteinfelsen am Schmausenbuck 350 — 390 m, im rhätischen Keuper häufig in den Schluchten um Bayreuth und Limmersdorf 350—450 m. Dicranum Bonjeani de Not. Im K. steril an Moorgräben bei Zerzabelshof nächst Nbg. 310 m und bei Vilseck 396 m. Dicranum montanum Hedw. Im J. steril auf Tertiärsand im Veldensteiner Forst 400 — 470 m. Campylopns flexuosus Brid. Im K. cfr. in einem verlassenen Sandsteinbruch auf dem Schmausenbuck 370 m. Var. zonatus (Molendo) Limpr. Im K. steril im Schwarzach- thaie bei Gsteinach 350 m. Campylopus fragilis Br. e. Im K. cfr. auf rhätischem Keuper in tiefen Schluchten um Limmersdorf 336 m, im Mühlgraben bei Oberwaiz 350 m. Lencobryum glancum Schmp. Im K. cfr. auf moorigem Wald- boden hinter Ziegelstein bei Nbg. 322 m. Pissidens pussillus Wils. Im K. cfr. an feuchten Wänden verlassener Sandsteinbrüche auf dem Schmausenbuck 370 m. Seligeria pnsilla Br. e. Im J. häufig auf Dolomit im Velden- steiner Forst 420 — 450 m. Seligeria recurvata Br. e. An gleichem Standorte wie voriges und oft in Gemeinschaft. Ditrichnm tortile Lindb. Im K. cfr. auf Sand an Strafsen- gräben hinter dem Birkenwäldchen bei Lichtenhof 318 m und in dem Hohlwege hinter dem Plattnersberg bei Nbg. 330 m. Ditrichum homomalum Hmpe. Im K. cfr. auf verwitterten Sandsteinfelsen in Hohlwegen und im Thal auf dem Schmausenbuck 350 — 360m und auf rhätischem Keuper am Heidenberg bei Schwabach 450 — 460 m. Im J. auf Kreidesand in Gräben der Waldstrafsen im Veldensteiner Forst 450 m. — 173 — Pottia cavifolia Ehrh. Im K. cfr. an der Strafse von Erlangen nach Tennenlohe. Pottia lanceolata C. Müller. Im K. cfr. in einem Pröbchen gesammelt an einer Bachmauer hinter dem Zeltner'schen Schlofs zu Glaishammer bei Nbg. 310 m. Didymodon rubellus Br. e. In den rhätischen Keuperschluchten um Oberwaiz, Neustädtlein a. Forst und Limmersdorf 336 — 350 m. Didymodon rigidulus Hedw. Im K. steril an einer Bachmauer am Kanal bei Steinach nächst Fürth 295 m. Im J. cfr. an einem Grenzstein im Veldensteiner Forst bei Station Ranna 400 m und auf Dolomit im Ankathal bei Rupprechtstegen 400 m. Tortella inclinata Limpr. Im*J. cfr. auf Dolomit im Hirsch- bachthal 400 — 500 m, auf Kalkschotter bei Neuhaus nächst Velden 400 m und in einem Kalksteinbruch ober Vierzehnheiligen 455 m, steril auf Dolomit im Kühlenfelser Thal bei Pottenstein 360 — 400 m. Tortella tortuosa (L.) Limpr. Im J. häufig auf Dolomit im Hirschbachthal 380—530 m und im Veitensteiner Forst 420—470 m. Barbula reflexa Brid. Im K. steril auf Sand an der Strafse über dem Heidbrunnen bei Heroldsberg, in Gemeinschaft mit En- calypta streptocarpa 390 m. Im J. auf Dolomit im Veldensteiner Forst 420—450 m. Barbula convoluta Hedw. Im K. steril auf Sand am Wald- rande bei Hummelstein nächst Nbg. 330 m. Im J. cfr. auf Dolomit am Hohenstein bei Hersbruck 630 m, Kreppling bei Rupprechtstegen 500 m, Veldensteiner Forst 400 — 475 m und im Hirschbachthale 350—500 m. Tortiila papulosa Wils. Im K. steril an einer Pappel bei dem Felsenkeller gegenüber der Waldlust bei Dutzendteich 330 m, an Pappeln in Eibach 318 m, an einer Linde in Lichtenhof 315 m und am Wege von Mögeldorf nach dem Schmausenbuck 318 m. Tortula laevipila De Not. Im K. cfr. in einem Raschen an Pappeln rechts am Wege von Mügoldorf nach dem Schmaufsen- buck 318 in. Tortula pulvinata Limpr. Im K. steril an Ulmus im Wirt- schaftsgarten zu Forsthof bei Nbg. 313 m. Tortula montana Lindb. Im.), steril auf Kalk am Lichtenstein bei Pommelsbrunn 500 m, im Hirschbachthale 360 500 m und auf Dolomit am Staffelberg bei Staffelstein 530 — 540 m. — 174 — Amphidium Mongeotii Schmp. Im K. an den senkrechten, schattigen Wänden der Burgsandsteinfelsen im Schwarzachthaie bei Gsteinach 350 m, auf rhätischem Keuper bei Bayreuth im Ober- waizer Mühlgraben 400 m und in grofser Menge im Wilden Teufels- loche zwischen Oberwaiz und der Waldhütte 420 m, auch in den Schluchten um Neustädtlein a. Forst und Limmersdorf 340 — 400 m. Ulota crispula Bruch. Im J. cfr. an Tannen und Birken im Veldensteiner Forst 450 m. Orthotrichum saxatile Schmp. Im J. cfr. auf Dolomit beim Haselhof im Veldensteiner Forst 410 m. Orthotrichum diaphanum Schrader. Im K. cfr. an Linden und Ulmen an der Strafse aufserhalb Erlenstegen 324 m, auf Acer campestre in der Hecke am Wege von Schoppershof nach St. Jobst bei Nbg. 330 m, an Linden beim Valzner Weiher 330 m und an einer Eiche am Kanal zwischen Fürth und Steinach 300 m. Orthotrichum pumilum Sw. Im K. cfr. im Park Waldlust bei Nbg. 324 m, in den Wirtschaftsgärten bei Gibitzenhof 310 m und in Ziegelstein 321 m. Orthotrichum fastigiatum Bruch. Im K. cfr. an Weiden und Pappeln bei Dutzendteich 319 m, an Eichen und Birken an der Hohen Heide bei Heroldsberg 399 m und bei Gsteinach nächst Feucht 358 m. Orthotrichum Lyellii Hook und Tayl. Im K. steril an Eichen bei Feucht 358 m. Orthotrichum obtusifolium Schrader. Im K. steril im Park Waldlust bei Dutzendteich 324 m und an Pappeln bei Pleeofen nächst Thurnau 390 m. Encalypta contorta Lindb. Im K. steril auf Sand an der Strafse über dem Heidbrunnen bei Heroldsberg mit Barbula reflexa 390 m und an Sandsteinfelsen an der Strafse vor Altenfurt bei Nbg. 320 m. Physcomitrium pyriforme Brid. Im K. bei Lauf 340 m und Rudolphshof 332 m. Im J. auf Ornatenthon am Buch bei Hers- bruck 480 m. Leptobryum pyriforme Schmp. Im K. cfr. an Sandsteinfelsen an der Pegnitz hinter dem Zellengefängnis in Nbg. 350 m, an der Brücke über dem Wilden Teufelsloch zwischen Oberwaiz und der — 175 — Waldhütte bei Bayreuth 425 m. Im J. cfr. auf Dolomit im Velden- steiner Forst 400 — 150 m und an der Houbürg bei Hersbruck 590 m. Webera elongata Schwägr. Im K. cfr. in den rhätischen Keuperschluchten um Limmersdorf und im Wilden Teufelsloch bei Bayreuth 340—380 m. Webera cruda Bruch. Im K. cfr. auf Sandsteinfelsen am Schmaufsenbuck 360 m und in den Schluchten um Limmersdorf und Oberwaiz 335 — 380 m. Im J. auf Dogger am »Zanker Bühl« bei der Heidmühle 450 m. Webera annotina Bruch. Im K. steril an den senkrechten Wänden verwitterter Sandsteinfelsen am Schmausenbuck 340 m, auf Sand an Grabenwänden an der Strafse hinter dem Birken- wäldchen bei Lichtenhof 315 m, cfr. auf Moorerde hinter Dutzend- teich 320 m und im Sumpf an der Bahn bei Station Vach 292 m. Bryum capillare L. Im K. cfr. auf rhätischem Keuper am Heidenberg bei Schwabach 340 m. Im J. cfr. auf Dolomit beim grofsen Teufelsloch im Kühlenfelser Thal bei Pottenstein 400 m. Bryum pseudotriquetrum Schwägr. In tiefen Sümpfen bei Vilseck cfr. 396 m. Mnium hornum L. Im K. cfr. im Schwarzachthaie bei Gsteinach 346 — 355 m. Mnium stellare Rieh. cfr. an gleichem Standorte und im J. auf Dogger in Hohlwegen am Moritzberg bei Lauf 570 — 590 m. Bartramia ithyphylla Brid. Im K. cfr. an Sandsteinfelsen in der Bachschlucht bei Rudolphshof nächst Lauf 322 m und bei Limmersdorf 350 m. Polytrichum gracile Dicks. Im K. steril auf moorigem Heide- land über dem Schwarzachthal bei Gsteinach 357 m. Leskea nervosa Myrin. Im J. steril auf Kalksteinen und Baumstümpfen am Waldrande auf dem Plateau des Klötzberges bei Limmersdorf 553 m. Leskea catenulata Mitten. Im J. steril auf Dolomit am Zankel- stein bei Pommelsbrunn 548 m und im Hirschbachthale 400 — 570 m. Orthothecium rufesceus Br. e. Im .1. steril auf Dolomit im Veldensteiner Forst 400 — 450 m. Brachythecium g-lareosum Br. e. Im J. steril aber in pracht- vollen Rasen auf Tertiärsand in den Gräben der Waldstrafsen im Veldensteiner Forsl ISO- 170 m. — 176 — Brachythecium albicans Br. e. Im K cfr. am Bahnkörper bei Vach 295 m. Eurhynchium strig-osum Schmp. Im K. steril bei der »Klause« auf dem Schmaufsenbuck 360 m. Amblystegium subtile Br. e. Im K. cfr. auf Steinen und Wurzeln am Moritzberg bei Lauf 560 — 598 m. Hypnum stramineum Dicks. In Mooren um Vilseck. Im J. im Sumpf beim Haselhof im Veitensteiner Forst 387 m, in den Doggersümpfen über Wolfslohe 450 m und bei Gunzendorf 426 m. Hypnum crista castrensis L. Auf rhätischem Keuper cfr. im Wilden Teufelsloche bei Bayreuth 420 m und im J. auf Tertiärsand im Veldensteiner Forst 460 m. Hypnum commutatum Hedw. Im J. cfr. in einer Quelle im Ornatenthon oberhalb Fischbrunn im Hirschbachthale 390 m. Hypnum incurvatum Schrader. Im J. cfr. auf Dolomit am Zankelstein bei Pommelsbrunn 540 m. Hylocomium loreum Schmp. Im K. steril und spärlich auf Burgsandstein am Schmausenbuck 345 m und im J. auf Velden- steiner Sandstein im Veldensteiner Forst 470 m. KX>«2<- — 177 Statistische Übersicht der bis jetzt von mir im nördlichen fränkischen Jura und im daran- stofsenden Keuper beobachteten Laubmoose. Familien Gat- tungen Arten Varietäten und Formen 1 Sphagnaceae 1 1 1 4 1 6 3 5 1 2 1 1 3 7 5 3 1 1 1 4 5 1 1 1 3 3 2 1 2 4 1 1 (i 16 27 1 1 4 3 9 5 22 1 6 3 1 8 32 12 18 3 1 1 7 19 11 1 2 5 12 3 1 2 5 1 1 i<; 76 65 2 Archidiaceae 3 Ephemeraceae 4 5 x nascaceae . . ■ Bruchiaceae 6 Weisiaceae 1 7 8 Dicranaceae 8 9 Leucobryaceae 10 Fissidentaceae 2 11 Seligeriaceae 12 18 Ditrichaceae 14 Pottiaceae 7 15 Grimmiaceae 1 16 17 Encalyptaceae 18 Georgiaceae 19 Spla.chnaceae 30 Funariaceae 21 22 Mniaceae 3 23 24 25 Bartramiaceae • 1 2 26 Polytrichaceae 7 27 28 Fontinalaceae 29 Cryphaeaceae 30 Neckeraceae 2 31 32 Fabroniaceae :■;:: Leskeaceae . . 3 34 Ilypnaceae 1 1 Latus . . 99 321 116 Phanerogamen- und Gefässkryptogamen- Flora der Umgegend von , Nürnberg- Erlangen und des angrenzenden Teiles des Fränkischen Jura um Freistadt, Neumarkt, Hersbruck, Muggendorf, Hollfeld. Von August Friedrich Schwarz Kgl. Bayerischem Stabsveterinär. Nachtrag und Fortsetzung zum 1. oder allgemeinen Teil. •X- Nürnberg 1897. 187 § 39. Nachtrag zu Kapitel III: Die floristische Litteratur über die Grefäfspflanzen und Fortsetzung von 1892 bis 1897 unter Erweiterung auf die Litteratur über Nutz- pflanzenanbau im Gebiete. Nahezu in allen Lokalfloren werden die allgemein des Nutzens halber gezogenen Nährpflanzen, das heifst die im Grofsen angebauten Getreidearten, die Gemüse- und Salat- pflanzen, nicht weniger auch die wegen technischer Ver- wendung kultivierten Pflanzen ebensowohl in den Florenver- zeichnissen aufgeführt, wie auch die in weniger kompakten Massen in den Wurzgärten der Dörfer angebauten Arznei- uncl Gewürzpflanzen, wie z. B. Estragon, Wermut, Bohnen- kraut u. a. und ich glaube auch, dafs dies mit Recht geschieht, denn der in einer gewissen Gegend allgemein übliche Anbau der und jener Getreideart, die Pflege von Gemüsepflanzen im Grofsen oder umgekehrt das Fehlen solcher Grofskulturen gibt der betreffenden Gegend ja doch bestimmt mindestens ebensoviel die Physiognomie des Landschaftsbildes, als die vom Menschen unbeeinflufste sogenannte wilde Flora. Die Mitaufführung der Nutzpflanzen — wenn ich schlechtweg diesen Namen gebrauchen darf, der dann zugleich auch für den Wald pafst, denn auch dieser ist im Flachland wenigstens vom Willen des Menschen sehr stark beeinflufst — ist aber nicht blofs in den Lokalfloren Usus, sondern auch die älteren, wie die neuesten Floren, welche grofse Gebietskomplexe be- sprechen, wie Reichenbach, Koch, Garke haben von jeher gleichzeitig mit der Aufzählung der wilden Gewächse die Be- sprechung der des Nutzens halber allgemeiner gebauten Pflanzen gebracht. Wenn nun auch ich im speziellen Teile diesen allge- meinen Usus beibehalten werde, so bin ich logisch auch verpflichtet, bevor ich das Kapitel der einschlägigen Litteratur verlasse, auch die Litteratur aber die Nutzpflanzen unsi Heimatgebietes aufzuführen, und diese Aufgabe isl mir oben Al.li. d Natmli. Ges. Bd. \. 1:5 — 188 — drein um so mehr erleichtert, als seit dem Abschlufs des allgemeinen Teiles (1892) zwei hochinteressante Arbeiten erschienen sind, die auf Grund archivalischer Quellen sowohl, wie auf Grund älterer bis neuerer Litteratur über die Ein- führung von Nutzpflanzen, Ausbreitung deren Kultur etc. so viel wissenswertes an das Tageslicht gefördert haben, dafs es eine Undankbarkeit gegen die Verfasser wäre, wenn wir deren schöne Resultate unbeachtet bei Seite liegen lassen würden. Ich meine Stadiarchivar Ernst Mummenhoffs in der Festschrift zur 32. Wanderversammlung Bayerischer Land- wirte in Nürnberg 1895 erschienene Arbeit „Geschichtliches über die landwirtschaftlichen Verhältnisse der Umgegend von Nürnberg" und Gymnasiallehrer Dr. Alfred Koeberlin's wissenschaftliche Beilage zu dem Jahresbericht 1893 des neuen Gymnasiums in Bamberg „zur historischen Gestaltung des Landschaftsbildes um Bamberg". Beide Forscher haben, bevor sie in die Zeit der Litteratur, das heifst der gedruckten Publikationen gelangten^ handschriftliche Archivalien, die ja nur wenigen zugänglich sind, benutzt. Mummenhoff verfügte über Archivalien des Nürnberger städtischen Archives und namentlich für die Darstellung des Hopfen- und Tabakbaues, dann der Maulbeerbaum- und Akazienzucht über Archivalien des k. Kreisarchives, auch standen Materialien des Feuchter Pfarrarchives und alte Rechnungsbücher des Gutes Weigelshof, sodann das von einem nicht genannten Verfasser erstellte Viridarium districtus Norici 1695 und anderes zur Verfügung. Koeberlin benützte an Archivalien das Kopeibuch des Stifts Sankt Gangolf im k. Kreisarchiv zu Bamberg, dann ebenda die Hofkammerrechnungen vom 16. und anfangs des 17. Jahr- hunderts, die Hofkammerakten 1699 — 1782, die Obermarschall- amtsakten von 1696 — 1770, die Bamberger Verordnungen von 1571 — 1803, Looshorns Regesten, den codex Friederi- cianus c. 1350 (ed. Höfler 1852) dann weitere Materialien im Besitze des historischen Vereins zu Bamberg z. B. Pläne zu Wasserbauten des Ingenieurs Westen und anderes mehr. Die weiters von beiden Verfassern benützten gedruckten Publi- kationen, also die einschlägige Litteratur im engeren Sinne, — 189 — sind in der nachfolgenden Zusammenstellung samt anderem inzwischen hinzugekommenem Material in chronologischer Reihenfolge aufgeführt. So bekommen wir aus ältesten bis in neuere Zeiten schätzenswerte Aufschlüsse über Anbau von Cerealien , Ge- müsepflanzen, Arzneikräutern, auch Nutzbäumen um Nürnberg, namentlich daselbst von dem dem Spitale zugehörigen Kifs- lingshof, dessen Namen allmälich wegen dieser Zugehörigkeit, in Spitalhof sich umänderte, über Schaf hof, Weigelshof, Schoppershof, Fürth, Burgfarrnbach, Kadolzburg, Langenzenn, Laubendorf, Herzogenaurach, Höchstadt an der Aisch, dann südlich über Schwabach, Pyras, Mörsdorf, Sulzbürg, ferner Xiederrorenstadt, Altdorf, Ochenbruck,Schwarzenbruck, Feucht, Egensbach, Hersbruck, Heroldsberg, Eitersdorf, Uttenreut, Marioffstein, Hausen, Forchheim, Serlbach, Ebermannstadt, Göfsweinstein, Pottenstein, Schnaid bei Hirschaid, selbstredend viel über Bambergs nächste Umgebung, Erlau, Burgebrach, Schefslitz, Rattelsdorf, auch nördlicher über Banz, Weifsmain und Kloster Langheim. Demnach ist also fast für das ganze Gebiet mehr oder weniger über Anbauverhältnisse bekannt geworden, nur über die Neumarkter Gegend ist die Forschung in dieser Richtung, so viel mir bekannt, noch stumm. Was den Anbau der Cerealien anbelangt, so scheint der- selbe in eine Zeit zurückzugehen, die noch weit vor aller geschriebenen Geschichte zurückliegt, denn wenn ich Koeberlin richtig verstanden habe, so sind in Höhlenfunden aus prähisto- rischer Zeit Gerste und Weizen bekannt geworden, und jene ältesten Bewohner unserer Gegenden waren darnach bereits nicht mehr auf die Ergebnisse der Jagd allein angewiesen, sondern der Ackerbau war auch ihnen schon bekannt und der primitive Holzpflug bereits ein unentbehrliches Geräte geworden. Aus Munnnenhoff und Koeberlin hören wir ferner wie nach und nach die verschiedenen Nutzpflanzen in den historischen Quellen auftauchen, so z. B. wird (]q< Weines bereits 911, der Hirse L109 Erwähnung "jcthan. dann folgen Roggen, Gerste, lleidel, Haler, Kichererbse, Lern. Hanf: Mohn kommt L262, Zwiebeln, Kraul 1360 zum ersten Male vor, 13* — 190 — 1434 Melonen, 1437 Weichsein und Amarellen, 1438 Gelbe Rübensamen, Pfebensamen; zwischen 1440 und 1464 ist der Meerrettig durch den Markgrafen Johannes Alchimista in Bayersdorf eingeführt worden, 1536 war der Süfsholzbau bei Bamberg schon wohlbekannt; 1557 wird der Spargel erwähnt, 1563 Wermut, Dill, Spik, Basilicum, Lavendel, Majoran, Ros- marin, Kamillen und viele andere Gewürzpflanzen, Kardobene- diktenkraut 1624, Runkelrüben, Skorzoneren 1695, 1735 wird der Kartoffelbau erwähnt, 1778 Mais, 1790 Esparsette, Luzerne, Tobinampur. Hiemit schliefse ich den Auszug aus beiden Arbeiten, welche auch über Wein-, Hopfen- und Tabakbau je noch eine gesonderte Besprechung darbieten, und welche ja ohnehin nicht im Auszug gegeben werden können, sie müssen in extenso nachgelesen werden. Wenn ich nun auf die eigentliche, die gedruckte Litteratur übergehe, so bleibt in Bezug auf die wilde Flora nach wie vor der berühmte und gelehrte Joachim Camerarius der erste Nürnberger Florist. Aber auch in Bezug auf Nutzpflanzen eröffnet ein hochberühmter Name den Reigen der Autoren, nämlich niemand anderer als der Nürnberger Meistersinger Hans Sachs. 1563. Ein Schwank von ihm „das Kiffer b sen kr aul", führt eine Anzahl von Kräutern und Würzen auf, welche in Patrizier- und Bürgergärten damaliger Zeit gebaut wurden. Es werden daselbst erwähnt: Wermut, Dillkraut, Petonien, Spik, Basilien, Lavendel, Maseran, Rosmarin, Kamillen, Schöllkraut, Kürbisse, Frauenminz, Fenchel, Anis, Beifufs, Pappeln, Garthaffenkraut, Thymian, Gundelrebe, Weinraute, Maiblümchen, Margareten- blümlein, Wegwart, Laktukenkraut oder Lattich, Ysop, Wein- reben, Rosenstöck, Lügen, Nägelein, Feiel, Feigen, Rettich, Rüben, Kompaskraut, Mangolt, Kolkraut, Zwifl'el, Knoblach, Peterlein, Salat, Kiffarbeiskraut. 1626. Hornung, Johannes, Gista medica. Noribergae Sump- tibus Simonis Halbmayri. quart, enthält einen Brief des Nürnberger Arztes Leonhard Doldius an Dr. Sigismund — 191 — Schmitzer, aas dem hervorgeht, dafs auch dieser gegen 1607 bereits Spargel zog. Spargel ist allerdings bereits 1557 in Paulus Behaims Garten erwähnt (siehe bei Kamman unter 1888). 1651. Wolfgang- Jakob Dümler , Obstgarten . Nürnberg. In Verlegung J er emiae Dümler s ; octav. weitere Auflagen 1658, 1661, 1664 unter dem Titel „Erneurter und vermehrter Baum und Obstgarten" gibt eine Anweisung zur Cultur der Bäume und Stauden, die in »Franken wachsen und in Gärten gezielet werden.« Dümler war Prediger und geborener Nürnberger. 1660. Die allerdings nicht einschlägigen , aber erwähnten „deliciae hortenses florae Altdorfinae u von Mauritius üoffmannus erschienen 1660 in erster, 1677 in zweiter Auf- lage. Ferners ist bezüglich der Werke des M. Hoffmannus zu berichtigen, dafs nicht nur die zweite Auflage von 1677 der Deliciae sylvestres, wie es nach dem Wortlaut der Be- sprechung scheinen könnte, die topographische Karte der Umgebung Altdorfs enthält, sondern dieselbe ist auch bereits der ersten Auflage von 1662 beigegeben. 1671. Wolf Albrecht Stromer von Keichenbach, Die edle Garten- kunst, II. Auflage 1682, sei wegen darin enthaltener Nutz- gewächse nunmehr ebenfalls erwähnt. 1759. Joachim Friedrich Tresenreuter , Wirtschaftliche und rechtliche Abhandlung von dem Hopfen etc. Nürnberg hei Joh. Georg Lochner, quart ; das 1760 in den fränkischen Sammlungen aus der Naturlehre etc., erschienene Referat hier- über wurde bereits erwähnt. 1773. Carl Christoph Oelhafens von Schoellenbach. der Reichst ladt Nürnberg Waldamtmanna Abbildung der wilden Bäume, Stauden und Busehgewäehse, welehi nicht nur mit Farben nach der Natur vorgestellet, sondern auch nach ihrer — 192 — wahren Beschaffenheit, nach dem Stande ihrer Blätter, nach ihren männlichen und weiblichen Blüthen, Früchten und Samen, nach ihrem Wachsthum und Aller, das sie gewöhnlich erreichen, nach ihrer Erziehung und Pflege, die sie erfordern, kurz und gründlich beschrieben sind. Erster Theil, icelcher die Tangel- oder immergrüne Bäume enthält. Verlegt und mit den in Kupfer gestochenen und illuminierten Abbildungen versehen von Adam Wolfgang Winter Schmidt, Kupfer stecher, Kunsthändler und Musikalien- verleger in Nürnberg. — Der wilden Bäume, Stauden und Buschgewächse. Zweyter Theil, welcher die Laub- oder Blätterbäume enthält. Quart. 1777. J. P. Bänder, Kommer zienralh. Von der besten Art den Hopfen zu erbauen, nach eigener Erfahrung entworfen. Altdorf. IL Auflage 1795. 1782. Will, Historisch- diplomatisches Magazin berichtet im II. Bande pg. 514 und 515 über Beginn des Anbaues der Kartoffel in zwei Sorten, der deutschen seit ungefähr 50 Jahren, also seit etwa 1730, der wälschen seit 6 bis 8 Jahren. 1787. Johann Bernhard Fischer, markgräfl. brandenburg- anspachischer geheimer Kanzlist: Statistische und topo- graphische Beschreibung des Burggrafthums Nürnberg unterhalb des Gebürges : oder des Fürstenlhums Branden- burg-Anspach. Zum Theile. Anspach, bey dem Verfasser. Im I. Teil bringt Abschnitt X pg. 147 unter B. Pflanzenreich eine anscheinend sehr fleifsige Zusammenstellung der vor- handenen Phanerogamen und Cryptogamen inclusive Pilze nach Linne's System leider ohne jegliche Nennung der Ver- breitungsverhältnisse. Octav. 2 Bände. 1792. Benignus Pfeufer. Beyträge zu Bambergs topographisch statistischer, sowohl älterer als neuerer Geschichte. Mit 1 Kupfer. Bamberg, grofs Octav. 2 fl. Enthält Material über Nutzpflanzen. — 193 — 1794. Reichsanzeiger Nr. 103 enthält eine Aufzählung der Hopfenpreise, unter anderen auch von Altdorfischen Stadt- und Landhopfen. Der Altdorfische Stadthopfen wurde damals schon mit dem Stadtsiegel gesiegelt, wenn er verschickt wurde. Ansbachische Monatsschrift referiert im Juni- und Julihefte über landwirtschaftliche Anbauverhältnisse in Mittel- franken. 1796. Georg- Andreas Will's Kaiserl. Hofpfalzgrafens, öjfentl. ordentl. Professors der Alt dörfischen Universität und der- selben Seniors Geschichte und Beschreibung der Nürn- bergischen Landstadt Altdorf. Altdorf in Commission der akademischen Monath-Kufslerischen Buchhandlung. Octav. Abschnitt V. Natürliche Beschaffenheit bringt pg. 131 u. f. unter I. Salubritaet. Longaevitaet, Bevölkerung, Fruchtbarkeit und Mortalitaet auf pg. 132 eine Aufführung seltener »um Altdorf« vorkommender Phanerogamen, auch eines Pilzes. — pg. 147 die gebauten Gerealien und Speise- pflanzen, sowie pg. 148 — 153 Bericht über den dortigen Hopfenbau. 1797. F. Schneidawind. Versuch einer statistischen Beschrei- bung des Fürslenlhums Bamberg. 2 Bände mit Beilage. Bamberg. Grofsoctav 3 fl. 36 kr. Berichtet über Nutzpflanzen. Bambergischer Stadt- und Landkalender berichtet über den Anbau der Piobinia Pseudacacia, weifs und rot, und be- fürwortet eifrig deren Anbau. 1801. J. B. Roppelt, hisforixe/i-to/)ograph48che Beschreitung ilc.s Fürslnilhitms Bamberg. Nu min ■ rg, grofs Octav, 3 fl. Berichtet über Nutzpflanzen. Nürnberger Verkündiger pg. 45 und 155 berichten über Isatis tinctoria, pg. 73 über blühende Agave americana mit 5495 Blüten in Ansbach, ferner Jahrgang ISO!), pag. 79 über Produktion von Süfsholz bei Bamberg. 194 1810. Morgenblatt. Nürnberg pg. 281 berichtet über Bau von Isatis tinctoria. 1812. D. Johann Christian Fick. Historisch-topographisch-stati- stische Beschreibung von Erlangen und dessen Gegend mit Anweisungen und Regeln für Studierende. Mit zwei Kupfern. Nebst einem Anhang, die neueste Organisation der Universität und die Schilderung ihres Znstandes enthaltend. Erlangen in Kommission bei J. J. Palm. Subscriptionspr. 1 fl. 30 kr« Ladenpr. 2 fl. 24 kr. Octav. Berichtet pg. 107 über den Bau der Weberkarden, Dipsacus Fullonum, in der Marioffsteiner Gegend, alsdann auch über Obstbau um Erlangen. 1818. Joseph von Hazzi, über Güter arr ondirung , gekrönte Preisschrift erwähnt als erste die Anpflanzung des Pyramiden- pappelbaumes um Bamberg. 1819. Nikolaus Haas, Geschichte des Slavenlandes an der Aisch. Zwei Bände. Berichtet über den Anbau des Haidels und über den Hopfenbau im Bambergischen. 1821. Jakob Ernst von Reider, Bambergs Gartenbau. 1828. Joseph Heller, die Altenburg bei Bamberg, Geschichte und Beschreibung derselben. Mit 4 Abbildungen. Kar- tonniert 1 fl. 48 kr. Bamberg bei J. C. Dresch. Erwähnt der seit zwei Jahren geschehenen Anpflanzung der Maulbeer- bäume zum Behuf der Seidenraupenzucht. 1841. J. von Plaenkner, Herzogt Sachsen-Coburg- Gothaischer Oberstlieutenant , Die fränkische Schioeiz. Taschenbuch für Reisende. Coburg und Leipzig, Verlag der Sinner- schen Hofbuchhandlung, octav. Enthält nur einige floristische Notizen. 1843. Dr. Gottlieb Zimmermann. Das Juragebirge in Franken und Ober pfalz, vornehmlich Muggendorf und seine Um- 195 gebungen. Erlangen in der Palmsehen Verlagsbuch /iand- limg. Octav. Enthält im Abschnitt IX Naturgeschiehtliches pg. 184 — 190 einiges über Culturpflanzen des Jura. 1844. Dr. Zierl, über Bayerns landicirthschaftliche Zustände. München, referiert über Anbauverhältnisse in Mittelfranken. 1845. Haas. Geschichte der Pfarrei Skt. Martin enthält die Bemerkung, dafs 1536 der Bau des Süfsholzes schon allgemein um Bamberg verbreitet gewesen sei, und anderes einschlägige über Nutzpflanzen. 1854. August Lambrecht, gesammelte und selbst gemachte Erfahrungen über den bayrischen , zunächst Bamberger Hopfen. Abhandl. des naturforschenden Vereins zu Bamberg. II. Bericht pg. 31 — 35. Quart. 1855. Dr. F. B. W. v. Hermann, Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Enthält einschlägiges über Getreidebau in Oberfranken. 1856. Funk. Nachtrag zur Flora Bambergs. III. Bericht der naturforschenden Gesellschaft zu Bamberg. Druck von J. AI. Reindel. Quart, pg. 48. Schweitzer, Copialbuch des Collegiu/stiftes St. Stephan 1224 — 1616 im 19. Bericht des historischen Vereins Bamberg. Berichtet über Hopfenbau bei Serlbach nächst Forchheim 1328, auch über Obstbau bei Bamberg 1336. 1857. Dr. K. Seuffert, Statistik des Getreidehandels in Bayern. München, enthält einschlägiges über Getreidebau in Mittel- Lind Oberfranken. 1861. Die ForstverwaUwng Bayerns beschrieben rmn k. />. Minisli riulforsllßureuu, München. Zeitschrift des landwirtschaftlichen Vereins in Baiern. Dezemberheft und Januar L892. Referieren über Getreidebau in Obeffranken, ebenso 1862, L863. 1864 über Mittelfranken. — 196 — 1864. Eduard Fentsch. Feldicirthschaft in Oberfranken. Ba- varia III. Band. VIII. Buch. Oberfranken pg. 415—429. 1865. Eduard Fentsch. Landwirthschaft in Mittelfranken. Bavaria. IUi Band, X. Buch. Mittelfranken pg. 1027—1044. Das Knoblauchsland bei Nürnberg. Die landwirt- schaftlichen Verhältnisse des sogenannten Knoblauchs- landes bei Nürnberg, erhoben und redigiert von den Land- wirlhschaftslehrern Inspector Dr. C. Kellermann u. A. Firsching. Im Selbstverlage des Herausgebers Dr. C. Kellermann, königl. Rector an der Kreis-Landwirthschaftsschule Lichten- hof bei Nürnberg. U. E. Sebald'sche Buchdruckerei in Nürnberg. Octav. Die Versammlung von Obstbaumzüchtern in Effelterich am 8. October 1864. Beitrag zur Geschichte der Obstbaum- zucht und des Obstbaues, wie zur Geschichte der Entwickelung des landwirthschaftlichen Fortbildungswesens in Oberfranken. Vereins kundgäbe des Kreiscomites an seine Mitglieder. Bayreuth. Gedruckt bei Th. Berger. Octav. 1866. Dr. A. Haupt, Professor. Die Bamberger Gärtnerei, ein Theil der freien Wirthschaft. Programm zur Schlufsfeier des Studienjahres 1865/66. Bamberg. Druck der W. Gärtner- sehen Officin. Beilage zum Jahresbericht über das Königl. Lyceum , Gymnasium und über die lateinische Schule zu Bamberg. Bekannt gemacht am 8. August 1866. Quart. Besnard's Bayerns Flora enthält doch einige in den erwähnten Arbeiten nicht verzeichnete Vorkommnisse z. B. bei Silene linicola. 1877. Offizieller Führer für die VI. Versammlung der deutschen Forstmänner zu Bamberg im September 1877 . Berichtet pg. 59 über 150 jährige Lärchenbäume im Haupts- moorwald. 1878. Fest- Gabe, gewidmet den Teilnehmern an der 20. Wan- der 'Versammlung bayerischer Landwirte. Bayreuth. Druck — 197 — van Th. Burger, redigiert von May, Heuschmid, Casselmann. pg. 74 — 86. E. Ackerbau von May. Enthält Notizen über Getreidebau, Kartoffel-, Flachs-, Hopfen- und Greenbau etc. in Oberfranken. F. Wiesenbau und Culturen von Heuschmid. Berichtet über Be- und Entwässerungsanlagen. 1882. 1883. Mittelfränkische Boden- und Culturverhältnisse von Oekouomie-Rut Classen in „der Landwirt.' 1 Beilage zur Fränkischen Zeitung 1882 Nr. 2, 3, 6, 12, 28, 33, 34 und 1883 Nr. 27, geht pg. 143 praktisch auf Zusammenhang zwischen Flora und Untergrund ein und spricht über Klee-, Luzernen-, Lupinen-. Tabak- und Hopfenbau im Bezirk. Druck bei Brilgel in Ansbach. Quart. 1883. Oberpfälzische Fischerei-Ausstellung in Regensburg vom 19.— 24. Mai 1883. Katalog, Festschrift. Heraus- gegeben vom oberpfälzischen Kreisfischereiverein. Regens- burg. Druck von Georg Joseph Manz. Octav. In derselben bringt pg. 24 — 34 Lehrer Gregor Loritz eine Zusammenstellung der Wasserpflanzen um Regensburg mit den wichtigen Jahreszahlen der Einwanderung der Elodea canadensis dort- selbst, welche diesbezüglich auch für die Einwanderung im Canal in dem hiesigen Bezirke von Wichtigkeit sind. 1884. BambergerWeinbuch. Ein Beitrag zur Dult Urgeschichte von Dr. Heinrich Weber. 46. Bericht des historischen Ver- eines zu Bamberg. 1887. Festschrift für die Teilnehmer an der 28. Wander- versammhmg tu igen' scher Landwvrte in Kuhnbach, /N ss . zugleich Jahresbericht des Kreiscomile des la/ndwirtschaft- lirlwn Vereins ron Ober/ ranken für 1887. Druck ran Richard Reh/m in Kntnilmeh. pg. 48 — 53. K. Ackerbau r. — 200 — p. 58 — 72. Beschreibende Naturwissenschaften von Prof. Ernst Spiefs: — mit Portrait des Ludovicus Jungermannus pg. 65. — p. 73 — 96. Geschichtliches zur Heilkunde in Nürnberg von Stadtarchivar E. Mummenhoff: 1. Die Ärzte und das Collegium medicum. 4. Die Universität Altdorf, p. 97 — 118. Zur Geschichte des Apothekenwesens in Nürnberg von Herma/rm Peters. Örtlichkeit: p. 125 — 133 Geologische und topisch-geo- graphische Verhältnisse der Gegend von Nürnberg von Dr. Hagen, kgl. Bezirksarzt. p. 134 — 148. Die Flora der Umgegend Nürnbergs von Aug. Schwarz, kgl. Stabsveterinär. p. 156 — 160. Das Klima Nürnbergs von Prof. H.Staudacher. p. 161 — 162. Grundwasser und Bodentemperatur von städt. Ingenieur A. Wagner. p. 296 — 297. Abfuhr der Hans- und Küchenabfälle von Rechtsrat Ulsamer. p. 454 — 457. Das Natur historische Museum von Prof. Spiefs. Die Bubus-Flora der Umgebimg Nürnbergs. Resultate der Beobachtungen des botanischen Vereins Nürnberg, zu- sammengestellt von dessen Vorstand Pfarrer Münderlein. Deutsch, bot. Monatsschr. XI. N. 8 u. 9 pg. 2 — 7. Orientwender Überblick über die Flora des Begnitz- gebietes von Pfarrer Münderlein; ebenda pg. 19 — 24. Jahresbericht des botanischen Vereins Nürnberg pro 1892 erstattet von E. Kaufmann; ebenda pg. 24 — 25. Über Ludwig Jung ermann, den Verfasser der ältesten Lokalflora in Bayern, von Dr. G. Leimbach in Arnstadt; ebenda pg. 29 — 31. Abhandlungen der Natur historischen Gesellschaft zu Nürnberg. X. Band, I. Heft und Jahresbericht für 1892. Nürnberg, U. E. Sebald. Bericht der botanischen Sektion von A. Schwarz und W. Bildet, pg. 31 — 34. — 201 — Berichte der deutschen botanischen Gesellschaft, Berlin. Referat pro 1891 von J. E. Weifs. pg. (93)— (95). Die Verbreitung von Veronica verna L. und V. Dillenii im diesr heinischen Bayern von P. Ascherson. Mitteilungen der Bayerischen Botanischen Gesellschaft, München, 15. Okt. 1893. Nr. 6. pg. 41—43. Zur historischen Gestaltung des Landschaftsbildes am Bamberg. Wissenschaftliche Beilage zu dem Jahresbericht des neuen Gymnasiums in Bamberg von Dr. Alfred Koeberlin, k. Gymnasiallehrer. Bamberg. Fr. Humann' sehe Buch- druckerei {Fr. Göttimg). Octav. Haussknecht, C, Pflanzensystematische Besprechungen. Mitteilungen des Thüringischen botanischen Vereins. Neue Folge. Heft III und IV. /. Über die Beziehungen der Saxifraga decipiens Ehrh. zu S. hypnoides. pg. 73 — 80. 1894. Botanische Wanderungen im nordöstlichen Teile des fränkischen Jura. Von Lehrer Johannes Simon in Nürnberg. Fränkischer Kurier, 16. Februar. Nr. 87. Abendblatt, pg. 1— 4. Osterluzei \or\W. ebenda vom 20. Juni. Nr. 311. pg. 3 u. 4. Schul- und Excursions- Flora von Bayern von Dr. J. E. Weifs, Docent der Botanik an der kgl. Universität, kgl. Custos am botan. Garten in München. München und Leipzig Dr. E. Wolff. Wissenschaftlicher Verlag. Oktav. Phänologische Mitteilungen : Botanische Sektion der Naturhistorischen Gesellschaft, Friedrich Se/iuttheifs, Apo- theker, Generalanzeiger . Nr. 132 vom 8. Juni pg. 2 u. 3, Nr. 162 vom 13. Juli pg. 2, Nr. 240 vom 12. Oktober, pg. 2 u. 3, Nr. 281 vom 29. November pg. 2. Nachträge zur Flora von Bamberg von Dr. Kurt Harz in Pirmasenz, Rheinpfalz. Abhandlungen der naturhistor. Gesellschaft Nürnberg. X. Band, II. Heft. p. ii— 46. Bericht der botanischen Sektion ron A. Schwär % und W. Rudel pro 1893 ebenda pg. 48—53. Heil rüge zur Flora des liegnilzgeltieles VI. zusammen- stellt vom Botanischen Verein in Nürnberg. Deutsche bot. Monatsschrift von Leimbach XII. Nr. 6 7 pg. 48- 56 — 202 — und Jahresbericht erstattet von E. Kaufmann, ebenda, letzterer enthält aber 8 Formen und Bastarde als neu für das Gebiet, welche z. Teil schon sehr lange bekannt sind, z. B. Inula Helenium, welches schon Sturm und Schnitzlein angeführt haben. Dr. Chr. Hutzelmann, Geschichte der Stadt Bayersdorf und des Schlosses Scharf eneck, Fürth 1894, pg. 26 gibt an, dafs der Meerrettig nach Bayersdorf von dem Markgrafen Johannes Alchimista (1440 — 1464) eingeführt worden sei. 1895. Floristisches aus Süd-Thüringen und Franken von Georg 1 Kückenthal, Pfarrer. Deutsche botan. Monatsschrift v. Leimbach. Nr. 1 u. 2. pg. 1—5, 24—26. Festschrift gewidmet den Teilnehmern an der 32. }\ T ander 'Versammlung bayerischer Landwirte in Nürnberg vom 12. bis 14. Mai ; redigiert von Dr. Friedrich Wagner in Lichtenhof-Nürnberg; mit 20 Abbildungen und 8 Tafeln; Nürnberg, Verlag von Heerdegen-Barbeck. Grofsoktav ent- hält u. a. I. pg. 1 — 58 Geschichtliches über die landwirtschaft- lichen Verhältnisse der Umgegend von Nürnberg, von Stadt-Archivar Ernst Mummenhof. Hiezu pg. 317—328. Nachtrag und Exkurs. II. pg. 59 — 85. Die geognostischen Verhältnisse von Mittelfranken mit besonderer Berücksichtigung der Nürnberger Gegend von Stabsveterinär August Schwarz. III. pg. 86 — 91. Das Klima von Nürnberg von Professor Hans St au dacher. IV. pg. 92 — 108. Die Vegetalionsverhältnisse der Um- gebimg von Nürnberg nach phänologischen Beobach- tungen, von Apotheker Friedrich Schultheifs. V. pg. 109 — 116. Die bei Nürnberg vorkommenden Acker- und Wiesenunkräuter von demselben. VI. pg. 117 — 275. Die Feldwirtschaft in der Nürnberg Fürther Gegend von Landwirtschaftslehrer Dr. Friedrich Wagner. — 203 — VII. pg. 276 — 279. Wiesenbau von demselben. IX. pg. 286 — 316. Die Entwicklung des bayrischen Hopfen- baues und das Emporblühen des Nürnberger Hopfen- handels. Von Kaufmann Albert Mayer-Dinkel Einige Beiträge zur Kenntnis der pflanzengeogra- phischen Verhältnisse im Keuper um Nürnberg und im benachbarten Jurazuge, soicie dem östlich bei Bayreuth und Kreussen wieder zutagetretenden Keuper und auf den dortigen Muschelkalkhöhen. Aus den von Seite der Mitglieder der botanischen Sektion im letzten Jahrgange ge- machten Aufzeichnungen und den Beobachtungen einiger Herren in Neumarkt und Erlangen zusammengestellt vom Obmann der Sektion, kgl. Stabsveterinär A. Schwarz. Ab- handlungen der naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg. X. Band, III. Heft. Nr. 2, pg. 63—80. Schultheifs, Friedrich, Phänologische Mitteilungen, Generalanzeiger, Nürnberg, Nro. 139 vom 17. Juni pg. 2 — 3. Nr. 177 vom 31. Juli pg. 2. Nr. 252 vom 26. Oktober pg. 2—3. Nr. 299 vom 10. Dezember pg. 2—3. 1896. Schultheifs, Friedrich, Phänologische Mitteilungen. Generalanzeiger , Nr. 143 vom 20. Juni. pg. 1 — 2. Nr. 272 vom 18. November pg. 1 — 3. Flora des Begnitzgebietes. Zum Gebrauche auf Excursionen, in Schulen und zum Selbstunterrichte von Gh. Kittler, hehrer am Port' sehen Töchterinstitut, Lehrer für Naturkunde am kgl. alten Gymnasium. Nürnberg, Verlag der Friedr. Korn'schen Buchhandlung. Oktav. Die Bosenflorula von Eichstätt von Dr. Jos. Schwerf- schlager, Lyceal/trofessor, behandelt im Anhang Rosen von Berg bei Neumarkt und Skt. Veit bei Pleinfeld. Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. IV. Bd. pg. 25. Vorarbeiten zu einer Flora Bayern*. Familie der Ranunculaeeen. Herausgegeben von der Bayerischen Botani- schen dt si llsrlmfl. München. Selbstverlag der Gesellschaft. Druck von Val. Höfling, pg. 1 — 7(>. Beiträge zur Fluni des Hegnitzgchic/cs zusammen- gestellt vom Botanischen Verein in Nürnberg. VII. Deutsche — 204 — botan. Monatsschrift von Leimbach. XIV. Jahrgang, Nro. 6 — 7. pg. 85—87. Beitrag zur Pilzflora von Franken insbesondere der Vmgegend von Nürnberg von P. Magnus, Berlin. Abhand- lungen der naturhistor. Gesellschaft zu Nürnberg. X. Band. IV. Heft. Nr. 2. pg. 121 — 140 ist wegen Aufführung der Nährpflanzen der parasitären Pilze auch hier einschlägig. Weitere Nachträge zu/r Flora Bambergs und des nördlichen Ju/ra von k. Beallehrer Dr. Kurt Harz in Kuhnbach, ebenda Nr. 3 pg. 141—145. 1897. Die europäischen Arten der Galtung Gentiana aus der Sektion Endotricha Fr ml. und ihr entwicklungsgeschichtlicher Zusammenhang von Dr. R. v. Wettstein C. M. K. Akad. Aus dem botanischen Institute der k. k. deutschen Universität in Prag. Mit 3 Karten und 4 Tafeln. LXIV. Band der Denkschriften der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Wien, aus der kaiserlich -königlichen Hof- und Staatsdruckerei. In Commission bei Carl Gerold's Sohn, Buchhändler der kaiser- lichen Akademie der Wissenschaften. Grofsquart. Weitere Nachträge zur Flora Bambergs, des nörd- lichen fränkischen Jura und Kulmbachs von Dr. Grub, kgl. Bezirksarzt in Stadtsteinach, Dr. Harz, kgl. Beallehrer in Kulmbach, Kraus, kgl. Präpar and entehr er in Kulmbach, Müller, kgl. Beallehrer in Kulmbach. Abhandlungen der naturhistorischen Gesellschaft zu Nürnberg. ^=£e^ II. oder spezieller Teil Al.h. .1. Naturh. ti«-s. X. IUI. Kapitel IV. Das natürliche Pflanzen-System. §40. Modificiertes de Candollesches System : Einteilung der Gefäfspflanzen in Klassen und Unterklassen. I. Sporenpflanzeii mit Bildung von Gefäfsbündeln im Stamme. Fortpflanzangszellen ohne vorgebildete Neuanlage der künf- tigen Pflanze. Zwei Generationen, indem aus den Sporen Vorkeime = Prothallien hervorgehen, welche Antheridien und Archegonien tragen (proembryonale Generation). Aus einer befruchteten Eizelle des Archegoniums entwickelt sich die junge Farrnpflanze, welche schon bald von dem nun vergehenden Prothallium sich frei macht, sich selbst er- nährt und sich in Stamm, Blätter und Wurzeln differenziert. Späterhin entstehen in verschieden gestellten Fruchtständen oder auf der Rückseite der Blätter die Sporangien mit den darin sich entwickelnden Sporen (embryonale Generation) Kapitel VIII: Gefäfskryptogamen, Pteridophyta Colin. II. Samenpflanzen. In dem von der Mutterpflanze sich lösenden und alsdann eine Zeit lang ruhenden Samen be- findet sich der in Wurzel, Stengel und Blatt differenzierte, also die völlige Anlage der neuen Pflanze bereits zeigende Keimling: A. Samenknospe nackt, kein Fruchtknoten und keine Narbe vorhanden. Samen nackt auf einem metamorphosierten Blatt. Keim mit zwei oder vielen Keimblättern, daher auch Polycotyledones genannt: Nacktsamige oder Qymuospermae. Kapitel VII: 1!. Samenknospe in 'lern von einem oder mehreren Carpell- blättern gebildeten Fruchtknoten eingeschlossen, welcher en der mehrere Narben trägt Wirkliche Blüten vor hanclen, d. h. Blattsprosse mit kurzbleibender Achse und in concentrischen Kreisen angeordneten metamor- phosierten Blattkreisen zur Umhüllung der Sexual- organe: Bedecktsainige oder Angiospermae. Kapitel V und VI: a. Keimling mit nur einem Samenlappen, welcher die Knospe scheidenartig umschliefst. Stengel mit zer- streuten Gefäfsbündeln. Blätter meist schmal, ganzrandig, parallelnervig. Blütenteile vorherrschend dreizählig. Blüte meist nicht in Kelch und Blumenkrone unter- schieden, sondern ein Perigon. Die Hauptwurzel bleibt meist unentwickelt: Einsamenlappige oder Monocotyledones Jussieu. Kapitel VI: b. Keimling mit zwei gegenständigen, blattartigen Samenlappen. Stengel mit kreisförmig angeordneten Gefäfsbündeln. Blätter mit verzweigter Nervatur, ganz- randig oder mit eckig oder wellig gebogenem Blattrand, die Blattspreite ganz oder geteilt oder zusammengesetzt, oft gestielt. Blütenteile meist fünfzählig. Kelch und Blumenkrone meist deutlich verschieden, oder der eine Blattkreis fehlend. Hauptwurzel mit Verzweigungen entwickelt: Zweisamenlappige oder Dicotyledones Jussieu. Kapitel V: 4 Unterklassen: 1. Blumenblätter mehrere, getrennt, nebst den Staubblättern auf dem Fruchtboden, nicht auf dem Kelche einge- fügt: Fruchtbodenblütlge oder Thalamiflorae De Candolle. § 41, 42. 2. Kelchblätter mehr oder weniger verwachsen, Kronblätter und Staubblätter einer auf die Basis des Kelches auf- gewachsenen Scheibe eingefügt oder der an den Frucht- knoten angewachsene Kelch trägt die freien Kronblätter und die Staubblätter: Kelchblütige oder Calyciflorae De Candolle. § 43, 44. 3. Kelchblätter unter sich zu einer Röhre, aber nicht mit der Blumenkrone verwachsen. Blumenkronblätter unter sich verwachsen und die Staubblätter tragend, Frucht- knoten frei ober dem Kelch- wie Kronansatz: Kronblütige oder Corolliflorae De Candolle. § 45, 46. 4. Blütendecke einfach, da die Kronblätter fehlen; bisweilen fehlt auch die Blütendecke: Einhülleblätterige, Apetalae oder Monochlamydeae De Candolle. § 47, 48. Kapitel V. Zweisamenlappige Pflanzen oder Dicotyledones Jussieu. § 41. Thalamiflorae De Candolle. Tabelle der Familien nach augenfälligen Merkmalen. Viele einfächerige Fruchtknoten in einem Gynaeceum vereinigt, jeder mit einem Griffel, sehr selten zu einem einzigen verwachsen und beerenartig (Actaea). Staub- blätter zahlreich, selten nur 5. Blüten regelmäfsig oder symmetrisch Ranuncuhireae 1. , Nur ein Fruchtknoten vorhanden, einfach oder durch Verwachsung vieler Fruchtblätter scheinbar einfach: 2. Zahlreiche Staubblätter, Blüten unregelmäfsig, Kapseln offen Resechiceae 9. 2*. Zahlreiche Staubblätter, mehr als zehn, Blüten regelmäfsig : 3. Staubblätter frei: 4. Krone 4 blätterig, Kelch 2 blätterig, beide abfällig, Frucht eine kugel-, keulen- oder schotenähnliche Kapsel .... Papaveraceae 4. 4*. Krone 5 blätterig, Kelch 5 blätterig, Frucht nufsartig, Blütenstiele mit einem netzaderigen Deckblatt verwachsen, Bäume . . . Tiliaeeae 17. 4**. Krone 3 oder 5 blätterig, Frucht eine Kapsel, kleine Halbsträucher mit grofsen gelben zarten Blüten Cistacecte 7. 4***. Krone vielblätterig, Kelch 4 oder 5 blätterig, Kronblätter in die Staubblätter übergehend. Wasserpflanzen mit grofsen schwimmenden Blättern Nymphaeacea 3. 3* Staubblätter verwachsen und zwar: 5. einbrüderig, Kelch 5 spaltig mit Aufsenkelch, Fruchtblätter zahlreich, in einen Kreis ge- stellt, bei der Reife in zahlreiche nieren- förmige Teilfrüchtchen zerfallend. Malvaceca tß. f>*. dreibrüderig, Kelch 5 blätterig ohne Aufsen- kelch, Kapsel 3 fächerig . . . Hypericacem /< s '. — 6 — 2**. Staubblätter unter oder bis 10: 6. Staubblätter mehr oder weniger verwachsen: 7. Blüten regelmäfsig, Staubblätter nur an der Basis verwachsen: 8. Griffel 5 zu einem langen schnabelför- migen Körper verwachsen, Klappen vom Grunde bis zur Spitze mit dem zirkel- oder schraubenförmig zusammengerollten Griffel von der stehenbleibenden Mittelsäule ab- springend Geraniaceae 20. 8*. Kapsel 5 fächerig, an den Kanten auf- springend und elastisch die zahlreichen Samen wegschleudernd, Fächer unge- schnäbelt O.calidaceae 21. 8**. Kapsel 8 bis 10 fächerig, Fächer ein- samig; 5 oder 4 fruchtbare Staubblätter mit ebensovielen unfruchtbaren wech- selnd Linaceae 15. 7*. Blumenkrone symmetrisch, Staubblätter in 2 Bündel verwachsen: 9. Kelch 2 blätterig, bald abfallend, Staub- blätter 6, Frucht eine einsamige Nufs oder eine 2 klappige aufspringende, vielsamige Schote Fumariaceae 5. 9*. Kelch 5 blätterig, die äufseren Blätter klein, grün, die 2 inneren blumenkronartig, Krone unregelmäfsig, Staubblätter 8, unten einbrüderig Polygalaceae iL 6*. Staubblätter frei, gleich lang: 10. Blumenkrone regelmäfsig: 11 Bäume mit Flügelfrucht. . . . Aceraceae 19. 11*. Rankende Sträucher mit mehrsamiger Beere Ampelidaceae. 11**. Sträucher mit einfächerigen 2 — 3 sämi- gen Beeren, Staubblätter reizbar, zu 6, Kelch und Kronblätter zu 6 (bei der einzigen im Gebiet vorhandenen Gat- tung) Berberidaceae 2. 11***. Kräuter: 12. Fruchtknoten 1 — 3 fächerig, Frucht eine Kapsel mit wandständigen Samen- trägern, Kelch 5 blätterig. Sumpf- pflanze mit zum Insektenfang auffal- lend geformten, mit gestielten Drüsen bedeckten Blättern. . . Droseraceae 10. 12*. Kapsel 3 — Öfächerig, Kelch lblätterig 3 — 5 spaltig oder teilig. Blätter gegen- ständig, zarte Wasserpflanzen Elatinaceae 14. 12**. Kapsel 1 fächerig mit mittelständigem Samenträger: 13. Kelch verwachsen, röhrig oder glockig, 5 zähnig, Krone stets vor- handen, meist grofs, oft mit Neben- krone, von verschiedener Färbung, Blätter gegenständig, Landpflanzen Silenaceae 12. 13*. Kelch 4 — 5 blätterig oder tiefteilig, Krone unansehnlich, meist weifs. zuweilen fehlend, sonst wie vorige Alsinaceae IS. 10*. Blumenkrone regelmäfsig oder symmetrisch, Staubblätter 8 — 10. Fruchtknoten 3 — ölappig. Kapselfächer an der Naht oberwärts auf- springend, Blätter wechselständig, durch- scheinend punktiert, aromatische Pflanzen. Ruiaceae 23. 10**. Blumenkrone symmetrisch : 14. Staubblätter 7, Frucht eine kugelige Kapsel, Bäume Hippocastanaceae. 14*. Staubblätter 5. Kräuter: 15. Kelch und Blumenkrone 5 blätterig, Kapsel einfächerig, 3 klappig auf- springend, vielsamig . . . Violaceae 8. 15*. Kelch und Blumenkrone 5 blätterig, Fruchtknoten 3 fächerig mit je einem Samen Tropaeolaccm . 15**. Kelch 2 blätterig, Kapsel 5 fächerig, elastisch aufspringend und die zahl- reichen Samen weit auswerfend BaUaminaceae -1. 6**. Staubblätter frei, 4 gleich lange und 2 gleich kürzere = viermächtig. Frucht meist eine 2 fächerige Schote, selten nicht aufspringend. Kelch ^blätterig, meist rasch abfällig, Kron- blätter übers Kreuz gestellt, selten fehlend Crun'/i rin 6, — 8 — § 42. Die Familien, Gattungen, Arten, Unterarten und besonderen Formen der Thalami florae und deren geographische Yerbreitungsverhältnisse im Florengebiet. 1. Familie. Ranunculaceae Jussieu. 1. Blüten regelmäfsig, ungespornt: 2. eingriffelig, Frucht eine Beere Actaea 19. 2*. mehrgriffelig, Schliefsfrucht einsamig: 3. Kelch kronenartig gefärbt, Kronblätter fehlend oder sehr klein: 4. Blätter gegenständig, Blüten ansehnlich, ohne Kronblätter, Früchte mit bärtigem Griffel (bei unseren Arten) Clemaiis 1. 4*. Blätter wechselständig, Blüten klein in rispigen Blütenständen Thalictrum 2. 4**. Blätter grundständig, Blüten grofs, meist einzeln mit dreiblätteriger quirliger Hülle: 5. Hüllblätter nahe unter der Blüte, schein- bar einen Kelch darstellend, ungeteilt, sitzend, Griffel kurz Hepatica 3. 5*. Hüllblätter von den Blüten entfernt, handförmig vielteilig, den grundständigen Blättern ähnlich, Griffel kurz . . Anemone o. 5**. Hüllblätter vielteilig mit linealen Zipfeln, wesentlich von den Grundblättern ver- schieden, Griffel verlängert, bärtig Pulsatillaß. 3*. Kronblätter gröfser, als der meist grüne Kelch: 6. Kronblätter ohne Honiggrübchen. Kelch 5- blätterig, hinfällig, Fruchtboden verlängert Adonis 6. 6*. Kronblätter mit Honiggrübchen: 7. Fruchtboden walzenförmig verlängert Myosurus 7. 7*. Fruchtboden gewölbt oder kurz kegel- förmig, nicht verlängert : 8. Kelch 3 blätterig, deutlich von den Kronblättern unterschieden, diese ge- gen 10 Ficdria 10. 8*. Kelch 5 blätterig, Kronblätter 5, weifs, Honiggrübchen unbedeckt, Wasser- pflanzen Bairaelüum 8. — 9 — 8**. Kronblätter meist gelb (nur bei einer Art weifs) Honiggrübchen mit einer Schuppe bedeckt .... Rammculus 9. 2**. zwei- bis mehrgriffelig, Balgfrucht aufspringend, mehrsamig: 9. Kronblätter fehlend, Kelch blumenkronartig, 5 blätterig, Fruchtknoten 5 — 10, frei . . .Galtha IL 9*. Kronblätter vorhanden, kleiner als der meist gleichartig gefärbte Kelch: 10. Fruchtknoten nicht oder nur am Grunde verwachsen : 11. Kelch 5blätterig,grün,Kronblätterröhrig: 12. Kelch stehenbleibend, Fruchtknoten sitzend Helleborus 14. 12*. Kelch abfallend, Fruchtknoten ge- stielt Eranthis 18. 11*. Kelch mehrblätterig, gelb, kugelförmig zusammenschliefsend, Kronblätter li- neal Trollius 12. 10*. Fruchtknoten ganz oder bis zur Mitte ver- wachsen Nigella 13. 1*. Blüten gespornt oder symmetrisch, gefärbt: 12. Blüten regelmäfsig. Kronblätter 5, grofs, trichter- förmig mit gekrümmten Sporn, Fruchtknoten 5 Aguilegia 16. 12*. Blüten symmetrisch: 13. Oberes Kelchblatt mit Sporn, Kronblätter 4 honigbehälterförmig, Fruchtknoten 1, 3 oder 5 Delphin tum 17. 13*. Oberes Kelchblatt helmartig, gewölbt, die zu Honiggefäfsen umgewandelten langbe- nagelten Kronblätter einschliefsend Aconitum 18. 1. Clematis L. Waldrebe. Kelch 4 bis vielblätterig, Blumenblätter fehlen: C. recta L. Stengel krautig, aufrecht, Blätter ein- fach gefiedert, Blütenstand endständig in rispigen Trugdolden, Kelchblätter kahl, nur am Bande weichhaarig, weifs, Griffel bärtig. %. Juni, Juli. Bälden, Gebüsche. Aus der die Donau begleitenden Verbreitung Weltenburg, Kehlheim, Regensburg aber Etterzhausen mutmafslich weiter durch die Oberpfalz bis nahe ans Gebiet herantretend: zwischen Parsberg und Luppurg (Schnzl. l-'rkh. Veget. Verh.) Auch die westliche Verbreitung längs des Maines von Würzburg über Kitzingen nach Schweinfurt tritt mit den Schwanberg (Prantl Fl. B.) Daher ans Gebiet heran, ohne es jedoch seihst zu erreichen. 1>;is Vorkommen im Schlofsgarten /u — 10 — Erlangeu (L.) ist nur eine Auswanderung aus dem nahen botani- schen Garten. 1. C. Vitalba L. Stengel holzig, kletternd. Blätter rankend, einfach gefiedert. Fiederblättchen herz- oder eiför- mig, ganzrandig: integrata G-odron, oder ungleich gesägt: crenata Jordan. Blutenstände trugdoldig, achsel- und end- ständig, Kelchblätter beiderseits filzig, aufsen grünlich, innen weifs, Blüten wohlriechend. 2|.. Giftig. Juli, August. Hecken, buschige Abhänge, aufserdem gezogen als sehr dankbare Kletter- pflanze für Gartenlauben, denn aufser dem an Orangen erinnernden Geruch wirken auch im Herbste die mit dem langen behaarten Griffel geschwänzten Früchte sehr dekorativ. Im ganzen Jurazuge ver- breitet, namentlich an dessen Steilrand, auch auf allen vorgescho- benen Jurabergen, mehr auf den geschichteten Kalken, als im Dolomit, in welchem sie z. B. um Hollfeld auffallend wenig vor- kommt. Geht auch in den Dogger herunter z. B. bei Pilsach ! ! an der Heimburg!! seltener noch tiefer herabgehend: Weibolds- hausen, Ettenstadt, Seligenstadt, Burggriesbach (Seh.), Hausheim (R.), bei Wiesentau sogar auf rhätischem Keuperü Geiganz (Gl.), zwischen Ebermannstadt und Gasseidorf !! Jägerburg (Gl.), Seigen- dorf, Ketschendorf ! ! Geisfeld, Pödeldorf (Fk.) und viel im Lias um Schefslitz! ! Auch auf den isolierten Liaszügen, wiewohl seltener: so am Schmalzberg (m. F.) und bei Dehnberg!! Heroldsberg (Gl.), auf der Marioffsteiner Höhe von Ratsberg bis Adlitz (m. F.) — Die Standorte im Keuper sind mit Vorsicht aufzunehmen, sie sind wohl alle nur Folge von Anpflanzungen: am Pulverweg!! Hecke bei St. Jobst (Gl.), auf der Stadtmauer an der Neuthorbastei und im Stadtgraben unter derselben verwildert, früher auch auf der Stadtmauer am Pegnitzausfiufs und am Westthor!! Die grofs- blätterige Form mit eiförmigen, nicht herzförmigen Fieder- blättern = ß : scandens Borkhansen auf dem Hansgörg (R.) Eine kleinblätterige Form der var. crenata Jordan bedeckte vor Aufführung der Neubauten des germanischen Museums alle Ruinen des Karthäuser Klosters!! 2. Tlialictrum Tournefort. Wiesenraute. Kelch blumenblattartig, 4 — 5 blätterig ; Blumenblätter fehlend; Blüten klein, zahlreich in rispigen Blütenständen. 2. Th. aquilegifolium L. Staubfäden nach oben verdickt, weifs oder lila. Blüten in Trugdolden aufrecht. Frücht- chen dreikantig-geflügelt, gestielt. Blätter dreifach gefiedert, die Fiederblättchen rundlich-verkehrteiförmig, am Grunde oft etwas herzförmig, vorne gekerbt bis eingeschnitten (»akeleiblätterig«) mit muschelförmigen Nebenblättern am Grunde der Stiele. %. Juni, Juli. Ufergebüsch. Aus der Ver- breitung im Fichtelgebirg über die Bayreuther Gegend, Steinach und Oelsnitzufer (M. S.) an den roten Main und die obere Pegnitz ausstrahlend : Creussen (m. F.) , Haidmühle (A.) am Seeweiher ! ! — 11 — und Seitzenweiher bei Fischstein (Schwemmer) hier mit weifsen, wie mit violetten Staubfäden ! ! bei Ranna (B. V.) bei Alfalter in Erlengebüsch (Scherzer). — Alsdann nach Hoflfmann im Oberpfälzer Jura zahlreich bei Breitenbrunn. 3. Th. minus L. Koch = Th. montanum Wallroth. Staubfäden nicht verdickt. Blütenstand rispig, pyramiden- förmig, Blüten entfernt, nebst den Staubgefäfsen überhäng- end, Rispe sparrig mit fast wage recht abstehenden Aesten. Früchtchen länglich, gerieft, sitzend. Blätter dreifach gefiedert, die Blättchen so breit als lang, am Grunde gerundet oder keilförmig, nach oben dreizähnig, von derber Consistenz, blaugrün, mehr oder minder bereift, die Laub- blattregion kürzer als die Rispe und fast plötzlich nach oben aufhörend. Stengel aufsteigend, oft hin und her- gebogen, unten ohne Laubblätter. 2|. Formen: a. virens Wallroth. Stengel glänzend, Blätter schwach bereift, ß: roridum .Wallroth. Stengel und Blätter bereift. Juni, Juli. Waldrand, trockene Abhänge, Ackerränder im Malm. Grafenberg (SS.) Egloffstein ß. (Klf.) Trubachthal bei Wolfs- berg, auch an der Schönsteinhöhle (Pfarrer Reinsch) auf dem Plateau ober Muggendorf (Pr.) nach Engelhardtsberg (R !) Frie- sener Berge (Fk.) Kleinziegenfelder Thal ß. (Klf.) — Die Angabe auf Wiesen bei Atzeisberg (Reusch) ist von keiner Seite weiters bestätigt. — Westlich vom Gebiet an verlassenen Gypsbrüchen bei Windsheim ! ! 4. Th. flexuosum Bernhardi = Th. Jacquinianum Koch = Th. collinum Wallroth = Th. Kochii Fries. Fiederblätt- chen dünner, grün; die Laubblattregion länger als die Rispe und gegen oben allmählich abnehmend, der Stengel oft rot überlaufen unten mit Laubblättern, die Rispen- äste aufrecht abstehend, sonst wie vorige und von vielen nur als Form derselben gehalten. 2|.. Juni, Juli. Gebüsch an Felsen, Bergwald, sehr zerstreut im Dolomit. Buchhauptmühle bei Breitenbrunn!! zwischen Streitberg und Muggendorf (Gottlieb Koch, und nach mündlicher Mitteilung von Koch auf Grund von Einsichtnahme der Exemplare ausdrücklich bestätigt) Kleinziegen- felder Thal (Klf.) und weiter nördlich am Kemitzenstein (Kit.) am Stanelberg! ! und auf dem Plateau von da nach Vierzehnheiligen ( Klf.) — Im Keuper von SS IT am Ohrwaschelsteinbruch beobachtet, wurde hier aber neuerdings nicht mehr gefunden 5. Th. flavum L. Blütenstand eine gedrängte Rispe mit fasl gleichhohen Aesten, Blüten gehäuft, gelb, wohlriechend, nebst den Staubfäden aufrecht; Früchtchen sitzend, rundlich. Blätter doppelt gefiedert, die oberen Fiederblättchen länglich keilförmig, die unteren verkehrteirund, meist drei- — 12 — spaltig, ansehnlicher als bei 3 und 4. %. Juli. Feuchte Wiesen, Ufer, Alluvium. Südlich vom Gebiet zahlreich im Altmühlthale bei Treuchtlingen (m. F!) Waldwiese am Valznerweiher (Grofs!) bei Dechsendorf an den Kohlerweihern (Klf.) Poppenwind (Krzl!) Strullendorf (Harz !) von da an der Regnitz abwärts, auch bei Bug (Fk.) — Kommt oft nicht zur Blüte bis zur Heuernte. 3. Hepatica DilleilhlS Leberblümchen. Hülle dem Kelch genähert, scheinbar einen Kelch dar- stellend, Kelchblätter zahlreich, blumenkronenartig, Blumen- kronblätter fehlen. Griffel kurz. Aus dem im Boden liegen- den Rhizom treten aus den Winkeln brauner schuppenförmiger Niederblätter die Blütenschäfte und die langgestielten Laub- blätter. 6. H. triloba Gilibert = H. nobilis Reichenbach = Ane- mone Hepatica L. Laubblätter am Grunde herzförmig, drei- lappig, etwas lederig, braungrün, am Rande weichhaarig. Perigon blau, seltener rosa oder milchweifs, mit einem schein- baren Kelche, welcher von den drei eiförmigen ganzrandigen Hüllblättern dargestellt wird. Griffel kurz, stehenbleibend. % März, April, selten bis in den Mai hinein. In schattigen Laub- und Fichtenwaldungen, aber selbst auf sonnigen Dolomitfelsen. In Gärten mit gefüllten Blumen. Verbreitung: mit dem Jura aus der Eichstätter Alb in reichlicher Ausbreitung von Süden ins Gebiet eintretend : bei Weiboldshausen und Höttingen, am Kehler und Salacher Berg, Kaltenhuch, Burgsalach, Nensling (Seh.) Schlofsberg (E.) Ohlangen (Seh.) Thalmässing (Model) Stauf, Eichel- berg, Auerberg, Hofberg (Seh.) von Rübling bis an die diluvialen Sandflächen bei Burggriesbach und nördlich auf der Jurahöhe nach Weidenwang, Schlüpfelberg und Sulzbürg ! ! Herrnsberg, Sichelberg, Fribertshofen und beiderseits der Sulz von Plankstetten nach Berching (Seh.) Im Thal der Lengenbachlaber von der Erbmühle nach Rüdersdorf, vornehmlich in der wasserreichen Schichte des Ornatenthones ! ! am Heidelberg bei Hohlenstein (Rüdl.) Riedhof (Seh.) im Thal von Breitenbrunn zur Aumühle und im Seitenthal bei Blödgarten, auf der Adelburg ! ! dem Esel (Rüdl) an der Ruine Velburg an den sonnigsten Dolomitfelsen hoch oben ! ! auch bei Lutzmannstein auf Dolomitfelsen (Rüdl). Helfenberg, Frickenhofen, Habsberg (Seh.) Von Mittersthai (Rüdl) über Deining (G.) nach Rotenfels und Brunnberg in Menge, Arzthofen (Rüdl) Tauernfeld, Grofsahof (G.) Winnberg (Seh.) am Jurasteilrand bei Neumarkt z. B. Brunnhaus und am Wolfstein (m. F.) Buchberg (m. F.) Stauferberg (G.) Gnadenberg (SS.) Bei Kastl (Rüdl) am Poppberg (Seh.) mehrfach bei Illschwang (m. F.) Von Alfeld zur Rosen- mühle (Ebers) und hinter der Kirchthalmühle gegen Trosalter (Rüdl) im Thal unterhalb Aicha (Prell). Damit reifst die in der Oberpfalz so mächtige Verbreitung plötzlich ab, nirgends bei Hers- bruck oder Velden ist trotz der völlig gleichen Unterlage ein Vorkommen bekannt, nur am Moritzberg beobachtete Kaulfufs ein — 13 — spärliches insulares Vorkommen. Nach weiter Pause tritt das Leberblümchen wieder auf am Ohrberg bei Hammerbühl und bei Bärenfels, Neudeck (Klf.) bei Göfsweinstein zur Stempfermühle (Rees, Klf.) In den nördlichen Thälern wird die Verbreitung wieder geschlossener: Heiligenstadt (Ellw.), an der Wiesent von der Quelle bis Freienfels und im Seitenthal bei Loch, im Kaiser- bachthal unter Krögelstein und im Kainachthaie unter Zedersitz, an beiden letzteren Orten auch direkt auf allerdings schattigen Felsen ! ! bei Schönfeld und Alladorf , Thurnau, Kasendorf, im Kleinziegenfelder Thal und weiter nördlich bei Vierzehnheiligen (Klf.) und am Staffelberg!! Mit der Verbreitung im Lias bei Spalt und auf dem Lias und Zanclodonletten bei Allersberg scheinen die sprungweisen Vorkommnisse längs der Rednitz zusammenzuhängen: zahlreich bei Geiselsberg (Ballenberger) und Absberg (m. F.) Jahrsdorf und Solar bei Hilpolstein (Seh.) ; auf der ganzen Liashöhe von Utten- hofen, Stockach, Ebenricht über Heblesricht nach Lampersdorf und Göggelsbuch bis Pollsdorf; auf dem Zanclodonletten von Zwiefelhof und Fässlesberg nach Heubühl und Eichelberg bis in die Buchleiten; bei Allersberg über die Windstube bis Recker- stetten, Eisbühl und Reckenricht; Altenfelden bis Harrhof, Prup- pach und noch zwischen Neuhof und Pyrbaum (E.) In der Soos bei Rednitzhembach! ! Limbach (m. F.) in der Soos bei Hinterhof und Maiach !! hier auch mit rosa und milchweifsen Blüten (Seh.) von da verpflanzt an der Gerasmühle!! Linder Grube!! und Bie- bert aufwärts bei Münchszell (Seh.) und im Eichig bei Schwaig- hausen (Schm!) Im Erlanger Stadtwald angeblich gepflanzt (SS.) Häutig im Bruderwald bei Bamberg (Fk.) Westlich vom Gebiet im obern Aischthal viel um Windsheimü und mit der Aisch herab nach Neustadt (B. V.) und Uehlfeld (Tretzel!), alsdann bei Jobstgereuth und Hagenhofen bei Markt Erlbach (Phot. Schm.) Das bezirksweise häutige und wenig wählerische Vorkommen auf alluvialem Waldhumus, rotem Lehm der Lehrbergstufe, Zan- clodonletten, Lias, Opalinusthon, reinem Personatensandstein, Or- natenthon, blätterigem Kalk und selbst auf Dolomitfelsen steht in unerklärtem Gegensatz zum völligen Fehlen im Hersbrucker Jura und erzeugt ein Verbreitungsbild, welches den gewöhnlichen mit dem Jurazuge von Süden nach Norden durchziehenden Verbrei- tungslinien diametral entgegensteht. 4. Pulsatilla Tournefort. Hülle von der Blüte entfernt, fingerig vierteilig, am Grunde scheidig verwachsen. Schaft einblütig, Kelch blumen- blattartig, Blumenblätter verkümmert. Früchte zahlreich, durch den langen bärtigen Griffel geschwänzt. Giftig. 7. P. vernalis Miller = Anemone vernalis L. Grund- blätter einfach gefiedert, überwinternd: die Fieder- blättchen zu 3 oder 5 verkehrteiförmig, an der Basis keilig, nach vorn tiefgezähnt bis eingeschnitten Kelch glockenförmig, 14 nickend oder aufrecht, rosa bis weifs, die äufseren 3 Kelch- blätter aufsen violett überlaufen und seidig behaart. Die Hülle vielteilig, dicht bronzegoldig behaart, der Blüte genähert, zur Fruchtzeit in oder selbst unter der Mitte des Stengels. 2|.. April, anfangs Mai. Spärlich im Föhrenholze bei Dehnberg auf weifsem Sand des rhätischen Keupersü (Pr.) Der Standort vermittelt gewissermafsen das Vorkommen bei Amberg! mit der alten Angabe Schmiedeis „in junipereto sicco, Tries- dorf 1760". 8. P. vulgaris Miller = Anemone Pulsatilla L. Oster- glocke, Osterblume, Kuhschelle, Küchenschelle. Grund- blätter im Herbste absterbend, im Umkreis eiförmig, doppelt gefiedert mit linealen Zipfeln, Kelch tief- blauviolett, nickend, etwas ausgebreitet. Kelchblätter an der Spitze nicht zurückgerollt, doppelt so lang, als die gelben Staubfäden. Hülle vielteilig mit linealen Zipfeln, weifs zottig behaart, zur Blütezeit dem Kelche genähert, zur Fruchtzeit im unteren Drittel des Stengels. 2J.. April. Mit dem ganzen Jurazuge auf den kurzrasigen Haiden des Kalkes und Dolomit- bezirkes gemein, weniger in der Neumarkter Gegend, als ander- wärts. Ein vorübergehendes auffallendes Vorkommen 1868 auf Diluvialsand in einem Föhrenwald zwischen Lauf und Neunkirchen ! ! — Westlich vom Gebiet auch im Gypskeuper bei Windsheim ! ! Die niedrige durch stark entwickelte Blattbildung, sehr kurze Blütenstiele und kleinere Blüten characterisierte Sommer- form: forma serotina blüht alljährlich im August auf der Berg- fläche der Ehrenbürg!! wo sie seit 1851 sicher konstatiert ist, auch sonst zerstreut im Dolomit, z. B. bei Fürnried (Seh.) Heuch- ling bei Pommelsbrunn schon Ende Juli blühend (Enslin) Ober- truhach ! ! Dieses Vorkommen mag Kölle und Ellrodt zur Angabe von Anemone pratensis „auf der Ehrenbürg" verführt haben. Ebenso wird es sich mit der Angabe Wills im I. Bericht der Bayer. Botan. Ges. „bei Spalt im Lias" verhalten. P. pratensis Miller mit an der Spitze zurückgerollten Kelchblättern, welche wenig länger sind als die Staubfäden, ist in Süddeutschland noch nirgends sicher angegeben. 5. Anemone Tournefort. Hüllblätter laubartig, den grundständigen Blättern ähn- lich. Kelchblätter blumenkronartig, Blumenblätter fehlen, stehenbleibender Griffel kurz, Grundblätter lang gestielt, manch- mal nicht vorhanden. Giftig. 9. A. silvestris L. Berganemone. Rhizom kurz. Stock- blätter stets vorhanden am Grunde des Stengels, 5 zählig oder teilig, rhombisch, vorne lappig scharf eingeschnitten mit keiliger Basis, lang gestielt. Hüllblätter zu dreien, 5 teilig, an der Basis keilig und den Stockblättern ähnlich, von der Blüte sehr 15 entfernt. Stengel hoch, aufrecht, behaart. Kelchblätter blumen- kronartig, ansehnlich, weifs. Früchtchen weifswollig. 2J.. Mai. Haiden, lichte Föhrenschläge des Kalkgebietes und nament- lich im Dolomit verbreitet: Hofberg (Seh.) Buchberg (m. F.) Habs- berg (Seh.) Moritzberg (m. F.) Hansgörg zum Glatzenstein, Hou- birg, wie überhaupt gegen Alfeld, Lichteneck, Illschwang verbreitet, ebenso um Pommelsbrunn, Etzelwang! ! Eschenfelden (Pr.) Hauseck, Hirschbach, an und um den Hohenstein und viel bei Yelden und Neuhaus, auch noch bei Mosenberg, meidet aber die ganze Aus- dehnung des cretacischen Veldensteiner Sandsteines und findet sich erst wieder an dessen Rand bei Betzenstein, Hüll, Weiden- sees, Bronn, Nemschenreut und namentlich um Pegnitz. Sehr viel um Osternohe (Seh.) Spiefs, Grofsengsee, Hilpolstein, Obertrubaeh ! ! Hetzles (SS. II) Ehrenbürg, Ortspitz, Eglofstein (in. F.) Wichsen- stein!! Wolkenstein (v. Seefried) Mogast (m. F.) Streitberg. Mug- gendorf, Göfsweinstein, Pottenstein ! ! Rabeneck (Popp) auf dem Jura bei Bamberg (Ament) Marrnstein bei Obernsees (Klf.) Krögel- stein ! ! Kleinziegenfelder Thal (Klf.) Kordigast (Harz) Staffelberg (Klf.) — Aufserdem: auf dem Marioffsteiner Liaszuge (SS. II) und an den Forchheimer Kellern (R !) hier demnach selbst auf rhäti- schem Keuper. — Eine Form mit auffallend kleinen Blüten sam- melte Fronmüller bei Pottenstein !, eine sehr abweichende Form mit schmalen Kelchblättern Prechtelsbauer bei Eschenfelden! 10. A. nemorosa L. Buschwindröschen, kleine Anemone. Rhizom verlängert, kriechend im Boden, dunkelbraun. Grundblätter den Hüllblättern ähnlich, oft fehlend; Hüllblätter doppelt so lang als der Stiel, dreizählig, die Abschnitte verkehrteiförmig, vorne lappig eingeschnitten bis geteilt, von der Blüte entfernt. Kelchblätter blumenkronartig, meist 6, kahl, weifs, oft rosa überlaufen, länglich eiförmig, mittelgrofs. Früchtchen kurz abstehend behaart. Stengel einblumig. 2|.. April, verbreitet in lichten Wäldern, namentlich an deren Rändern, seltener auf höher gelegene, etwas nasse Wiesen heraustretend, zuweilen auch im September wieder zahlreich blühend, so z. B. 1888 zwischen Dippolsdorf und Utzmannsbach ! ! Formen mit bei- derseits rosafarbenen Bluten nicht selten, dann ß: purpurea Bluff in Ascherson Fl. wohl = rosea Petermann: Kelchblätter tief violett: so Burgsalach (Seh.) zwischen Renzenhof und Haimen- dorfü y: coerulea Garke Fl. mit blauen Kelchblättern bei Burgsalach (Seh.) eine Form mit an der Basis blauen im übrigen weifsen Kelchblättern bei Zerzabelshof (Rudel), ferners Sihirsuta A. Schwarz, eine sehe zierliche kleine Form mit bis zur Basis reichender abstehender Behaarung des Stengels, breiten Hüllen, die kaum länger sind als ihr Stiel, breiten weifsen Kelch- blättern": im Opalinusthon am Bansgörg und im Keuper au der Zenn bei EUtzmannshof ! I Schmausenouck (Schi). 11. A. ranuneuloides L. Gelbe Anemone. Hüllblätter mehrmals länger als deren Stiel, dreizählig. Blättchen 16 länglich, vorn gesägt oder tief eingeschnitten, kahl. Blüten einzeln oder zu 2 bis 3. Kelchblätter gelb, meist 5, aufsen behaart, sonst wie vorige. 2|.. April, Mai. Auf tiefem Humus der Buchen- und Erlenschläge, an quelligen Orten und Bächen, besonders längs des Jurasteihandes, zuweilen mit den Bächen weiter hinaustretend, namentlich in die Thäler des rhätischen Keupers. Weissenburg (m. F.) Burgsalach (Seh.) Thalmässing (Model) Rüdersdorf nach Öening ! ! zwischen Aumühle und Breiten- brunn (Rudi) Breiteneck ! ! Schlüpfelbers; (R.) Sulzbürg (m. F.) Harrenzhofen (G.) Arzthofen (Rüdl) von Neumarkt über Wolfstein nach Ottosau (m. F.) Heimburg (Krzl.) Mittelrohrenstadt!! Schleif- mühle (Z.) um die Prethalmühle oft! ! bei Gsteinach (B. Y.) Püschel- dorf (B. V.) Moritzberg und zwischen da und Lauf!! von Peuer- ling nach Henfenfeld und Ellenbach oft ! ! Reicheneck, Regelsmühle (Seh.) Houbirg nach Pommelsbrunn und Hartmannshof, Lichtenstein, Hohenstadt, Eschenbach (m. F.) zwischen Bietershofen und dem Hohenstein ! ! vom Hansgörg nach Schnaittach oftmals ! ! Osternohe (B. V.) Judenhof (Seh.) von Gräfenberg zum Teufelstisch!! Hetzles und von da südlich mehrmals weiter herabsteigend (m. F.) Adlitz (Sajfert) Ortspitz (Gl.) Mittelehrenbach (Seh.) um die Ehrenbürg (m. F.) zwischen Wolfsberg und Obertrubach, oft bei Streitberg und Muggendorf, Stempfermühle und von da nach Rabenstein, Kühlenfelser Thal, von Fischstein nach Michelfeld, Aufsefsthal bei Toos und Wüstenstein ! ! Plankenfels, Schönfeld, Alladorf, Tannfeld, Kasendorf, Krögelstein, (Kit.) Sanspareil (Harz) r Kleinziegenfelder Thal, Cortigast, Görauer Anger und im oberen Mainthal mehrfach (m. F. !) Bei Bamberg auf den Geisbergen, im Bruderwald und Theresien- hain (Fk.) — Ein isoliertes Vorkommen bei Steinach am Kanal (Braun), auch vorübergehend bei Nürnberg (B. V.) Westlich vom Gebiet um Windsheim (m. F.) Eine Forma integrifolia, ganz- blätterig am Lichtenstein und bei Treuf (B. V.) 6. Adonis L. Hülle fehlend ; Kelchblätter 5, Blumenblätter 6 oder mehr, oder durch Fehlschlagen zuweilen nur 3 entwickelt; Fruchtstand verlängert, ährenföimig. Blätter 2 bis 3 fach ge- fiedert mit linealen Zipfeln. A. ailtumnalis L. Blutströpfchen. Kelch kahl, von der halbkugelig zusammengeneigten Blumenkrone absteh- end, diese blutrot, am Grunde schwarz. Früchtchen ohne Zahn mit geradem Schnabel. Juni bis in den Herbst, Zier- pflanze aus Südeuropa, nicht häutig in Gärten gezogen, wurde gartenflüchtig von Müller bei Schwabach auf den Bahnhof zu, eben- so von Kaulfufs vorübergehend bei Thurnau und Lichtenfels an- getroffen. 12. A. aestivalis L. Blutströpfchen. Kelchblätter kahl, der ausgebreiteten Blumenkrone angedrückt, diese mennigrot, a: typicus, oder strohgelb: ß: pallidus Koch = — 17 — A. citrinus Hoffmann mit oder ohne schwarzem Fleck am Grunde, Früchtchen am Grunde mit einem spitzen Zahn, oberwärts mit einem spitzen Höcker und vom gleich- farbigen schiefen Griffel bespitzt. Q Mai, Juni. Unter der Saat auf schwerem lehmigen Boden, strichweise in Menge, ander- wärts ganz fehlend. Auf Süfswasserkalk hei Georgsgemünd (Pr.) Im Keuper bei Unterreichenbach bei Schwabach (Müller), bei Ammerndorf (Sclim !) und Kadolzburg (SS II) bei Obermichelbach (B. V.); um Allersberg mehrmals auf Zanclodonletten (E.) Häu- figer und zahlreicher mit dem Zuge des Lias, Opalinusthones und auf lehmigen Aeckern des Albplateaus: Weissenburg (B. V.) und Ellingen, Weiboldshausen, Oberhochstadt mit ß, Burgsalach ß, gemein und hier auch aufserhalb der Aecker (Seh.) Schlofsberg a, ß (m. F !) Thalmässing (m. F.) Steindl (Seh.) um Jahrsdorf, Sünders- dorf und gegen Karmü Hofberg (Seh!) Thannhausen (G.) Sulzbürg mit ß (m. F.) Bachhausen (Seh.) in gröfster Menge und sehr grofs- blnmig vom Petersberg gegen Thannbrunn!! eine niedere Form mit kurzen Fruchtähren ober der Labermühle (Seh!) am Fufs der Adel- burg (R.) Helfenbergü Altenveldorf nach Velburg (M.) Utzen- hofenü Dietkirchen (Seh.), vereinzelt auf dem Mariahilfberg (G.) zwischen Höhenberg und Voggenthal (Seh!) Westhaid (Michel) Weinberg bei Altdorf (Böhm) zwischen Entenberg und Egensbach viel ! ! am Buchenberg (Rüdl) auf dem Moritzberg mit ß (in. F.) Weigenhofen, Simonshofen, Grofsbellhofen, Rotenbergü Eschenbach (Bezet) Hübnersberg (Seh!) Schmidtstadt !! Auerbach ß (Sim.) Viel auf dem ganzen Marioffsteiner Liaszug mit 3 (!!u. a.) Effelterich ß (Seh!) Hetzles mit ß !! zwischen Leutenbach und Hetzelsdorf (B. V.) auf dem Hummerstein ! ! von Hirscheid nach Seigendorf, Ketschen- dorf und um Friesen in gröfster Menge ausschliefslich ß, dagegen auf dem Plateau von der Friesener Warte über Kälberberg nach Teuchatz a und ß, Eichenberg a und ß ! ! um Limmersdorf, Thurnau (Klf.) Kasendorf (m. Fl) Zultenberg mit ß\\ Kordigast (Harz!) Staffelberg (m. F.) und Banz (R.) Dann weiters zahlreich auf dem Laineck-Bindlacher Muschelkalkzug (M. S.) Sie ist demnach in allen lehmführenden Formationen anzutreffen, wenn auch nirgends im Gebiete in so ungeheuren Mengen wie im oberen Aischthal. wo sie im Gipskeuper um Windsheini. Altheim, Xesselbach nach Neu- stadt!! zugleich mit ß ganze Flächen bedeckt. Um Nürnberg ad- ventiv bei Schniegling, Tullnau, Forsthof ß (Seh.) Lichtenhof mit auffallend grol'sen Blumenblättern (Seh!) Jobst ß (Seh!) Unterbürg (Enslin), ebenso in Erlangen an der Universitätsreitbahn!! aufge- treten. 13. A. flammeus Jacquin. Kelch rauhhaarig, der aus- gebreiteten Blumenkrone angedrückt, diese blutrot, <>ll mit schwarzem Fleck am Grunde, selten normal mit 8 Blumen- blättern: 2: typicus G. Beck, sondern nieist nur 3. 2 oder \ entwickelt: ß: anomalus Wallroth. Früchtchen in weniger gedrungener Aehre als bei voriger, unten mit spitzem /ahn. oben mit abgerundetem Höcker, der Griffel an der Spitze schwarz. M;ii bu September. Vorkommen wie !>"i Abb. d. Naturh. Q©t. X. IM. - — 18 — voriger, doch zerstreuter, weniger zahlreich und oft anbeständig: Im Keuper: Weinzierlein (R, Seh.) Langenzenn (Pr.) Walsdorf bei Bamberg (B. V.) — Lias und Jura: am Fufs des Sichelberges bei Plankstetten (Seh!) Sündersdorf!! Solar (Seh!) zwischen Unterwall und der Heimburg, Simonshofenü Eschenfelden (B. V.) bei Pegnitz auf Pottenstein zu (Sini.) Elbersberg, Moritz!! ober Niedermirsberg (R.) Walpurgisberg (Seh !) Friesen (Harz) Kälberberg gegen Teu- chatz, Sachsendorf, sehr viel zwischen Königsfeld und Steinfeld, zwischen Kainach und Krögelstein, zwischen Schirradorf und Atzen- dorf, Zultenbergü Spitzberg (KM.) und Staffelberg (m. F!) Alsdann auch wieder auf der Bindlacher Muschelkalkhöhe!! Ich sah aus dem Gebiet nur Var. ß. — Die Var. « vereinzelt bei Windsheim!! woselbst sowie bei Külsheim ! ! und Altheim (R) var. ß ziemlich zahlreich auf den Lehmäckern des Gipskeupers steht. A. vernalis L. Von den drei vorigen weit verschieden durch gröfsere glänzend hellgelbe Corolla, behaarten mit hackenförmig umgerollten Griffeln versehenen Früchtchen in dichtem eiförmigen Fruchtstand, auch die Beblätterung viel dichter. 2J.. April. "Westlich vom Gebiet an verlassenen Gipsbrüchen bei Külsheim unweit Windsheim!! nach Müller auch bei Ansbach. 7. MyOSUl'US L. Mäuseschwänzchen. Kelchblätter 5, gespornt, kürzer als die 5 Kronblätter, Staubblätter 5 bis viele. Früchtchen sehr zahlreich, der sehr verlängerten Blütenachse eingefügt. 14. M. mJnimiiS L. Blätter grundständig, lineal, stumpplich, in den Blattstiel spatelig verschmälert, kürzer als die »blatt- losen einblütigen Schäfte. Blüte klein, gelblich grün. Ende April, Mai. Gesellig in feuchten Sandäckern, auf überschwemmt gewesenen Plätzen im diluvialem Gebiet und Keuper, selten auf lehmigen Aeckern des Lias : Lauterbrunner Mühle bei Pleinfeld (Hffm.) Könnersdorf und Mühlhausen!! bei Schwabach am Heubers- buck (Lang), gegen Nasbach, Limbach, Oberbaimbach (Mllr.) und an der Schwabachmündung, zwischen Krottenbach und Deutenbach, Pillenreuth nach Worzeldorfü Hinterhof, Maiach (Rüdl.) Eibach, Rötenbach, Gibitzenhof, Steinbühl, Lichtenhofü Glaishammer (Schwm.) Zerzabelshof (m. F.) Schwaig (Klf.) Schmalzberg (B.) auf der Haid bei Heroldsberg, eine sehr bemerkenswerte Form mit zarteren aber breiteren Blättern, (Seh!) Steinplatte (SS II) von Ziegelstein und Herrnhütte über Marienberg nach Kleinreuth (m. F.) viel in der Schnepfenreuter Flur ! ! zwischen Almoshof und Kraftshof (m. F!)von Rohnhof nach Bislohe, Steinach. Stadeln (!! u. a.) Doos (Reusch) von Fürth über Höfen (Pf.) Leyh (Seh ! gegen Klein- reut (H.) Altenberg, Zirndorf, nach Banderbach und im Bieberthal aufwärts oftmals ('! ! u. a.) Lind (Pr.) um Cadolzburg (Schm.) Egers- dorf (Gl.) Rossendorf (Schm.) Kreppendorf (Gl.) Obermichelbach (v. Aussin) Kriegenbronn, Eitersdorf (Gl.) Tennenlohe (SS. II) Brück (Schwg. K.) Büchenbach (Seh.) südlich um Erlangen (m. F.) Spardorf (SS. II) Uttenreut (m. F.) Bubenreut (Rüdl.) auf der Marioffsteiner — 19 — Höhe oftmals (m. F.) bei Baad und zwischen Ebersbach und Hetzlas (Rees.). Bei Bamberg am Bruderholz, bei Debring (Fk.) Hall- stadt (Klf.), weiters um den Nordrand des Jura bei Staffelstein und Vierzehnheiligen (Klf.) bei Thurnau (Model) Limmersdorf, Neustädlein am Forst (Klf.) auch bei Bayreuth im Kp. (M. S.) ; meidet demnach streng den Kalk des Jurazuges. Westlich: auch bei Emskirchen und Birkenfeld bei Neustadt a. Aisch (Seh.) — Der Zahl nach schwankt das Vorkommen sehr, je nachdem der Jahrgang nafs oder trocken ist. 8. Batrachium Dlimortier. Froschkraut, Wasserranunkel. Wasserpflanzen mit verschieden gestalteten Blättern. Blütenstiele einblütig, aufrecht, zur Fruchtzeit zurückgebogen, den Blättern gegenübergestellt. Kelchblätter 5, Kronblätter 5 bis 12, weifs mit gelbem Grunde, Honiggruben unbedeckt. Früchtchen querrunzelig, kurz geschnäbelt. 1 5. B. aquatile Dumortier = Ranunculus aquatilis L. Unter- getauchte Blätter borstlich vielspaltig, gestielt, nach allen Richtungen abstehend, herausgenommen pinselartig zu- sammenfallend; schwimmende Blätter meist vorhanden, im Umkreis nierenförmig vorne 3 oder 5 lappig, grün, fett- glänzend. Blütenstiele so lang bis doppelt so lang als die Blätter, Blumenblätter verkehrt-eiförmig, ansehnlich. Staub- blätter zahlreich, doppelt solang als das Fruchtblattköpfchen. Früchtchen kahl oder steifhaarig auf dem zottig behaarten Fruchtboden 2|.. Formenreibe: a. typicum G. Beck = heterophilnm Neil- reich: beiderlei Blätter vorhanden. Hieher als Unter- formen : aa: peltatum Schrank: schwimmende Blätter herzförmig rundlich bis über die Mitte 3 spaltig, die Seitenzipfel 2 oder 5 lappig, der mittlere Lappen mit 3, die seit- lichen mit 2 Kerben. aß: truncatum Koch. Blattbasis geradlinig abgestutzt, nicht herzförmig, sonst wie voriger. ay: quinquelobum Koch. Schwimmblätter 51appig, nicht gekerbt. ae: flabellatum Celakovsky. Lappen der Schwimm- blätter in schmälere, spitze Zipfel fächerförmig zerteilt. Juni bis August. Im Teichen und Bächen häufig im Kp Dilnv. Alluvium, auch im Liaszuge, selbstredend seltener im veifsen .Iura, aber auch liier Vorhand. 'D. z. 1'.. Pegnitz, Hollfeld!! Von den Formen ist: ««im Valzner Weiher!! aß bei Eibach l! Dutzendteich Lösch) Fischsteil] Schwmrl), «;• Dutzendteich ml'. Erlangen Schnzl.), tu Roth in der Roth, Bach hinterm Valzner Weiher, an dir Guckermühle!! Auch Uebergänge der einzelnen Formen sind riel vorhanden Im Jahre 1892 wurde an vielen Orten zahlreiches — 20 — Blühen schon im April beobachtet, im Weiher zwischen Almoshof und Kraftshof schon am 10. April reichlich blühend auf der der Sonne zugänglichen Hälfte, während die andere Hälfte des Weihers am Walde noch mit Eis bedeckt war!! p: heleophilum Arvet Touvet nach Freyn. = homoeo- phyllum Wallroth = trichophyllum Celakovsky. Schwimm- blätter fehlend. Daher Verwechselung mit ß. paucistamineum möglich, von der sie durch die grofse Blüte und die zahl- reichen Staubfäden sicher zu trennen ist; so mir nur vom Katzen- graben beim Dutzendteich bekannt!! y: succulentum Koch, eine Landform, der meist die Laub- blätter fehlen, die Zipfel fäcllich, aber dicker, saftig, die Stengel aufstrebend und durch Verkürzung der Internodien dicht be- blättert erscheinend. So an ausgetrockneten Plätzen, Teichrändern, wenn sich das Wasser zurückzieht: z.B. am Kauerlacher Weiher, Guckersmühle, Holzheim bei Reichelsdorf, Röthenbach und Gibitzen- hof, Dutzendteich!! Waldwege hinterm Schmaufsenbuck (Sim.) Herrn- hütte (R!) Brucker Anger (B.) Bischoifsweiher (R.) Poppenwind, Schlösselweiher, Neuhaus ! ! 16. B. paucistamineum Tausch. %. Blumenblätter klein, nur 4 — 7 mm lang, Staubblätter wenige, 8 — 15, so lang oder wenig länger als das Fruchtblattköpfchen, Blütenboden borstig, nicht filzig behaart; Früchte klein, kahl oder behaart, Fruchtstiel so lang bis doppelt so lang als das Blatt. Die gewöhnlich allein vorhandenen untergetauchten Blätter ähnlich wie bei voriger, beim Herausnehmen stark pinselförmig zusammenfallend und bei: et: typicum GL Beck : nebst den Nebenblättern und dem Stengel reichlich behaart; ß: trichophyllum Chaix: Nebenblätter kahl, Blätter und Stengel spärlich behaart oder kahl. y: neterophyllum Freyn. = radians Revel. 3 bis 5 lappige, rundlich nierenförmige unterseits reichlich behaarte Schwimm- blätter vorhanden. 8 : terrestre Celakovsky: Landform mit kurzen dicklichen Abschnitten der vierteiligen Blätter. Mai bis Juli, in Bächen, Flüssen, auch stehenden Wässern, nicht häufig: bei Ettenstadt (Seh.), in der Laaber zwischen der Frankelmühle und Dürrn ß ! ! Wöhrder Wiese (Seh.) Herrnhütte a\\ und hinter Grofsreuth auf den Wald zu (Eismann) Kirchen- sittenbach! ! Yelden (Gl.) Marioffstein (B.) Dechsendorf (m. F.) zw. Röhrach und Hannberg (Gl.) Baiersdorf, Bach am Kanal und ß mit stark behaarten Früchten und winzigen Blüten in einem Weiher nahe der Bahn!! bei Thuisbrunnü in der Wiesent von Forchheim bis Wiesentau (m. F.) bei der Stempfermühle und unter der Rie- senburg, sowie von Steinfeld nach Treunitz ! ! in der Aufsefs hei Königsfeld!! Krögelstein in den Quellen!! in der Weifsmain viel im Kleinziegenfelder Thal (Klf.) — Westlich vom Gebiet bei Ickel- heim und in der alten Aisch bei Windsheim «!! — y. radians: — 21 — Bach bei Stein und hierselbst jahrgangsweise als d\\ Birkelweiher bei Kalchreuth mit |. Ende April, Mai. Wälder, Bchattige Bergabhänge. Mir dem ganzen Jurazug durchs Gebiet, besonders an dessen Steilrand, wo er namentlich die Zone des Bisensandstemea und des ornatenthones bewohnt: - 24 — in den Thälern bei Berching (Seh.) längs der Deininger und Brei- tenbrunner Laaberü namentlich viel in der Hersbrucker Gegend; auch an den isolierten Vorbergen, wie Schlofsberg (Hffm.) Schlüpfel- berg, Sulzbürg, Moritzberg!! Hetzles (Gl.) Ehrenbürg (m. F.) geht dann aber auch mit den Flufsthälern weit ins Innere des Iura- stockes, so im Ankathal, an der Pegnitz bei Rauhenstein und Fischstein!! Mit der Wiesent viel um Streitberg, Göl*sweinstein, Toos, Plankenfels, Wiesentfels, sowie auch in den Seitenthälern, z. B. um Eglofstein, mit dem Ailsfelder Bach bis Rabenstein, um Pottenstein, Heroldsmühle, Krögelstein ! ! Im Kleinziegenf eider Thal und mit dem Oststeilrand bei Kasendorf und Limmersdorf (Klf.) Im Keuper ergeben den nötigen feuchtschattigen Standort zunächst die kleinen Schluchten des rhätisenen Keupers : daher in allen Felsenthälern längs der Schwarzach bei Altdorf ! ! bis zum Patten- hofer Keller (G.) in der Bullacher Schlucht ! ! bis Heroldsberg (Rüdl) Adlitz (Schwg.K.) Bei Bamberg im Bruderwald und Michelsberger Wald (Fk.) 3*. Blüten stiele gefurcht. 25. R. polyanthemos. L. Wurzelstoök faserig, Stengel ab- stehend oder anliegend, nicht dicht behaart. Grundblätter handförmig geteilt oder nur 3 lappig, Stengelblätter meist 3- teilig mit lanzettlichen Zipfeln. Blüten sattgelb, Kelch an- liegend. Früchte mit fast flachen Flächen vor dem Kiele ^mit einer Furche umzogen, Fruchtboden borstig. Eine poly- morphe Species, deren zwei Endtypen weit von einander zu stehen scheinen und in vielen Floren als zwei verschiedene Arten aufgeführt sind. Diese zeigen aber so unendlich viele Uebergänge, dafs eine Trennung unnatürlich erscheint: a: subspecies: polyanthemos L. im engeren Sinne: mit hohem, unten abstehend oben angedrückt-behaartemvielblütigen Stengel, hat bereits die gestielten Grundblätter fufsförmig ge- teilt, der Mittellappen 3 teilig eingeschnitten, fast gestielt, die Seitenlappen tief keilig eingeschnitten bis teilig, alle gezähnt, die Stengelblätter ähnlich oder mit etwas breiteren Abschnitten, der Schnabel der Frucht meist nur hakig gebogen. ß: subspecies: nemorosus De Candolle. niedrig, wenig- selbst einblütig, Stengel anliegend behaart. Stockblätter lang gestielt, 3 bis 5 lappig, mit breiten keiligen vorne mehr oder minder tief lappig eingeschnittenen- Abschnitten, der Schnabel der Frucht meist schneckenförmig eingerollt. 2|.. Mai bis Juli. Lichte Wälder, vornehmlich im Rayon des Dolomit, auch auf Veldensteiner Sandstein, in der Neumarkter Gegend und der Ost- provinz auf Eisensandstein. Die Zwischenformen scheinen bei uns das häufigere Vorkommen zu bilden. Meist am gleichen Standorte finden sich Formen, die mehr zum einen oder zum anderen End- typus hinneigen. Nach der Blattbildung entschiedene nemorosus- Formen erscheinen hochwüchsig, reichblütig und die Früchte zeigen nur schwach hakige Krümmung, auch anliegende und abstehende — 25 — Behaarung kommt bei sonst ganz gleichen Exemplaren vom selben Platze vor. Völlig typische polyanthemos-Exemplare sah ich bis- her nur am Schlüpfelberg und an der Hainsburg bei Illschwang! ! — Verbreitung: VVeiboldshausen ß, Höttingen aß, Ettenstadt ß, Burgsalach a (Seh.!) Thalmässing (Model) Plateau südlich Weiden- wang a\\ Sichelberg bei Plankstetten ß, zwischen Littershofen und Biberbach «, bei Berching ß (Seh.) Schlüpfelberg aßV. Dölhvanger Plateau zur Deininger Bahnlinie ß und Uebergänge zu a ! ! Winn- berg ß (Seh.) um Breitenbrunn ß, Hainsburg bei Illschwang a ß und Uebergänge, zwischen Xeuöd und Höfling, zwischen Fichtelbrunn und Truisdorf Uebergänge, Kastenholz bei Schönlind ßll a (Pi.) beim Bahnhof Xeunkirchen auf Tertiärsand ß, zwischen Oberrein- bach und Bernricht auf Dogger, zwischen Xeunkirchen und Holen- steinü Zant und Eschenfelden ß (Pr.) Etzelwang bis Rupprecht- stein ß und flore semipleno ! ! schwarzer Brand, Himmel, Hauseck verbreitet bis Hirschbach meist ß typisch, von da im Reichenthal ß und Uebergänge, auch halbgefüllte Formen bis Artelshofen ! ! Houbirg ß\\ Pommelsbrunn a (Seh!) Zankelstein ß (Seh!), vom Lichtenstein zum Plesselberg (R. Seh!) zwischen Fischbrunn und Hubnersberg!! Höllenstein (m. F.) Hienberg bei Osternohe, Unter- achtelmühle, Eibenthal ß (Seh.) Ankathal ß und Uebergänge, Schwalbenstein bei Velden, von Veldenstein nach Pfaffenhofen ß ! ! Krottenseer Höhle: Blatt und Habitus von ß, Früchte von «!! Mosenberg a\\ Lohgraben ß (B. V.) Fischstein, weiter im Velden- steiner Forst gegen Weidelwang, meist Uebergänge!! zwischen Pegnitz und Körbeldorf «, im Püttlachthal von Unterhauenstein nach Pottenstein und hierselbst oftmals im alten Forst a, auch bei Elbersberg« und mehrmals im Klumperthale bis gegen Bronn ß\\ auf dem Eschenberg bei Mandlau ß, zwischen dem Klingenthai- brunnen und Püttlach Uebergänge, nördlich Püttlach a und ß und gegen Trockau zu !! im Tüchersfelder Thal/3 (Eismann) und auch a in niedriger Form (Sim.) Göfsweinstein (Kitt.") Muggendorf typisch a (J. W. Sturm!) Streitberg, Eschlippthal a, Unterleinleiter!! Ehren- bürg ß (Schm.) Bärenfels (Klf.) Kuchenmühle im Aufsefsthal (Sim.) Greifenstein « und ß\\ um Waischenfeld ß (Sim.) Xankendorf ß (Klf.) südlich Pilgerndorf nach den Blättern typisch ß, aber viel- blütig und Früchte wie«!! Mengorsdorf (Puchtler) Sophienborg £!! Treunitz ß und «!! Magnusthurm bei Kasendorf ß\\ Kleinziegen- felder Thal a (Klf.) und weiter nördlich bis Lichtenfels a (von üechtritz) und VierzehnheiligeD «.,J April. Auf Kalkgerölle, in Kalkbrächen. Von Schnizlein in der Bavaria für Gräfenberg an- gegeben, doch felilen Belegexemplare und Bestätigung au- neuerer — 30 — Zeit. Aber die Angabe ist sehr wahrscheinlich, da der blätterige Kalk um Gräfenberg, reich an Kalkbrüchen, viele geeignete Wohn- plätze hat, zudem ist die Art im schwäbischen Jura häutig, steht auch viel im Muschelkalk in Unterfranken bis herauf nach Roten- burg (m. F.) und am Schwanberg (Prtl.) 15. Nigella Tournefort. Kelchblätter 5, abfallend, blumenkronartig, benagelt, Blumenblätter 5 — 10, klein, kurzbecherig, mit knieförmig ein- gefügtem Stiel, zweilippig, die Unterlippe 2 spaltig, Blüten ein- zeln. Balgfrüchtchen 3 — 10, lang geschnäbelt, verwachsen, Samen 2 reihig. 1. Nagel der Kelchblätter so lang als die Platte, Gonnectiv der Staubbeutel spitz, Balgfrüchtchen bis zur Mitte verwachsen, Samen feinkörnig. 36. N.arvensis L wildes »Gretl im Busch«. Kahl, Stengel vom Grunde an ästig mit aufsteigenden Aesten. Blätter vielteilig mit linealen spitzen Abschnitten. Kelchblätter blau, grün geädert, zugespitzt, Blumenblätter gelbgrünlich, blau und weifs quergestreift, die Abschnitte der Unterlippe in einen stielrunden, an der Spitze verdickten Fortsatz übergehend, Oberlippe in eine lange stielrunde Spitze verlängert. Balg- früchte 3 bis 8, etwas länger als die gedrehten Schnäbel und bei a: typica G. Beck, fast glatt; bei ß : verruculosa CK Beck, von zahlreichen Wärzchen rauh. Juli bis September. Auf Aeckern mit Lehmboden: auf Süfswasser- kalk bei Georgsgmünd (Schnzl. Frkh.) Ramsberg bei Pleinfeld (Hffm.) Viel bei Kloster Heilsbronn, Miincherlbach und Buschschwabach!! Kleinhaslach (Phot. Schm.) Grofshabersdorf, von Ammerndorf und der Kernmühle nach Rofsstall, Kastenreut!! Grofsweifsmannsdorf (Seh.) zwischen Regelsbach und Schwabach (Mllr.) Wolkersdorf (Meuschel) Gutsberg (m. F.) Oberweihersbuch (Rohn) und gegen Gerasmühle, Krottenbach und Stein (m. F.) selbst noch bei Eibach (SS. II) Von Zirndorf nach Cadolzburg und Zauterndorf (Schm. u. a.) Keidenzell (Seh.) Rossendorf! ! Hildmannsdorf (Schm.) Obermichelbach (B. V.) Somit eine geschlossene Verbreitungsprovinz auf Lehm des mittlem bunten Keupers. Im Lias der Ratsberger Höhe (v. F.) Mit dem ganzen Jurazuge auf lehmiger Plateauüberdeckung bei Kaltenbuch (Seh !) Neumarkt, Lengenfeld, Kastl, Illschwang, viel in der Hers- brucker Gegend, um Hilpolstein, Obertrubach, Eglofstein, Wal- purgisberg, um Streitberg, Muggendorf, Göfsweinstein, Pottenstein und Pegnitz, dann bei Ketschendorf, Wüstenstein, Waischenfeld, Nankendorf, Aufsefs, Königsfeld, AViesentfels, Sanspareil bis an die Staffelberge (!! u. a) aufserdem bei Bamberg am Main bei Bughof (Harz). Westlich vom Gebiet auch auf den schweren Lehmböden um Windsheim!! Neustadt a. Aisch (B. V.) Von den Formen scheint ß häufiger zu sein als a, diese z. B. bei Siglitzberg gegen Rupp- rechtstegen ! ! ß Rofsstall (Seh!) am Hansgörg, bei Kirchensitten- bach, zwischen Tüchersfeld und Rabenstein!! — 31 — 1* Nagel der Kelchblätter kürzer als die Platte. Connectiv stumpf, Balgfrüchte bis zur Spitze ver- wachsen, Samen querrunzelig. N. sativa L. Stengel meist ästig, drüsig und behaart. Blätter 3 fach fiederteilig mit ziemlich schmalen stumpfen Lappen. Blüten ohne Hüllen, Kelchblätter weifsblau, stumpf; Unterlippenabsehnitte der kleinen Blumenblätter in einen kleinen Höcker übergehend, Balgfrüchte 5 — 6. drösig-rauh, Juni- August. Culturpflanze aus Südeuropa. In historischer Zeit war der Anbau des Schwarzkümmels von Nürnberg bis Bamberg nicht ohne Bedeutung (Marx, Materialienkammer). Gegenwärtig wird derselbe hier nirgends mehr gebaut, wiewohl ihn MS. noch 1854 für Bayreuth als cultiviert angeben. Adventiv 1889 an der Strasse von Nürnberg nach Fürth, 1896 bei Lichtenhof (Seh!) N. damascena L. Gretl im Busch. Stengel ästig, kahl. Blätter 2 bis 3 fach fiederteilig, die Abschnitte lineal. sehr spitz, rauh, die obersten um die Blüte eine Hülle bil- dend (woher der deutsche Name), Kelchblätter blau, zuge- spitzt, Unterlippenabschnitte der Blumenblätter ohne Fortsatz. Balgfrüchte glatt, aufgeblasen zu 5. Q Juni bis August. Zierpflanze aus Südeuropa, öfters gartenflüchtig auf Schutt z. B. Schwabach!! Eibach, Forsthof (Seh.) Schnieglinger Weg, Herrn- hütte ! ! Behringersmühle ! ! 16. Aquilegia Tournefort. Akelei. Kelchblätter 5, blumenkronähnlich gefärbt, Blumenblätter 5, kapuzenförmig abwärts in einen Sporn verlängert, Staub- blätter viele, die innersten in Staminodien verändert. Balg- früchtchen 5, am Grunde etwas verwachsen, Samen 2 reihig, 37. A. vulgaris L. Stengel aufrecht, oberwärts ästig, nebst den Blattstielen, Blättern und Blütenstielen kurzhaarig. Grundblätter doppelt 3 zählig mit rundlichen, gelappten und kerbig eingeschnittenen Blättchen, langgestielt, Stengelblätter ähnlich, aber einfacher geteilt, kurzgestielt, die obersten 3 zählig bis einfach ungelappt, länglich eiförmig. Platte der Blumen- blätter ungefähr so lang als die Staubfäden und wesentlich kürzer als der Sporn. Blütenstand trugdoldig rispig, die ein- zelnen ansehnlichen Blüten nickend, die Balgfrüohte netzig aderig durch den zerbrechlichen Griffel geschnäbelt, aufrecht. Blüten tief dunkelblau oder himmelblau, seltener weifs oder rosa. ?\. Mai, Juni. Im Wäldern auf Hügeln, im Keuper selten, auf Bergwiesen, buschigen Abhängen Im Jurazuge verbreitet, na- mentlich längs des Steilrandes, auch beliebte Gartenpflanze und daselbsl häufig gefüllt, die Sporne nach unten verlängert: var. corniculata Koch, ofl auch «Im- Blumenblätter ohne Sporn = A. stellata Koch. Auf dem Hansgörg beobachteten 1861 Döble- 32 — mann, Bäumler und Fronmiiller eine Form mit flachen spornlosen Blumenblättern bei normalen Staubfäden, also eine ungefüllte stellata. Im Keuper zerstreut : Hohenrad bei Spalt (Rüdl) Heilsbronn (Scher- zer) Linder Grube und von Zirndorf Biebertaufwärts (Pf. u. a.) Erz- leitner Mühle (Schm.) Pillenreuth ! ! hier eine reichblütige Form mit schmäleren Blattzipfeln, wohl ein Ueberrest aus den einstigen Klostergärten. In Nürnberg auf der Stadtmauer an der Burg, üore roseo und somit wohl auch nur Verwilderung, am Marienthor und an der Hallerwiese ! ! bei Mögeldorf verwildert, ebenso ist das Vorkommen von Oberbürg bis Hammer in den Hecken nur Cultur- rest, denn wenn sie daselbst zur Blüte gelangt, erscheint sie in der Form corniculata, ebenso bei Schoppershof nur verwildert ! und wohl desgleichen am Dutzendteich (Rudel). Dagegen wild an den Steinbrüchen hinterm Schmaufsenbuck in einer sehr schönen tief- azurblauen Blütenform constantü am Hutberg bei Fischbach (Rüdl) am Fufs des Moritzberges geht sie fast bis Lauf herab und steht zwischen Schönberg und Lauf auch flore albo. Am Bach zwischen Eckenhaid und Eschenau!! Schlucht bei Stettenberg (Rüdl) Hügel bei Reutles, Brucker Lache (m. F.) Bei Erlangen gegen Spardorf und mit dem ganzen Marioftsteiner Liaszug (m. F.) Bei Bamberg gegen die Altenburg!! Im Jurazuge häufig, auf dem Schlol'sberg zu Kirchensittenbach stehen blau-, rosa- und weifsblütige Ackeleis in bunter Menge durcheinander!! Unter der Burg Greifenstein ist die gefüllte Form stellata aus dem dortigen Schlofsgarten ausgewandert! ! Im Grase um das alte Schlofs AViesentau hat sich eine Form er- halten, welche niedriger ist, dunkelviolette Blüten mit weit hervor- ragenden Staubbeuteln hat und somit sich schon sehr der A. atrata Koch nähert. Schultheifs beobachtete auf dem Schlüpfelberg ent- schieden wilde Formen mit bräunlich violetten Blüten! 17. Delplünium Tournefort. Rittersporn. Blüten symmetrisch. Kelchblätter 5, abfallend, das obere in einen langen Sporn verlängert, Blumenblätter 4, viel kleiner, die 2 oberen oft verwachsenen reichen mit ihren Spornen in den Kelchsporn hinab, oder alle verwachsen mit einem Sporn. Balgfrüchte 1— 5, frei. Samen 2 reihig. 38. D. Consolida L. Feldrittersporn. Stengel aufrecht, gegen oben sparrig ästig, mit abwärts gekrümmten Haaren besetzt. Blätter 3 mal 3 teilig mit linealen Zipfeln, die im Blütenstande einfach, lineal, viel kürzer als der abstehende Blütenstiel, sämtliche mit aufwärts gekrümmter Behaarung. Blüten auf langen, dünnen Stielen in eine wenigblütige rispen- artige Traube gestellt. Kelchblätter dunkelblau, seltener rosa oder weifs. Balgfrucht kahl, plötzlich in den langen Griffel zugespitzt. Same beschuppt. Q Mai bis August, unter dem Getreide, häufig auf Lehmboden im Keuper, Lias und auf den Juraplateaus, selten auf Diluvialsand; üore albo Oberbürg (Seh!) Simonshofen ! ! ' — 33 — D. Ajacis L. Gartenrittersporn. Höher als voriger, Stengelblätter ähnlich, aber hier auch die unteren im Blüten- stande noch vielteilig. Traube reichblütig, die Blüten auf kurzen, dickeren Stielen. Balgfrüchte weichhaarig, allmählich in den kurzen Griffel zugespitzt. Blüten hellblau, blau und weifs, tiefblau, rosa, rosa und violett, weifs. Juni, Juli. Häufige Zierpflanze aus Südeuropa, wird oft gartenfiüchtig auf Schutthaufen, an Böschungen angetroffen : namentlich um Nürnberg ! ! 18. Aconitum Tournefort. Eisenhut, Sturmhut. Blüte symmetrisch, indem von den 5 blumenartig ge- färbten abfallenden Kelchblättern das obere helmartig geformt ist, die 2 seitlichen oberen rundeiförmig, die unteren abwärts gerichtet, länglicheiförmig; die Blumenblätter zu Honiggefäfsen umgewandelt, die 2 oberen kapuzenförmig langgestielt im Helm eingeschlossen, die unteren klein, zuweilen fehlend. Balgfrüchte zu 3 bis 5. Blätter handförmig geteilt. Alle Arten giftig. 1. Blüten blau. A. NapelkiS L. Stengel hoch, aufrecht, an der Basis mit 2 rübenförmigen Knollen, wie bei beiden folgenden. Die oberen Honigblätter auf gekrümmtem Nagel wagerecht nickend, nicht umgerollt. Blutenstand eine meist einfache Traube. Blütenstiele aufrecht. Junge Früchte spreizend. Blattabschnitte lineal, fast parallel, die Zipfel ganz oder eingeschnitten, die Teilung der Blattspreite bis an den Grund sich erstreckend. 2J-. Juni bis August. Gartenpflanze, wild in den Alpen. Wohl nur gartenfiüchtig am Abhang unter der Burg Rabenstein (Pf.) 39. A. paniculatum Lamark. Honigbehälter auf halbkreisförmig' gekrümmtem Nagel nach abwärts geneigt. Blütenstand sparrig rispig, dicht abstehend weichhaarig. Junge Früchte spreizend. Blattabschnitte rhombisch, gegen die Basis keilig, fiederig grobgesägt, sonst wie vorige. %. August Sumpfiges Erlengebüsch im Laberthal bei Deusmauer (Seh!) südlich vom Gebiet bei Eichstätt (Arnold). 40. A. variegatum Koch = A. rostratum Bernhardi = A. gracile Reichenbach. Honigbehälter auf gerade aufrechtem Nagel stark, fa st schneckenförmig zurückgekrümmt, Blütenstand traubig bis rispig. Junge Früchte parallel, nicht spreizend. Blätter mit breiteren rhombischen, namentlich an den oberen Blättern weniger scharf eingeschnittenen Lappen. 2J. August, September. Schattige waldige Orte am und im /hl' des Jura: Nagelberg bei Treuchtlingen (v. F.) Weissenburger Forst (IIM'm.) Sumpfwald am Kauerlacher Weiher Seh!) unterhalb der Straufsmühle bei Deining öfter (Hffm.) am Plesselberg (Krzll) Abb. d. Naturh. Ges. X. IUI. 3 — 34 — Griesmühle (Kfsl.) Höllenstein (Gl.) Rauhenstein! Fischstein am Seeweiher ! ! (Schwmr.) hier meist mit soweit herabgebogenen Blüten- stielen, dafs die Helme nach abwärts gerichtet sind. Auerbacher Revier (Sim.) Haidmühleü (Elf.) Eglofstein (Elf.) Neudeck (Pf.) bei Toos gegen Muggendorf zu (Gldf. u. a.) Treunitz, Steinfeld!! Atzendorf, Alladorf, Tannfeld, Limmersdorf (Elf.) Staffelberg (Puchtler) Vierzehnheiligen, Michelau (Elf.). 1*. Blüten schwefelgelb. 41. A. Vulparia Reichenbach = A. Lycoctonum L. Gelber Sturmhut. Wurzelstock schief, abgebissen. Stengel aufrecht, weniger hoch als bei den vorigen, nur bis zu 1 Meter, mehr oder weniger dicht abstehend behaart. Helm walzenförmig, schmäler als bei allen vorigen, Honigblätter auf geradem Nagel mit fadenförmig dünnem kreisförmig umgerollten Sporn. Blüten- stand traubig rispig. Blätter handförmig 5 bis 7 lappig, vorne tiefgezähnt, die unteren langgestielt, die obersten einfach. 2[. Juni, Juli. An waldigen felsigen Orten im Eeuper selten: im Schwarzachthale bei der Eanalbrücke und bei Grünsberg (m. F.) Schmaufsenbuck ! ! RatsbergerWildnifs (Pf.) Bruderwald hei Bamberg (Fk.). Im Jurazuge häufig: Berching (Seh ) Holnstein, Breitenbrunn!! Greiselbach (P.) Harenzhofen (G.) Eastl (Rüdl.) viel im Hersbrucker Jura, um Rupprechtstegen, Veldenstein, Fischstein, Pegnitz, Ittlinger Thälerü um Hilpolstein, Lindeiberg bis über den Hetzles, Ehren- bürg, um Eglofstein (m. F.) Wichsenstein , Bärenfels (Elf.) um Streitberg, Muggendorf, Göfsweinstein (!!u. a) Rabenecker, Raben- steiner und Tüchersfelder Thal, in den Felsenthälern um Potten- stein , in dem der Puttlach bis hart an die Hauensteiner Ver- werfungsspalte, Hohenmirsbergü im Jura bei Bamberg an vielen Orten (m. F.) um Oberleinleiter, Steinfeld, Wiesentfels bis Freien- fels, um Erögelstein ! ! Schönfeld, Limmersdorf, Thurnau, im Elein- ziegenfelder Thal, Eloster Langheim, Vierzehnheiligen (Elf.) Auch im Gipskeuper der Windsheimer Gegend (m. F.) 19, Actaea L. Christophskraut. Blüten regelmäfsig, Eelch blumenkronähnlich, 4 bis 5 blätterig, Blumenblätter klein, spateiförmig, 4 — 6. Frucht eine Beere. 42. A. spicata L. Stengel aufrecht, schwach behaart. Blüten klein, gelblichweifs, in Trauben, von denen die eine am Ende des Stengels, die zweite in der Achsel des obersten Blattstieles steht, Blütenstiele dichter behaart. Beeren schwarz, glänzend. Blätter grofs, 3 zählig doppelt gefiedert, Blättchen eiförmig, ungleich eingeschnitten gesägt, zugespitzt. Die ganze Pflanze von widerlichem Geruch. 2J.. Mai bis Juli. Waldige, sehr schattige und felsige Orte; im Eeuper selten: Schwarzach- mündung bis Neuses, Schmaufsenbuck, bei Lind!! und im Biebert- thal bei Münchszell und Schweighausen (Seh.) Heilsbronn (Scherzer). Im rhätischen Eeuper bei Dehnberg, Bullach, und viel um den Heroldsberger und Ratsberger Liaszug herum (! ! u. a.) Pinzberg — 35 — (m. F.); alsdann häufiger längs des ganzen Jurazuges, namentlich am Steilrand, aber auch im Innern in den tief eingeschnittenen Thälern sowohl , wie in hochgelegenen schattigen Wäldern. Am Viehberg auf Alfalter zu eine Form, hei welcher die achselständige Traube von drei rundlich herzförmigen dreilappig eingeschnittenen scharf gesägten langgestielten Blattspreiten ohne gemeinschaftlichen Blattstiel gestützt ist!! * 2. Familie. Berberidaceae Ventenant. 20. Berberis L. Berberitze, Sauerdorn. Strauch, Kelchblätter 6, Blumenblätter 6, an der Basis je 2 Honigdrüsen. Frucht eine zweisamige Beere. 43. B. vulgaris L. Essigbeerlein. Stengel ästig, mit kurzen büschelförmigen Astchen besetzt. Blätter gestielt, ver- kehrteiförmig, wimperig gezähnt. Dornen 3 teilig. Blüten gelb in reichblütigen hängenden Trauben; die Staubfäden schlagen sich, wenn gereizt, sofort gegen den Stempel um. Beeren länglich, scharlachrot, von saurem Geschmack. 1>. Mai, Juni. An sonnigen felsigen Abhängen im Jura, im Keuper in lichten Föhrenwäldern. — Im Vergleich mit dem massenhaften Vorkommen im benachbarten Oberpfälzer Dolomit, wo z. B. im Laaberthal bei Beratzhausen und Laaber die ganzen Abhänge im Herbste durch die massenhaften Beeren rot erscheinen, und gegen das noch sehr dichte Vorkommen um Breitenbrunn und Holnstein, Berching, Beilngries und Greding ist die Verbreitung weiter nördlich eine sehr spärliche : Auerberg, Weinsfeld am Fufs des Hofberges (Seh.) Mariahilf bei Xeumarkt. Grünsberg ! ! Engelthal, Hubirg (BV.) Oster- nohe (BV.), zwischen Steinensittenbach und Wallsdorf (Seh.) Bärenfels (Klf.) Sachsenmühle (Pr.) mehr um Göfsweinstein, Tüchersfeld und um Pottenstein, auch im Püttlachthal aufwärts gegen Unterhauen- stein aber nur vereinzelt, Pegnitz ! ! Limmersdorf, Kasendorf (Klf.) — Im Keuper : Schnittling bei Spalt zahlreich (Ballenb erger) Red- nitzabhänge oberhalb Roth, im Wald bei Stein, Pegnitzabhang am Ebensee bei Mögeldorf!! Rollhofen (m. F.) , Schnaittach (BV.) Obermichelbach (BV.), bei Spardorf und Marioffstein (m. F.) bei Bamberg gegen die Altenburg (Fk.). Aufserdem in Hecken z. B. Adlitz ! ! und noch für viele Orte angegeben, für diese Vorkommnisse bezweifle ich aber die Spontanität, weil ja Berberis in Hecken. Gärten und Anlagen ein dankbarer Zierstrauch ist: in Anlagen trifft man auch häufig die forma atropurpurea mit purpurroten Blättern. 3. Familie. Nymphaeaceae De Candolle. Kelch 1 blätterig, Kronblätter weich, Staubblätter mit dem Fruchtknoten verwachsen .... Nyfnphaeü 21 •6* — 36 — Kelch 5 blätterig, Kronblätter fleischig verdickt, Staubblätter frei Nuphar 22 21. Nyinphaea L. Seerose. Wasserpflanzen mit starkem im Schlamme horizontal wachsenden Rhizom. Blätter schwimmend, grofs, oben glänzend dunkelgrün, unten bräunlich, Blatt- und Blütenstiele mit grofsen Luftgängen. Kelchblätter 4, so lang oder kürzer als die zahl- reichen weifsen Blumenblätter, diese ohne Honiggruben samt den Staubblättern auf dem Fruchtknoten eingefügt. Narbe schildförmig, mit 8 — 24 am Rande freien, umgebogenen Strahlen, gegen den Mittelpunkt vertieft und hierselbst mit centraler Spitze. Frucht nicht aufspringend, die Samen werden beim Verwesen der Wände frei. 44. N. alba L. Blätter -herzförmig rundlich, Nervatur nahezu ausschliefslich concentrisch, diejenigen beiden Blatt- nerven, welche in die Spitzen gehen, stellen miteinander eine Parabel dar, schneiden sich also in der Verlängerung nicht. Blüten sich ganz öffnend und flach auf der Wasserfläche schwimmend, Fruchtknoten rundlich, oben nicht verschmälert, bis oben mit Staubblättern besetzt, Narbe 10 — 20 strahlig, die freien Narbenstrahlen walzlich, auf der Innenseite glatt, orange- gelb; centrale Spitze kurz, kugelig. Frucht kugelig, fast bis ganz oben mit den Spuren von Staubblättern bedeckt, mit tiefeingesenkter Narbe. %. Juni — iUigust. In Weihern und Alt- wassern: Pleinfeld, Mischelbach (Hffni.) Marienburg!! Allersberg (Hifm.) zwischen Harrlach und Finstermühle und gegen Mecken- lohe (Rüdl.) bei Leerstetten im Siedel (Burkert) Weiherhaus und Birnthon bei Feucht!! Himmelgarten (Förderthr.) Eckenhaid, Altwasser bei Mögeldorf und Unterbürg, zwischen Katzwang und Reichelsdorf, Eibach !! Weiherhof (m. F.) unter Fürth nahe der Pegnitzmimdung (Pr.) Seuckendorf (Schm.) Gründlach!! Eitersdorf (Pf.) Baiersdorf (Schwg. K.) Haundorf, Kosbach, Dechsendorf ! ! Mitteldorf bei Weissendorf (Seh.) Poppenwind (Krzl.) Neuhaus, Saltendorf!! Zentbechhofen, ober Bughof etc. bei Bamberg (Fk.j — Im Jura nur in den Forellenweihern bei Fischstein!! dann jen- seits desselben wieder um Bayreuth (m. F.) bei Thurnau, Hochstadt, Michelau, Reundorf (Klf.) 45. N. Candida Presl. = N. alba var. ooearpa Caspary. Die unteren Blattnerven gebogen verlaufend und daher ver- längert gedacht sich wieder treffend, also eine Ellipse ein- schliefsend. Blüten bei der in unserer Flora allein vorkommenden Form : N. semiaperta Klinggraeff = N. biradiata Sommerauer = N. neglecta Hausleutner halbgeöffnet, nie ganz sich aus- breitend. Fruchtknoten eiförmig, am Narbenhalse eingeschnürt — 37 — und daselbst ohne Staubblätter. Narbenstrahlen 8 — 14, breit, nicht walzenrund im Querschnitt , stumpf, auf der Innenseite mit 3 Furchen , fast mennigrot , centrale Spitze der Narbe walzlich, 3 mal höher als breit. Frucht verkehrt birnförmig, gegen oben ohne Staubblattansätze, mit aufgesetzter flacher Narbe; sonst wie vorige (vergleiche Sturm's Bearbeitung mit Abbildungen in Abhandlungen der naturhistorischen Gesell- schaft, Band I. 143—150. Tafel III). In Weihern: bei Schwa- bach in den Weihern bei Ungenthal, Ottersdorf und Weiherles- mülile (Müller) Dutzendteich!! früher auch im Tullnauer Weiher (m. F.) Dambach (m. F .). Nach Kaulfufs auch im Schwimmschul- weiher bei Bayreuth und in Mainaltwassern bei Michelau. 22. Nuphar Smith, Teichrose. Kelchblätter 5 seltener 7, bleibend, gelb, blumenkron- artig, breiteiförmig stumpf. Blumenblätter viel kleiner, mit rückenständiger Honiggrube, samt den Staubblättern unter- ständig. Narbenstrahlen verbunden, nur bis zum Rand des Griffelkopfes reichend, sonst wie Nymphaea. 46. N. luteum Smith. = Nymphaea lutea L. Gelbe Teich- rose. Blätter herzeiförmig, lederig. beiderseits grün, meist vorne stumpf bespitzt, Blattstiel dreikantig, der Mittelnerv des Blattes stark hervortretend und in seinem ganzen Verlaufe beiderseits die oberen parallelen Seitennerven abgebend. Frucht glatt, krugförmig, gegen oben verschmälert. Narbenscheibe trichterförmig vertieft, mit ganzem oder etwas buchtigem Rande, 10—20 strahlig. 2[. var: y: intermedium Ledebour. Blätter und Blüten kleiner, Narbenscheibe flach, nur 11 — 14 strahlig. Juni bis August. In Weihern, Altwassern, Mühlbächen, seltener in Flüssen, verbreiteter als Xymphaea: in der Rezat bei Hohenrad (Rüdl) Marienburg!! um Hilpolstein, Kauerlacher Weiher, südlich Seligenporten und viel in der hintern Schwarzach um Freistadt; von der Schmiermühle bei Xcumarkt zur Beckenmühle ! ! in der schwarzen Laabei unter Lengenfeld und Hollerstetten 1 1 Dutzendteich, in fast allen Pegnitzaltwassern von Unterbürg bis auf die Wöhrder Wiese. Muggenhof, Regnitzaltwasser bei Stadelhof, Dambach, von Grei- oersdorf zur Schwadermühle ! I Erzleitenmühle (Hohn) Gründlach!! Eitersdorf (B.) Brück (m.F.) in der Etegnitz bei Erlangen (m.F.) Dechsendorf, hier auch die var. yü Oberndorf (Pf.) Baiersdorf (m. I'.i Zentbechhofen (Fk.) Regnitzauen bei Elirschaidll ober Bug- hof Fk. und bei Bug, Gaustadt, Bischberg (Harz) mit dem ganzen Verlauf des Maines um den Jura herum bis Bayreuth (Klf. Harz) östlich Kreufsen, zwischen Losau und Frankenberg 1 1 — 38 — 4. Familie. Papaveraceae De Candolle. 1. Kelch abfällig. 2. Narben vielstralilig, Kapsel kugelig bis keulenförmig Papaver 23. 2*. Narben 2 lappig, Kapsel schotenförmig verlängert, zweiklappig. 3. von oben gegen die Basis aufspringend . . Glaucium. 3*. von der Basis nach oben aufspringend Clielidonium 24. 1*. Kelch bleibend Eschscholtzia. 23. Papayer L. Mohn. Kelch 2 blätterig, abfällig; Blumenblätter 4, in der Knos- penlage gefältelt, ansehnlich, abfällig; Blüten einzeln, auf langen Blütenstielen, Staubblätter zahlreich, Narbe scheibenförmig, 4 — 20 strahlig. Kapseln kugel-, ei- oder keulenförmig, unvoll- kommen 4 — 20 fächerig, unter der Narbenscheibe mit kleinen viereckigen Löchern sich öffnend. 47. P. Argemone L. Stengel meist einblütig, anliegend aufrecht steifhaarig. Blätter fiederspaltig, die Fiedern einge- schnitten, die unteren rosettig mit langen, hehaarten Blatt- stielen, die oberen sitzend mit spitzeren Zipfeln. Blumen- blätter dunkelscharlachrot mit schwarzem Grundfleck, ver- kehrteiförmig länglich, Staubfäden oberwärts verbreitert. Narben 4 — 5 strahlig, Narbenscheibe am Bande ausgebuchtet. Kapsel keulenförmig, meist unvollkommen 4 fächerig und bei a: typicum Koch durch zerstreute aufrechte Borsten steifhaarig, seltener bei ß: leiocarpum Celakovsky kahl. Ist ferners auch der Stengel im oberen Teile samt den Blättern und dem Kelche kahl, und selbst unterwärts samt der Mittelrippe der unteren Blätter mit wenigen zerstreuten Haaren besetzt, so entsteht: y: glabrum Koch. Q Mai. Getreidefelder, namentlich auf Sandboden verbreitet, aber auch im Jura z. B. zwischen Waldkirchen und Thann, von Pegnitz gegen den Kulm!! am Staffelberg auf Dolomit (Klf.) Bei Jahrsdorf auf Liaslehm eine Form mit fast kahlen Kapseln ! ! ß bei Steinbühl (Seh!) sowie bei Külsheim unweit Windsheim!! y bei Leyh (Seh!) 48. P. Rhoeas L. Stengel mehrblütig, abstehend steif- haarig. Blätter fiederschnittig bis fiederteilig. Blumenblätter rundlich, ansehnlich, gröfser als bei voriger, am Grunde oft mit schwarzem Fleck und dieser zuweilen noch weifs berandet. Staubfäden oberwärts nicht verbreitert. Kapsel verkehrteiförmig, am Grunde abgerundet, Narbe 8 — 12 strahlig, Narbenscheibe — 39 — am Rande lappig eingeschnitten mit sich deckenden Lappen. Samen netzig grubig; ändert: a: typicum G-. Beck. Blütenstiele abstehend borstig. Endabschnitte der Blätter von dem übrigen Blattteil nicht verschieden. ß. agrivagmn Jordan. Blütenstiele abstehend borstig. Endabschnitte der Blätter stark vorgezogen, länglich, ganz, mit gekerbtem oder gesägtem Rande oder gegen die Spitze fast ganzrandig, viel länger, als der untere gefiederte Teil des Blattes. y: strigosum von Boenninghausen. Blütenstiele mit an- gedrückten Borstenhaaren. S : albiflornm A. Schwarz. Kronblätter weifs, am Grunde schwach grünlich, sonst wie a. Mai, Juni. Unter dem Getreide, gemein, a am häufigsten, ß seltener, z. B. Stadelhof gegen Fürth!! y bei Kirchensittenbach ! ! ö bisher nur bei Neunkirchen am Hetzles (Glück!) 49. P. dubium L. Stengel mehrblütig, unten abstehend behaart, die Blütenstiele aufrecht steifharig. Blätter einfach bis doppelt fiederteilig. Staubfäden nicht verbreitert. Kapsel länglich keulenförmig, am Grunde verschmälert, Narbe 4 — 9 strahlig, Narbenscheibe am Rande gelappt, die Lappen sich nicht deckend. Q Juni. Auf sandigen Aeckern, doch weniger häufig als vorige: bei Roth!! Cadolzburg (Schm.) viel um Fürth und Nürnberg, Erlangen, Kaiersdorfü Bamberg (Fk.) und jenseits des Jura bei Limmersdorf und Kasendorf (Klf.) Im Jura seltener z. B. Ilansgörg (m. F.) Affalterthal, Krögelstein (Klf.) C. P. somniferum L. Schlafmohn. Stengel bis 1 Meter hoch, nebst den Blättern kahl, diese blaugrün, stengelumfas- send, eiförmig, am Rande gesägt oder kerbig. Blütenstiele behaart oder kahl, Blumenblätter grofs, weifs oder lila, oft mit schwarzem Grundfleck, Staubfäden etwas verbreitert. Narbe 7 — 20 strahlig, Narbenscheibe tief-offen-gelappt, Kapsel kugelig oder eiförmig, kahl, bläulich bereift. Juni bis August. Gebaut, wenn auch nicht häutig, z. 15. Schwabach, Bubenreut. Baiersdorf ! ! dann in vielerlei Farben und oft gefüllt, auch schlitz- blätterig ein»! beliebte Gartenpflanze und daher oft gartenttüchtig und unbeständig auf Schutt und an Bahndämmen: zwischen Alt- dorf and Gnadenberg, Krottenbach, oft dm Nürnberg, Etöthenbach bei Lauf!! Boxdorf (Seh.) besonders viel an der Bahn /wischen Baiersdorf und Forchheim!! Breitenbach bei Ebermannstadt, Rabeneck!! Heimat: Südeuropa, Orient. Glauchau Toitmefort. Hornmohn. Kraute! mit weifsem Milchsaft. Hinten einzeln, Kelch- blatt. >r 2, abfallend, Blumenblätter 1, abfallend, Narben zwei- — 40 — scheinbar vierlappig, viel breiter als die lineale schotenähn- liche Kapsel, deren' Klappen von oben nach unten sich spalten. GL flamm Crantz = Gl. luteum Scopoli. Stengel gegen oben ästig, fast kahl. Untere Blätter gestielt, regelmäfsig lappig fiederspaltig, obere aus tief herzförmig stengelumfassendem Grunde eiförmig, grobkerbzähnig, Mittelnerv des Blattes, weniger die Blattspreite mit Gliederhaaren besetzt, die obersten fast kahl. Blumenkrone grofs, citronengelb , die überaus langen schotenförmigen Kapseln knotig rauh. (» August. Adventiv auf Sandstellen : seiner Zeit von SSII bei Sankt Joliannis ange- geben, ist sie 1889 und 90 nahe der Bahn bei Gleishammer wieder aufgetreten ! ! Südlich vom Gebiet eingebürgert am Abhang der Willibaldsburg bei Eichstätt oberhalb der Hofmühle (Hffm.), sicher ein Überrest aus dem fürstbischöflichen Garten (vergleiche I. pg.157 od. 180 in der Buchhandel-Ausgabe.) Heimat : Südeuropa. Gl. phoeniceum Crantz = Gl. corniculatum Gurtis. Stengel ästig, nebst den Blättern steifhaarig, diese sämmtlich fiederschnittig, die unteren gestielt, die oberen sitzend; Blumen- blätter verkehrteiförmig, scharlachrot mit dunklem Grundflecke; die schotenförmige Kapsel borstig rauhaarig. Q Juli. Adven- tiv auf Schutthaufen, früher bei Hummelstein und am Kanal bei Sandreut von Eismann beobachtet, ist sie 1890 bei Tullnau und 1892 wieder bei Steinbühl aufgetreten (Seh !) Heimat : Böhmen, Sachsen, Pfalz. Eschsclioltzia Cfiamisso. E. californica Lindky. Stengel aufrecht, oben ästig, Blätter graugrün, mehrfach fiederteilig, mit linealen Abschnitten, Kelch bleibend, verwachsen, trichterförmig, Blumenblätter 4 grofs, verkehrteiförmig, orangegelb, schotenförmige Kapsel lang, fast kahl, längsstreifig. Q Juli. Zierpflanze aus Californien, die man namentlich als Rabatten gepflanzt antrifft, zuweilen garten- flüchtig, früher bei Sankt Joliannis (Schm !), neuerdings wieder beim Centralfriedhof auf Schutthaufen (Seh!) erschienen. 24. Chelidoniuni Tournefort. Schöllkraut. Blüten in Dolden. Kelchblätter 2, abfällig: Blumenblätter 4, abfällig. Frucht lineal, schotenförmig, holperig, von unten nach oben zweiklappig spaltend. Milchsaft gelb. 50. Ch. majus L. Stengel aufrecht, ästig, samt den Blättern zerstreut behaart. Blätter unpaarig gefiedert, die Fiedern unregelmäfsig lappig buchtig gekerbt. Blüten zu 3 bis 5. Blumenblätter dottergelb, mittelgrofs, Staubfäden ober- wärts breiter. %. Mai— August. An Schuttstellen, auf Mauern gemein. — 41 ß. laciniatum Miller. Blättchen länger gestielt, ebenso die oberen Blattfiedern, die Fiedern fiederspaltig, am Rande vielfach unregelmäfsig eingeschnitten (nicht gekerbt) mit scharfen Zähnen. Blumenblätter oft eingeschnitten gekerbt. So in tiefem Schatten am hohlen Fels bei Bronn!! alsdann schon von Koch für Bayreuth! angegeben, woselbst sie nach M. S. nur am Portal des Hofgartens und am Zaun des kgl. Bauhofes in dieser Form sich fand ; eine Form, welche von laciniatum dadurch abweigt, dafs die Blattabschnitte der vielfach unregelmäfsig fiederspaltigen Spreite in nadeiförmig verlängerte Spitzen auslaufen, vom Finder als „fumariaefolium De Candolle" bezeichnet, fand Schmidt 1849 auf einer Mauer in Cadolzburg. Diese Form finde ich zwar in Kochs Synopsis erwähnt, aber nicht beschrieben. 5. Familie. Fumariaceae De Candolle. Frucht länglich, eine vielsamige Schote ..... Gorydalis 25 Frucht kugelig, klein, ein einsamiges Xüfschen . Fumaria 26 25. Corydalis De Candolle. Lerchensporn. Kelchblätter zwei, sehr klein, rasch abfällig. Blumen- blätter 2 äufsere, 2 innere, von ersteren das obere in einen langen Sporn verlängert, Staubblätter je 3 in 2 Bündeln ver- wachsen, welche am Grunde ein in dem Sporn eingeschlossenes Honiggefäfs bilden. Narbenlappen 2, am Rande strahlig. Frucht eine zusammengedrückte, vielsamige Schote ohne Scheidewand. Samen mit Anhängel. 1. Rhizom knollig. Blütentrauben end ständig. 51. C. cava Schweigger et Koerte = C. tuberosa De Candolle. Knolle hohl. Stengel am unteren Teile ohne Schuppe, mit 2 Laubblättern, diese doppelt dreizählig mit eingeschnittenen Lappen. Deckblätter eiförmig, ganz. Traube reichblütig, stets aufrecht. Blumenblätter trübpurpurn oder bläulichviolett oder gelblichweifs, Blütenstiele kurz, 1 k der Länge der Corolla. Schoten 3 mal länger als der Frucht- stiel. Samen wie bei den 3 folgenden glänzend schwarz. ?\ April. Mai. Hecken, Buschwald, grasige Abhänge im ganzen Jurazage häufig, namentlich im Ornatenthon, auch auf Tuff; fernere im Lias und in den Schluchten des rhätischen Keupers, seltener noch tiefer Im Keuper und auf Diluvialsand. So mir der Schwar- zach aus der Altdorfer Gegend l»is ins Gsteinacher Thal herab- gehend!! gegenüber Katzwang (Müller . angeblich auch zwischen Eibacfa und Hinterhof. Am Puls des IVtoritzberges gegen Otten- boos (Bing) und mit dem Haimendorfer Bach bis unter den rhätischen Keuper herabgehend 1 1 Von der Tauchersreuter Liashöhell nach — 42 — Beerbach und Eschenau (Seh.) Erlangen im Schlol'sgarten mit solida! ! und an vielen Stellen des Ratsberger Liaszuges, sowie bei Baiers- dorf (m. F.), Pinzberg, Wiesentau (Lindgr.) Forchheim (Pf.) Strullendorf, Bug (Fk.) Theresienhain bei Bamberg, hier massen- haft und mit solida (m. F.) Auch» am Ostrand des Jura im Lias um den Sophienberg (M. S.) 52. C. fabacea Persoon. Knolle nicht hohl, Stengel viel zarter als an voriger, am untern Teil mit einer rinnen- förmigen Schuppe. Traube arm blutig, im Fruchtzustand überhängend, Schoten kurz gestielt, Blüten trübpurpurn, Deckblätter ganzrandig, eiförmig. Stengelblätter 1 bis 3, in der Form, wie bei voriger. %. April. In Erlenschlägen, unter Gebüschen: bei Pleinfeld (B. V.) Viel mit der Schwarzach: am Fufs der Heimburg (Krzl !), um Altdorf auf dem Liasplateau, wie namentlich im Thal der Schwarzach selbst!! und über Burgthannü, das Gsteinacher Thal (m. F.), Kleinschwarzenlohe (B. V.) bis zur Mündung!! Eine andere zusammenhängende Verbreitung zieht von Leinburg über Haimendorf um den Moritzberg herum!! Henfen- feld (v. F !) zwischen Behringersdorf und Erlenstegen (SSII) Gründ- lach!! Wachendorf bei Kadolzburg (v. F !). Bei Bamberg im Bruderwald und Theresienhain (Fk.). Im Jurazuge sehr zerstreut : Sulzbürg (B. V.) Waltersberg fHfrm.) Hohenstadt, Siegersdorf (B.V.) Enzendorf ! ! Lohgraben (B. V.), Ehrenbürg (Reusch), Schottermühle an der Riesenburg!! Arnstein, Wallersberg und bei Köttel (Klf.). Dann jenseits des Jura: Bauernhöfen und Pfaffentieck bei Bayreuth (M. S.) Thurnau (Bäumler) und in der Lichtenfelser Gegend (Klf.) 53. C. solida Smith — C. digitata Persoon = C. bulbosa De Candolle. Knolle nicht hohl, Stengel am untern Teil mit rinnenförmiger Schuppe. Laubblätter 2 bis 3, wie bei den vorigen geformt. Blüten zahlreich purpurn, sehr selten weifs, langgestielt, mit gekrümmtem Sporn. Deckblätter fingerig geteilt, so lang als der Fruchtstiel. Fruchttraube verlängert, aufrecht, Fruchtstiel so lang als die Schote. 2J.. März, April, Mai; Haine, grasige Abhänge, unter Gebüsch, nur im Keuper und Lias, dann namentlich auf Alluvium dem Thal der Rednitz folgend: Eichelberg bei Roth (B. V.) zwischen Plöcken- dorf und Rednitzhembach (Gebhard), Schwabach (Müller) zwischen Xeusefs und Schwarzach und von da über Katzwang nach Reichels- dorf und Gerasmühle!! Limbach, Mühlhof, Krottenbach, Deuten- bach nach Stein und von da gegen Rötenbach und Eibach (!!u. a.) Nürnberg mehrmals im Stadtgraben und auf der Hallerwiese, Gleishammer nach Zerzabelshof und von da auf Mögeldorf zu!! Strengenberg (B.) Heroldsberg und Kalchreut (m. F.). Von Zirn- dorf bis Fürth stellenweise beiderseits des Flusses ! ! Fürth in der Anlage (Pf.) Stadelhof (Seh.) Manhof (Krzl.) Vach (m. F.) Flechs- dorf (Klf.) Veitsbronn (m. F.) Tennenlohe (Pf.) Zahlreich um Er- langen, im Schlofsgartenü und gegen Buckenhof, Burgberg und mehrmals am Liaszug, dann mit der Regnitz über Möhrendorf weiter nach Bayersdorf und Forchheim (v. F.) Strullendorf, Bug — 43 — (Fk.) und Theresienhain (m. F.) Altenburg (Krzle). Weifsblühend nur bei Dambach (Frnmllr.) und bei Stein (Rüdl.). Bei Dambach (Frnmllr.) und Zerzabelshof ! ! findet sich zuweilen: ß. multifida A. Schwarz, eine äufserst zierliche Form mit feinzerteilten, daher viel zahlreicheren, schmäleren Blattzipfeln; bei gleich grofsen Exemplaren zähle ich an der typischen Form 51, bei multifida 104 Blattzipfel, auch die Brakteen sind viel tiefer eingeschnitten bis geteilt mit linealen Zipfeln. 54. C. pumila Reichenbach. Knolle nicht hohl, Stengel niedrig, mit rinnen förmiger Schuppe. Laubblätter 2, wie bei den vorigen geformt. Blüten wenige, in gedrungener überhängender Traube, gelblich weifs, purpurrot überlaufen, mit nahezu geradem Sporn. Deckblätter fingerig geteilt, länger als die Blütenstielchen, diese viel kürzer als die breit- elliptischen Schoten. 2J.. April. In nur wenigen Exemplaren im Grase unter einer Hecke nahe bei Bamberg, von Weigand entdeckt, auch durch Funk bestätigt. 1*. Stengel am Grunde nicht knollig verdickt. Blütentrauben end- und seitens tändig. 55. C. lutea De Candolle. Stengel aufrecht, sehr ästig, Blätter 3 zählig 3 fach fiederteilig. Blüten citronengelb, auf dünnen Stielen, deren untere so lang als die Blüte und später auch die Schote sind. Deckblättchen sehr klein, langzugespitzt, am Rande wenig fransig gezähnt. Samen glänzend, schwarz, feinkörnig, mit abstehendem gezähneltem Anhängsel. 2|> Juli bis September: an senkrechter Felsenwand auf dem Staffelberg!! Altenburg bei Bamberg (Harz) wohl nur eingebürgert, wenn auch zwei weitere Vorkommnisse Mainabwärts die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Einwanderung erhöhen: von einer Anpflanzung ist nichts bekannt und eine solche wenigstens am Staffelberg an der senkrechten Felswand auch schwer möglich. 26. Fumaria L. Erdrauch. Kelchblätter 2, abfällig. Blumenblätter 2 äufsere, davon das obere in einen Sporn verlängert, die 2 inneren an der Spitze verwachsen. 6 Staubfäden in 2 Bündel verwachsen, welche naeb hinten in ein im Sporn eingeschlossenes Necta- iium auslaufen. Frucht ein einsamiges kugeliges Schötchen, nichl aufspringend. Samen ohne Anhängsel. 1. Reife Schötchen höckerig-runzelig. 56. F. officinalis L Stengel aufrecht oder kletternd, ästig, Blätter doppelt gefiedert, mit tiefueteilten Blättehen, die Blattzipfel lanzettlich, grün. Kelchblätter eilanzettlich, gezähnt, 3 mal kürzer als die Blumenkrone, schmäler als diese. Blüten purpurrot, an der Spitze schwärzlich in reich- blutigen Blütentrauben, die Fruchtstielchen aufrecht abstehend. — 44 — Schötchen kugelig, quer breiter, vorn abgestutzt und ausgerandet. Q Mai bis August. Auf Gartenland, in Aeckern verbreitet im Keuper, wie auf den Juraplateaus. In Leinäckern wird sie, wie die anderen Leinbegleiter, gezwungen, mit unver- zweigten, gestreckten bis zu 48 cm. hohen Stengeln bis in die Blütenebene des Leines sich zu erheben: forma linicola A. Schwarz. So: "Wachtelhof bei Wifsing, Wölm, Kosbrunn, zwischen Greifenstein und Unterauf sefs, zwischen Kainach und Wohnsees, Sankt Kuppertus bei Obernsees!! Durch Uebergänge ist der Typus vereinigt mit: ß: tenuiflora Fries = F. Wirtgeni Koch. Stengel meist viel ästiger und höher, oft klimmend, mit mehr graulichem Laub. Blüten kleiner, rosenrot bis purpurn, durch die länge- ren Deckblättchen erscheint die eben aufblühende Traube schopfig. Schötchen fast kugelig, oben flach, nicht ausgerundet, mit kleinem aufgesetztem Spitzchen. So namentlich auf lockerer umgegrabener Gartenerde: auf dem Plateau bei Lampertshofen (Seh.) Kadolzburg (Schm.) Schniegling ! ! Steinbühl (Kfsl.) Forsthof (Seh.) am Stadtpark (m. F !) Chaussee nach Jobst (Stöhr) Wöhrd (Eismann) Simonshofen! ! Erlangen (Prtl. Fl.) zwischen Waischen* feld und Nankendorf, zwischen Kainach und Wohnsees!! 57. F. Vaillantii Loiseleur. Stengel ästig, aufrecht oder niederliegend und klimmend. Laub graugrün. Blattzipfel lineallanzettlich, flach. Kelchblätter klein, eiförmig, gezähnt, bald abfallend, schmäler als der Blütenstiel, 6 — 10 mal kürzer als die Blumenkrone, Blüten rosenrot, an der Spitze dunkelpurpurn, kleiner als an officinalis. Frucht kuge- lig stumpf, in unreifem Zustand spitzig. Q Juni bis August. Ackerland, Kalk- und Lehmboden vorziehend. Sankt Johannisü Schniegling und Forsthof (Seh.) Im Lias bei Steindl (Seh.) Jahrs- dorf ! ! im Landl viel häutiger als officinalis (Seh.) Dehnberg!! Erlanger Liaszug (Seh.) Fufs der Ehrenbürg (Eismann) Bamberg unter der Altenburg (Fk.) Im Jura an vielen Orten um Neumarkt, Hersbruck, Gräfenberg, Muggendorf, Hollfeld; in der Pottensteiner Gegend oft unter überhängenden Felsen mit Asperugo procumbens oder auch allein Massenvegetation bildend. Sehr häufig auf den Muschelkalkhöhen östlich von Bayreuth (M. S.) 58. F. parviflora Lamarck. Stengel vom Grunde an ästig, aufrecht oder niederliegend, zuweilend kletternd. Laub sehr fein geteilt mit linealen rinnigen Lappen, blau grün. Kelch- blätter breiter als der Blütenstiel, stark gezähnt. Blüten sehr klein, weifs mit dunkelpurpurner Spitze. Fruchtstielchen kürzer und plumper als bei beiden vorigen, kürzer als das Deckblättchen und unter der Frucht deutlich trompetenartig verbreitert. Schötchen rundlich eiförmig, jederzeit bespitzt. Juni bis September. In Feldern, Gemüsegärten, Leinäckern. Aus Unterfranken, woselbst sie bei Würzburg, Kitzingen (Prtl.) — 45 — Dettelbach, Schernauü häufig ist, mit dem Mainthal aufwärts das Gebiet noch erreichend: Bamberg in der Nähe des Bahnhofes (Fk.) Im Lein zwischen Königsfeld und Steinfeld ! ! und zwar hier in einer gestreckten hohen unverzweigten forma linicola. 1*. Schötchen glatt. 59. F. capreolata L. Stengel ästig, niederliegend oder kletternd, Blattstiele oft rankend, Blattzipfel eiförmig, gegen den Grund keilig, vorne eingeschnitten, blau- grün. Kelchblätter eiförmig, gezähnt oder ganz, halb so lang als die Blumenkrone; diese gröfser als an allen vorigen, gelb- lich weifs, an der Spitze dunkelpurpurn, selten das obere Blumenblatt auf dem Rücken samt dem Sporn violett, in lockerblütiger Traube, Fruchtstiele dünn, wagrecht abste- hend, Frucht kugelig, glatt. Juni bis August. An Hecken bei Sankt Johannis früher häufiger, durch die vielen Neubauten auf zwei Gemüsegärten zurückgedrängt, woselbst sie jedoch in beiderlei Blütenformen vorkommt ! ! alsdann unbeständig am Dent- lersgarten (m. F !) und bei Schniegling (Seh !) aufgetreten. 6. Familie. Cruciferae Jussieu. 1. Schoten zweifächerig, die abfälligen Klappen lösen sich von unten nach aufwärts von der stehenbleibenden Scheidewand Cruciferae disseniiuautes. 2. Frucht eine Schote, mehrmals länger als breit I. Siliquosae. 2*.Frucht ein Schötchen, so lang oder wenig länger als breit II. Siliculosae. 1*. Schoten geschlossen bleibend oder querglieder- teilig Cruciferae nucamentaceae. 3. Schötchen nicht aufspringend, zuweilen einfächerig III. Nucamentaceae. 3*. Schoten oder Schötchen der Quere nach in einsamige Glieder sich trennend . . IV. Lomentaceae. I. Gruppe. Siliquosae L. Schotenfrüchtige. 1 . Samen in jedem Fache zweireihig oder unregelmäfsig zweireihig: 2. unregelmäfsig zweireihig, Schote linealisch oder elliptisch, mit gewölbten, nervenlosenKlappen, meist gekrümmt, zuweilen gedunsen und kurz Nasiurtiu/m 27 2*. regelmässig zweireihig, Klappen einnervig: 3. Schoten elliptisch, deutlich breit geschnäbelt EruCQ 3*. Schoten linealisch, mit dem bleibenden Griffel bespitzt Viploltt.ris id 3**. Schoten lineal, mit sitzendem Griffel Twrritis 29 — 46 — 1*. Samen in jedem Fache einreihig : 4. Narbe tief zweilappig Hesperis SS 4*. Narbe kopfig oder schwach ausgerandet : 5. Klappen nervenlos : 6. Grundachse fleischig mit fleischigen schuppen- förmigen Niederblättern Deniaria S2 6*. Wurzel faserig Garda/mine Sl 5. Klappen mit einem oder mehreren Nerven: 7. Schoten stark zusammengedrückt, flach, ein- oder mehrnervig Arabis SO 7*. Schoten nicht flach zusammengedrückt: 8. Klappen einnervig: 9. Schoten abgerundet vierkantig, line- alisch Barbar aea 28 9*. Schoten vierkantig, zuweilen etwas zusammengedrückt : 10. Scheidewand dünn, Blumen- blätter gelb, ausgebreitet Erysimum 37 10*. Scheidewand schwammig mit Gruben für die Samen, Blumen- blätter weifsgelb, aufrecht Gonringia S8 9**. Schoten zusammengedrückt vier- kantig, geschnäbelt . . Erucastrum 41 9***. Schoten an der Spitze zusammen- gedrückt, auf fadendünnen ab- stehenden Fruchtstielen Sienophragma So Anmerkung: Zur Erleichterung der Bestimmung, nament- lich wenn noch keine reifen Schoten vorhanden sind, diene folgendes : 27. Blüten klein, gelb, nur hei officinale weifs, Blätter gefiedert, bei amphibium die oberen ganz. 28. Blüten klein, gelb, Blätter gefiedert mit grofsem Endblatt. 29. Pflanze unverzweigt, hoch, Blüten klein, gelblichweifs, Schoten angedrückt, Stengelblätter umfassend. 30. Blüten mittelgrofs oder klein, weifs, bei arenosa auch violett, Blätter sitzend, meist Grundrosetten vorhanden. 31. Blüten grofs, weifs oder lila, oder klein und weifs, Blätter gefiedert, grundständige Blätter vorhanden. 32. Blüten grofs, hellgelb oder violett. Blätter gefiedert oder 3 fach 3 teilig, grundständige Laubblätter fehlen. 33. Pflanze grofs, Blüten grofs, violett; Schoten lineal. 34. Blüten klein, gelb. Blätter verschieden, meist gefiedert. 35. Kleine Ackerpflanze mit kleinen weifsen Blüten. Grundständige Blattrosette. 36. Blüten klein, weifs. Blätter herznierenförmig, langgestielt. — 47 — 8*. Klappen mit starkem Mittelnerv und 2 oder 4 schwächeren Seitennerven : 11. Schote lineal, rundlich vierkantig, Samen schwarz , längsgestreift, länglich Alliaria 36 11*. Schoten linealisch, stielrund oder fast 4 kantig, Samen kugelig, nicht längsstreifig Brassica 39 8**. Klappen deutlich dreinervig: 12. Schoten lineal stielrund Sisymbrium 34 12*. Schoten linealisch oder elliptisch, stielrund, langgeschnäbelt Sinajris 40 27. Nasturtium Robert Brown. Schote linealisch und gebogen, oder elliptisch, stielrund; Klappen nervenlos oder am Grunde mit einem schwachen Nerven; Narbe ungeteilt; Samen unregelmäfsig zweireihig. 60. N. officinale Robert Brown = N. fontanum Ascherson. Brunnenkresse, Brunnkrefs. Stengel kantig, hohl, aufsteigend, am Grunde wurzelnd. Blätter unpaarig gefiedert, die untersten mit drei, die oberen mit 5, 7 oder 9 eiförmigen, ausgeschweift gezahnten Blattabschnitten. Blumenblätter weifs, länger als der Kelch. Schoten lineal, meist sichelförmig gebogen, so lang oder etwas länger als die Fruchtstiele. %. Juni, Juli an Quellen, Bächen verbreitet, namentlich auch in den Forellenbächen des Jurazuges ; wird viel zu Markt gebracht und unter dem Namen „süfser Brunnkrefs" als Salat gegessen. var. y: siifolium Reichenbach. Stengel lang, Blättchen aus herzförmigem Grunde lanzettlich, zugespitzt, so an den mächtigen Quellen der Lautrach, den sogenannten Springern an der Fischermühle zwischen Lauterhofen und Kastl ! ! in einem Nebenarm der Wiesent bei Forchheim (Rosenmüllerl), Ebermann- stadt, Baumfurt, von der KlumpermüMe nach Pottenstein ! ! 61. N. amphibium Robert Brown. Stengel auskriechen- dem und wurzelndem Grunde aufsteigend, oft Ausläufer 37. Blüten gelb, mittelgrofs, Stengelblätter sitzend mit schmalem <■ runde. 38. Blüten weifsgelblich, mittelgrofs; Stengelblätter mit umfassendem G runde. 39. Blüten ansehnlich, gelb; meist Gemüsepflanzen mit kahlen umfassendes Stengelblättern. 10. Blüten mittelgrofs, Blätter leierförmig fiederspaltig. 11. Blüten gelb, klein, Blätter gefiedert. Eruca: Blüten weifsgelb, dolett geädert, mittelgross.. lj. Blüten gelb, mittelgrofs bis ansehnlich. Blätter buchtig ein- geschnitten, lnt'ist Grundrosette vorhanden. • — 48 — treibend, im Wasser aufgeblasen röhrig. Kronblätter gold- gelb, deutlich länger als der Kelch. Schoten ellip- tisch, schötchenartig, 2 bis 3mal kürzer als ihr Stiel; sehr formenreich. 2|.. a: indivisum De Candolle: sämtliche Blätter ungeteilt, gezähnt bis gesägt, Stengel aufrecht, derber. ß: auriculatum De Candolle: in den Achseln der un- geteilten Blätter bilden sich Büschel gestielter, etwas leier- förmig geteilter Blätter. y: variifolium De Candolle: die oberen Blätter ungeteilt, gezähnt, die unteren kammförmig fiederspaltig, Stengel an der Basis meist kriechend. 5: submersum Tausch: Stengel schwimmend, unter- getauchte Blätter haarfein fiederspaltig. Mai — Juli, an Flüssen, Altwässern, Weihern, namentlich längs der Eednitz und mit dem Kanal, weniger längs der Pegnitz in Altwässern, selten an kleineren Bächen, z. B. zwischen Stein und Eibach ! ! — a an der Fernabrücke ! ! bei Kronach ! ! Brück (Sim.) Erlangen (Schwg. K.) etc. — ß im Kanal bei Gibitzenhof, Fürth!! Erlangen (Sim.) — y am Pegnitzaltwasser bei Sankt Jobstü — 6 bei Erlangen (Schwg. K. unter dem Namen aquaticum Pollich). 61 -f 62. N. anceps Reichenbach = N. amphibium -j- silvestre Neilreich = Roripa terrestris Celakovsky. Untere Blätter leierförmig, nicht oder sehr klein geöhrelt, mit abge- rundeten, länglichen, reichlich gezähnten Abschnitten, die oberen fiederspaltig, mit abstehenden spitzen Ab- schnitten, die obersten rhombisch, eingeschnitten gezähnt, mit zugespitzten Zähnen. Schötchen länglich ellipsoidisch, zweimal kürzer als ihr Stiel, mit deutlichem Griffel, sonst wie vorige. 2J.. Juni — August, mit den Stammeltern am Kanal bei Nürnberg (Seh!) am Mainufer bei Michelau (Klf.) 62. N. silvestre Robert Brown. Stengel ästig, Pflanze viel niedriger, als beide vorige. Blätter sämtlich fiederteilig oder gefiedert, Fiedern lanzettlich, gezähnt oder fiederspaltig. Blumenblätter citronengelb, länger als der Kelch, Schöt- chen lineal, so lang als das Stielchen, Griffel so lang als der Querdurchmesser des Schötchen. 2|.. Juni, Juli. Auf Wiesen, Rainen, seltener in feuchten Äckern z. B. bei Almoshof, Mögeldorf!! zerstreut im Keuper und Alluvium. Sulzkirchen, Freistadt, Neumarkt, viel um Nürnberg, Fürth, ZirndorfU Kadolz- burg (Schin.) Langenzenn (Sim.) um Yach ! ! Erlangen (m. F.) Bayersdorf, Reuth (Gl.) Wiesentau (Sim.) Friesen!! im Lias bei Altdorf, Hersbruck, etc. ! ! im Dogger bei Mengersdorf , Obernsees, Alladorf, an den Kleetzhergen (Klf.) auch um Bayreuth (M. S.) 63. N. palustre De Candolle. Untere Blätter leierförmig, gestielt, obere fiederspaltig mit gezähnten Zipfeln, Blumen- blätter blafsgelb, so lang als der Kelch. Schötchen 49 — gedunsen, ellipsoidisch, meist etwas nach aufwärts gekrümmt, so lang als der Stiel, mit sehr kurzem Griffel. Juni, Juli. Sumpf, Teichränder, nicht selten, Alluvium, Diluvium, Keuper, Lias : viel um Freistadt, Altdorf, Nürnberg, Fürth ! ! Kadolzburg (Schm.) Vach, Erlangen, Dechsendorf, Neuhaus, Strullendorf ! ! scheint im Jura ganz zu fehlen, dagegen wieder im Keuper bei Bayreuth (M. S.) und mit dem Mainthal bis Bamberg (Klf.) Eine auffallend hohe Form bei Schweinauü 28. Barbaraea Robert Brown. Schoten linealisch, abgerundet vierkantig, Klappen ein- nervig. Samen einreihig, Blüten gelb, klein oder mittelgrofs, Blätter gefiedert. 64. B. vulgaris Robert Brown. Stengel aufrecht; untere Blätter leierförmig gefiedert mit 2 Paar Seitenläppchen und grofsem eiförmigem Endlappen, obere Blätter sitzend, ungeteilt, verkehrteiförmig, gezähnt. Kronblätter goldgelb, fast doppelt so lang, als der Kelch. Schoten aufrecht abste- hend auf dünnen Fruchtstielen, gerade oder bei ß: arcuata Reichenbach bogenförmig aufsteigend. Mai, Juni. Gebüsche, Flufsufer, auf Alluvium, Diluvium und Keuper verbreitet. Var. ß seltener : sprungweise am Fufs des Jurasteil- randes : ober Weiboldshausen an lichten Waldstellen, Höttingen (Seh.) an der alten Strafse am Fufs des Rötheiberges bei Pilsach (G.) Rollhofen (Seh.) Längs der Rednitz : zwischen Unterhecken- hofen und Roth!! Penzendorf (Müller). Dutzendteich!! Forsthof, Lay, Altenberg (Seh !) Zirndorf (m. F !) Cadolzburg (Schm.) Längs der Pegnitz von Mögeldorf und Erlenstegen bis Fürth an vielen Stellen, (in. F !) Alterlangen (SS II) Möhrendorf (m. F.). Bei Bamberg an Hecken und Ufern (Fk.) Im Mainthal bei Schney (Klf.) und Staftelstein (Harz). 65. B. strlcta Andrzejowski. Endlappen der leierförmigen Blätter sehr grofs, länglich eiförmig, die Seitenläppchen klein. Kronblätter hellgelb, nur ein Drittel länger als der Kelch, Schoten aufrecht, angedrückt, sonst wie vorige. Juni. Raine, Gebüsche der Flufsthäler, sehr zerstreut. Niederhofen, Weiboldshausen, Höttingen (Seh!) Sulzbürg (Sim.) zwischen Pyr- baum und Lindelburg (Rudel) mehrmals zwischen Roth und Büchen- bachü Hersbruck (Sim.) Mögeldorf (m. F.) Fernabrück (m. F!) zwischen Altenberg und Zirndorf (Sim.) bei Ammerndorf an der Biebert (Seh.) nahe Langenzenn (Sim.) Veitsbronn (B.V.) Brück (A. Rudel) Regnitzthal bei Erlangen, Secbachthal (m. F.) östlich Neuhaus (Koch) Bamberg (Fk.) Im Trubachthal bei Eijlofstrin gegen Mostviel, im Wiesentthal bei Toos gegen Rabeneckl! B. intermedia Boreau. = B. praecox Schnizlein Fl. von Bayern pg-. 15, 16. Alle Blätter gefiedert, die unleren 3 bis 5 paarig, obere tieffiederspaltig, mü linealisch ganzrandi- gen Fiedern und länglicher Endfieder. Blumenkrone hellgelb, Abh. (1. Naturh. Ges. X. Bd. I 50 die Fruchtstiele nahezu so dick als die aufrechten oder etwas abstehenden geraden Schoten. April, Mai. Ufer. Früher an Gräben bei Erlangen (Weifs, Schnizlein, Schnzl. u. Frkh. Veget. Verh. pg. 102, 241) 1881 auf einem Schutthaufen im Walde an der Allersberger Strafse (Seh!) B, verna Aseherson. == B. praecox Robert Brown. = Erysimum vemum Miller. Die Seitenfiedern 8 — 10 paarig, rundlich, Endfieder rundlich, gröfser; die Schoten sehr lang, bogenförmig gekrümmt, abstehend auf dickem Stiel. Mai. Adventiv 1889 auf Schutt bei Forsthof (Seh!) 29. Turritis Dillenius. Samen zweireihig, Schoten lineal, Klappen einnervig, Blüten klein, gelblichweifs. 66. T. glabra L. Stengel straff aufrecht, meist einfach, unterwärts rauhhaarig, nach oben kahl, bereift. Untere Blätter ausgeschweift gezähnt, von dreigabeligen Haaren rauh, zur Fruchtzeit meist nicht mehr vorhanden, obere Blätter kahl, graugrün, eilanzettförmig mit tiefherzpfeilförmigem Grunde stengelumfassend. Schoten straff aufrecht, sechsmal länger als der Stiel, zuletzt einseitswendig. Mai bis Juli. Abhänge, Gebüsche, Waldränder, in allen Formationen und dennoch nirgends gemein, auf diluvialem Flugsand, auf Sandstein, auf Lehm, auf kalkigem Trümmergestein, wie auf Dolomitfelsen. Schultheifs beobachtete bei Gutsberg Exemplare von IV2 Meter Höhe. 31. Arabis L. Schoten linealisch, meist flach zusammengedrückt. Klap- pen einnervig, zuweilen mit Längsfalten. Samen einreihig. 67. A. brassieiformis Wallroth = A. paueiflora Garcke = Brassica alpina L. Stengel straff aufrecht. Unterste Blätter rundlich oder eiförmig, in den langen Blattstiel ver- schmälert, Stengelblätter eilanzettlich mit tief herzförmigem Grunde stengelumfassend, alle ganzrandig, kahl. Blumenkrone weifs. Schoten aufrecht auf den viel kürzeren etwas abstehen- den Fruchtstielen, Klappen etwas gewölbt, mit starkem Mittel- nerv. 2[. Mai, Juni. Abhänge. Breitenbrunn ! ! spärlich am Staffel- berg gegen Rohmannsthal (Klf. Kfsl.) früher auch an der Fantasie bei Bayreuth (Ellw. KU. Ellr.). 68. A. alpina L. Stengel und Laubsprosse ver- längert, niederliegend, dann aufsteigend mit grund- ständiger Rosette, deren Blätter verkehrteiförmig in den Stiel verschmälert sind, die StengelbläUer eiförmig mit herz- förmiger Basis sitzend, alle am Rande ausgeschweift gezähnt und wie der Stengel von dreigabeligen Haaren rauh. Blumen- 51 blätter weifs, doppelt so lang als der Kelch. Schoten ab- stehend, flach, etwas holperig, Klappen fast nervenlos, Samen schmalgeflügelt. 2J.. Ende April, Mai. Dolomitfelsen, in schattigen Thalschluchten. Zwischen Rupprechtstegen und Hartenstein (Sim.) bei Velden (m. F.), zwischen Pegnitz und Willenberg, im Klumper- thal von Bronn und Kühlenfels bis Pottenstein, auch unter Elbers- bergü Bieberbach, Türkeistein (Klf.) Göfsweinstein (Schnzl.) viel zwischen der Stempfermühle und Baumfurt (Gl.) zwischen Behringers- mühle und Schottermühle (P. Reinsch) Quackenschlofs (m. F.) nahe der Rosenmüllershöhle (Pf.) Neideck und hier auch gegen Haag herabgehend (m. F.) im Rabenecker Thal (Gldf.) Waischenfeld (Pf.) am Staffelberg auf Geröll (Kükenthal). A. albida Steven. Stengel und Laubsprosse verlängert, niederliegend, dann aufsteigend mit grundständiger Rosette, deren Blätter verkehrteiförmig bis lanzettlich mit keilig langgezogenem Grunde sind, die Stengelblätter eiförmig oder länglich mit herzförmigem Grunde sitzend, alle am Rande entfernt gezähnt und durch dreigabelige Haare starkzottig, die jüngeren selbst weifsfilzig. Blumenblätter weifs, doppelt so lang als der Kelch, gröfser als bei voriger. Schoten abstehend, Nerv der Klappen etwas hervortretend, Samen ohne Flügelrand. %. April, Anfangs Mai. Wegen ihrer aus- giebigen, frühzeitigen, wohlriechenden Blüte eine beliebte Zier- ptianze aus Kaukasien , die namentlich zu Rabatten Verwendung findet. Gartenfiüchtig einige Jahrgänge hindurch an der Land= strafse bei Sankt Peter, jetzt wieder verschwunden. 69. A. Turrita L. Stengel mächtig, sehr hoch, ohne nicht blühende Stämmchen, reichbeblättert, die unteren elliptisch, nach oben und unten verschmälert, die Stengelblätter länglicheiförmig mit tief herzförmigem Grunde sitzend, alle ausgeschweift gezähnt, samt dem Stengel von dreigabeligen Haaren rauh. Blumenkrone weifs, ansehnlich. Schoten sehr lang, zahlreich, auf sehr kurzem Stiel sichelförmig abwärts gebogen und einseitswendig. Samen mit breitem häutigen Flügel umzogen. 2J.. Mai. Zahlreich in den Spalten der dolomitischen Felsenkrone des Staffelberges ! ! 70. A. hirsuta Scopoli. Stengel meist einzeln, seltener zu zwei bis vier aus der grundständigen Blattrosette gerade aufrecht, meist bis in den Blütenstand mit einfachen Haaren besetzt. Stockblätter verkehrteiförmig in den Blattstiel verschmälert, entfernt gezähnt, von ästigen Haaren raub, die sl einzelständigen mit tiefherzförmiger Basis sitzend: die Ohrchen tiefer als der Blattansatz stehen vom Stengel ab, auch die oberen am Rande noch gezähnt, der gröfste Breitendurchmesser ober der Blattbasis. Schoten aufrecht, schmallinealisch. Samen an der Spitze etwas L r >- Qügelt, kaum punktiert. Blüten weifs. unansehnlich, die Kelch- 4* 52 blätter oft gegen die Spitze violett oder selbst schwarz. %. Mai, Juni. An trocknen Wiesenrändern, an Böschungen, Ab- hängen, zerstreut in allen Formationen. 71. A. sagittata De Candolle. Stengel einzeln oder viele aus der grundständigen Blattrosette gerade aufrecht, im oberen Teile völlig kahl. Die Stengelblätter sitzend mit nahezu wagrecht abschneidender Basis und abstehenden dreieckigen Ohrchen, der gröfste Blattdurchmesser an der Basis, von da aus meist völlig ganzrandig in die Spitze ver- schmälert, also vielmehr als bei hirsuta das Bild einer Pfeil- spitze darbietend. Samen punktiert, ringsum schmal-, an der Spitze deutlicher geflügelt. Ende Mai. Auf trocknen Haiden, an Felsen : auf geschichtetem Kalk am Auerberg (Seh !) Schlüpfel- berg ! ! Buchberg bei Neumarkt (Sim.) Hezles (Sek.) Friesener Berge (m. F.) Keifsberg bei Schefslitz (Fk.) ; dann mit dem Dolomit durchs Gebiet : Yelburg ! ! und Umgebung (m. F.) Dietrichstein, Poppberg (Seh.) um Illschwang, Lichteneck bis zur Hubirg, in der Pommelsbrann-HirschbackerGegend,wiebeiEtzelwang,Xeunkirchen, über Ankathal und Yelden nach Pegnitz und Betzensteinü Fisch- stein (Schwmr!) um Stierberg, Obertrubach gegen Hilpoltstein, auf der Ehrenbürg, dann namentlich von Muggendorf über Pottenstein nach Pegnitz, Rabenstein, Krögelstein, Steinfeld!! 72. A. petraea Lamarck = A. Crantziana Ehrhart = Cardamine petraea L. Stock mehrköpf ig, vielstengel ig, die Stengel kahl, meist hechtblau bereift. Die unteren Blätter rosettig gestellt, gestielt, länglich verkehrteiförmig, ganz- randigoderbeiderseitsdreizähnig, klein, von gabeligen Haaren rauh, die Stengelblätter lanzettlich, ganzrandig, kahl. Schoten lineal, aufrecht abstehend. Blumenblätter weifs, drei- mal so lang als der Kelch. %. Mai, Juni und im September zuweilen ein zweites Mal blühend. Auf Dolomitfelsen und an deren Fufs auch auf trocknem Föhrenwaldboden. Von Bürtl und Etzelwang hinüber ins Hirschbachthal!! um Eschenfelden ganze Hügel weifs überziehend (Pr.) Breitenstein (Klf.) Königsstein (Sim.) Osinger ! ! von Hartenstein nach Yelden und von da sowohl gegen Rupprechtstegen, wie gegen Plech und namentlich nach Neuhaus, hier geht sie am Wege nach Krottensee selbst auf gelben feinkörnigen Tertiärsandstein über, ferners viel gegen Höfen und Pfatfenhofen, viel auch von Fischstein Pegnitzaufwärts und ober dem Seeweiher auch auf dem Waldboden, im Yeldensteiner Forst auf Dolomit- felsen, die über die cretacischen Sandsteine emporragen!! Höllen- stein (Koch) Schweinsberg bei Riegelstein (Seh.), um Betzenstein, bei Pegnitz am kleinen Kulm und über Willenberg nach Potten- stein, ebenso bei Bronn, um Pottenstein in allen Felsenthälern, im Püttlachthal aufwärts bis zur Yerwerfungsspalte bei Unter- hauenstein , bei Tüchersfeld ! ! und Göfsweinstein (Harz) Türkei- stein, Bieberbach (Klf.) Ehrenbürg (SSTI) auch bei Streitberg und Muggendorf (m. F.) bei Toosü und Schottermühle (Gl.) auch im Rabenecker Thal (Gldf.) Sanspareil (KU. Ellr.). Mit Saxifraga — 53 — decipiens, Alsine verna und Dralta aizoides wohl die charakteri- stischeste Pflanze des Dolomitrayon unseres Jurazuges. 73. A. arenosa Scopoli = Cardamine arenosa Roth. Stengel von einfachen Haaren rauh, ästig, zahlreich aus der Grundrosette aufsteigend. Rosettenblätter leier förmig schrotsägig, mit 6 bis 9 Läppchen beiderseits, gestielt, von gabeligen Haaren sehr rauh, Stengelblätter an Zähnung ver- lierend, die obersten lineal und ganzrandig, aber nie völlig kahl. Schoten lineal, schiefabstehend. Blumenblätter weifs oder lila, dreimal so lang als der Kelch. © Mai bis August. An Dolomitfelsen, im benachbarten Jura hei Eichstätt, Beilngries, Laaber häutiger, erreicht sie das Gebiet nur am Schlofsberg ! ! und Herzjesuberg (G.) bei Yelburg, sowie bei Oberweiling (Seh.) Das benachbarte Vorkommen östlich, wie westlich von der hohen Dei- ninger Bahnbrücke ! ! wird wohl richtiger schon als Bahnver- breitung aufgefafst; mit derselben Bahnlinie trat sie auch am Bahnhof Dutzendteich 1884 auf abgeladenen Kalkblöcken, die nach Angabe aus dem Oberpfälzer Jura dorthin verfrachtet waren, lila wie weifsblühend auf und verbreitete sich sogar vorübergehend am Damm des Dutzendteiches, dem Standort entsprechend in eine mastigere, oben noch reichbeblätterte Form übergehend!! Wurde ferners adventiv bei Forsthof (Seh !) und Gostenhof beobachtet (I). V.) Ebenso ist das Vorkommen bei Bug nächst Bamberg (Fk.) als adventives zu betrachten. Nach Kaulfufs sodann im nördlichen Jura zwischen Wohnsees und Fernreut. 31. Cardamine L. Schote lineal, flach, Klappen nervenlos, bei der Reife elastisch sich umrollend. Samen einreihig. Blätter gefiedert. 1. Blumenblätter klein, aufrecht, weifs. 74. C. impatiens L. Stengel aufrecht, meist einfach, kahl. Blätter 5 bis 9 paarig gefiedert, die Stengelblätter mit am Grunde pfeilförmig geöhrten Blattstielen, die Blättchen der untersten Blätter gestielt eiförmig oder rundlich. 5 lappig eingeschnitten, die obersten lanzettlich, nur gezähnt, oft nur am untern Blattrand oder ganzrandig. das unpaare Blättchen meist gröfser und mehr gezähnt, alle am Rande gewimpert, die pfeilförmigen Ohrchen selbst der obersten Blätter mit langen (üben. Rosettenbildung undeutlich. Schoten auf schief bis wagrecht abstellenden Fruchtstielen abstehend, die Blütensphäre nicht überragend, zahlreich, im reifen Zu- stand bei Berührung elastisch aufspringend (daher »impatiens Blumenblätter klein oder fehlend. £ jfg^ ,i n ,,j | ln Wald- schatten, an Quellen, in Thälern des Burgsandsteines and nament- lich des rhätischen Keuper, selten auf nassem Diluvialsand, als- dann in der Doggerzone, aber auch in den Felsenthälern des Jura, sowie auf den Plateaus an leisen und auf dem Bchwarzen Humus der Buchenwälder. Keuper und Diluvium: Hohberg bei Spalt (Rudel.); — 54 — sprungweise mit der Rednitz bei Unterheckenliofen, Roth, Penzen- dorf ! ! Gerasmühle (Pr.) Stein (m. F.) Gebersdorf!! Dambach, nach Fürth (m. F !) Viel an der Schwarzach, namentlich in allen Schluchten der rhätischen Kenners bei Altdorf, über Grünsberg, Pattenhofen, Gsteinach herab bis zur Mündung!! Um Nürnberg seltener: bei der Tullnau (Seh!) Falznerweiher!! Schmaufsenbuck, ober Erlen- stegen, im "Wald bei Behringersdorf (Seh!), unter Kotzenhof auf Burgsandstein, in der Bullacher Schlucht, rhät. Kp ! ! bei Eschenau (Pf.) am Rönig an der Gründlach (Rudel.). Um Erlangen im Nürnberger Wald, in der Solitüde (Gl.) und am Nordabhang des Atzelsberger Liaszuges, bei Neunkirchen, Effelterich, Bayersdorf, Pinzberg, Elsenberg, Kunreut (m. F.). Bei Bamberg im Bruder- wald, Hain und Hauptsmoorwald (Fk. Harz) Kirschletten (Harz). — Im Jura vornehmlich längs des Steilrandes : Kehlerberg (Seh.) Thalmässing (Model) Plankstetten (Seh.) Schlüpfelberg, Gimperts- hausen, Winnberg, Deinschwang, Weissenbrunn , Entenberg, auf und rings um den Moritzberg, über Nonnenberg, Buchenberg, Egensbach in die Hersbrucker Gegend ! ! Hier im Buch (Klf.) im üdthal , Molsberger Thal ! ! bei Thalheim (Seh.), aber auch im Dolomit z. B. Hubirg, Yogelf eisen ! ! selbst auf der Hainsburg bei Illschwang (Rudel) und am schwarzen Brand (Enslin). Im Hubners- berger Thal, in den Thälern bei Fischbrunn, Hirschbach und Artelshofen, Ankathal bis Gerhelm, Pegnitzaufwärts bei Rupprecht- stegen, Rauhenstein, Fischstein und am Seeweiher, auch zwischen Veldenstein und Plech, im Ittlinger Thal, im ganzen Sittenbach- thal, vom Hansgörg zum Glatzenstein!! bei Bondorf (Seh.) Am Hetzles (m. F.) Ehrenbürg (Schm.) um Eglofstein , Thuisbronn, Obertrubach, Leyenfelsü bei Neideck (Pr.) um Muggendorf, Toos und Riesenburg, im Druidenhain bei Gailenreut, auch bei Göfs- weinstein sowohl an den Thalabhängen, wie hoch oben auf dem Breitenberg, in den Pottensteiner Felsenthälern, und wieder auf der Ruine Hollenberg, um Rabenstein, Rabeneck, Waischenfeld!! Meuschlitz (Puchtler) Limmersdorf, Thurnau, Kasendorf und weiter nördlich am Kordigast, bei Vierzehnheiligen, am Staffelberg (Klf.) 75. C. silvatica Link. Stengel einfach oder ästig, viel niederer als bei vorhergehender, abstehend behaart. Blätter unpaar gefiedert, Blattstiel ohne Örchen, die Fiederblätt- chen meist zu 7, die der unteren rosettig gestellten Blätter rundlicheiförmig, gestielt, ausgeschweift gezähnt, das End- blättchen gröfser, die Fiederblättchen der zahlreich vor- handenen Stengel blätter allmählich schmäler bis line- alisch. Schoten samt den Stielen abstehend. Staubfäden 6. Q Ende April, Mai. An Quellen, im Waldschatten, zerstreut und selten: Kp. : Im Schwarzachthal (B. Y.) Hutberg, beim Pulver- magazin bei Brunn (Rudel.). Schmaufsenbuck (m. F !) am Ursprung, Fufs des Moritzberg (Sim.), mehrmals im Behringersdorfer Wald (B. V. Rudel!) auch am Buchenrangen (Rudel), auf der Haid bei Heroldsberg (m. F !) und am Hochstrudengraben (Rudel). Bei Bam- berg im Hauptsmoor auf Pödeldorf zu (Fk.). — J : an den Quellen bei Thalheim ! ! Leitenberg (Kittler) Treuf , Sankt Illing (B. V.) an — 55 der „heiligen Dreifaltigkeit" im Veldensteiner Forst (Schwemmer), im Schönholz zwischen Betzenstein und Weidach (Rudel) Alladorf, Kleetzberg und Mönchau (Klf.). 76. C. hirsuta L. Stengel wenigbeblättert, die grundständige Rosette viel deutlicher ausgebildet, die Schoten samt den Stielen aufrecht, Staubfäden meist 4, sonst wie vorige. ©Q Mai. Waldgräben, noch seltener als vorige. Schmaufsenbuck (m. F.) zwischen Behringersdorf und Güntersbühl i Rudel!) Frauenaurach, Kosbach (m. F.) seiner Zeit bei Herzogen- aurach als zahlreich (Schmiedel), auch bei Erlangen an einigen Plätzen von (Schwg. K.) angegeben. — Thalheim (m. F !) auf der Zant (Pr!) Treuf (Pr.) — Tn einem Garten an der Platnersanlage mit Walderde eingeschleppt und sich erhaltend (Schwemmer!) 1*. Blumenblätter fast 3mal so lang als der Kelch, ausgebreitet. 77. C. pratensis L. Wiesenschaumkraut. Stengel hohl, aufrecht, Blätter unpaar gefiedert, die Fiederblättchen der Grundblätter rundlich, sehr variabel, die der Stengelblätter länglich bis lineal, an Zahl bis zu 20. Kronblätter doppelt so lang als die Staubgef äfse, lila, selten weifs, Griffel kurz, Staubbeutel gelb. %. April, Mai. Auf Wiesen gemein; rein weifsblühend, aber sonst typisch bei Poppenreuthü Auf Wald- wiesen entstehen sehr zierliche Formen mit nierenförmigen Endblättchen der Stockblätter: z. B. Schnrausenbuck, Hansgörgü ferne rs: ß : dentata Schultes = paludosa Knaf. = C. palustris Petermann = C. stolonifera Tauscht grofs und kräftiger, im Habitus der C. amara ähnlicher, die Stengelblätter alle ge- stielt, rundlich, mit herzförmigem Grunde bis eiförmig, eckig gezähnt, die obersten ganzrandig. Kronblätter meist weifs: so am Valznerweiher, im Ziegelsteiner Wald (Grofs!) Dutzendteich, Heroldsberg ("Seh !) y: Hayneana Welwitsch. Pflanze vielstengelig, niedriger und gedrungener, Blättchen kleiner, gewöhnlich auch die Blüten. Eine hieher gehörige Form mit constant tiefVioletten Blüten bei Thalheim (Seh!) 78. C. amara L. Bitterer Brunnkrefs. Stengel markig, fünfkantig, Rhizom mit beblätterten Ausläufern. Blätter ge- fiedert, Fiederblättchen eiförmig, gestielt, sämtliche eckig ge- zahnt. Kronblätter weifs. wenig länger als die Stau b- gefäfse, Staubbeutel purpurn, Griffel lang. %. Var: 2: typica G. Beck. Stengel kahl oder fast kahl; ß: hirta Wimmer et Grabowsky. Stengel samt dm Blättern behaart. Mai. An Wiesengräben, Bächen, Quellen häufig, wird im ersten Frühjahre anter dem Namen „bitterer Brunnkrefs" zn Markt gebracht. 6 bei Sankt Leonhardll an der Griesmühle B V etc 56 77 -f- 78. C. pratensis + amara. Blumenblätter am Rande violett, gegen abwärts weifs, einige ganz violett, andere ganz weifs, etwas länger als die Staubfäden, so grofs als bei amara. Fiederblättchen weniger eckig, sonst die unteren die Form der amara zeigend, die oberen jedoch sehr schmal, aber mit einigen Zähnen am Rande. Beblätterte Ausläufer vor- handen. Mai. Bachufer: Zwischen Petersgemünd und Bernlohe!! hei Neumarkt (Rudel!) Dutzendteich (B!) Gihitzenhof, Gutsberg (Seh!) bei Poppenreuthü zwischen Fürth und Vach (Kfsl.) Egens- hach ! ! am Main hei Lichtenfels (Appel). 32. Dentaria Tournefort. Grundachse kriechend, fleischig, mit fleischigen schuppen- artigen Niederblättern besetzt. Stengel einfach. Blüten an- sehnlich. Schoten lineal, nervenlos, Samen einreihig. 79. D. enneaphyllos L. Stengel aufrecht, kahl. Stengel- blätter zu dreien quirlig, jedes derselben gestielt, dreizählig, daher scheinbar neunblätterig »enneaphyllos« ; die Blättchen grofs, länglich eiförmig, zugespitzt, gekerbt bis gesägt ; zu- weilen sind auch dreizählige rhizomständige Blätter vorhanden, deren Spreite breiter, als die der stengelständigen ist. Staub- gefäfse so lang als die grofsen, gelblich weifsen Blumenkronen. Schoten aufrecht, langgeschnäbelt. 2J.. März, April. Schattige Bergabhänge am Jurasteilrand längs der Sulz : bei Berching gegen Plankstetten (Seh !) hei Erashach zahlreich (B. V.) Schlüpfelherg im Dogger am Südabhang weniger, in Menge dagegen im Kalk- schutt am Steinbruch!! „copiose in Schlipfeiberg versus Septen- trionem et beim Schiefsplatz ad arcem Sultzbürg in fine Martii et initio Aprilis" sagt Mauritius Hoftmannus, und dennoch wurde dieses interessante Vorkommen von den späteren Floristen tot- geschwiegen, erst Petersen, Meinel und Gersheim fanden sie vor einigen Jahren wieder auf. Buchberg (P.), wenig auch am Ostab- hang des Wolfstein (G.); war von Volkamer seinerzeit auch am Moritzberg angegeben. 80. D. bulbifera L. Stengelblätter zahlreich, wechsel- ständig, die unteren gefiedert, die oberen ungeteilt, Blättchen lanzettlich, entfernt gezähnt; in den Blattachseln schwärzliche, zwiebelartige Brutknospen. Blumenkronen grofs, violett. 2|.. Mai, Juni. In Laubwäldern auf Humus und schwerem Thonhoden: auf Zanclodonletten : Roggenbrunn (Sim.) Buchenrangen hei Beh- ringersdorf (Schwemmer!) — Lias: bei Heroldsberg (Sim.) bei Ratsberg, Atzeisberg und Adlitz (Schwg. K. u. a. aber nach SS. II neuerdings nicht mehr gefunden) — auf Opalinusthon an der Quelle am Hansgörg!! hat hier aber durch Abholzung sehr gelitten, — im Ornatenthon zwischen Hansgörg und Glatzenstein!! - Dolomit: Hohenstein (Hauser) im Königsteiner Forst gegen Krottensee (Prell) und zwischen da und Sankt Illing mehrmals (3 F.) im Püttlachthal ober Pottensteinü hei Behringersmühle (Scherzer) an der Oswalds- — 57 — höhle und Kupfe bei Muggenclorf (Koch. Gldf. KU. Ellr.) bei Bamberg im Bruderwald (Fk.) 33. Hesperis L. Nachtviole. Narbe aus zwei aufrechten, aneinanderliegenden Platten gebildet, also tief zweilappig und dadurch von allen Sili- quosen unterschieden. Blüten grofs. Klappen einnervig. 81. H. matronalis L. Stengel aufrecht, hoch, kahl oder von ästigen Haaren rauh. Blätter eilanzettförmig, gezähnt. Blumenblätter ansehnlich, violett. Schoten lang, holperig, ziemlich stielrund, auf abstehenden Stielen aufrecht. Wohl- riechend. oder %. Mai, Juni. Zierpflanze aus Südeuropa, auf Wiesen, an Bachufern, Grasplätzen, auf Mauern völlig einge- bürgert. Roth, Schwabach in Hecken am Bahnhof und an der Kirchhofkapelle !! hinter Hummelstein (Sim.) am Dutzendteich (Seh!) Nürnberg auf den Stadtmauern oftmals, und Grasplätze hinter der Burg, Almoshof, Mögeldorf, Oberbürg!! Veitsbronn (m. F.) Altstädter Berg bei Erlangen (Gl.) Grünsberg, fast weifsblühend, Prackenfels, Altdorf!! Hammerbachthal bei Kucha (Seh!) zwischen Offenhausen und Engelthal (Rudel) und bis Henfenfeld in Menge!! Lauf!! zwischen da und Neuhof an der Strafse (Seh !), am Bach zwischen Hedersdorf und Simmeisdorf, Hopfengartenmühle und Aspertshofen im Sittenbachthal! ! Lichtenstein im. F.) Abhänge bei Oedü Etzel- wang (Schwemmer!) am Bahndamm bei Sulzbach!! Breitenstein auf Gerolle (Pr.) Winterstein, viel um Gräfenberg!! beständig in der Streitburg seit 16 Jahren!! auch an Wegen bei Streitberg, Muggen- dorf, Engelhardsl>erg, Aufsei's !! Rabenstein (m. F.) Vierzehnheiligen (Harz). — Westlich vom Gebiet an den Gipsbrüchen bei Küls- heim (R!) 34. Sisymbrium L. Schote stielrund, Klappen mit 3 starken Nerven, Narbe ungeteilt. Blüten gelb, klein, selten mittelgrofs. 82. S. officinale Scopoli. Stengel aufrecht, verzweigt, behaart. Blätter schrotsägeförmig fiederspaltig, Blattzipfel ge- zähnt, der endständige grofs, spiefsförmig. Blüten klein, Schoten an den Stengel angedrückt, pfriemlich zugespitzt, behaart. Mai, Juni. Schuttplätze, an Zäunen, Hecken und Wegen, gemein auf Sandboden. 83. S. austriacum Jacquin. Stengel aufrecht, kahl. Blätter schrotsägeförmig fiederteilig, kahl, Blattzipfel eckig ausgebissen gezähnt; Schoten abstehend, stielrund, genähert, die jüngeren kürzer als der gewölbte Straufs. Blüten ansehnlich. April. Mai. Felsige Abhänge des Jurasteilrandes: Giech (Fk.) Staffelberg (v. I'. südlich vom Gebiete bei Weltenburg; westlich im Mainthal bei Veitshöchheim, Würzburg, Schweinfurt und mit dieser Verbreitung zusammenhängend am Keupersteilrand _ 58 — sprungweise : am Hohenlandsberg, Frankenberg, bei Mainbernheim und Rödelsee. S* Loeselii L, Stengel aufrecht, ästig, nebst den Blattstielen, Blättern und Blütenstielen rauhhaarig, Blätter schrotsägeförmig gefiedert, Zipfel der Fiederabschnitte gezähnt, der endständige sehr grofs, spiefsförmig. Blüten mittelgrofs, citronengelb, Kelch abstehend, Schoten doppelt so lang als die abstehenden Stielchen, abstehend oder bogig aufstrebend, die jüngeren kürzer als der gewölbte Blütenstraufs. @ Juli. 1894 auf der Pegnitzwiese nahe der Sankt Johannishrücke hei Nürnberg aufgetreten!! ebenso 1897 unter der Lederer Brauerei (Seh!) S. Ivio X. Stengel aufrecht, nebst den Blättern kahl, Blätter schrotsägeförmig fiederteilig, ohne Ohrchen, der Endlappen sehr grofs, spiefsförmig, spontonförmig ver- längert. Schoten aufrecht abstehend, viermal so lang als die Stielchen, die den flachen Blütenstraufs umsteh- -enden jüngeren Schoten diesen weit überragend. Q0 Mai. bis Juli. Vor etlichen Jahren bei Gibitzenhof aufgetreten (Mün- derlein.) S, Collfflinae L, Stengel aufrecht, ästig. Die un- teren Blätter rosettig gestellt, schrotsägeförmig fiederteilig, Blattabschnitte am Rande ausgebissen gezähnt, unten mit einem Ohrchen, eiförmig zugespitzt, der endstängige eckig, die oberen schmäler mit spontonförmigen Endlappen, alsdann ge- fiederte mit linealen Abschnitten, die obersten lineal ganz- randig, alle samt den Blattstielen, dem Stengel, Blütenstielen und den Kelchblättern abstehend rauhhaarig. Kelch aufrecht, geschlossen. Blumenkrone mittelgrofs, blafs schwefelgelb. Schoten vielmal länger als die Stielchen, abstehend. £ August. Wild in Österreich, Italien und Südfrankreich, 1896 am Bahnhof Stein!! 1897 hei Schniegling (Seh!) aufgetreten. 84. S. altissimum L. = Sinapistrum Crantz = S. panno- nicum Jacquin. Meist vielstengelig, Stengel kahl oder mit langen Haaren sehr zerstreut besetzt. Blätter sehr verschieden- gestaltet, die untersten gestielt, behaart, gefiedert, die Abschnitte länglich, gezähnt, am unteren Rande mit einem abstehenden Ohrchen, die oberen sitzend, mit linealen zuletzt ganzrandigen Fiederblättchen. Kelch abstehend, Blumenkrone mittelgrofs, hellgelb. Schoten so dünn als die Fruchtstielchen, 8 bis 10 mal so lang als diese, und mit denselben weit abstehend. Juni, Juli. An Wegen, Böschungen, Bahndämmen erst seit 1885 aufgetreten, aber bereits eingebürgert und alljährlich an verschie- denen Plätzen vorhanden. Zuerst von Simon am Exerzierplatz bei Schweinau beobachtet, ferners bei Sankt Leonhardt, Sünders- . buhl, Gihitzenkof gegen Lichtenhof und Steinbühl!! Kanalhafen, Güterbahnhof, Centralw erkstätten, Forsthof (Seh. u. a.) Veilhof nach — 59 — .Tobst !! Wöhrd, mehrere Jahrgänge constant zwischen der Burg und Grofsreuthü Sankt Johannis Schniegling (Seh.); auch bei Bayersdorf nahe dem Bahnhof (Sim. jr. 1892) und an der Strafse nach Langensendelbachü an der Regnitz bei Bamberg (Harz). 85. S. Sophia L. Stengel aufrecht, flaumig. Blätter dreifach gefiedert, die Zipfel sämtlich linealisch, Kronblätter unansehnlich, hellgelb, kürzer als der Kelch, Schoten aufwärts gebogen, eineinhalbmal so lang als die schief abstehenden dünnen Fruchtstiele. Mai bis Jnli. Öde Stellen, an Zäunen, auf Sandboden gemein. 86. S. strictissimum L. Stengel sehr hoch, straff, aufrecht, oben rutenförmig ästig, abstehend behaart, zur Fruchtzeit oft nahezu kahl; Blätter eilanzettförmig, zugespitzt, meist entfernt gezähnt, von einfachen Haaren namentlich auf der Unterseite und am Rande weichhaarig. Trauben rispig gehäuft, Kelch zuletzt wagrecht abstehend, Blüten ansehnlich, goldgelb. Schoten kantig, aufrecht abstehend, sehr zahlreich, oft gebogen, 4 — 6 mal länger als die schief abstehenden Stielchen. Samen länglich. 2J.. Juni. Buschige, felsige Abhänge des Jurazuges, sehr sprungweise: bei Treucht- lingen am Nagelberg (m. F ! ) und gegen Suifersheim (Sim !) bei Emsing im Anlauterthal (Hffm.) bei Greding und Herrnsberg (Seh.) Sulzbürg!! Am Staffelberg!! und wohl von da herabgeschwemmt im Ufergebüsch zwischen Hallstadt und Breitengüfsbach (Harz). 35. Stenophragma CelakoYsky. Schote linealisch , an der Seite zusammengedrückt. Klappen einnervig. Blüten klein, weifs, Samen einreihig. 87. St. Thalianum Celakovsky = Sisymbrium Thalianum Gay et Monnard = Conringia Thaliana Reichenbach = Arabis Thaliana L. Stengel aufrecht, zart, meist ästig, unterwärts rauhhaarig, sparsam beblättert. Blätter lanzettlich, stumpf, entfernt gezähnelt, von gabeligen Haaren rauh, die grund- ständigen gestielt, in eine Rosette gestellt, die stengelständigen sitzend. Schoten auf den fast ebensolangen, fadendünnen abstehenden Stielchen aufstrebend. April. Mai, dann wieder im September. Auf Brachäckern gemein auf Sandboden, selbst in Fohrenhölzern. 36. Alliaria Adanson. Knoblauchshederich. Schote linealisch, schwach vierkantig. Klappen mit her- vortretendem Mittelnerv und zwei schwächeren Seitennerven. Samen einreibig. 88. A. officinalis Andrzejowski = Sisymbrium Alliaria Scopoli. Stengel aufrecht, unterwärts samt den Blattstielen zerstreut behaart Untere Blätter nieren förmig, Langgestielt, grob- geschweift- gekerbt, Stengelblätter aus herzförmigem — 60 — Grunde dreieckig, spitzgezähnt, kürzer gestielt. Blüten mittel- grofs, weifs. Schoten abstehend, viel länger als die gleich- dicken, plumpen, nahezu wagrecht abstehenden Stielchen. Samen länglich, längsgestreift, schwarz; riecht gerieben nach Knoblauch. April, Mai. Gebüsche, namentlich längs der Flufsthäler häufig, aber auch an schattigen Stellen auf Humus der Laubwälder im Jura, so z. B. an den Dolomitfelsen auf der Kuppe des Hansgörg ! ! 37. Erysimum L. Hederich. Schote linealisch, vierkantig. Klappen einnervig. Samen einreihig. Blüten gelb, mittelgrofs oder ansehnlich. 1. Blätter mit ausgespreizten Dreizackhaaren bedeckt. 89. E. cheiranthoides L. Stengel aufrecht, oben ästig, mit angedrückten Haaren. Blätter lanzettlich spitz, ganzrandig oder entfernt gezähnelt, grün, von Dreizackhaaren rauh, ohne grundständige Rosette. Blütenstiele 2 — 3 mal so lang als der Kelch; Blumenblätter mittelgrofs, dottergelb, mit rundlicher Platte; die vierkantigen, grünen, schwach sternhaarigen, auf- recht abstehenden Schoten eineinhalb bis doppelt so lang, als die schief bis fast wagrecht abstehenden Fruchtstiele. Ende April, Mai bis in den Herbst. Wegränder, Schuttplätze, Flufsufer verbreitet, ganz besonders häufig um Altdorf. Im ersten Frühjahr bei Henfenfeld und anderorts eine var. aurantiacum A. Schwarz mit an der Spitze purpurnen Kelchblättern und orangegelber Blumenkrone. 90. E. strictum Flora der Wetterau = E. hieracifolium L. Stengel straff aufrecht, meist einfach, angedrückt behaart. Blätter von dreigabeligen Haaren rauh, graugrünlich, selten auf der Unterseite auch zweigabelige dem Mittelnerv parallele Behaarung vorhanden, die untersten gestielt, länglich, stumpf mit aufgesetzten Spitzchen, in eine oft undeutliche Rosette gestellt, die oberen lanzettlich, spitz, alle am Rande ent- fernt geschweift gezähnt. Blumenblätter ansehnlich, goldgelb, Platte keilig verkehrteiförmig, Blütenstielchen so lang als der gabelhaarig filzige Kelch. Schoten vierkantig, gleich- farbig, durch Sternhaare grau und bei a: typicum A. Schwarz straff aufrecht, dem Stengel parallel, manchmal selbst angedrückt, selten bei ß : patens A. Schwarz samt den Fruchtstielen weit ab- stehend , wodurch ein ganz anderer Habitus entsteht. 2J.. Mai bis Juli, oder seltener noch im September blühend. Flufs- ufer , sandige Abhänge. Ausschliesslich mit der Rednitz durchs ganze Gebiet; von Penzendorf bis Bamberg hält sie sich eng an den Flufslauf, entfernt sich nur an der Alten Yeste etwas 61 mehr vom Rednitzthal und gebt ins Biebertthal bis Weinzierlein und Ammerndorf (Schm!) sprungweise hinauf, ins Farrnbachthal geht sie nur eine ganz kurze Strecke hinein ; das auffallendste ist aber, dafs sie die Bahnstrecken ein oft nicht unbeträcht- liches Stücl£ weit begleitet, wenn diese mit einem Bahndurch- stich das Rednitzthal durchkreuzen; so geht sie mit der Ansbacher Bahn bis Schweinau herein, hat sich jetzt neben der Bahn in zwei Fohrenwaldparzellen zwischen Stein und Schweinau festgesetzt!! und erscheint vorübergehend an dieser Bahn auch noch bei Stein- bühl. Ebenso begleitet sie den Bahneinschnitt der Würzburger Bahn zahlreich von der Rednitzbrücke bei Fürth bis halbweg Burgfarrnbach ! ! Sporadisch auch an den Zentralwerkstätten (Seh.) und ein Exemplar einmal im Wald nahe dem Dutzendteich (Spiefs). Das Vorkommen nahe Baiersdorf an der Langensendelbacher Strafse kündet schon wieder die Nähe des Regnitzthales an. Von Bamberg aus geht sie dann mit dem Main über Eltmann, Schwein- furt, Volkach, Würzburg, Aschaffenburg an den Rhein. — Von Weickershof nach Fürth, wo sie von den Sandabhängen selbst in die Wiesen übertritt, wird die typische Form durch die nur hier beobachtete Form /d vertreten. Sonst ist sie nirgends im ganzen Gebiet bekannt, dagegen kann man kaum irgendwo das Rednitz- Regnitzthal durchqueren, ohne auf sie zu stofsen. 91. E. virgatum Roth. Blätter schmallanzettlich bis lineal, ganzrandig oder jederseits mit 1 oder 2 entfernten Zähn- chen. Blumenblätter wesentlich heller als an voriger, stroh- gelb, sonst wie vorige. (» Juni, Juli. Waldabhang zum Thal der Pegnitz bei Mögeldorf auf Diluvialsand!! 92. E. odoratum Ehrhart. Stengel einzeln oder sehr oft zu zweien, straff aufrecht, anliegend behaart. Blätter länglich lanzettlich, geschweift-gezähnt, durch dreigabelige Haare rauh und graugrünlich, Stockrosette zur Blütezeit vertrocknet. Blüten sehr ansehnlich, wohlriechend, citronengelb, Platte rundlich: die Blütenstielchen kürzer als der angedrückt-paral- lelhaarige Kelch. Schoten aufrecht oder etwas abstehend, vielmal länger als das abstehende Stielchen, vierkantig, grau- grün, mit kahleren tiefgrünen Kanten. Juni, Juli. Auf Posidonomyenschiefer längs des Kanaleinschnittes von Buch- berg gegen Neuinarkt zahlreich!! alter Steinbrach hei Holzheim (P.) Die Hauptverbreitung auf Kalkgeröll und Dolomitfelsen mit dem Jurazuge durchs Gebiet: Bachhauptmühlc bei Breitenbrunn, Wolf- stein!! Lippertshofen, Günehing (Seh.) von Oberwiesenacker über Habsberg, l'tzenhofen nach Kastl, und in diesem Strich häufig auf den Getreidefeldern des Plateansil im Lautrachthal, im Föhrenbach- und Kieselbachthal überall auf den Höhen, um Etzelwang, Neudraa, Eschenbach und Hohenstadt (Hu. a.) am Moritzberg!! verschleppt an den Steinbrüchen hinterm Schmausenbucfe (Seh.) /wischen Ober- krummbach und Kirchensittenbach in den Personatensandstein herabgehead, am Hohenstein, im A.nkathal, um Velden, Hartenstein!! Breitenstein (Pr.), um Osternoh, Spiefs, Riegelstein über Wilden- — 62 — fels nach Hilpolstein, überall um Obertrubach, Betzenstein, Eglof- stein, Wichsenstein!! Ehrenbürg, Hetzelsdorf (B. V.); an der Wie- sent von Niedermirsberg über Streitberg, Muggendorf, Görswein- stein, Pottenstein, überall bis zur Verwerfungsspalte bei Unter- hauenstein, am Kulm und sonst um Pegnitz, Hainbronn, Gottvater- berg bei Auerbach!! Weiters über Rabenstein und Rabeneck nach Waischenfeld und Xankendorf, am Appenbergü am Marrnstein (Klf.) Meuschlitzer Berg (Puchtler), bei Obernsees und Schönfeld, auch viel zwischen Busbach und Trummsdorf (Sim.) an den Kletz- höfen (Klf.) ober Thurnau und Kasendorf ! ! In Menge auch im Dolomit von Hollfeld nach Sanspareil und bis Atzendorf, auch um Krögelstein und im obern Wiesentthal bei Freienfels, Wiesentfels, Steinfeld!! Wolkendorf (Harz) auch im Kleinziegenfelder Thal (Klf.) Weniger gegen Westen: bei Neuhaus, im Leidingshofer Graben!! am Jurasteilrand bei Drosendorf (Gl.) Hochsthal, Friesen (m. F.) Geisberge (Fk.) Giech ! ! etc. bis zum Staffelberg (m. F.) Alsdann wieder jenseits des Mainthaies auf dem Muschelkalkzug ober Bind- lach in auffallender Menge auf Feldrainen und Brachen, geht bei Eckershof und gegen Ramsenthai Ins auf die Strafsenböschungen ins Thal herab!! 1* Blätter mit Zweizackhaaren, welche zur Mittelrippe parallel stehen, gegen die Blattspitzen auch Dreizackhaare vorhanden. 93. E. crepidifolium Reichenbach. Stengel aufrecht, meist einzeln, nach oben ästig. Blätter lanzettlich, gegen den Grund sehr verschmälert, die unteren buchtig geschweift gezähnt und in eine zur Blütezeit meist noch grüne Rosette gestellt, nach aufwärts die Zähnung sich verlierend, die obersten selbst ganzrandig. Blüten sehr ansehnlich, geruchlos, hellschwefel- gelb. Blütenstiele kürzer als der angedrückt -parallelhaarige Kelch. Schoten stumpf vierkantig, gleichfarbig, samt den viel kürzeren Stielchen sparrig schief abstehend. Mai. Auf Do- lomitfelsen und Kalkgerölle, an sehr sonnigen Abhängen des Jura- zuges, öfters auf den Personatensandstein herabgehend, sprung- weise und viel seltener als E. odoratum. Von Thalheim gegen See, Föhrenbach, wie gegen Aicha, dann zur Hubirgü Zankel- stein (Kittler) Lehenhammerthal (Schwmr!) Iterberg bei Eschen- bach (v. F.) Alfalter (B. V.) Hohenstein (Gl.) Ankathal (Sim.) Brei- tenstein (Pr.) Ehrenbürg ! ! Friesener Berge (m. F.) vom Hummer- stein und über Feilerndorf und Streitberg nach Muggendorf!! Pottenstein (Sim.) Mann- und W achstein (Klf.) 94. E. repandum L. Stengel aufrecht, nach oben ästig. Blätter lanzettlich zugespitzt, die unteren geschweift gezähnt, kaum rosettig gestellt, auch die obersten noch geschweift ge- zähnt, selten ganzrandig, an der Spitze zurückgebogen, die dreigabelige Behaarung meist nur ganz an der Spitze, auf der übrigen Blattspreite die diametralgabeligen Haare dem Mittel- nerv parallel und daher das Blatt grüner erscheinend als bei — 63 — voriger. Blumenblätter langbenagelt, hellcitronengelb, wesent- lich kleiner als bei voriger. Schoten stumpf vierkantig, durch zweizackige Haare parallel behaart, so dick als das kurze Stiel- chen, aufrecht bis wagrecht abstehend und gegen die Spindel bogig hereingekrümmt. Mai, Juni. Von Westen her aus dem Mainthal ins obere Aischthal, wo sie um Ickelheim, Windsheim, Erkenbrechtshofen und über Altheim und Unternesselbach nach Langenfeld, wie Aischabwärts bis Birkenfeld bei Neustadt an Rainen, wie in Feldern stellenweise selbst in Masse vorkommt, wiederholt ins nähere Gebiet eindringend, ohne jedoch hierselbst den adventiven Charakter zu verlieren. Zweimal in Cadolzburg beobachtet (Schm.), Grofsreuth bei Schweinau und am Exerzierplatz selbst (m. F.), am Militärspital zahlreich aufgetreten, aber im darauf- folgenden Jahr schon wieder verschwunden! ! Bahndamm am Kanal- hafen!! Lichtenhof, Forsthof, Schniegling (Seh.!) zwischen Veilhof und Sankt Jobst einige Jahrgänge ! ! Bei Erlangen gegen Brück schon zu Schrebers Zeiten, bei Ratsberg (KU. Ellr.) und gegen Atzeisberg (Ellw.) Forchheim (Schwgg.) Pommersfelden (Fk.); am Marrnstein bei Schönfeld und Trummsdorf (Klf. \) alsdann auch auf dem Bayreuther Muschelkalk von Rodersberg bis Benk mehr- mals (M. S.) 38. Conringia Adanson. Klappen aufser dem starken Mittelnerven mit oder ohne schwächere Seitennerven. Scheidewand etwas schwammig, mit Gruben für die Samen. Blumen weifs gelblich, aufrecht. 95. C. perfoliata Link = C. orientalis Andrzejowski = Erysimum Orientale Robert Brown = Erysimum perfoliatum Crantz = Brassica orientalis L. Stengel aufrecht, stielrund, meist einfach, wie die ganze Pflanze kahl. Blätter blaugrün, eiförmig, sehr stumpf, die untersten gegen den Grund ver- schmälert, die Stengelblätter tiefherzförmig stengelum- fassend. Blütenstiele so lang als der Kelch, die zwei äufseren Kelchblätter sackförmig, Kronblätter noch einmal so lang, als der Kelch. Schoten vierkantig, holperig, einnervig, vielmal länger als die Stielchen, samt diesen abstehend. Q Juni bis September. Äcker mit schwerem Boden. Auf dem Snl'swasser- kalkhügel bei Georgs.irmünd (m. F.). Im Keuper bei Kadolzburg (Schm.), konstant in Sankt Johannis!! sonst noch an vielen Plätzen i" i 1 1 lt s um Nürnberg, aber unbeständig. Bei Briangen an der Neu- mühle, Kanaldamm und bei Spardorf, dann auf dem ganzen I.ias- zug bis gegen den Hetzlea (llu.a.), auch bei Simonshof enl ! und Kersbach auf Lias. [m Jurazug zwischen Breitenbrunn und Aumühle (Rudel.) Winnberg und Fuchsberg bei Neumarktll und verschleppt am Bahnhof und Bolzplatz daselbst (m. F.) von Pilsach mehrmals gegen Kastl, von Schupf, Thalheim, Fürnried, Bachtelsfeld bis Pommelsbrunn und Etzelwang Öfter (m.F.) von Eschenfelden (Pr I gegen Sankt [Hing (Prell) bei Hirschbach, Hartenstein und /um — 64 — Höllenstein und Rotenbergü Grofsengsee (Sim.) auf und um den Hetzles (m. F!) Ehrenbürg!! Ortspitz, Affalterthal , Bieberbach, Bärenfels (Klf.) am Kulm bei Pegnitz ! ! verbreiteter nördlich von Ebermannstadt und Streitberg, und namentlich von Friesen über Hohenpölz und die Heiligenstadter Gegend bis Aufsefs ! ! Krögel- stein, Sanspareil (Klf.), Schönfeld (Sim.), Alladorf, Tannfeld, Kletz- höfe und nördlich nach Vierzehnheiligen und Staffelberg (Klf.). Alsdann viel auf dem Bayreuter Muschelkalkzug (M. S.) — Auch zahlreich auf dem schweren Lehmboden des obern Aischthales bei Unternesselbach und Windsheim ! ! 39. Brassica L. Schoten linealisch, stielrund oder fast vierkantig, ge- schnäbelt. Klappen mit starkem Mittelnerv, zuweilen mit 2 geschlängelten Seitennerven. Samen einreihig, kugelig. Blüten gelb. 1. Schoten auf dem Blütenboden sitzend. C. B. oleracea L. Kohl. Blätter kahl, meergrün, untere ge- stielt, leierförmig, obere sitzend, länglich. Blüten hellgelb, ansehnlich, alle Staubfäden aufrecht, Trauben locker, schon vor dem Aufblühen verlängert, Kelch aufrecht, ge- schlossen, Schoten abstehend, Samen glatt. Mai, Juni. Ursprünglich wild an den Küsten Englands und des Mittelmeeres wird der Kohl allerorts als Gemüse gezogen in vielen Kultur- varietäten. Der Gemüsebau spielt um Nürnberg, Fürth, wie namentlich um Bamberg eine grofse Rolle. Die Bamberger Gärtner frequentieren die Märkte in Augsburg und München, auch die hiesigen fahren ihre Gemüse auf der Achse bis Ansbach etc. Um Nürnberg ist es namentlich der Strich nördlich der Burg, um Grofs- und Kleinreut, Thon, Wetzendorf, Poppenreut, Buch, das sogenannte Knoblauchland, welches durch seinen Gemüsebau bekannt ist. An Schuttplätzen aus ausgefallenem Samen aufgegangene Exemplare sind gegen die Kultursorten stark reduciert. Letztere werden wie folgt eingeteilt : a: acephala De Candolle. Stengel verlängert, stielrund, Blätter vor der Blüte ausgebreitet, nicht kopfförmig geschlossen und bei: aa: vulgaris De Candolle, Blattkohl, Staudenkohl, flach, buchtig-fiederspaltig. ab: quercifolia De Candolle, Grünkohl, flach, spitz, nicht oder schwach wellenförmig. ac: crispa = selenisia L. Krauskohl, kraus, fieder- spaltig mit länglichen eingeschnittenen Lappen, grün oder blau. b: gemmifera De Candolle, Rosenkohl. Stengel bis 1 Meter hoch, oben ein halbgeschlossener Blätterkopf, seitwärts zahlreiche geschlossene kleine Seitenköpfchen, Blätter blasig. Letztes Herbstgemüse. — 65 — c : sabauda L. Wirsing. Stengel stielrund , etwas ver- längert; die wenig oder nicht geteilten Blätter blasig oder kraus, bilden einen lockeren kugeligen oder länglichen Kopf. d: capitata L. Kopfkohl, »Kraut«. Stengel verkürzt, Blätter gewölbt, glatt, einen festen kugelförmigen Kopf bildend, von Farbe weifsgrün = Weifskraut oder blaurot = Blaukraut. Ersteres gibt gehobelt, gesalzen und vergohren das bekannte Sauerkraut. e: gongylodes L. Kohlrabi. Stengel über dem Boden zu einer fleischigen, kugelförmigen Knolle mit zahlreichen Blattansätzen verdickt. f : Botrytis L. Blumenkohl, Carviol, Käskohl. Die oberen Blätter und Blüten zu einer weifsgelben käseähnlichen Masse verdickt, in welcher die meist verkümmerten Blüten ver- borgen sind. C. Br. Rapa L. Stengel aufrecht, oberwärts ästig, untere Blätter gestielt, leierförmig, fiederspaltig, grasgrün, steif haarig, obere eiförmig mit tief herzförmigem Grunde stengel- umfassend, die obersten ganzrandig. Blüten goldgelb, ansehn- lich, die kürzeren Staubfäden abstehend aufrecht. Traube während des Aufblühens flach , die geöffneten Blüten höher als die noch geschlossenen. Kelch zuletzt wagrecht abstehend. Fruchtstiele abstehend, Schoten fast aufrecht, holperig; Samen grubig punktirt April, Mai © Juli bis zum Herbst. Formen : a: oleifera De Candolle. Wurzel dünn, als Oelpflanze gebaut. b: esculenta Koch. Weifse Rübe. Wurzel fleischig, dick, kugelig, weifs, oben purpurrötlich angeflogen. Efsbar, als Ge- müse wie als Viehfutter viel gebaut. "Weifsrübensamenbau um Nürnberg und Bamberg bedeutend. 96. = c: campestris L. Verwilderte Form mit dünner Wurzel, in allen Teilen wie a, aber schmächtiger. 00 Juni, Juli. Sand, Schutthaufen, um Nürnberg an allen Schattplätzen, machte sich seiner Zeit bei Auffüllung der Stadtgrabenteile sehr breit, bei Fürth etc. ! ! Hersbruck gegen Hohenstadt (Pr.) Koch beobachtete diese Form auch zwischen Engelhardsberg und Mug- gendorf. C. Br, Napus L. Blätter blaugrün, die unteren gestielt, leierförmig fiederspaltig, etwas behaart oder kahl, obere läng- lich ganzrandig, nach unten schmäler, dann wieder verbreitert und mit herzförmigen Grunde halbstengel umfassend. Traube locker, schon während des Aufblühens verlängert, die geöff- neten Blüten tiefer, als die noch geschlossenen. Kelch auf- recht, nie wagrecht abstehend. Schoten abstehend, sonsl wie vorige. <"•". April, Mai. Juli. August, Abh. d. Naturh. üus. X. Bd — 66 — a: oleifera De Candolle. Oelreps. Wurzel dünn annua Koch, Sommerreps oder hiemalis Doli, Winterreps. Cultiviert, namentlich in der Thalebene bei Hersbruck. b : esculenta De Candolle = Napobrassica L. P forschen, Dorschen. Wurzel fleischig, sehr dick, kugelig. Als Gemüse und Viehfutter allgemein gebaut. 97. Br. nigra Koch = Sinapis nigra L. Schwarzer Senf. Stengel aufrecht, sparrig ästig, unterwärts zerstreut behaart. Alle Blätter grasgrün, gestielt, die unteren leierförmig mit grofsem buchtig gezähntem Endlappen, obere eiförmig bis lanzettlich, ganzrandig. Blüten klein, gelb. Kelch zuletzt wagrecht abstehend. Schoten samt den Fruchtstielen an die Spindel angedrückt, holperig, viel kürzer als beiden vorhergehenden. Samen schwärzlich oder braunrot, beim Zerbeifsen von brennendem scharfen Senfgeschmack. Juli. Flufsufer, Hecken, zerstreut und unbeständig. Bei Dutzend- teich auf Schutt (R.) Forsthof, Lichtenhof (Seh!) zwischen Tullnau und Wöhrd schon 1850 von Schmidt, auch von Häupler sr. bei Wöhrd angegeben ist sie 1896 in Menge am Damm des Wöhrder Thalüberganges wieder aufgetreten ! ! zwischen Veilhof und Mögel- dorf (m. F !), dann Pegnitz abwärts : Deutschherrnwiese, Zellen- gefängnis, Schniegling (m. F!) Höfen (Klf.) Regnitzufer an der Bahnbrücke bei Stadelhof (Pf.) Burgfarrnbach (Seh.) Kadolzburg (Schm.) ; bei Pretzfeld, Ebermannstadt, Streitberg (m. F.). Bei Bamberg wurde sie früher im Grofsen gebaut, seit 1855 nach Haupt nicht mehr. Massenhaft im Mainthal von Bischberg über Hall- stadt bis Breitengüfsbach (Harz) und gegen Baunachü Brassica incana Doli = Sinapis incana L. = Erucastrum incanum Koch = Hirschfeidia adpressa Moench. Stengel aufrecht, oben sparrig ästig, abstehend be- haart. Blätter leierförmig-fiederspaltig, die unteren in eine Rosette gestellt, die obersten lanzettlich, alle beiderseits durch einfache Haare samt den Blattstielen rauh, graugrün. Blumenkrone gelb, unansehnlich. Schoten der Spindel angedrückt, behaart, auf kurzen Fruchtstielchen. Aus Süd- europa, 1868 in Luzernerkleeäckern bei der Unterschlauersbacher Mühle und wieder 1878 beim Schiefshaus bei Cadolzburg auf- getreten (Schmidt!) 1*. Schoten über dem Kelchansatz deutlich gestielt. Br. elongata Ehrhart = Erucastrum elonga- tum Reichenbach. Stengel aufrecht, oben sehr ästig. Blätter unterseits seegrün, eilänglich, in den Blattstiel verschmälert buchtig fiederspaltig oder nur wellig gezähnt, am Rande zer- streut steif haarig gewimpert, Blumenkrone unansehnlich, gelb, Kelchblätter aufrecht abstehend. Fruchttraube verlängert, — 67 — unbeblättert, Schoten aufrecht, abstehend, holperig, mit starkem Mittelnerv, noch einmal so lang als die Fruchtstiele. Der Mittelnerv durch gelbliche Färbung sehr hervortretend. Q oder2|.. Heimat Ungarn, Südrufsland, seit 1887 an Bahndämmen, auf Sand und Schutt mehrmals um Nürnberg aufgetreten: Tullnau (Seh.) Glaishammer ! ! Steinbühl (Seh !) Centralwerkstätten , Schniegling (Seh.) zwischen der Burg und Grofsreuth ! ! 40. Sinapis L. Senf. Schoten linealisch oder länglich, langgeschnäbelt, Klap- pen mit 3 oder 5 starken Nerven. Samen kugelig, einreihig. 98. S. arvensis L. Ackersenf. Stengel aufrecht, ästig, kurzborstig. Blätter gestielt, eiförmig, unregelmäfsig buchtig gezähnt, die untersten leier förmig. Blüten mittelgrofs, goldgelb. Kelchblätter wagrecht abstehend. Schoten holperig, abstehend, seltener aufrecht, so lang oder länger, als der zweischneidige Schnabel. Klappen 3 nervig, kahl oder bei : ß: orientalis Murray rü ckwärts steif haar ig. Samen schwarz, glatt. Q Juni. Unter der Saat, auf Brachfeldern ge- mein, ß bei Zirndorf, Muggenhof (Seh !) Schniegling, Deutschherrn- wiese, Burgzwinger, Tullnau ! ! Hersbruck (Seh.) und mehrmals auf dem Erlanger Liaszuge (m. F.) beobachtet. 99. C. S. alba L Weifser Senf. Stengel aufrecht, oben ästig, nebst den Blattstielen kurzborstig, Blätter gefiedert, Fiederläppchen ungleich buchtig gezähnt, der vorderste Lappen gröfser und gelappt. Kelchblätter wagrecht abstehend, Blumen- blätter hellgelb. Schoten samt den Fruchtstielen schief bis wagrecht abstehend, holperig, mit weifsen anfangs vorwärts gerichteten, zur Zeit der Fruchtreife wagrecht abstehenden Haaren dicht besetzt, kürzer oder höchstens so lang als der zusammengedrückte, oft sichelförmig gebogene Schnabel. Klappen 5 nerv ig. Samen gelblich, grubig punktiert. Juni. An Landstrafsen , Bahndämmen, allerdings unbeständig z. B. bei Sehwabach (Müller) Burgfarrnbach (Seh.) Schweinau, Steinbühl, Hummelstein, Forsthof, Wöhrd, Herrnhütte!! St. Johannis, Schniegling (Seh.) Thon, Poppenreut (Sim.) Buch, Tennenlohe (SS.II.) Bug bei Bamberg (Harz). Neuerdings, namentlich seit dem durch allgemeine Futternot bekannt gewordenen Jahr ISiK; häutiger als Grünfutter im Grofsen gebaut, auf Sand sowohl, wie namentlich auch auf dem Juraplateau. S. Juncea L. = Brassica juncea Hooker fiUus et Thomson. Sarepta-Senf. Stengel hoch, ästig, samt den Blättern kahl, untere Blätter länglich-lanzettlich; buchtig zahnt, obere lanzettlich etwas gezähnt bis ganzrandig. Kron- blätter goldgelb. Kelchblätter wagrecht abstehend. Schoten — 68 — lineal. Klappen 3 nervig, die 2 Seitennerven schwach ge- schlängelt. Q Juli, adventiv an Schuttplätzen 1895 bei Lich- tenhof und Schniegling aufgetreten (Seh.) Heimat Ägypten, China, angebaut in Südrufsland, woher wohl die Einschleppung durch Senfkörner erfolgen mag. 41. Erucastrum Presl. Schoten linealisch, zusammengedrückt vierkantig, ge- schnäbelt, Klappen einnervig. Samen länglich, zusammen- gedrückt, 1 reihig. 100. E. Pollichii Schimper et Spenner. Stengel aufrecht, einfach oder gegen oben sparrig ästig, zerstreut abwärts kurz- borstig. Blätter fiederteilig , die Abschnitte ungleich buchtig gezähnt, am Rande von gekrümmten Haaren gewimpert. Die im Umkreis länglich eiförmigen Blätter nach oben kleiner werdend und in den untern Teil der Blütentraube sich fort- setzend, so dafs diese im untern Drittel beblättert erscheint. Blumenblätter blafsgelb, doppelt so lang, als die aufrecht abstehenden Kelchblätter. Schoten samt den Fruchtstielen abstehend. Juni bis September. Schutthaufen, Wegränder, Bahndämme. 1845 zuerst von Häupler sen. hei Veilhof beobachtet, dann 1850 zwischen Jobst und Mögeldorf (Schmidt!) Neuerdings an vielen Plätzen um Nürnberg: Bahnhof Stein, Grofsreut bei Schweinau (Sim.) Station Doos (Pf.) und bei Muggenhof (Seh.) sehr formenreich an den Zentralwerkstätten (Klf !) an der Bahn beim Kanalhafen ! ! und bei Gostenhof (m. F.) 1886 an der Bären- schanzkaserne ! ! am Tunell in der Marienvorstadt (Klf.) Glais- hammerü Forsthof (Seh!) Bahnhof Dutzendteich!! Sankt Jobst (Sim.) Mögeldorf an der Ziegelei in Menge und gegen die Unter- bürg!! an der Deininger Bahnbrücke!! Eruca De Candolle. Schoten elliptisch, deutlich breit geschnäbelt, Klappen einnervig. Samen zweireihig. JE, sativa Lamarck, Stengel aufrecht, ästig; Blätter leier förmig fiederteilig, Blütenstielchen kürzer als der Kelch, Kronblätter doppelt so lang als der Kelch, weifs oder gelb mit violetten Adern. Schoten aufrecht, länger als der Schnabel. Samen kugelig, braun, Übelriechend. Q Juli. Heimat: Süd- europa. Vor etwa 30 Jahren auf einer Wiese hinter Mögeldorf von Dr. Weifs angegeben, ist sie 1894 hei Schniegling und unter Luzernerklee bei Sankt Johannis (Seh!) wieder aufgetreten. 43. Diplotaxis De Candolle. Schoten linealisch, Klappen gewölbt, einnervig. Samen zweireihig. — 69 — 101. D. tenuifolia De Candolle. Stengel aufrecht oder aufsteigend, kahl, bei jungen Exemplaren ohne Stengelblätter, dagegen mit einer grundständigen Rosette länglich-eiförmiger bis lanzettlicher, am Rande unregelmäfsig grobgesägter Blätter umgeben. Bei zweijährigen Exemplaren ist der Stengel an der Basis halbstrauchig, ästig und weit hinauf beblättert, die Blätter fiederspaltig mit linealen Zipfeln, kahl, etwas blau- grün, übelriechend. Blüten ansehnlich, citronengelb, dann braun verfärbend, wohlriechend, die Blütenstiele 2 und 3 mal so lang als die eben geöffnete Blüte. Blumenblätter rundlich verkehrteiförmig in den kurzen Nagel zusammengezogen. Schoten über dem verdickten Ende des Blütenstielchens noch einmal gestielt, was namentlich an jungen Schoten sehr deutlich hervortritt. Die Fruchtstiele schief abstehend, die Schoten gerade aufgerichtet, die untersten Fruchtstiele eineinhalb, die oberen so lang oder etwas kürzer als die Schoten. 2[. Juni bis in den Spätherbst hinein. An unbebauten Stellen, im Grase wenig benutzter Bahn- geleise, an Hecken, Mauern und gepflasterten Böschungen. Eine ausgesprochene Bahnhofpflanze, welche mit der Würzhurger Bahn aus der Maingegend ins Gebiet eingedrungen ist: nahe dem Bahn- hof Xeustadt a. A. (R !) unterhalb der Bahnbrücke bei Emskirchen (Seh.) vom Güterbahnhof bis Dörrnhof, neuerdings auch im Schwei- nauer Bahnhof, dann vom Bahnkörper entfernter bei Schoppershof, Veilhof und Jobstü am Centralfriedhof, hei Muggenhof (Seh.) Die nachweislich ersten Fundorte „an einer Mauer beim Frauenthor" (SS. II) und „auf einer Mauer heim Spittlerthor" (Schmidt) existieren nicht mehr. In Erlangen als Unkraut im botanischen Garten, in Bamberg, Uferböschung nahe dem Bathaus!! 102. D. muralis De Candolle. Stengel aufrecht, entfernt abstehend behaart, im ersten Jahre unbeblättert schaftartig mit starker grundständige]- Blattrosette, die Blätter derselben buchtigzähnig oder namentlich am Grunde beginnend fieder- spaltig. Bei den überwinterten Formen der Stengel gröfser, aufsteigend, ästig, beblättert, mit undeutlicher Blaürosette oder dieselbe fehlt gänzlich, die Blätter alsdann alle tiefer gezähnt bis fiederspaltig. Blüten schwefelgelb, mehr als die Hälfte kleiner als bei voriger, Kronblätter eiförmig, am Grunde in den deutlichen kurzen Nagel zusammenge- zogen. Blütenstiele so laug als die sich öffnende Blüte, später länger als diese. Schoten auf dem verdick- ten Ende des Blütenstielchens sitzend, was namentlich nach Abfallen der Klappen an dem ganz herabgehenden Septum schön zu sehen ist. Schoten aufrechl oder schief abstehend auf den schiefabstehend eii Fruchtstielen, welche alle, auch die unteren, kürzer sind als die Schulen. Sonst wie vorige. • •• .iimi l>is in den Spätherbst. An Grasrainen, unbenutzten Bahn- — 70 — geleisen, Mauersohlen, gepflasterten Böschungen. Ist ebenfalls mit der Würzburger Bahn eingewandert, längs welcher nahezu sämtliche Bahnhöfe damit besetzt sind. So entsteht eine sehr prägnant ausgeprägte Verbreitungslinie von Kitzingen (Prantl) über Helmitzheim (B. V.) Langenfeld, Neustadt a. A. (Schmidt) Eus- kirchen (Seh!) Hagenbüchachü Burgfarrnbach (Schm!) nach Fürth und Nürnberg, bei welcher selbst die Abzweigung mit der Lokal- bahn nfleh Langenzenn (Seh!) nicht fehlt, Von Fürth bis Nürn- berg, um Nürnberg auch abseits von Bahngeleisen bei Forsthof (Seh.) Steinbühl!! Sandreuth (Seh.) Gibitzenhof (KM.) Sünders- bühlü Stein (Sim.), jenseits der Pegnitz bei Sankt Johannis und gegen Schniegling zu (Seh!) hier auch eine sehr zart gefiederte Form (Rudel!), hinterm Maxfeld (Sim.) gegen die Herrnhütte und bei Sankt Jobstü Oestlich ist die Verbreitung schon weit fortge- schritten: Marienvorstadt bis Glaishammerü dann Pommelsbrunn (Rudel) und Hartmannshof, woselbst sie nicht nur die Zufuhrstrafsen zum Bahnhof! ! sondern schon Ackerränder auf Haunritz zu (Mdl.) 1 besetzt hat. Bei Neumarkt im Kirchhof und an mehreren Stellen vom Bahnhof gegen das Bad zu (G. M. P.) Die allererste Ein- wanderung ins Gebiet erfolgte aber dennoch nicht mit der Bahn, denn Schmidt traf sie schon 1868 in einem Luzernefelde an der Unterschlauersbacher Mühle bei Cadolzburg an. Eine weitere Verbreitung geht mit der Bamberger Bahn der Regnitz parallel : Erlangen, Unkraut im botanischen Garten und seit langen Jahren an der Regnitzbrücke zahlreich!! sowie jenseits auf Alterlangen zu (m. F.) im Bahnhof Hirschaidü Bamberg bei Bug und der Wunderburg (Fk.) und Uferböschung nahe dem Rathaus ! ! 103. D. viminea De Candolle. Stengel einfach, einzeln oder mehrere aus der grundständigen Blattrosette aufsteigend, spärlich behaart oder kahl. Blätter eiförmig-länglich, gestielt, buchtig gezähnt bis fiederspaltig. Blütenstiel kürzer als die Blüte, Blumenblätter verkehrteiförmig allmählig gegen den Grund zu keilig- verschmälert, © sonst wie vorige. Juni bis September. Ebenfalls mit der Würzburger Bahn aus dem Mainthale, wo sie bei Mainz, Frankfurt, Wertheim vorkommt, über Markt Einersheim, Aecker am Bahnhof! !, eingewandert, zuerst 1888 (Seh.) am Güterbahnhof bei Gostenhof (!! 1889) beobachtet, aber weniger zahlreich als vorige. II. Gruppe. Siliculosae L. Schötchenfrüchtige. 13. Die Scheidewand (septum) bildet den Breitendurch- messer des zweiklappig aufspringenden Schötchens, die Schötchen parallel der Scheidewand zusammen- gedrückt Latiseptae De Candolle. 14. Staubfäden mit einem flügeiförmigen Zahn oder am Grunde mit einer schwieligen Hervorragung: 15. Fächer 1 bis 4 sämig Alyssum 43 15*. Fächer 6 und mehrsamig .... Berteroa 45 14*. Staubfäden zahnlos : — 71 — 16. Schötchen zusammengedrückt, die Klappen also flach oder unmerklich gewölbt: 17. Schötchen grofs, auf einem fadenförmi- gen, verlängerten Fruchtträger sitzend Lunaria 4ö 17**. Schötchen klein, kreisrund, flach zu- sammengedrückt, Fächer 1 sämig: Lobularia. 17***. Schötchen klein, eiförmig, flach oder ein wenig gewölbt, Fächer vielsamig: 18. Kronblätter ganz Draba 46 18*. Kronblätter gespalten . . Erophila 47 16. Schötchen wenig zusammengedrückt, die Klappen gewölbt: 19. Griffel auf der Scheidewand stehen bleibend: 20. Schötchen ein wenig zusammenge- drückt, Klappen in einen Kiel ge- faltet, aber ohne Mittelnerv Subularia 50 20*. Schötchen gedunsen oder fast kugelig Goehlearia 48 19*. Griffel mit einer Klappe abfallend, Schötchen ei- oder birnförmig Camelina 49 13*. Die Scheidewand bildet den schmalen Durchmesser des zweiklappig aufspringenden Schötchens, Schöt- chen in der Medianlinie, also senkrecht zur Scheide- wand zusammengedrückt Angustiseptae De Caiidolle. 21. Staubfäden am Grunde mit häutigem Anhängsel. Schötchen rundlich. Klappen kahnförmig, an der Mittelrippe geflügelt, Fächer 2 sämig Teesdalea 52 Bestimm ungs Unterstützung: 43. Blüten gelb, Blumenblätter ungeteilt oder ausgerandet, Blätter grau, länglich. I I Blüten weifs, mittelgrofs, Blumenblätter 2 spaltig. Blätter spitz, grauhaarig. 45. Hinten violett, Schötchen sehr grofs, hohe Pflanzen mit grofsen grünen herzförmigen Blättern. Lobularia: Blüten klein, weifs, zahlreich, in langer Blütentraube. 16. Blüten bei unserer Art gelb, Blätter starr, lineal, in dichten ( rrundrosetten, überwinternd, Felsenpflanze. 47. Hinten klein, weifs, Rosettenblätter grün, weich, kleine ein- jährige Sandpflanze. t8. lUnten klein, weifs. zahlreich. Blätter kahl. 49. Scheidewand griffellos. Blumenblätter klein, hellgelb. 60. Kleine /arte Wasserpflanze, mit kleinen weifsen Blümchen und Linealen pfriemlichen Blättern. — 72 — 21*. Staubfäden ohne Anhängsel: 22. Fächer einsamig: 23. Kronblätter gleichgrofs, Schötchen ver- schieden gestaltet, Klappen kahnförmig, ungeflügelt oder an der Spitze etwas geflügelt Lepidium 53 23*. Kronblätter ungleich, die äufseren gröfser, Klappen oben geflügelt . . lberis. 22**. Fächer 2 bis mehrsamig. Kronblätter gleichgrofs: 24. Fächer 2 bis mehrsamig, Klappen an der Spitze geflügelt Thlaspi öl 24*. Fächer vielsamig, Klappen flügellos Gapsella 54 II a . Latiseptae De Candolle. 43. Alyssum Tournefort. Steinkresse. Blumenblätter ganz oder ausgerandet, wenigstens die kürzeren Staubfäden gezähnt oder geflügelt. Schötchen rund, flach zusammengedrückt, über dem Kelchansatz sitzend. Klappen nervenlos. Samen berandet, bei unseren Arten 2 in jedem Fach. 104. A. saxatile L. Stengel aufrecht, unten halbstrauchig und daselbst mit zahlreichen Blattresten besetzt. Die unteren Blätter rosettig gestellt, länglich, keilig in den Blattstiel verschmälert, am Rande entfernt ausgebissen gezähnt, graulich weich filz ig, die Blattstiele selbst weifsfilzig, die Stengel- blätter bedeutend kleiner. Blütentrauben rispig*, auch zur Fruchtzeit noch kurz. Kronblätter goldgelb, ausgerandet, alle Staubfäden am Grunde inwendig mit einem stumpfen Zähnchen, Schötchen rundlich, kahl, viermal 51. Schötchen oval, oben ausgerandet, Blüten klein, weifs. Blätter kahl. 52. Blumenblätter ungleich, klein, weifs, stark entwickelte grund- ständige Blattrosette. 53. Blüten klein, weifs ; Schötchen herzförmig, klein, oder rundlich zahlreich in langen Trauben, lberis : Blumenblätter ungleich, weifs oder etwas violett, mittelgrofs. 54. Schötchen bei unserer Art dreieckig verkehrtherzförmig. Blüten klein, weifs. Anmerkung: Die Früchte einzelner Xasturtiumarten, namentlich von amphibium, sind ebenfalls sehr kurz und könnten daher in dieser Gruppe gesucht werden. — 73 — so lang als der Griffel. t>. Mai. Auf sonnigen Kalkfelsen bei der Behringersmühle (R.) Stempfermühle ! ! bis zur Oswalds- und Rosenmüllershöhle (m. F !) am Hummerstein (Sm.) Friesener Warte (Harz!). 105. A. montanum L. Pflanze sehr vielstengelig und später an der Basis fast halbstrauchig, Stengel aufstrebend, keine Grundrosette, aber blühende und nichtblühende Triebe vorhanden, alle samt den länglich verkehrteiförmigen gestielten Blättern durch Sternhaare graulich. Trauben ent- ständig, einzeln, reichfrüchtig und zur Fruchtzeit ver- längert. Blumenblätter goldgelb, längere Staubfäden geflügelt, kürzere am Grunde mit flu gel artigem Anhängsel. Schötchen eirundlich, sternhaarig, ein ein- halbmal so lang als der Griffel. Kelch bei der Fruchtreife abgefallen. %. Mai, Juni. Sehr trockene Orte : im Diluvium auf Sandfeldern unterhalb Roth von Schnitzlein und Frikhinger Yeget. Yerh., ferners für Erlangen von Kölle und Ellrod und Schweigger und Körte angegeben. Zerstreut im Dolomit : Hilpoltstein (Sim.) Rieberbach (Klf!) Streitberg, Speckberg bei Wüstenstein (Sim.) Muggendorf (herb. Hauser), Türkeistein (Klf!) Pottenstein (Sim.) — Westlich vom [Gebiet an den Gipsbrüchen von Külsheim bei Windsheim ! ! was wieder einen Vorposten der Mainthalverbreitung: Karlstadt, Würzburg, Kitzingen, Volkach, Schweinfurt darstellt. 106. A. calycinum L. Stengel aufrecht, bei dürftigen Exemplaren einfach, oder zahlreich und dann an der Basis niederliegend aufstrebend, krautig, samt den Blättern mit graulichem Sternfilz bedeckt, diese länglich verkehrteiförmig, gestielt. Blumenkronen klein, schwefelgelb, rasch sich weifs verfärbend, längere Staubfäden zahnlos, kürzere aufbeiden Seiten mit einem borstenförmigen Zahn. Kelche an den kreisrunden behaarten Schötchen bleibend, Griffel ganz kurz, wenig länger als die Aus- randung an der Spitze des Schötchens. April-Juli. Gemein auf sonnigen Abhängen, trockenen Rasenplätzen, besonders auf Diluvial- und Keupersand, aber auch auf Personatensandstein. Kalk und Dolomit. Lobularia Desvaux. Schötchen sitzend, kreisrund, flach zusammengedrückt, einsamig. Staubgefäfse zahnlos. L. maritima Desvatix. = Clypeola maritima L. = Alyssiitit ma/riümwm Lamarck. Stengel aufrecht, nach oben ästig, Blätter lineallanzettlich, grün, die jungen samt den Blatt- und Blütenstielen von anliegenden parallelen Ilaaren grauseidig. Blüten in langen Trauben, klein, weifs, oft mit violettem — 74 — Nagel der Blumenblätter, Staubfäden einfach, meist violett. Die Septa der Schötchen bleiben nach Abfallen der Klappen lange stehen und irisieren perlmutterähnlich. 2[. Juli, August. Wild an den Mittelmeerküsten, zuweilen in Dorfgärten z. B. Steinbühl gezogen, verwildert an der Burg Abenberg!! 44. Berteroa De Candolle. Blumenblätter zweispaltig, Samen in jedem Fache 6 oder mehr. 107. B. incana de Candolle = Farsetia incana Robert Brown. = Alyssum incanum L. Graukresse. Stengel aufrecht, ziemlich hoch, oben ästig, nebst Blättern, Kelchen und Schötchen von Sternhaaren grau, oben samt den Blütenstielen aufserdem noch schief abstehend behaart. Blätter lanzettlich, spitz, ganzrandig oder ausgeschweift gezähnt. Blumenblätter weifs, mittelgrofs, die längeren Staubfäden am Grunde geflügelt, die kürzeren gezähnt. Schötchen elliptisch, flachgewölbt, mit langem Griffel, zahlreich in langen Trauben auf schief auf- rechten Stielchen. Juni bis in den Spätherbst. An trocknen Rainen, gemein soweit der Diluvialsand reicht, daher in Menge längs der Rednitz von Georgsgmünd bis Bamberg, auch längs der Pegnitz ! ! dann an der rauhen Ebrach bei Grafsmannsdorf und Birkach(! ! Höfer), ferner um Freistadt, Neumarkt auf Diluvialsand, bei Berg, Oberölsbach auf Doggersand, bei Reichenschwand auf Juragerölle, im Dogger bei Rabenshof, im Dolomit am Burgberg zu Kastl ! ! 45. Lunaria L. Mondviole, Silberling. Schötchen plattgedrückt, grofs, auf fädlichen, über dem Kelchansatz verlängerten Fruchtträgern. Samen 4 bis 6, be- randet, die Stielchen derselben an die Scheidewand angewachsen. 108. L. rediviva L. Stengel aufrecht, hoch, abstehend behaart, Blätter grofs, lang gestielt, aus tiefherzförmigen Grunde eiförmig, zugespitzt, am Rande bespitzt-gezähnt, die im Blüten- stand aus eiförmigem Grunde lanzettlich. Blüten ansehnlich, zahlreich, in Trugdolden, Blumenblätter ungeteilt, violett. Schötchen grofs, beiderseits spitz; Samen nierenförmig, grofs; die oft lange stehenbleibenden Septa silberig spiegelnd. 2|.. Mai, Juni. In Buchenwäldern, an schattigen humosen Stellen an Felsen, in Felsspalten zerstreut im Jurazug auf blätterigem Kalk und namentlich im Dolomit: viel im Molsberger Thal!! zwischen Pommelsbrunn und Heuchling (Prell) Alfalter (Sim.) Treuf (Ph. Schm.) Ankathal! ! zwischen Rupprechtstegen und Velden am linken Ufer (m. F !) bei Königsstein (Pr.) Krottensee gegen Sankt Illing (m. F.) Lohgraben bei Fischstein, zwischen Weidelwang und Hains- bronn und am Wachtfels daselbst, im Ittlinger Thal ! ! viel am Eibenfels (Rudel) um Betzenstein (Frnmll.) am hohlen Fels bei — 75 — Bronn, Hollenberg und das Püttlachthal hinab bis Pottenstein, in der Weidmannsgeseeser Schlucht ! ! bei Göfsweinstein gegen Stadel- hofen (Sophie Schwarz !) bei Behringersmühle und gegen Schotter- mühle!! am Quackenschlofs (m. F.) Baumfurt, AVöhrdmühle (A.) Streitberg (Fk.) Schönsteinhöhle, um Toos, bei Rabeneck (m. F.) Marrnstein (Puchtler) viel bei Mönchau, im Kleinziegenfelder Thal (Klf.) Staffelberg (Model.) Lichtenfels (Fk.) 46. Draba L. Schötchen oval, im Kelchansatz sitzend. Klappen etwas gewölbt. Samen 2 reihig, deren Stielchen mit dem Septum nicht verwachsen. 109. D. aizoides L. Wurzelstock verzweigt, vielköpfig, stellenweise mit Blattnarben dicht bedeckt, Stämmchen rasenbildend, unterwärts mit den vertrockneten Blättern des vorigen Jahres bedeckt, darüber eine dichte Rosette starrer, linealer, kahler, am Rande kammförmig steifgewimperter Blätter, Schaft blattlos, kahl, (also das Bild einer ächten hochalpinen Gebirgspflanze). Blumenblätter noch einmal so lang, als der Kelch, sattgelb, ausgerandet. Schötchen kahl oder an der Naht steifgewimpert, die Fruchtstiele schief oder wagrecht abstehend, bei der in unserem Gebiet ausschliefslich vorhandenen Var. y: montana Koch 2 bis 3 mal so lang als das Schötchen. %. Ende März, April. Auf Kalkfelsen : aus der Regensburger Verbreitung mit dem Thal der Lautrach heraufkommend bis Kastl ! ! Im Hersbrueker Jura noch sprungweise: am hohlen Fels der HubirgU Mühlkoppe und Arzloher Höhe (m. F.) ober den Kalkwerken bei Hartmanns- hof (Kittler) zahlreich am Zankelstein!! hierselbst auf dem Wald- boden um die Felsen herum (Kränzle) am Lichtenstein 188!) ein einziges Exemplar (Kayser) am Himmel ! ! und schwarzen Brand L r cu r en Hirschbach und von da thalabwarts, auch auf den Höhen bei Eschenbach (m. F.^ Spiegelborg bei Stöppach (Enslint ! ! hier- selbst von Adalbert Rudel im Oktober wieder blühend angetroffen, früher auch am Moritzberg (SS II, Popp !) sowie am Hansgörg und Grlatzenstein (Betzet), an diesen 3 1 'unkten wurde sie leider in neuerer Zeit nicht mehr gesehen. Eibenthal Klf.) um Betzonstein, Stierberg und gegen Wildenfels!! bei Hilpoltstein Klf.) Leupold- •>tein, viel um Obertrubach bis Leyenfels, Bärenfels, dann thalab- w.irts nach Hundsdorf! ! Eglofstein (B-üdel) zwischen Apfelbach und Qnterschlehmühle 1 1 ßieberbach (Klf.) Wichsen6tein 1 ! zwischen Leutenbach und Hetzelsdorf (B. V.) Ortspitz (m.F!) Ehrenbüi Mit dem Vorkommen bei Neideck Klf.) und Oberfellerndorf, Streit- bergil beginnl das massige Vorkommen über Muggendorf, la'iits- dorf, Göfsweinstein, Pottenstein, Kühlenfels, und über KörbeldorT Willenberg nach Pegnitzl! Oestiich noch /wischen Michelfeld und Ganzendorf \<>n /ahn aaehgewiesen. Weiters von Streitberg, wo- — 76 — selbst sie am Müllersberg nahe dem langen Thal bis in den Hori- zont des geschichteten Planulatenkalkes, der aber hier in der dem Gefüge des Dolomit ähnlichen Schwammfacies ansteht, herabgeht, über die ganze Engelhardsberger Höhe und das Ahornthal bis zur Verwerfungsspalte an der Klaussteiner Kapelle, ebenso im Raben- ecker Thal über Weischenfeld zum Appenberg, und im Zeubach- thal bei der Försterhöhle an der Verwerfungsspalte wieder scharf abbrechend!! im Aufsefsthal gegen Wüstenstein besetzt sie selbst die im Wasser liegenden Felsbrocken, geht aber dabei in eine mastigere Form über, die durch lange wagrechte Blütenstiele, längliche Schötchen und grofse, alsbald weifs werdende Blumen- blätter sehr stark abweicht!! Spärlicher weiter nordwestlich: unter der Burg Greifenstein, am Altenberg bei Burggrub, bei Kalten- eggolsfeldü Giech (m. F.) Würgau (Harz). Das Vorkommen in der Engelhardsberg-Göfsweinsteiner Gegend ist ein solch massiges, dafs nach Verschwinden der Schneedecke ganze Felsabhänge gold- gelb überzogen erscheinen, oft ein herrlicher Anblick ! ! 47. Eropliila De Candolle. Blumenblätter klein, weifs, zweiteilig. Fruchtbildung wie bei voriger. 110. E. verna Ernst Meyer. = Draba verna L. Hunger- blümlein. Aus der grundständigen, von lanzettlichen ganz- randigen oder entfernt gezähnten spitzen, gegen den Grund verschmälerten Blättern gebildeten Rosette steigen zahlreiche unbeblätterte, wie jene sternförmig entfernt behaarte Schäfte empor. Schötchen eiförmig, samt dem obern Stengel kahl. Fruchtstile aufrecht, viel länger als die Schötchen. = a. ty- pica G\ Beck = lanceolata Neilreich. •• März, April, gemein auf trocknen Plätzen, namentlich auf Diluvialsand; bei Fisch- stein auf Veldensteiner Sandstein Exemplare von 25 cm. Höhe (Schwemmer !) Aendert : ß: spathulata Lang. Schötchen oval bis kreisrund, so seltener und wie es scheint nur im Jura: Waldkirchen, Mühle bei Ittelhofen, Thalheim!! Hirschbach (Pr.) Hauseck (B V.) Eschen- felden (Pr.) zwischen Rupprechtstegen und Velden ! ! Ehrenbirg (Ammon!) Adlerstein, Toosü Marrnstein, Sanspareil, Kemitzen- stein, Staffelberg (Klf.) 48. Cochlearia L. Blumenblätter mittelgrofs, weifs, ganz. Schötchen rund oder elliptisch, gedunsen, sitzend im Kelchansatz. Samen zweireihig. 111. C. officinalis L. Löffelkraut. Ganze Pflanze kahl hellgrün. Stengel ästig, aufrecht, zur Blütezeit gerne oben bogig überhängend, mit grundständiger Blattrosette, Blätter derselben langgestielt bei der im Gebiet nicht vorhandenen Var. a typica rundlich oder selbst etwas länger als breit, am Grunde abgestutzt oder herzförmig, bei — 77 — ß: pyrenaica De Candolle hingegen nie ren förmig, quer breiter, mit tief-herzförmigem Grunde; die stengelständigen eiförmig, entfernt stumpfzähnig, die untersten gestielt, die obersten sitzend, mit geöhrter Basis halbstengel- umfassend. Blumenblätter weifs, wohlriechend, doppelt so lang als der Kelch. Schötchen gedunsen (beim Typus fast kugelig mit runder Basis, vielmal länger als der dünne Fruchtstiel), bei pyrenaica elliptisch, nach oben wie am Grunde spitz, die derberen Frachtstiele an den unteren Früchtchen IV2 mal so lang, die oberen so lang als die Schöt- chen, schief aufrecht abstehend. Klappen dünnwandig, netz- aderig, mit deutlichem Mittelnerv. und % (Die Exemplare der hiesigen Gegend stimmen genau mit Exemplaren aus den Py- renäen (Vallee de Brada) und solchen von der Eynenburg bei Aachen überein, nicht aber mit a typica, die mir von Augsburg, Simbach am Inn und aus dem Berliner bot. Garten vorliegen.) April. Gesellig, aber nur sehr sprungweise an Tuffquellen des Ornatenthonhorizontes: bei Thalheim und etwas gegen Föhren- bach herab, an der Griesmühle ! ! Mauricius Hoffmannus berichtet, dafs das Löffelkraut zugleich mit dem damals epidemisch auf- getretenen Skorbut, gegen welchen es ein Hauptmittel dar- stellte, im Jahre 1631 zuerst beobachtet worden sei, und führt noch Pommelsbrunn, Rödenstatt und Kucha als weitere, jetzt nicht mehr bekannte Standorte an. Auffallend bleibt dabei, dafs auch diese drei Orte am Quellenhorizonte des Ornatenthones ge- legen sind : sein vierter Standort „beym Waschhäuslein sub Höllenstein" wird wohl die Griesmühle sein. C. C. Armoracia L. = Armoracia rusticana Flora der Wetterau. = Roripa rusticana Godron. Meerrettig, Kren. Ganze Pflanze sattgrün, kahl. Wurzeln und unterirdische wag- rechte Rhizome fleischig, oberirdischer Stengel aufrecht, bis 1 Meter hoch, ästig. Stockblätter langgestielt, aus herz- förmigem Grunde länglich eiförmig, sehr grofs, am Rande ge- kerbt, die mittleren Stengelblätter gefiedert, die obersten lan- zettlich, mit verschmälertem Grunde, gesägt oder auch ganz- randig. Blüten weifs. mittel grofs, zahlreich, in aufrechten Trauben. Schötchen auf langen aufrecht abstehenden Stielen,, mit nervenlosen Klappen, selten reifwerdend. 2|.. Mai: die Ernte des Meerretti^s im September. Häufig auf nassen Feldern gebaut, und oft verschleppt auf Composthaufen, an Gräben und Weihern selbst verwildernd. Etwas Kren wird wohl fast aller- orts in den Hausgärten gezogen, aber erst von Kronach und Gründ- lach Regnitzabwärts gewinnt der Meerrettigban an Bedeutung. Die Hauptproduktionsorte sind Baiersdorf, Kleinseebach, Möhren- dorf, Wellerstadt, Langensendelbach, [gelsdorf, Poxdorf, Hausen. Im Aischgrund geht der Bau über Buch, Gremsdorf, Saltendorf l»is Gerhardshofen, auch am Poppenwind, hinter Dechsendorf und Herzogenaurach wird ziemlich viel Kien gebaut. Heber die An- — 78 — bauverhältnisse vergleiche Wagners Bearbeitung pag. 255 — 274 in der Festschrift der 32. Wanderversammlung Bayerischer Land- wirte in Nürnberg 1895. Aus der Baiersdorf-Hausener Gegend werden die Krenstengel weithin verschickt und gehen auf dem Kanal in ganzen Schiffsladungen namentlich nach Wien und Ungarn. Verwildernd oft um Nürnberg, Gründlach, Yach, Baiers- dorf, Neuhaus angetroffen ! ! Nach Hutzelmann, Geschichte von Bayersdorf, wurde die wichtig gewordene Kulturpflanze von dem Markgrafen Johannes Alchimista (1440 — 1464) um Baiersdorf ein- geführt; (die Fürsorge dieses Landesfürsten für die dortige Gegend scheint eine sehr grofse gewesen zu sein, denn sonst hätte er wohl nicht in der dortigen ebenen Gegend sein gewaltiges Resi- denzschlofs Scharfeneck erbaut, das nun leider ganz von der Bildfläche verschwunden ist.) 49. Camelina Crantz. Schötchen über dem Kelchansatz ein wenig gestielt, eiförmig oder birnförmig. Griffel mit einer der Klappen ab- fallend, also die stehenbleibende Scheidewand griffellos, Samen zweireihig. 112. C. sativa Crantz. Dotter. Stengel aufrecht, einfach oder schon vom Grunde an ästig. Blätter lanzettlich, die untersten mit verschmälertem, die stengelständigen mit herz- förmigem Grunde sitzend, ganzrandig oder entfernt ausge- schweift gezähnt. Blüten klein, hellgelb. Schötchen auf den Flächen gewölbt, bald hartschalig werdend, mit deut- lichem Rande, zahlreich in langer Fruchttraube auf auf- rechten Fruchtstielen, © Aendert: a: gdabrata De Candolle. Stengel und Blätter meist nur mit kurzen Gabelhaaren besetzt ohne längere einfache Haare, Schötchen 3 bis 4 mal so lang als der Griffel, mit scharfem, aber schmalem Rande umzogen, eiförmig, beiderseits ver- jüngt, so dafs der Rand der Klappen unter dem Griffel die Eiform darstellt. ß: pilosa De Candolle. Schötchen wie bei voriger. Stengel und Blätter mit kurzen Sternhaaren und langen einfachen Haaren mehr oder minder stark besetzt, die Stengelblätter am Rande oft wimperig behaart. y: microcarpa Andrzejowsky. Behaarung wie bei voriger. Die Schötchen schon anfangs derb, kleiner, 2 bis 3 mal so lang als der Griffel, stumpfer als bei a, weil oben rund ab- schliefsend, sodafs die Klappen unter dem Griffel mit einem Kreissegment enden. Rand scharf und breit, viel deutlicher als bei a ; die Basis des Schötchens ausgeschweift verschmälert, sodafs dasselbe im ganzen deutlich die Birnform zeigt. Mai bis Juni. In Getreideäckern, an Rainen, Schutthaufen, zerstreut auf Diluvialsand, im Keuper und Jura, d viel häufiger als cc, — 79 — z. B. zwischen Petersgemünd und Bernlohe, bei Pillenreut, Mögel- dorf, Unterbürg, Sankt Jobst, Herboldshof!! Schultheifs beobachtete bei Schniegling eine überaus reichlich behaarte Form, bei welcher auch die Kelche sehr stark behaart sind. y. bei Herboldshof, Schnigling, Sankt Jobst, Etzelwang!! auf dem Plateau des Staffel- berges gegen Vierzehnheiligen (Pf!) Schnizlein und Frickhinger geben den Dotter auch gebaut — als Oelpflanze — bei Obererlbach nächst Spalt an ; ich sah denselben um Nürnberg niemals angebaut. 113. C. foetida Fries = C. linicola Schimper et Spenner. Leindotter. Stengel aufrecht, einfach oder ästig mit aufge- richteter paralleler Verzweigung, die erst im Blütenhorizonte des Leinfeldes sich verbreitert. Blumen hellgelb, mittelgrofs. Schötchen aufgeblasen, birnförmig, viel gröfser als bei den vorigen, mit schmalem zusammengedrücktem Rande, vorn gestutzt oder ausgerandet, lange dünnhäutig, erst späthartschalig, 4 bis 5 mal länger als der Griffel, auf langen, zur Fruchtzeit wagrecht abstehenden oder herabgebogenen Stielen, wenig zahlreich in kurzer Fruchttraube. © Aendert: a: integerrima Celakovsky. Blätter lanzettlich, ganz- randig oder entfernt klein gezähnelt, nebst dem Stengel fast kahl. p : dentata Celakovsky = C. dentata Persoon als Art. = C. pinnatifida Hornemann. Stengel und Blätter von Gabel- haaren etwas rauh, die unteren Blätter buchtig gezähnt bis beginnend fiederspaltig, nach unten verschmälert, an der pfeil- förmigen Basis wieder verbreitert. Juni bis August. In Leinäckern und diesem im Wachstum ge- nau sich anschliefsend, nicht über die Blütensphäre des Leinfeldes hinaufschiefsend, wie es die zufällig in Leinäcker geratene C. sativa macht; Verbreitung in den Bezirken, wo Lein gebaut wird, daher im Keuper, Lias, Personatensandstein und namentlich auf den Jurapla- teaus. Var. ß vielhäutiger als a. Kp : Schwabach im. F !) Ammerndorf a, Zauterndorf (Sehm!) Cadolzburg, Wachendorf, Fürberg (m. F.) Mögel- dorf, Gründlach (SS II) verschleppt um Nürnberg öfters auf Schutt (I ! Seh.) Emskirchen (Seh.) Dechsendorf (B. V.) im Aisch- undEbrach- grunde (Fk.) Auch im östlichen Keuper mehrmals bei Bayreuth (M. S.) Vorbach a !! W. v. (1. bei Rüdisbronn (B.V.) — Mit dem Jurazug häufiger: Jahrsdorf (Seh.) zwischen Altenhoien und Mörlach, Sulz- kirchen, hier auch in Rigaer Lein!!, am Schlüpfelberg (Seh. Breitenbrunn «, fi, Gimpertshausen «, Wissing «. tf, Seubersdorf «. Wimmersdorf a, ß\\ ll.iusliciin (Seh.) /wischen Gnadenberg und Dnterrohrenstadt , Eismannsberg, Klingenhofll Elagenhausen ß, Gersdorf (Seh I) am Moritzberg und gegen Prunn a, Mosenhofa and Übergänge zwischen beiden, Schupf, Arzloheü zwischen Held- mannsberg and Waizenfeld (Rüde! Sögen und gegen Büchelberg in. I'.i Dannlohe « absolut kahl, Pichtelbrunn!! Alschwang Rüde! Hedersdorf, Poppenhof ß (Seh!) Hienberg (m.^T.) Hohenstein Gl.) Treufa, Riegelstein (Seh!) zw. Hlonnersdorf und Ittling a zugleich mit hoch über . Angustiseptae De Candolle. 51. Thlaspi L. Täschelkraut. Blumenblätter ziemlich gleich. Staubfäden ohne An- hängsel. Fächer 2 bis mehrsamig. 1. Pflanzen einjährig, ohne Laubsprossen. 115. T. arvense L Ackertäschel, Ackergeld, Pfennig- kraut. Stengel aufrecht, wie die ganze Pflanze kahl, gelb- grün, einfach oder oben ästig, kantig. Grundblätter ver- kehrteiförmig, gestielt, Stengelblätter länglich eiförmig mit pfeilförmigem Grunde sitzend, buchtig gezähnt. Blumen weifs, mittelgrofs. Schötchen fast kreisrund, ringsum breit geflügelt, tief ausgerandet, mit sehr kurzem Griffel. Frucht- traube verlängert, Fruchtstiele schief aufrecht, so lang oder wenig länger als die Schötchen. Samen 6 und mehr in jedem Fache, bogig- runzelig. 0© April bis in den Winter hinein. Auf Äckern gemein. Im weifsen Jura entstehen auf magerem Boden sehr verkürzte Formen. 116. T. perfoliatum L. Kahl, blaugrün; Stengel meist einfach, s t i e 1 r u n d , einzeln oder mehrere aus einer Rosette gestielter verkehrteiförmiger am Rande entfernt — 81 — gezähnter Grundblätter, die Stengelblätter eiförmig, spitz, ganz- randig oder wellig entfernt gezähnelt, mit tief herzförmiger Basis sitzend. Blumen klein, weifs. Fruchttraube verlängert, Schötchen verkehrteiförmig, gegen den Grund keilförmig, vorne breit ausgerandet, oben geflügelt, kürzer als die wagrecht abstehenden Fruchtstiele, Griffel sehr kurz. Samen glatt, 4 in jedem Fache, 0, seltener 0. April, Mai. Auf Aeckern mit Thonboden, Raine, an Hecken; im Keuper zerstreut und selten: Rennmülile und Heubersbuck bei Schwabach!! Reh- dorf (Seh.) Ammerndorf, Langenzenn (Schm!) bei Erlangen am Kanaldamm (Schm.) zwischen Puckenhof und Uttenreuth, Bräun- ningshof (Gl.) um Bamberg (Fk.) auf dem Diluvialsand nur ver- schleppt und unbeständig: Glaishammer (R!) Herrnhütte (Gustav Sebald) an der Bahn bei Veilhof (Seh!) und Rückersdorf (Rudel). Zahlreich dagegen auf den Liasplateaus von Hilpoltstein naeh Kauerlach, bei Dehnberg, Heroldsberg und Eschenau!! auf dem Erlanger Liaszuge (m. F !) bei Elsenberg, Forchheim (Gl.) Seigen- dorf!! — Im weifsen Jura längs des Steilrandes, wie auf den Hochplateaus an vielen Orten. — Jenseits der östlichen Keuper- niederung wieder zahlreich auf dem Bayreuther Muschelkalkzug. 1* Pflanze ausdauernd, mit Laubsprossen. 117. T. montanurtl L. Wurzelstock vielköpfig. Stämmchen ausläuferartig verlängert mit nichtblühenden Trieben. Blätter der Stockrosetten bei a: typicum A. Schwarz spatelig, ver- kehrteiförmig, langgestielt, zuweilen selbst rundlich, ganz- randig oder undeutlich gezähnt, bei ß: angustifolium A. Schwarz, lanzettlich, keilig in den langen Blattstiel verschmälert, deutlich entfernt ausgeschweift gezähnt. — Stengelblätter viel kleiner, dem Stengel angedrückt, mit kleinen Ohrchen pfeilförmig sitzend. Stengel einfach, Blüten- traube gedrungen, erst zur Fruchtzeit verlängert. Blüten weifs, mittelgrofs, zahlreich. Schötchen verkehrteiförmig mit keiligem Grund, vorn gestutzt oder wenig ausgerandet, ober- seits flach und parallel dem Flügelsaum etwas vertieft, unter- seits mäfsig gewölbt, Griffel lang, die wagrecht abstehenden Fruchtstiele doppelt so lang, als die Schötchen. Samen glalt. 1 — 2 in jedem Fache. %. Ende April, Mai, auf den mit Kalkscherben bedeckten Abhängen des Werkkalkes und auf Dolomitfelsen : Ab- hänge hei Hersbruck gegen das Buch (Sim.) und am Hohenstädter Felsen (Ph. Schm.) Lichtenstein unter der Ruine und bis Pommels- brunn herab, am Zankelstein I ! und an den Bartmannshofer Bergen, im Saunritzer Thal (Kittler). Vom Hofberg nach Pommelsbrunn .in allen Abhängen (Rudel) von Arzlohe nach Pommelsbrunn hinab auf Trümmergestein, wie auf Tuff, am Xonlahhang der Hubirg seihst an sehr Bchattigen, moosigen Abhängenl! Rupprechtstegen, Neuhaus, Grofsengsee (Sim.) Bärenfels, Bieberbach, hier selbst, wenn auch Bpärlich, auf tertiären Sandsteinblöcken, Türkeistein (K'lf.) GöTsweinstein (Harz) *on der Stempfermühle gegen Moritz I Abh. d. Naturh. Qes. X. Bd. '' — 82 — Behringersmühle (B. V.) Pottenstein (Sim.). Bei Muggendorf am hohlen Berg!! der Oswaldshöhle (m. F!) und der Kupfe (Gldf.) dann bei Streitberg sowohl gegen Muggendorf zu, wie am Hummer- stein ! ! Rüschlaub (Fk.), zahlreich im Kleinziegenfelder Thal (Klf.) Die Var. ß. bisher nur am sonnigen Abhang des Lichtenstein ! ! 52. Teesclalea Robert Brown. Blumenblätter ungleich, klein, weifs, die äufseren länger, Staubfäden am Grunde mit blumenblattartigen Anhängseln. Fächer zweisamig. 118. T. nudicaulis Robert Brown = iberis nudicanlis L. Stengel meist einfach, einer oder viele aus der grundständigen Blattrosette aufrecht, blattlos, oder bei kräftigen Exemplaren mit mehreren linealen Stengelblättern und dann die Stengel bogig aufsteigend und etwas ästig; Rosettenblätter leierförmig- fiederspaltig mit stumpfem gröfserem Endabschnitt. Schötchen eirund, etwas geflügelt, netzrippig, etwas ausgerandet, mit ganz kurzem Griffel, sehr zahlreich in verlängerten Frucht- trauben, deren wagrecht oder bogig abstehende Fruchtstiele 1 1 h mal so lang sind als das sichelförmige Septum. April, Mai, selten auch noch später. Auf sandigen fast vegetations- losen Flächen, auf Haiden, in trocknen Föhrenwäldern: auf zer- fallenem Burgsandsein bei Zauterndorf, Gonnersdorf, Wachendorf (Schm !) Unterfarrnbach ! ! bei Kuhdorf auf Sand des rhätischen Keupersü Hauptsächlich aber auf dem diluvialen Flugsand mit dem Verlauf der Rednitz bei Pleinfeld (Hffrn.) von Peters gmünd nach Roth, bei Büchenbach, Schwabach, Katzwang, Reichelsdorf, Gerasmühle, Gebersdorf, Fürth, Kronach, Eitersdorf! ! Erlangen (m. F.) Strullendorf, Bamberg (Fk.) und mainaufwärts noch bis Zapfendorf (Klf.) An der reichen Ebrach bei Schlüsselau (Fk.) Um Nürnberg in Menge, auch von Maiach, Gibitzenhof über Lich- tenhof, Forsthof, nach Tullnau und Mögeldorf, um Röthenbach und Grünthal ; rechts der Pegnitz von Schniegling herauf und über Erlenstegen nach Behringersdorf , dann auf den dünenartigen Sandbergen von Loh über Marienberg, Schäfhof nach Erlenstegen; auch auf der Sandausbreitung bei Schöllenbach und Eckenhaidü Weiters bei Ochenbruck (Rudel) Etzelsdorf (M.) Allersberg (Hffrn.) Kauerlach!! Kastenmühle und in der Neumarkter Sandebene (G.M.P.), wo sie dann mit der Sandüberdeckung auf das Jura- plateau hinaufkommt, so am Höhenberg und gegen Lipperts- hofen (Seh.) Iberis L. Blumenblätter sehr ungleich, die der äufseren Blüten strahlend. Staubfäden zahnlos. Schötchen etwas geflügelt. Fächer einsamig. J. Ulnar a L. Stengel aufrecht, oben oder schon vom Grunde an ästig, spärlich behaart. Blätter länglich, keil- — 83 — förmig in den Blattstiel verschmälert, beiderseits mit 2 bis 3 grofsen stumpfen Zähnen. Blüten mittelgrofs, weifs, zuweilen samt dem Stengel violett überlaufen. Schötchen fast kreis- rund, netzig geädert, geflügelt, der Flügel mit spitzem Winkel an der Ausrandung endigend, Griffel ziemlich lang und über die Ausrandung weit hervorragend. Fruchttraube gedrängt, nicht lang, Fruchtstielchen wagrecht oder etwas aufrecht ab- stehend, doppelt so lang als die Schötchen. © Juni, Juli. In Gärten gezogen und häufig gartenflüchtig: Abenberg im Burg- graben ! ! Georgensgemünd im Schulgarten sich selbst aussäend (Pr.) von Schniegling nach Sankt Johannis, schon von Eismann angegebe